Autor Thema: Tarifrunde TV-L 2021 - Diskussion  (Read 253137 times)

JC83

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Antw:Tarifrunde TV-L 2021 - Diskussion
« Antwort #1860 am: 07.04.2022 12:07 »

Es ist eben die Frage wie man seine eigene Tätigkeit wahrnimmt und mit wem man sich vergleichen möchte ;-)

Aus meiner Sicht sind viele Stellen im öD ausreichend und fair vergütet. Ich hatte vor Kurzem ein Jobangebot als HR-Partner bei einer großen Firma in der PW für 60 K brutto im Jahr. Da kam ich aus dem Lachen nicht mehr raus und habe dankend abgelehnt.

Was kann ich mir unter HR-Partner vorstellen?

60 K sind ja per se zunächst kein schlechtes Gehalt. Was machst/hast du denn aktuell?

Leonhardt

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« Antwort #1861 am: 08.04.2022 08:47 »
Das mag stimmen, aber 60k im Sauerland oder der Uckermark sind dann auch noch einmal was anderes als in den Metropolen. Für einige höherwertige Tätigkeiten in Frankfurt, Mainz, Stuttgart oder Berlin ist es m.E. einfach nicht gut. Oder man setzt halt nur auf den Bewerber, der reich geheiratet, gut geerbt oder einen sicheren 20 Jahre alten Mietvertrag hat. Das scheinen die Länder zu machen und man liest ja überall von den grandiosen Erfolgen bei der Personalgewinnung. ;)

was_guckst_du

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« Antwort #1862 am: 08.04.2022 09:09 »
Was machst du denn aktuell?

...er sitzt auf seinem hohen Ross und lacht noch... 8)
Gruß aus "Tief im Westen"

Meine Beiträge geben grundsätzlich meine persönliche Meinung zum Thema wieder und beinhalten keine Rechtsberatung. Meistens sind sie ernster Natur, manchmal aber auch nicht. Bei einer obskuren Einzelfallpersönlichkeit antworte ich auch aus therapeutischen Gründen

Kaiser80

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« Antwort #1863 am: 08.04.2022 09:24 »

60 K sind ja per se zunächst kein schlechtes Gehalt.

Da fehlt dann auch nicht mehr viel... ab knapp 70K ist dann Ende. ;D
"So fanden die beiden Wirtschaftsnobelpreisträger Daniel Kahneman und Angus Deaton heraus, dass das Glücksempfinden der Menschen ab einem Jahreseinkommen von 75 000 Dollar nicht mehr steigt."


TVWaldschrat

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« Antwort #1864 am: 08.04.2022 09:25 »

60 K sind ja per se zunächst kein schlechtes Gehalt.

Da fehlt dann auch nicht mehr viel... ab knapp 70K ist dann Ende. ;D
"So fanden die beiden Wirtschaftsnobelpreisträger Daniel Kahneman und Angus Deaton heraus, dass das Glücksempfinden der Menschen ab einem Jahreseinkommen von 75 000 Dollar nicht mehr steigt."

Ist das Glücksempfinden dann wenigstens am maximum angelangt? :D

JC83

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« Antwort #1865 am: 08.04.2022 09:40 »

60 K sind ja per se zunächst kein schlechtes Gehalt.

Da fehlt dann auch nicht mehr viel... ab knapp 70K ist dann Ende. ;D
"So fanden die beiden Wirtschaftsnobelpreisträger Daniel Kahneman und Angus Deaton heraus, dass das Glücksempfinden der Menschen ab einem Jahreseinkommen von 75 000 Dollar nicht mehr steigt."

Davon ab, dass es sich mWn hier um verfügbares Einkommen PRO Person in den USA handelte (bei 1:1 Umrechnung in Euro müsste man also mindestens B5 im Bund sein) gibt es auch neuere Studien:

https://www.spiegel.de/wirtschaft/service/studie-macht-viel-geld-doch-gluecklich-a-cf134b7c-17a0-420d-9b97-f9f37367ad0f




Leonhardt

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« Antwort #1866 am: 08.04.2022 09:41 »
Ich habe nur mal kurz gegoogelt und dieser Forschungsartikel dazu von Deaton / Kahneman erschien 2010. Dann noch mal schnell gegoogelt wie hoch die Inflation in dem Zeitraum bis heute war: 22,1% in den USA. Ergo läge die Grenze heute bei ca. 91500 $.  8)

Edit: Die Befragungen fanden 2008 und 2009 statt - also eigentlich läge die Grenze inflationsbereinigt jetzt noch etwas höher.
« Last Edit: 08.04.2022 09:48 von Leonhardt »

JC83

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« Antwort #1867 am: 08.04.2022 10:10 »
Ich habe nur mal kurz gegoogelt und dieser Forschungsartikel dazu von Deaton / Kahneman erschien 2010. Dann noch mal schnell gegoogelt wie hoch die Inflation in dem Zeitraum bis heute war: 22,1% in den USA. Ergo läge die Grenze heute bei ca. 91500 $.  8)

Edit: Die Befragungen fanden 2008 und 2009 statt - also eigentlich läge die Grenze inflationsbereinigt jetzt noch etwas höher.

90 k netto dürften in der Tat SEHR gemütlich sein.^^

Z.B.: E11/4 sind in Berlin ziemlich genau 35 k netto; hier steht und fällt das dann NATÜRLICH mit dem Mietvertrag. Bei 550 € warm für die Bude lebt mMn ziemlich bis sehr bequem, bei heute üblichen Neumieten von 1,5 k warm und höher schon nicht mehr...
Selbst wenn man dann E15/4 hätte man nicht mehr oder sogar weniger zur Verfügung, wenn man neu mieten muss. Ist schon verrückt...



WasDennNun

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« Antwort #1868 am: 08.04.2022 10:13 »

60 K sind ja per se zunächst kein schlechtes Gehalt.

Da fehlt dann auch nicht mehr viel... ab knapp 70K ist dann Ende. ;D
"So fanden die beiden Wirtschaftsnobelpreisträger Daniel Kahneman und Angus Deaton heraus, dass das Glücksempfinden der Menschen ab einem Jahreseinkommen von 75 000 Dollar nicht mehr steigt."
Tja, und Ausnahmen bestätigen die Regel.

JC83

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« Antwort #1869 am: 08.04.2022 10:15 »

60 K sind ja per se zunächst kein schlechtes Gehalt.

Da fehlt dann auch nicht mehr viel... ab knapp 70K ist dann Ende. ;D
"So fanden die beiden Wirtschaftsnobelpreisträger Daniel Kahneman und Angus Deaton heraus, dass das Glücksempfinden der Menschen ab einem Jahreseinkommen von 75 000 Dollar nicht mehr steigt."
Tja, und Ausnahmen bestätigen die Regel.

Was meinst du?

WasDennNun

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« Antwort #1870 am: 08.04.2022 10:28 »

60 K sind ja per se zunächst kein schlechtes Gehalt.

Da fehlt dann auch nicht mehr viel... ab knapp 70K ist dann Ende. ;D
"So fanden die beiden Wirtschaftsnobelpreisträger Daniel Kahneman und Angus Deaton heraus, dass das Glücksempfinden der Menschen ab einem Jahreseinkommen von 75 000 Dollar nicht mehr steigt."
Tja, und Ausnahmen bestätigen die Regel.

Was meinst du?
Das das Glücksgefühl auch bei einem 75 000 Dollar übersteigenden Jahresgehalt steigt.

Kaiser80

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« Antwort #1871 am: 08.04.2022 11:17 »
Ich habe nur mal kurz gegoogelt und dieser Forschungsartikel dazu von Deaton / Kahneman erschien 2010. Dann noch mal schnell gegoogelt wie hoch die Inflation in dem Zeitraum bis heute war: 22,1% in den USA. Ergo läge die Grenze heute bei ca. 91500 $.  8)

Edit: Die Befragungen fanden 2008 und 2009 statt - also eigentlich läge die Grenze inflationsbereinigt jetzt noch etwas höher.

Und dann noch der Wechselkurs 2010 (durchschnitt 1$=0,75€) zu 2022 (1$=0,92€). Ey ey ey... Was hab ich da für einen Mist zitiert ;D

Bastel

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« Antwort #1872 am: 10.04.2022 11:45 »
Brutto/Netto wäre auch noch interessant.

Als Single 60k netto sind denke ich ganz nett. Da kann man sich doch einiges leisten.

cyrix42

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« Antwort #1873 am: 10.04.2022 12:53 »
Davon ab, dass es sich mWn hier um verfügbares Einkommen PRO Person in den USA handelte

Nö, es ging um das Haushaltseinkommen: "The GHWBI asks individuals to report their monthly family income in 11 categories."

Hier die Original-Arbeit: https://www.academia.edu/34945682/High_income_improves_evaluation_of_life_but_not_emotional_well_being

Ich konnte nicht genau identifizieren, ob da die Einnahmen vor Steuern gemessen worden. Der Artikel sagt aber was von einem Median-Haushaltseinkommen im Jahr 2008 von 52.000 US-$. Für 2020 gibt die Statistik-Behörde der USA ein Median-Haushaltseinkommen nach Steuern von 62.773 US-$ bzw. vor Steuern von 67.521 US-$ an (siehe https://www.census.gov/library/publications/2021/demo/p60-273.html Tabellen A1, C1), sodass man wahrscheinlich mit einer Hochrechnung der damals in der Studie veröffentlichten Zahl bei einem Haushaltseinkommen von ca. 100 k US-$/ Jahr vor Steuern (oder etwas über 90k US-$ nach Steuern) landen dürfte.

Die Studie krankt natürlich daran, dass hier Haushalte ganz verschiedener Größe in einen Topf geworfen werden. Eine Normierung wie nach dem Netto-Äquivalenz-Einkommen wird hier nicht durchgeführt. Dadurch dürfte es Doppel-Verdiener-Ehepaaren ohne Kinder rein schon aus statistischen Gründen deutlich am besten gehen...

DiVO

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« Antwort #1874 am: 11.04.2022 09:53 »
Die Kernaussage der zitierten Studie ist doch Folgende: Bis zu einem bestimmten Gehalt steigt das persönlich wahrgenommene Glück deutlich an, weil man sich mit dem steigenden Geld diverse Dinge leisten kann und nicht mehr nur Defizitbedürfnisse der Bedürfnispyramide bedient, sondern auch die Wachtumsbedürfnisse. Dadurch stellt sich dann eine gewisse Zufriedenheit ein. Und die steigt mit nomehr Geld eben nicht mehr so stark an.