Tarifrunde TV-L 2021 - Diskussion

Begonnen von Admin, 11.10.2021 14:26

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MoinMoin

Zitat von: sebbo83 in 21.04.2023 14:13
Ich habe die Thesen geäußert, weil ich glaube, dass dieser Marktmechanismus nicht mehr ganzheitlich so ist.
Doch doch, ist er noch, nur haben sich natürlich auch die Marktteilnehmer verändert.
Das was natürlich immer den freien "Markt"mechanismus beeinflusst ist, ob ein Wirtschaftsgut eine alternative hat oder "alternativlos" ist, also ob auch wirklich ein Markt herrscht.
Siehe z.B. Leitungswasser, Abwasser. (Monopol)
Oder wenn wir Oligopole haben.
Oder Kartelle und Absprachen.

neodeo2

Zitat von: Knarfe1000 in 20.04.2023 15:45
Man würde damit auch kein zusätzliches Öl in die Diskussion um die verfassungswidrige Alimentation gießen (kein zu großer Abstand der Besoldung zwischen dem Bund und den Ländern, wenn auch "nur" für 1 Jahr).

Anstelle TV-öD Bund/ Kommunen schlechter zu stellen, wäre es viel besser, die würden TV-L besser bzw. gleich dem TVöD Bund/ Kommunen stellen!

Knarfe1000

Zitat von: neodeo2 in 21.04.2023 15:03

Anstelle TV-öD Bund/ Kommunen schlechter zu stellen, wäre es viel besser, die würden TV-L besser bzw. gleich dem TVöD Bund/ Kommunen stellen!
Ist auch meine Meinung, aber die interessiert leider nicht.

Knarfe1000

Unterschied zwischen Bundesbesoldung und RLP ca. 4 %. Dazu sind einige Zulagen beim Bund deutlich höher. Ich wäre in einem ersten Schritt schon zufrieden, wenn man die Besoldung an das Bundesniveau angleichen würde.

Zinc

Na nach diesem Abschluss können wir wohl froh sein, wenn Ende des Jahres nach den Verhandlungen eine 2 vorm Komma steht  :-\

Muschebubu

Am besten gleich 1:1 und jetzt übernehmen, besser wird es wohl nicht. Ganz im Gegenteil.

Knarfe1000

Dürfte leicht besser werden wegen der 9 Monate Zeitverzug gegenüber TVÖD. Die Gewerkschaften sollten auch unbedingt mit 12 oder 13 %-Forderung in die Verhandlungen gehen, um diese Erwartung zu dokumentieren.

1 : 1 wäre in meinen Augen zu schlecht.

MoinMoin

1:1 und erst nach 6 Monaten die InfPrämieTeil 1
plus 14 Monate EntgeltNullRunde
wäre schlecht.
Aber mit den anderen Randparameter könnte ich gut leben.
Obwohl ich da noch nicht einen indizierten Jahresnetto/Brutto vergleich gemacht habe.

knopper

...Ist jetzt noch etwas vorgegriffen aber wann würde eine evt. Tarifanpassung der Verhandlung für den TVL dann frühestens greifen? Ich nehme an 2023 nicht mehr sondern irgendwann 2024 oder?  :D

Und warum ist der TvÖD eigentlich immer früher dran bzw. bekommt das mehr an Lohn schon immer eher als die die eben im TVL sind?  8)

MoinMoin

Zitat von: knopper in 24.04.2023 11:41
...Ist jetzt noch etwas vorgegriffen aber wann würde eine evt. Tarifanpassung der Verhandlung für den TVL dann frühestens greifen? Ich nehme an 2023 nicht mehr sondern irgendwann 2024 oder?  :D

Und warum ist der TvÖD eigentlich immer früher dran bzw. bekommt das mehr an Lohn schon immer eher als die die eben im TVL sind?  8)
Weil sie unterschiedliche Laufzeiten vereinbart haben und immer eher ist ja immer eine Frage des Startzeitpunktes der Betrachtung.
Und immer mehr ist ja auch nicht immer richtig, in einige bekommen im TV-L mehr als die TVöDler.

Garfield

Ein bisschen schade für uns, dass die Schlichterrunde viele interessante Dinge aus der Verhandlungsmasse geworfen hat, wie z.B. die Angleichung der JSZ.
Wenn das beim TVÖD gestrichen wurde, wird man es von AG Seite aus vermutlich beim TV-L nicht nochmal versuchen.
Auch eine Reduktion der Arbeitszeit wird leider diese Verhandlungsrunde kein Thema sein, da es nur um Tabellenentgelte aufgrund der aktuellen Lage geht.

Könnte aber unsere Verhandlungsrunde entspannter als beim TVÖD machen, man braucht von beiden Seiten erst gar keine blumigen Formulierungen oder neue Ideen, es wird genauso nur um die Aufteilung der 3000 Euro Inflationsprämie und der Tabellenerhöhungen gehen.

Wichtig wäre sich keine allzulange Laufzeit aufschwatzen zu lassen und auch hier auf 24 Monate zu beschränken, damit dann wenigstens 2025 mal ein paar Themen auf den Tisch können.

ACDSee

Aufgrund der angekündigten Rechtsprechung des BVerfG zur Alimentationspraxis in 3 Ländern, denke ich, dass die Länder 2023 sparen wollen. Zudem ist das Streikpotential ist nicht gleicher Höhe wie bei TVöD vorhanden und die Abschlüsse im TVL sind historisch gesehen eher etwas schlechter bzw. hängen zeitlich dem TVöD hinterher.

Sollte die Inflation abflachen, wird meiner Meinung nach die Verhandlungsposition der Gewerkschaften eher schlechter als besser werden.

Eine 1:1 Übernahme des TVöD-Ergebnisses sehe ich somit als Maximum an.
Das einzig Gute ist, dass die Inflationsprämie nur bis zum 31.12.2024 gezahlt werden darf.

Läuft in Anlehnung an den TVöD liefe es dann auf folgendes hinaus:

Die Zeit vom 01.10.-31.12.2023 fällt unter den Tisch.

Laufzeit 01.01.2024 - 31.12.2025
01.01.2024: 580 € Einmalzahlung
01.02.2024 - 31.12.2024: 220 € netto (Inflationsprämie)
Ab 01.01.2025: 200€ + 5,5%

Alle wären zufrieden.

Die Gewerkschaften können behaupten, den Tarifabschluss des TVöD auf den TVL übertragen zu haben.

Die Arbeitgeber freuen sich, dass sie wieder ein volles Jahr zwischen den TVöD und TVL haben, sowie 15 Monate Nullrunde - und somit insgesamt 25 Monate keine Bruttolohnerhöhung durchsetzen konnten (Die letzte Brottolohnerhöhung erfolgte zum 01.12.2022).

neodeo2

Zitat von: Garfield in 24.04.2023 11:55
Auch eine Reduktion der Arbeitszeit wird leider diese Verhandlungsrunde kein Thema sein, da es nur um Tabellenentgelte aufgrund der aktuellen Lage geht.

Naja wenn das Land kein Geld hat, sollen die wenigstens die Arbeitszeit reduzieren, damit die Beschäftigte woanders zusätzlich arbeiten gehen können.

Knarfe1000

Zitat von: neodeo2 in 24.04.2023 14:43
Zitat von: Garfield in 24.04.2023 11:55
Auch eine Reduktion der Arbeitszeit wird leider diese Verhandlungsrunde kein Thema sein, da es nur um Tabellenentgelte aufgrund der aktuellen Lage geht.

Naja wenn das Land kein Geld hat, sollen die wenigstens die Arbeitszeit reduzieren, damit die Beschäftigte woanders zusätzlich arbeiten gehen können.
Die Länder haben aber Geld durch die deutlich höheren Steuereinnahmen. Dass manche Kommunen jammern, kann man vielleicht noch nachvollziehen. Aber nicht Bund und Länder!

öfföff

Eigentlich müssten die Länder im Herbst dann viel mehr bieten können. Die Finanzen der Länder sind wesentlich besser als die der Kommunen!