Autor Thema: Tarifrunde TV-L 2021 - Diskussion  (Read 268244 times)

cyrix42

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Antw:Tarifrunde TV-L 2021 - Diskussion
« Antwort #1890 am: 20.04.2022 22:46 »
Sagen wir es so: Die "Vertrauensarbeitszeit", die ich im akademischen Bereich erlebe, ist deutlich angenehmer als die "Vertrauensarbeitszeit", die mir als Software-Entwickler in der freien Wirtschaft begegnet ist. Im zweiten Fall wurde ja schon aus Kostengründen darauf geachtet, dass zwischen verschiedenen Projekten nicht all zu viel Leerlauf ist, wo man sich mal wieder etwas erholen hätte können, während doch jetzt die regelmäßigen vorlesungsfreien Zeiten planbar sind...

Wdd3

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« Antwort #1891 am: 21.04.2022 06:59 »

Und klar eine 35 Woche ist OK, aber kommt natürlich nicht gepaart mit einer Absenkung der Arbeitsaufträge um 12%, da man ja in der Zeit das gleiche Schaffen kann  8)

Von daher: mir doch egal wieviel Zeit ich aufschreiben muss.

 ;D Das hat @Zinc auch festgestellt. Sie "knüppeln" 40 Std. in der Woche und "arbeiten" nur 30. In dieser Zeit sind alle Aufträge erledigt.
In den USA gibt es Firmen in denen nur 4-6 Std. täglich gearbeitet wird. Konzentriert und effizient, kein Kaffeekränzchen oder privat Gespräche. Wer das möchte hat um 12:00 Uhr, dann ist Feierabend, Zeit dafür.   

Hinz

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Antw:Tarifrunde TV-L 2021 - Diskussion
« Antwort #1892 am: 23.04.2022 14:55 »
Von Reduktion der Arbeitsstunden halte ich für wenig sinnvoll und diese Forderung für zu kurz und einseitig gedacht.

Die Lebenshaltungskosten werden mit der Reduktion der wöchentlichen Arbeitszeit ja auch nicht gesenkt. Eher braucht es eine Anpassung zu den steigenden Lebenshaltungskosten. Daher sehe ich die Forderung der Kürzung der Wochenarbeitszeit im allgemeinen als kontraproduktiv zu den Lohnsteigerungen.

Wer dennoch weniger arbeiten will, der kann ja ganz individuell seine Tätigkeit reduzieren.

Als Ziel führendere Forderung würde ich die Anpassung der Lohnsteigerungen gekoppelt mit regionalen Situationen sehen (Dienstort abhängig).



Sozialarbeiter

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« Antwort #1893 am: 24.04.2022 15:38 »
Von Reduktion der Arbeitsstunden halte ich für wenig sinnvoll und diese Forderung für zu kurz und einseitig gedacht.

Die Lebenshaltungskosten werden mit der Reduktion der wöchentlichen Arbeitszeit ja auch nicht gesenkt. Eher braucht es eine Anpassung zu den steigenden Lebenshaltungskosten. Daher sehe ich die Forderung der Kürzung der Wochenarbeitszeit im allgemeinen als kontraproduktiv zu den Lohnsteigerungen.

Wer dennoch weniger arbeiten will, der kann ja ganz individuell seine Tätigkeit reduzieren.

Als Ziel führendere Forderung würde ich die Anpassung der Lohnsteigerungen gekoppelt mit regionalen Situationen sehen (Dienstort abhängig).

Naja, die Reduktion der WAZ geht ja in der Regel mit der Forderung nach entsprechenden Entgeltausgleich einher. Sprich, der Stundenlohn erhöht sich, damit am Ende das gleiche Grundgehalt bei rauskommt.
Dadurch würden für mich, ohne Gehaltseinbußen, neue Kapazitäten für eigene Projekte frei (Studium, Selbstständigkeit, Nebenerwerb, freie Honorartätigkeiten) Bei einer selbst gewählten Reduzierung der WAZ, muss ich gleichzeitig erstmal auf Gelder verzichten, die es wieder einzuholen gilt.
Aber ich verstehe deinen Punkt.  Ich würde für mich persönlich aber eine deutliche Reduzierung der WAZ begrüßen.

thesisko

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« Antwort #1894 am: 25.04.2022 09:09 »
Laut Untersuchungeb ist es auch so, dass die Produktivität kaum sinkt. Dafür steigt die Zufriedenheit der Mitarbeiter, deutlich bessere Work-Life-Balance, mehr Lebensqualität, usw.


TVWaldschrat

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« Antwort #1895 am: 25.04.2022 10:10 »
Laut Untersuchungeb ist es auch so, dass die Produktivität kaum sinkt. Dafür steigt die Zufriedenheit der Mitarbeiter, deutlich bessere Work-Life-Balance, mehr Lebensqualität, usw.

Aber gibt es Untersuchungen dazu aus dem öffentlichen Dienst, am besten eine Studie von einer Hochschule des öffentlicher Dienstes durchgeführt? Weil der öD deutlich anders ist als alles andere, muss es anders gehandhabt werden.

DiVO

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« Antwort #1896 am: 25.04.2022 10:37 »
Laut Untersuchungeb ist es auch so, dass die Produktivität kaum sinkt. Dafür steigt die Zufriedenheit der Mitarbeiter, deutlich bessere Work-Life-Balance, mehr Lebensqualität, usw.

Aber gibt es Untersuchungen dazu aus dem öffentlichen Dienst, am besten eine Studie von einer Hochschule des öffentlicher Dienstes durchgeführt? Weil der öD deutlich anders ist als alles andere, muss es anders gehandhabt werden.

Der öD ist überhaupt nicht anders. Dieses Argument wird nur allzu gerne vorgeschoben, um die eigene Faulheit und Ängstlichkeit rechtzufertigen.

Der öD unterscheidet sich nur in einem Punkt von der PW: Er ist nicht darauf angewiesen Umsatz und Gewinne zu produzieren. Dadurch fehlen sowohl Innovations- als auch Optimierungsdruck.

WasDennNun

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« Antwort #1897 am: 25.04.2022 10:44 »
Der öD ist überhaupt nicht anders. Dieses Argument wird nur allzu gerne vorgeschoben, um die eigene Faulheit und Ängstlichkeit rechtzufertigen.

Der öD unterscheidet sich nur in einem Punkt von der PW: Er ist nicht darauf angewiesen Umsatz und Gewinne zu produzieren. Dadurch fehlen sowohl Innovations- als auch Optimierungsdruck.
:o
Wat denn nu is anders oder is nich anders....

Problem wird werden, öD sagt: och 5h weniger arbeiten heißt auch 5h weniger Akten verschieben.
PR fordert mehr Stellen, weil die Arbeit nicht mehr geschafft wird und so weiter und blabla

pW sagt: Wenn ihr 5h weniger Präsenzpflicht haben wollt: Gerne, aber nur wenn ihr weiterhin die Arbeitsleistung erbringt die ihr wöchentlich bisher abgeleistet habt.
Angestellter unterschreibt einvernehmlich ein entsprechendes Papier: Alle glücklich und zufrieden?!

Dnjl

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« Antwort #1898 am: 25.04.2022 10:48 »
Aber ich verstehe deinen Punkt.  Ich würde für mich persönlich aber eine deutliche Reduzierung der WAZ begrüßen.

Ich habe den Beitrag von Hinz so verstanden, dass die Reduzierung zu einseitig ist. Die Menschen, die gerne mehr arbeiten würden, um ihre gestiegenen Lebenshaltungskosten zu kompensieren, gehen dadurch leer aus.

Mit einer Lohnsteigerung könntest du beides abdecken. Mehr Gehalt für die einen und wer dieses nicht benötigt, reduziert seine Stunden entsprechend. Dadurch wären die Bedürfnisse von von mehr Menschen abgedeckt.

WasDennNun

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« Antwort #1899 am: 25.04.2022 10:57 »
Wieso, wenn du weiterhin 40h Woche arbeitest, erhältst du dann doch mehr Geld  :o

Wenn der AG es erlaubt.....

Garfield

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Antw:Tarifrunde TV-L 2021 - Diskussion
« Antwort #1900 am: 25.04.2022 11:24 »
Aber ich verstehe deinen Punkt.  Ich würde für mich persönlich aber eine deutliche Reduzierung der WAZ begrüßen.

Ich habe den Beitrag von Hinz so verstanden, dass die Reduzierung zu einseitig ist. Die Menschen, die gerne mehr arbeiten würden, um ihre gestiegenen Lebenshaltungskosten zu kompensieren, gehen dadurch leer aus.

Mit einer Lohnsteigerung könntest du beides abdecken. Mehr Gehalt für die einen und wer dieses nicht benötigt, reduziert seine Stunden entsprechend. Dadurch wären die Bedürfnisse von von mehr Menschen abgedeckt.

Nein, die Behauptung es sollen doch einfach alle auf 35h Teilzeit gehen hat mir der Forderung das tarifrechtlich umzusetzen wenig gemein, auch wenn es immer wieder hier durchs Forum geistert.

Es muss ja auch keineswegs eine Tarifrunde geben, in der direkt auf 35h reduziert und dafür eine Nullrunde gefahren wird. Wenn man sich die aktuelle Inflation ansieht, dann wäre auch eine Reduktion auf 37,5 + die übliche 2-3% Erhöhung für die meisten eine Reallohnkürzung.

Und trotzdem würden die Arbeitnehmer von den Stunden profitieren, die Arbeitgeber nur die üblichen eingeplanten Mehrkosten haben und wegen der wenigen wegfallenden Stunden auch nicht direkt tausende Stellen schaffen müssen.

Aber es kommt ja noch nicht Mal einer auf die Idee, das in die Forderungen reinzuschreiben.

teclis22

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« Antwort #1901 am: 25.04.2022 14:52 »
Ich wäre definitiv dafür mal eine vernünftige Lohnforderung zu stellen. Sprich 2 stellig vor dem Komma.

Allein mir fehlt der Glaube.
Es wird so kommen wie schon in anderen Posts geschrieben: Krieg, Corona, Schulden, Spirale, etc. pp.

Persönlich nützen mir 2 oder 3 Stunden Arbeit weniger in der Woche nix. Ich brauche einfach nur mehr Geld.

Aber das ist natürlich für jeden anders.


Sozialarbeiter

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« Antwort #1902 am: 25.04.2022 14:58 »
Wobei ich mir für die nächste Tarifrunde schon vorstellen kann, dass da eher ein "Mix an Maßnahmen" bei rumkommt, wodurch anschileßend dann irgendwie ein Abschluss verkauft wird, der "annähernd an die Inflation" kommen soll.
- 2% Entgelterhöhung
- Reduzierung WAZ um eine Stunde (entspricht ca. 2,5%)
- zwei zusätzliche Erholungs-/Urlaubstage (entspricht ca. 0,8%)
Dann noch irgendwie an der JSZ, den Vermögenswirksamen Leistungen oder sonst so ein klein wenig geschraubt und Zack:
"fette 7% Lohnerhöhung für den öffentlichen Dienst"

Garfield

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« Antwort #1903 am: 25.04.2022 17:18 »
Wobei ich mir für die nächste Tarifrunde schon vorstellen kann, dass da eher ein "Mix an Maßnahmen" bei rumkommt, wodurch anschileßend dann irgendwie ein Abschluss verkauft wird, der "annähernd an die Inflation" kommen soll.
- 2% Entgelterhöhung
- Reduzierung WAZ um eine Stunde (entspricht ca. 2,5%)
- zwei zusätzliche Erholungs-/Urlaubstage (entspricht ca. 0,8%)
Dann noch irgendwie an der JSZ, den Vermögenswirksamen Leistungen oder sonst so ein klein wenig geschraubt und Zack:
"fette 7% Lohnerhöhung für den öffentlichen Dienst"

Womit ich kein Problem hätte. Die Inflation wird nicht ewig so hoch liegen und ich hab in den restlichen 30 Jahren meines Berufslebens mehr davon, wenn man nun die WAZ mal ein wenig drückt, als wenn da 3% statt 2 steht in diesem Jahr.

Daran fehlt mir allerdings auch der Glaube. Auch wenn es schon verrückt anmutet, welches Bild man da draußen vom ÖD hat, dass dann ausgerechnet dieser 39,5 Stunden kloppen muss.

Johann

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« Antwort #1904 am: 26.04.2022 11:23 »
Daran fehlt mir allerdings auch der Glaube. Auch wenn es schon verrückt anmutet, welches Bild man da draußen vom ÖD hat, dass dann ausgerechnet dieser 39,5 Stunden kloppen muss.

Nur 39,5 Stunden? In welchem Sozialismus arbeitest du denn? ;D