Autor Thema: Tarifrunde TV-L 2021 - Diskussion  (Read 290008 times)

teclis22

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Antw:Tarifrunde TV-L 2021 - Diskussion
« Antwort #1440 am: 30.11.2021 09:53 »
Nein, nicht jede Höhergruppierung ist besser.
Ich bin 51 Jahre alt und habe vor 10 Jahren in den öffentlichen Dienst gewechselt. Nachdem ich damals als Hilfskraft in E3 begonnen hatte, habe ich es mittlerweile in E8S4 geschafft. Ich habe weder Abitur noch Studium. Aufgrund meiner Qualifikation im IT Bereich ( auch das habe ich ursprünglich nicht gelernt, gab es nämlich 1986 noch gar nicht) wurde mir jetzt durch einen Zertifikationskurs innerhalb der nächsten zwei Jahre E10 in Aussicht gestellt. Ich hatte sehr auf die stufengleiche Höhergruppierung gehofft. Denn jetzt werde ich wohl in E10S2 abstürzen und keine Chance mehr haben vor dem Ruhestand in S6 zu gelangen. Das macht bei mir ca  ein 1000er monatlich Unterschied.
Es war tatsächlich so, dass ich die Tätigkeit zuerst abgelehnt hatte da mein AG ursprünglich sogar E8 aufgrund fehlender Qualifikation beibehalten wollte. Da auf eine Ausschreibung (in E10!) extern kein passender Bewerber gefunden werden konnte, wurde die Lösung mit dem Zertifikatskurs gestrickt.
Kann mir jemand sagen ob diese bereits erwähnte Öffnungsklausel für eine stufengleiche Höhergruppierung für mich in Frage kommen könnte? Wo finde ich dazu mehr Informationen und wie kann ich vorgehen?

Noch mal genau rechnen !
Die 10/2 ist besser als die 8/6.
Natürlich lohnt sich das.

Johann

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Antw:Tarifrunde TV-L 2021 - Diskussion
« Antwort #1441 am: 30.11.2021 10:04 »
Stufengleiche Höhergruppierung haben sie auch nichtmal durchbekommen, oder? :(

Ich bezweifele, das es überhaupt groß thematisiert wurde. Und Ja, die wird es in dieser Tarifrunde nicht geben.

Dann werde ich nur noch meine 5 Jahre für die VBL voll machen und dann wars das hier.

Danke für die Antwort.

MLK14

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Antw:Tarifrunde TV-L 2021 - Diskussion
« Antwort #1442 am: 30.11.2021 10:10 »
Moin zusammen,
ich bin in befristeten Arbeitsverhältnissen im ÖD (Uni) angestellt und werde nach TV-L bezahlt. In Übergangsphasen vom einen zum anderen Projekt ist das aber immer mal wieder mit Arbeitslosigkeit verbunden. So auch jetzt: seit dem 1.11.21 bin ich arbeitslos und meine neue Stelle beginnt erst am 1.2.22. Dazwischen bekomme ich ALG I und ich bin noch mit 10h pro Monat als wissenschaftliche Hilfskraft angestellt.
Liege ich richtig damit, dass ich von der Corona-Sonderzahlung keinen Cent sehen werde, weil ich am Stichtag (29.11.21) nicht nach dem TV-L beschäftigt bin? Weiß das hier jemand?

Als ich damals HiWi war, habe ich auch immer eine anteilige Jahressonderzahlung bekommen. Könnte sein, dass das dann entsprechend für die Corona Sonderzahlung auch bei HiWis anteilig angerechnet wird.
Bekommst du bei dir denn JSZ als HiWi?

Albeles

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Antw:Tarifrunde TV-L 2021 - Diskussion
« Antwort #1443 am: 30.11.2021 10:30 »
Moin zusammen,
ich bin in befristeten Arbeitsverhältnissen im ÖD (Uni) angestellt und werde nach TV-L bezahlt. In Übergangsphasen vom einen zum anderen Projekt ist das aber immer mal wieder mit Arbeitslosigkeit verbunden. So auch jetzt: seit dem 1.11.21 bin ich arbeitslos und meine neue Stelle beginnt erst am 1.2.22. Dazwischen bekomme ich ALG I und ich bin noch mit 10h pro Monat als wissenschaftliche Hilfskraft angestellt.
Liege ich richtig damit, dass ich von der Corona-Sonderzahlung keinen Cent sehen werde, weil ich am Stichtag (29.11.21) nicht nach dem TV-L beschäftigt bin? Weiß das hier jemand?

Als ich damals HiWi war, habe ich auch immer eine anteilige Jahressonderzahlung bekommen. Könnte sein, dass das dann entsprechend für die Corona Sonderzahlung auch bei HiWis anteilig angerechnet wird.
Bekommst du bei dir denn JSZ als HiWi?
Wenn er am Stichtag nicht in einem Arbeitsverhältnis des TV-L steht, hat er auch keinen Anspruch auf die Zahlung. Das ist ja das blöde an Stichtagen

Lothar57

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Antw:Tarifrunde TV-L 2021 - Diskussion
« Antwort #1444 am: 30.11.2021 10:43 »
Nein, nicht jede Höhergruppierung ist besser.
Ich bin 51 Jahre alt und habe vor 10 Jahren in den öffentlichen Dienst gewechselt. Nachdem ich damals als Hilfskraft in E3 begonnen hatte, habe ich es mittlerweile in E8S4 geschafft. Ich habe weder Abitur noch Studium. Aufgrund meiner Qualifikation im IT Bereich ( auch das habe ich ursprünglich nicht gelernt, gab es nämlich 1986 noch gar nicht) wurde mir jetzt durch einen Zertifikationskurs innerhalb der nächsten zwei Jahre E10 in Aussicht gestellt. Ich hatte sehr auf die stufengleiche Höhergruppierung gehofft. Denn jetzt werde ich wohl in E10S2 abstürzen und keine Chance mehr haben vor dem Ruhestand in S6 zu gelangen. Das macht bei mir ca  ein 1000er monatlich Unterschied.
Es war tatsächlich so, dass ich die Tätigkeit zuerst abgelehnt hatte da mein AG ursprünglich sogar E8 aufgrund fehlender Qualifikation beibehalten wollte. Da auf eine Ausschreibung (in E10!) extern kein passender Bewerber gefunden werden konnte, wurde die Lösung mit dem Zertifikatskurs gestrickt.
Kann mir jemand sagen ob diese bereits erwähnte Öffnungsklausel für eine stufengleiche Höhergruppierung für mich in Frage kommen könnte? Wo finde ich dazu mehr Informationen und wie kann ich vorgehen?

Noch mal genau rechnen !
Die 10/2 ist besser als die 8/6.
Natürlich lohnt sich das.

Das bestreitet doch niemand. Jede Höhergruppierung bringt einen gewissen materiellen Zugewinn. Dafür sorgt am Ende mindestens der Garantiebetrag. Doch darum geht es dem Fragesteller doch gar nicht. Er hat eine vorbildliche Karriere hingekriegt, von der er aber materiell nur wenig profitiert. Wäre er stufengleich höhergruppiert worden, hätte er jetzt auch einen deutlich höheren Zugewinn in der Tasche, den er mit 1000 Euro beziffert. So profitiert vor allem der AG, der einen hochmotiviertem Mitarbeiter für ein kleines Geld kriegt.

Dieses Beispiel zeigt einmal mehr das grenzenlose Versagen der Gewerkschaften, die die Stufengleiche HG oben auch die Agenda der Verhandlungen gesetzt hatten und krachend gescheitert sind.
Ceterum censeo paralleltabellum esse einzufuehrendam.

Fäncy

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Antw:Tarifrunde TV-L 2021 - Diskussion
« Antwort #1445 am: 30.11.2021 10:47 »
Fazit zur Tarifrunde:

"Ich erwarte nichts - und bin dennoch enttäuscht."  :(

DiVO

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Antw:Tarifrunde TV-L 2021 - Diskussion
« Antwort #1446 am: 30.11.2021 10:48 »
Stufengleiche Höhergruppierung haben sie auch nichtmal durchbekommen, oder? :(

Ich bezweifele, das es überhaupt groß thematisiert wurde. Und Ja, die wird es in dieser Tarifrunde nicht geben.

Dann werde ich nur noch meine 5 Jahre für die VBL voll machen und dann wars das hier.

Danke für die Antwort.

Gab es hier nicht eine Gesetzesänderung, dass die Mindestmitgliedszeit bei BAV reduziert wurde?

Jockel

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« Antwort #1447 am: 30.11.2021 11:24 »
Fazit zur Tarifrunde:

"Ich erwarte nichts - und bin dennoch enttäuscht."  :(
Tja... jeder ist seines Glückes Schmied... eine Höhergruppierung bringt immer mehr als ein lineare Tarifsteigerung. Ich verstehe das warten auf die Weihnachtsmänner von den Tarifvertragsparteien nicht wirklich...

Nächstes Jahr wird der Mindestlohn angehoben. Mal sehen, was sich daraus in 2 Jahren ergibt. (Für alle, die erwarten, dass andere dafür sorgen, dass sie persönlich mehr Geld verdienen, bei gleicher Arbeit)


Isi

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Antw:Tarifrunde TV-L 2021 - Diskussion
« Antwort #1448 am: 30.11.2021 11:34 »
Heute Morgen hat die GEW ihre Aussage zurecht gerückt die Schichtzulagen würden für alle gelten, und korrigiert:
"Nur für Beschäftigte nach §43"

Dann liefen die Leute in den Kommentarfunktionen Sturm, jetzt ist die Kommentarfunktion abgeschaltet. So kann man es auch machen :) Ich sehe da ein Stürmchen auf die Damen der genannten Spartengewerkschaft zukommen. Und mit dem heutigen Vertrag endet auch mein Honorarvertrag bei eben diesen. Ich fühle mich frei!

Bastel

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Antw:Tarifrunde TV-L 2021 - Diskussion
« Antwort #1449 am: 30.11.2021 11:35 »
Fazit zur Tarifrunde:

"Ich erwarte nichts - und bin dennoch enttäuscht."  :(
Tja... jeder ist seines Glückes Schmied... eine Höhergruppierung bringt immer mehr als ein lineare Tarifsteigerung. Ich verstehe das warten auf die Weihnachtsmänner von den Tarifvertragsparteien nicht wirklich...

Nächstes Jahr wird der Mindestlohn angehoben. Mal sehen, was sich daraus in 2 Jahren ergibt. (Für alle, die erwarten, dass andere dafür sorgen, dass sie persönlich mehr Geld verdienen, bei gleicher Arbeit)

Irgendwann wird es auch mit der Höhergruppierung schwierig...

Gieshübler

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« Antwort #1450 am: 30.11.2021 11:41 »
Moin zusammen,
ich bin in befristeten Arbeitsverhältnissen im ÖD (Uni) angestellt und werde nach TV-L bezahlt. In Übergangsphasen vom einen zum anderen Projekt ist das aber immer mal wieder mit Arbeitslosigkeit verbunden. So auch jetzt: seit dem 1.11.21 bin ich arbeitslos und meine neue Stelle beginnt erst am 1.2.22. Dazwischen bekomme ich ALG I und ich bin noch mit 10h pro Monat als wissenschaftliche Hilfskraft angestellt.
Liege ich richtig damit, dass ich von der Corona-Sonderzahlung keinen Cent sehen werde, weil ich am Stichtag (29.11.21) nicht nach dem TV-L beschäftigt bin? Weiß das hier jemand?

Als ich damals HiWi war, habe ich auch immer eine anteilige Jahressonderzahlung bekommen. Könnte sein, dass das dann entsprechend für die Corona Sonderzahlung auch bei HiWis anteilig angerechnet wird.
Bekommst du bei dir denn JSZ als HiWi?
Wenn er am Stichtag nicht in einem Arbeitsverhältnis des TV-L steht, hat er auch keinen Anspruch auf die Zahlung. Das ist ja das blöde an Stichtagen
Danke für die Antworten.
Ich sollte eigentlich eine JSZ bekommen, habe ich heute allerdings nicht... Abrechnung abwarten.
Meine Befürchtung ist allerdings auch, dass ich keine Corona-Zahlung erhalten werde, weil ich momentan nicht nach TV-L beschäftigt werde. HiWis fallen nicht darunter. Ist natürlich super ärgerlich, dass ich den Stichtag verpasse. Da wäre eine prozentuale Erhöhung der Tabellenwerte deutlich fairer gewesen. So werden vermutlich einige durchs Raster fallen.

teclis22

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« Antwort #1451 am: 30.11.2021 11:42 »
Nein, nicht jede Höhergruppierung ist besser.
*snip*

Noch mal genau rechnen !
Die 10/2 ist besser als die 8/6.
Natürlich lohnt sich das.

Das bestreitet doch niemand. Jede Höhergruppierung bringt einen gewissen materiellen Zugewinn. Dafür sorgt am Ende mindestens der Garantiebetrag. *snip*.

Dieses Beispiel zeigt einmal mehr das grenzenlose Versagen der Gewerkschaften, die die Stufengleiche HG oben auch die Agenda der Verhandlungen gesetzt hatten und krachend gescheitert sind.

Der Fragesteller stellt die These auf, das sich die Höhergruppierung nicht lohnt.
Den Satz habe ich in Frage gestellt. Es kann durchaus Szenarien geben, in der sich die Höhergruppierung in der Tat nicht lohnt. Z. B. von 13.3 in 14.2 wenn die Restlaufzeit bis zur Rente sehr kurz ist und die Person kurz vor  der 13.4 steht.

In dem geschilderten Fall lohnt es sich wie gesagt auf jeden Fall.

Und ich selbst musste auch schon eine Höhergruppierung in eine geringer Stufe in Kauf nehmen. Bin selber also auch in das Loch der Nicht-Stufengleichen Höhergruppierung gefallen. Ich kann die Emotion also sehr gut nachvollziehen.

Gartenilse

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« Antwort #1452 am: 30.11.2021 11:59 »
Nein, nicht jede Höhergruppierung ist besser.
*snip*

Noch mal genau rechnen !
Die 10/2 ist besser als die 8/6.
Natürlich lohnt sich das.

Das bestreitet doch niemand. Jede Höhergruppierung bringt einen gewissen materiellen Zugewinn. Dafür sorgt am Ende mindestens der Garantiebetrag. *snip*.

Dieses Beispiel zeigt einmal mehr das grenzenlose Versagen der Gewerkschaften, die die Stufengleiche HG oben auch die Agenda der Verhandlungen gesetzt hatten und krachend gescheitert sind.

Der Fragesteller stellt die These auf, das sich die Höhergruppierung nicht lohnt.
Den Satz habe ich in Frage gestellt. Es kann durchaus Szenarien geben, in der sich die Höhergruppierung in der Tat nicht lohnt. Z. B. von 13.3 in 14.2 wenn die Restlaufzeit bis zur Rente sehr kurz ist und die Person kurz vor  der 13.4 steht.

In dem geschilderten Fall lohnt es sich wie gesagt auf jeden Fall.

Und ich selbst musste auch schon eine Höhergruppierung in eine geringer Stufe in Kauf nehmen. Bin selber also auch in das Loch der Nicht-Stufengleichen Höhergruppierung gefallen. Ich kann die Emotion also sehr gut nachvollziehen.
Geht mir genauso! Ich bin damals ungefragt von der 9/4 kurz vor Erreichen der 9/5 höhergruppiert worden, Der Garantiebetrag waren lächerliche 50 Euro brutto. Über 30 Euro mehr in der Tasche für mehrere Jahre war ich nicht gerade erfreut. In der 9/5 wären es deutlich mehr gewesen. Eine bei einer Dienstberatung ausgesprochene Wertschätzung hätte mir mehr gebracht. Auch einer der Wechsel-Gründe.
Bei meiner jetzigen Stelle wurde mir signalisiert, dass durch meine qualitativ hochwertige Arbeit eine Übernahme anderer Fachgebiete gewünscht wird und gefragt, wann die Höhergruppierung denn passen würde. Da haben wir dann noch den Sprung in die 10/5 abgewartet.
Vielleicht kannst Du wirklich das Argument ziehen, dass es keine externen Bewerber gab, daher müsste die Vorweggewährung der höheren Stufe bzw. eine Verkürzung der Stufenlaufzeit doch "drin" sein? Würde ich auf jeden fall einbringen.

XTinaG

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« Antwort #1453 am: 30.11.2021 12:17 »
Wie kann man denn "ungefragt" höhergruppiert werden?

Beamter

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Antw:Tarifrunde TV-L 2021 - Diskussion
« Antwort #1454 am: 30.11.2021 12:27 »
Wie kann man denn "ungefragt" höhergruppiert werden?

Jetzt kommen Sie dem Schreiber doch nicht mit rechtlichen Details bei stark verkürzten und unsinnigen Aussagen ;-).