Tarifverhandlungen und die Inflation

Begonnen von Emmi87, 01.10.2021 08:33

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VaPi

Ich traue den Gewerkschaften nicht mehr zu einen ordentlichen Abschluss zu erzielen. Sie sind schwach und werden schlussendlich wieder Kompromisse zulasten der Mitglieder eingehen. (zu große Kompromisse). Erst wird groß gefordert, um dann noch größer einzuknicken. Das Vertrauen ist schon lange weg, schade um das Geld was immer in den Verband fließt.

Noch viel schlimmer ist allerdings, das hinterher immer alles schön geredet wird, anstatt sich mal kritisch zu hinterfragen.

Britta2

Zudem die vielen Monate, die vor einem möglichen Abschluss erst wieder ins Land gehen werden. Wenn es dann wieder heißt "ab 1.1., aber erste Erhöhung erst ab 1.4." (beschlossen irgendwann im Jini und nicht vor August Auszahlung) dann ...  frage ich mich, worüber wir eigentlich überhaupt diskutieren. SchmiierenKomödie (nein, Drama, Politik-Posse). Vielleicht ist die Ursache des Murkes tatsächlich allein die Tatsache, dass es sich hier um den öffentlichen Dienst handelt. WER sind die Arbeitgeber. Das Problem ist die spezielle Zugehörigkeit.

Brownyy

Zitat von: burnoutWerner in 08.10.2022 20:48
Ich kenne jemanden der jemanden von Verdi/Arbeitgeber-Seite kennt, der sagt, dass es dieses Jahr einen ordentlichen Rumms geben wird.
Die frage, ob es positiv oder negativ, wurde nicht beantwortet. Er meinte nur, es wird diesmal kein Mittelding.
Also "Nullrunde" oder 13% Erhöhung..
Wunschdenken. Nichts anderes. Wenn wir 5 %  erhalten wird es uns als Jahrhundertergebnis verkauft.

Sven74

Ich bin wirklich am überlegen, ob ich eintreten soll! Nur wenn das nächste Ergebnis eingermaßen gerecht im Vergleich zu anderen Branchen ausfallen sollte, könnte ich mir wirklich vorstellen. Alles unter 5% wäre ein schlechter Witz!

JesuisSVA

Warum sollte man überhaupt einen Beitritt erwägen? Und was soll ,,gerecht" sein?

Britta2

Hätte ich die Wahl, würde ich lieber Mitglied bei den Eisenbahnern oder Metallern sein statt bei Verdi!

Bastel

Zitat von: Britta2 in 10.10.2022 07:33
Hätte ich die Wahl, würde ich lieber Mitglied bei den Eisenbahnern oder Metallern sein statt bei Verdi!

Du kannst auch bei den Eisenbahnern oder der IG Metall Mitglied werden. Bringt dir ähnlich viel wie bei Verdi ;D ;D

JahrhundertwerkTVÖD

Zitat von: burnoutWerner in 08.10.2022 20:48
Ich kenne jemanden der jemanden von Verdi/Arbeitgeber-Seite kennt, der sagt, dass es dieses Jahr einen ordentlichen Rumms geben wird.
Die frage, ob es positiv oder negativ, wurde nicht beantwortet. Er meinte nur, es wird diesmal kein Mittelding.
Also "Nullrunde" oder 13% Erhöhung..

Sollten wir nicht dem Kanzler folgen und ein Doppel Wumms anstreben

Bastel

+15% auf 12 Monate + 37,5h Woche?

veeam

Zitat von: Bastel in 10.10.2022 11:09
+15% auf 12 Monate + 37,5h Woche?

Wenn Verdi so eine Forderung ernsthaft durchsetzen wollte, würden sie auch endlich mal wieder Mitglieder generieren.

TVWaldschrat

#3130
Zitat von: veeam in 10.10.2022 11:15
Zitat von: Bastel in 10.10.2022 11:09
+15% auf 12 Monate + 37,5h Woche?

Wenn Verdi so eine Forderung ernsthaft durchsetzen wollte, würden sie auch endlich mal wieder Mitglieder generieren.

Ich bezweifle, dass es einen großen Schwung an neuen Mitgliedern geben wird. Ich hab bisher auch immer die paar prozentchen bekommen, und das ohne Mitglied zu sein, alleine für's Sitzen im Bürostuhl und in den Nachrichten gucken, wie unsere Pfleger, Stadtwerker und Müllwerker auf die Straße gehen.

Ohne Not geht man nicht in eine Gewerkschaft. Und im öD existiert bei vielen keine Geldnot... oder eben erhöhte Arbeitslast.

Matti101

Zitat von: Johannes1893 in 09.10.2022 11:18
Das desaströse letzte Ergebnis wirkt leider immer noch nach und hat gewaltige Reallohnverluste verursacht. Jetzt geht man bereits mit einer Forderung rein die vermutlich nicht mal die (aktuelle!) Inflationsrate des Jahres 2021 deckt und wo jeder weiß das diese maximal über 24 Monate, schön gerechnet mit Einmalzahlungen und nur dank Pauschalbeträgen für EG 1-7 kommt. Mir wird Angst und Bange!

...genau das ist der Grund, weshalb ich nicht in die Gewerkschaft eingetreten bin. Mein Verdi Mitgliedsantrag schlummert noch in meiner Schublade. Ich finde es völlig vermessen, wenn untere Einkommensgruppen, ohne Studienabschluss, mit weniger Verantwortung und bei geringerem Fachkräftemangel, durch garantierte Mindesterhöhungsbeträge mehr von einem Tarifabschluss profitierren als die oberen Entgeltgruppen. Ich finde es schon mal super, dass das keine Einzelmeinung von mir zu sein scheint....

Phoenix

Zitat von: Matti101 in 10.10.2022 14:55
Zitat von: Johannes1893 in 09.10.2022 11:18
Das desaströse letzte Ergebnis wirkt leider immer noch nach und hat gewaltige Reallohnverluste verursacht. Jetzt geht man bereits mit einer Forderung rein die vermutlich nicht mal die (aktuelle!) Inflationsrate des Jahres 2021 deckt und wo jeder weiß das diese maximal über 24 Monate, schön gerechnet mit Einmalzahlungen und nur dank Pauschalbeträgen für EG 1-7 kommt. Mir wird Angst und Bange!

...genau das ist der Grund, weshalb ich nicht in die Gewerkschaft eingetreten bin. Mein Verdi Mitgliedsantrag schlummert noch in meiner Schublade. Ich finde es völlig vermessen, wenn untere Einkommensgruppen, ohne Studienabschluss, mit weniger Verantwortung und bei geringerem Fachkräftemangel, durch garantierte Mindesterhöhungsbeträge mehr von einem Tarifabschluss profitierren als die oberen Entgeltgruppen. Ich finde es schon mal super, dass das keine Einzelmeinung von mir zu sein scheint....

Dann könntest du ja ne Gewerkschaft für Leute "mit Studium" machen.

Vermessen ist gar nichts daran dass die Gewerkschaft für ihre Interessengruppen verhandelt

E15TVL

Du hast mal so rein gar nichts kapiert...
Weder grundsätzlich noch was Matti101 ausgeführt hat.

JesuisSVA

Vermessen ist, dass regelmäßig Gewerkschaftsbüttel und bezahlte -trolle hier reinstolpern und fordern, man dürfe die Gewerkschaften nicht kritisieren, wenn man kein Mitglied sei. Und dann die mangelnde Durchsetzungsfähigkeit beweinen, weil der Organisationsgrad ach so niedrig sei (was ja durch eine wissenschaftliche Untersuchung, die hier verlinkt worden war, widerlegt worden ist; der Organisationsgrad im öffentlichen Dienst ist besonders hoch!). Und wenn man dann einerseits die Lethargie der Gewerkschaftsmitglieder, anders ließe sich ja die mangelnde Durchsetzungsfähigkeit nicht erklären, und andererseits kritisiert, dass die Gewerkschaften den eigenen Interessen zuwiderhandeln, heisst es dann, man solle doch eine eigene Gewerkschaft aufmachen. Wir haben also dysfunktionale Gewerkschaften mit vielen Mitgliedern, die zu lethargisch sind, um zu streiken, oder deren Streik offenbar niemand bemerken würde, denn ansonsten hätte man ja genügend Durchsetzungsfähigkeit, die aber auch nichts dafür tun, hinreichend bedeutende und streikbereite Arbeitnehmer zu gewinnen, um durchsetzungsfähig zu werden. Sich dafür aber jede Kritik verbitten.