Autor Thema: Tarifrunde TV-L 2021 - Diskussion  (Read 253150 times)

BB8

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Antw:Tarifrunde TV-L 2021 - Diskussion
« Antwort #1500 am: 01.12.2021 10:23 »
Mal eine Frage zur 'Coronaprämie'.
Aktuell bin ich angestellt im TV-L habe aber die Chance auf Verbeamtung zum 01.01.22.
RLP hat ja als eins der ersten Länder gestern beschlossen dass der Abschluss 1:1 auf Beamte übertragen wird.
Habe ich dann überhaupt Anspruch auf die Prämie, oder wäre es besser die Verbeamtung auf den 01.04.22 zu verschieben?

was_guckst_du

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Antw:Tarifrunde TV-L 2021 - Diskussion
« Antwort #1501 am: 01.12.2021 10:37 »
...du hättest selbst Anspruch auf die Prämie, wenn du zum 31.12. gekündigt hättest...
Gruß aus "Tief im Westen"

Meine Beiträge geben grundsätzlich meine persönliche Meinung zum Thema wieder und beinhalten keine Rechtsberatung. Meistens sind sie ernster Natur, manchmal aber auch nicht. Bei einer obskuren Einzelfallpersönlichkeit antworte ich auch aus therapeutischen Gründen

Albeles

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Antw:Tarifrunde TV-L 2021 - Diskussion
« Antwort #1502 am: 01.12.2021 10:45 »
Mal eine Frage zur 'Coronaprämie'.
Aktuell bin ich angestellt im TV-L habe aber die Chance auf Verbeamtung zum 01.01.22.
RLP hat ja als eins der ersten Länder gestern beschlossen dass der Abschluss 1:1 auf Beamte übertragen wird.
Habe ich dann überhaupt Anspruch auf die Prämie, oder wäre es besser die Verbeamtung auf den 01.04.22 zu verschieben?

Du warst am Stichtag doch noch Angestellter, somit hast Du folglich auch Anspruch auf die Zahlung.

Fragmon

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Antw:Tarifrunde TV-L 2021 - Diskussion
« Antwort #1503 am: 01.12.2021 11:25 »
Gab es im Rahmen der Verhandlung Gespräche über den Wegfall / Aussetzung der Akkreditierungspflicht, analog des TvöD?

WasDennNun

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Antw:Tarifrunde TV-L 2021 - Diskussion
« Antwort #1504 am: 01.12.2021 11:36 »
Absolut. In meiner Behörde (IT) haben wir massivst Probleme, überhaupt Personal zu finden. Mittlerweile geht es nicht mal mehr darum, fähige Bewerber zu finden, sondern überhaupt welche, die sich vorstellen können, den Job zu machen und sich ins Themengebiet einzuarbeiten. Die Stelle eines sich nun in Rente befindlichen Kollegen wird mittlerweile zum 5. Mal ausgeschrieben. Zwei Mal gab es bereits einen Auserwählten, der dann jeweils noch vor Antritt die Segel gestrichen hat und wahrscheinlich irgendwo in der PW untergekommen ist. In unserer 14-tägigen Fachgebietsrunde geht mein Chef auch regelmäßig darauf ein, dass er die Stellen einfach nicht besetzt bekommt, weil der öD einfach zu schlecht bezahlt. Ihm sind auch die Hände gebunden, was höhere Löhne angeht. Wenn da Forderungen von 70k aufwärts kommen und er maximal 55k zahlen kann (darf), ist es auch kein Wunder, dass die Stellen immer vakant sind.
Also wir zahlen unseren ITler 65k aufwärts und bekommen unsere Stellen (noch) besetzt.
(wird aber immer schwieriger)
Der AG könnte also, wenn er wollte.
Will aber offensichtlich noch nicht diesen Schritt gehen.
Also bleibt deinem Chef nur übrig, fleißig Vermerke an die Personaler zu schicken, welche mehr Kosten (durch Drittvergabe)  oder Schäden (durch fehlende IT Unterstützung) entstehen und dass die Personaler (als Vertreter des Ags) dafür verantwortlich sind, weil sie nicht gewillt sind, die tariflichen Möglichkeiten bzgl. der Bezahlung auszunutzen!

XTinaG

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Antw:Tarifrunde TV-L 2021 - Diskussion
« Antwort #1505 am: 01.12.2021 11:40 »
Gab es im Rahmen der Verhandlung Gespräche über den Wegfall / Aussetzung der Akkreditierungspflicht, analog des TvöD?
Im TVÖD ist gefordert (wenn auch bis Ende 2024 suspendiert), daß der Bachelor- bzw. Masterabschluß "nach den Regelungen des Akkreditierungsrats akkreditiert" ist. Eine solche Voraussetzung gibt es indes beim TV-L nur für den Bachelor ("Der Bachelorstudiengang muss nach den Regelungen des Akkreditierungsrats akkreditiert sein."), was angesichts der Fallgruppe 2 der E9b völlig egal ist. Beim Master hingegen ist die Voraussetzung der Akkreditierung im TV-L auf "Master an einer Fachhochschule", allerdings nur "solange dies nach dem jeweils geltenden Landesbeamtenrecht für den Zugang zur Laufbahn des höheren Dienstes bzw. zur entsprechenden Qualifikationsebene gefordert ist", also sind die Länder ja höchstselbst Herrscher des Verfahrens, ob es einer Akkreditierung bedarf oder nicht. Im TV-L gibt es also keinen Handlungsbedarf.

Johann

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Antw:Tarifrunde TV-L 2021 - Diskussion
« Antwort #1506 am: 01.12.2021 11:56 »
...
Also wir zahlen unseren ITler 65k aufwärts und bekommen unsere Stellen (noch) besetzt.
(wird aber immer schwieriger)
Der AG könnte also, wenn er wollte.
Will aber offensichtlich noch nicht diesen Schritt gehen.
Also bleibt deinem Chef nur übrig, fleißig Vermerke an die Personaler zu schicken, welche mehr Kosten (durch Drittvergabe)  oder Schäden (durch fehlende IT Unterstützung) entstehen und dass die Personaler (als Vertreter des Ags) dafür verantwortlich sind, weil sie nicht gewillt sind, die tariflichen Möglichkeiten bzgl. der Bezahlung auszunutzen!

Hier gibts für nach E11 ausgelegte Stellen leider nur E11. Da wären selbst mit Stufe 4 nur 57k p.a. drin.

Für einen meiner E11-Kollegen, der sich über die letzten 22 Jahre so ziemlich unverzichtbar gemacht hat, hat es nach mehreren Jahren, vielen Diskussionen mit dem Chef und Bewerbungen auf andere (teils interne) Stellen dann irgendwann eine Zulage nach E12 gegeben. Aber auch erst nachdem unser Geschäftsführer sich in das Stellenbesetzungsverfahren für eine interne Stelle eingemischt hat, auf die er sich beworben hat und eigentlich genommen hätte werden müssen, wäre nicht von Oben eine Art Einstellungs-Verbot gekommen.

Ist manchmal ganz witzig (oder auch traurig) auf unserer Seite für Stellenausschreibungen alle paar Monate zu sehen, dass die selben 10-15 Stellen immer und immer wieder ausgeschrieben werden.
Die Stellen für nicht-ITler kriegen wir immer ruck-zuck besetzt. Da werden wir förmlich überrannt.

Wenn ich mit dem Master (nebenberuflich) durch bin, werde ich auch zusehen, dass ich entweder verbeamtet werde oder das Weite suche. Während ich den Master noch mache ist es natürlich ganz angenehm, weil man dafür hin und wieder mal etwas Zeit aufwenden kann, ohne direkt eine Abmahnung zu kassieren.

JahrhundertwerkTVÖD

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Antw:Tarifrunde TV-L 2021 - Diskussion
« Antwort #1507 am: 01.12.2021 14:53 »
Anscheinend will es keiner wahrhaben, das Einmalzahlungen völliger Nonsens sind.
Selbst 1% Erhöhung hätte  bei 2500 €/Monat, bereits nach 4 Jahren die nun gewährte Einmalzahlung erreicht. D.h., nach 4 Jahren ist man bis zum Renteneintritt quasi wieder bei Null. Für mich eine klare Fehlentscheidung zu Ungunsten aller AN.
Verdi setzt aber, bei jeder Tarifverhandlung auf diese Einmalzahlung.

WasDennNun

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Antw:Tarifrunde TV-L 2021 - Diskussion
« Antwort #1508 am: 01.12.2021 14:57 »
Anscheinend will es keiner wahrhaben, das Einmalzahlungen völliger Nonsens sind.
sehe ich nicht ganz so.
Diese Einmalzahlung ist natürlich für AG und AN attraktiv, da 1:1 wg. Corona.
Also um den AN etwas gutes zu tun (einmaliger Bonus) gibt es keinen besseren Weg als jetzt eine solche Zahlung zu machen.

Einmalzahlung als Ersatz für eine Lohnsteigerung ist natürlich völliger Nonsens.
Einmalzahlungen im Bereich eines Tarifabschlusses: Ja völliger Nonsen
und verarsche weil viele das jetzt als Mehr Lohn verkaufen und glauben.

öfföff

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« Antwort #1509 am: 01.12.2021 15:25 »
Naja wenn viele zufrieden sind, ist ja alles richtig gemacht worden aus Sicht der Verhandler ;-)

teclis22

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« Antwort #1510 am: 01.12.2021 16:24 »
Naja wenn viele zufrieden sind, ist ja alles richtig gemacht worden aus Sicht der Verhandler ;-)

Das ist eine gewagte These.
Stellt sich halt die Frage was die Aufgabe der Verhandler ist.

Die Leute *glauben* lassen es sei gut verhandelt worden.

oder:

Gut für die Leute verhandelt haben.

WasDennNun

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« Antwort #1511 am: 01.12.2021 16:38 »
Naja wenn viele zufrieden sind, ist ja alles richtig gemacht worden aus Sicht der Verhandler ;-)

Das ist eine gewagte These.
Stellt sich halt die Frage was die Aufgabe der Verhandler ist.

Die Leute *glauben* lassen es sei gut verhandelt worden.

oder:

Gut für die Leute verhandelt haben.
Ersteres

TZSteinbock

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Antw:Tarifrunde TV-L 2021 - Diskussion
« Antwort #1512 am: 01.12.2021 17:28 »
Anscheinend will es keiner wahrhaben, das Einmalzahlungen völliger Nonsens sind.
sehe ich nicht ganz so.
Diese Einmalzahlung ist natürlich für AG und AN attraktiv, da 1:1 wg. Corona.
Also um den AN etwas gutes zu tun (einmaliger Bonus) gibt es keinen besseren Weg als jetzt eine solche Zahlung zu machen.

Einmalzahlung als Ersatz für eine Lohnsteigerung ist natürlich völliger Nonsens.
Einmalzahlungen im Bereich eines Tarifabschlusses: Ja völliger Nonsen
und verarsche weil viele das jetzt als Mehr Lohn verkaufen und glauben.

Dazu kommt durch die Bezeichnung "Coronaprämie" der Umstand, dass der deutsche Michel ausserhalb des ÖD jetzt die Kommentarspalten mit Sätzen "wieso bekommen Sesselpubser eine Coronaprämie... bei Pflegern kann ich es ja verstehen, aber bei Homeoffice..." etc.... zumüllt. Volle Breitseite VERDI!

WasDennNun

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« Antwort #1513 am: 01.12.2021 17:35 »
Dazu kommt durch die Bezeichnung "Coronaprämie" der Umstand, dass der deutsche Michel ausserhalb des ÖD jetzt die Kommentarspalten mit Sätzen "wieso bekommen Sesselpubser eine Coronaprämie... bei Pflegern kann ich es ja verstehen, aber bei Homeoffice..." etc.... zumüllt. Volle Breitseite VERDI!
Wenn sie es Prämie nennen würden, dann würdest du keine 1300Netto sondern 1300Brutto bekommen.
wenn dir das lieber ist.

Gute AG habe ihre JSZ letztes Jahr schon zum Teil zu einer Coronaprämie umfimiert.
Egal ob Pfleger, Tellerwäscher oder Bürohengst, der nichts mit Corona zu tun hatte.
AG hat zwar nichts gespart, aber die AN mehr auf dem Konto.


TZSteinbock

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« Antwort #1514 am: 01.12.2021 17:56 »
Dazu kommt durch die Bezeichnung "Coronaprämie" der Umstand, dass der deutsche Michel ausserhalb des ÖD jetzt die Kommentarspalten mit Sätzen "wieso bekommen Sesselpubser eine Coronaprämie... bei Pflegern kann ich es ja verstehen, aber bei Homeoffice..." etc.... zumüllt. Volle Breitseite VERDI!
Wenn sie es Prämie nennen würden, dann würdest du keine 1300Netto sondern 1300Brutto bekommen.
wenn dir das lieber ist.

Gute AG habe ihre JSZ letztes Jahr schon zum Teil zu einer Coronaprämie umfimiert.
Egal ob Pfleger, Tellerwäscher oder Bürohengst, der nichts mit Corona zu tun hatte.
AG hat zwar nichts gespart, aber die AN mehr auf dem Konto.

Was mich stört ist die bewusste Irreführung der Öffentlichkeit, weil es an sich nur eine klassische Einmalzahlung für 14 Monate Nullrunde darstellt. Doppelt schäbig, da hier die Pandemie mit ihren Sonderreglungen missbraucht wird, die einerseits zu einer Reihe von den o.a. Mißverständnissen führt andererseits dem AG Geld spart. Als Einmalzahlung deklariert wären (gleiches Netto vorausgesetzt) um die 3000 Euro fällig gewesen.
Mein Vorwurf an Verdi ist der, dass zugelassen wird, dass seitens der AG etwas als "Prämie" verkauft wird was keine ist!