Autor Thema: Tarifrunde TV-L 2021 - Diskussion  (Read 121263 times)

Jockel

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Antw:Tarifrunde TV-L 2021 - Diskussion
« Antwort #405 am: 03.11.2021 15:20 »
Ich bin auf Isis Post gespannt ;D

Nun denn, zurück aus dieser ... „Posse“? - es ist schwer das anders zu nennen - irgendwie beschleichen mich da seltsame Gedanken.

Der Reihe nach:
Es gab GAR KEIN Angebot der Arbeitgeber, nicht einmal Forderungen. Es wurde nur erklärt:
Zitate:
„Machen wir nicht!“
„Unmöglich!“
Selten: „*.* geht nicht weil *.*“

Es gab kein einziges konstruktives Gespräch - diese „Verhandlungen“ wurden dann abgebrochen, von wem genau kann ich nicht sagen, ich kann aber sagen, dass von Seiten der GEW Gläser zertrümmert wurden.

Inoffiziell wurde nach den letzten Gesprächen vereinbart sich in Richtung 2-3% zu Bewegen + Einmalzahlung, davon war die letzten beiden Tage nicht mal mehr eine Idee zu vernehmen. Die AG wollen eine Nullrunde, ihnen wurde wohl gesteckt wie es in den Streikkassen von Verdi aussieht. Mangelnde Durchsetzungsfähigkeit werden genauso unterstellt wie eine „geheime“ Absprache des dbb hinter den Kulissen.
Die Alimentationen der Beamten könnten sich dann in diesem Jahr an den Rentenerhöhungen orientieren - was mit Einsparungen im Bereich der Tarifbeschäftigten der Länder gegenfinanziert werden könnte (so ein Gerücht).

Diese Nullrunde soll erreicht werden: indem die TV-L Beschäftigten an den Hochschulen durch die Bewertung ihrer „Arbeitsvorgänge“ massive Einbußen hinnehmen müssten. E14 und E15 Stellen könnten dann zu E6 -E11 transformiert werden.
Was hier eingespart wird darf dann unter den anderen Beschäftigten aufgeteilt werden.

Um den 20.11. herum soll nun gestreikt werden, während die GEW bereits Vertrauensleute etc. ins Bild gesetzt hat, hat verdi gar nichts getan, ebensowenig haben andere Spartengewerkschaften Reagiert.

Soweit meine Informationen zu den Gerüchten.

Grüße

lol... das ist alles gelogen oder "kreativ wahrgenommen". :-) Nach meinen Infos war die GEW gestern nicht mal mit am Tisch (es redet sowieso nur Verdi, daher auch egal). Das mit den Beispielen aus dem Hochschulbereich ist Unsinn. Die Mehrheit der AG der TdL haben nicht mal relevante Mengen Beschäftigte an Hochschulen. ;-) . Über Hochschulen wird in aller Regel nur am Rand gesprochen (wenn überhaupt). Frau Behle (verdi) ruft gern Sachen in empörte Gesichter, die die TdL nicht mal im Ansatz diskutieren würde. Die TdL will lediglich verhindern, dass via kreativer Rechtsprechung des BAG überall wo es in der EGO Bruchteilsmerkmale gibt, alle in der höchstmöglichen Entgeltgruppe landen (wie bei den Gerichten). Der Rest kommt rüber wie der kleine Lemur aus "Madagaskar": wir werden alle sterben !... :-D

Schnuckelig- ich war selbst vor Ort, der Mann der GEW IN den Verhandlungen heißt Daniel Merbitz und natürlich redet nicht nur verdi, sondern auch z B. Der dbb oder eben die GEW.

Allein in BW gibt es 60.000 Hochschulbeschäftigte - du scheinst hier schlecht informiert oder absichtlich auf Fehlinformationsproklamationsmission zu sein.
Ich kenne den Herrn Merbitz und habe bei einer Führung durch das Hotel auch die nicht funktionierende Technik der GEW gesehen... mitten im Weg...  Angeblich war er bei der Nachmittagsrunde nicht dabei. Vielleicht war er bei der DPolG-Demo zuschauen... Im Übrigen sagte ich, dass die Mehrheit der TdL-Mitglieder keine relevanten HS-Beschäftigten hat. BaWü gehört zu den anderen.

Wir werden ja sehen, was beim nächsten mal rauskommt. Vorfreude ist die schönste Freude.

btw: unter Bsirske mussten dbb, gew und co übrigens ihn selbst erst fragen, ob sie auch mal Nicken dürfen. Das ist unter der jetzigen Technokratenführung bei Verdi bestimmt anders. Nicken und Lächeln dürfen "die Kleinen". *hahaha*

semper fi

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Antw:Tarifrunde TV-L 2021 - Diskussion
« Antwort #406 am: 03.11.2021 15:41 »
Meine Meinung, alle Tarifbeschäftigten im gesamten Bundesgebiet sollen zunächst für eine Woche streiken. Die Arbeitgeber werden es dann schon merken und ein Angebot machen. Ist das dann nur ein halbherziges Angebot, dann gibt´s nochmal 2 Wochen Streik als Nachschlag dazu. Und das verdoppelt sich solang, bis ein Angebot auf dem Tisch liegt, dass auch diesen Namen verdient!

Soweit bei den Beamten möglich, Urlaub nehmen und mit auf die Straße gehen. Die Hände aufhalten und selbst nichts machen darf es nicht geben- gilt für Beamte und Tarifbeschäftigte gleichermaßen, dies stärkt lediglich die Arbeitgeberseite und mindert das Endergebnis. 

Einmal nur möchte ich sehen, was dann passieren würde. Vielleicht würde die Arbeitgeberseite dann nicht mehr nur von Wertschätzung schwafeln und hätten wieder Respekt gegenüber der Leistung der Kolleginnen und Kollegen im öffentlichen Dienst. Respekt bekommt man aber nicht geschenkt, man muss es einfordern. Die Kassen sind nicht leer, die sind prall gefüllt, die Verteilung ist nur schlecht und es wird Geld für absoluten Müll rausgeworfen. Die geschätzte Steuerverschwendung liegt bei ca. 25 Milliarden jährlich. Also bitte, sinnlose Projekte die Unsummen verschlingen einstampfen, den Rotstift anlegen, keine sinnlosen Beteiligungen an Firmen, keine Aufbauhilfen mehr an andere Länder, zumindest nicht an reiche wie China und dann kann man sein Personal auch ordentlich bezahlen.

Also streiken, streiken, streiken! Mal ein wenig Mentalität wie bei den Franzosen würde ich mir wünschen. Wenn da die Arbeitgeberseite mit eigenen Forderungen kommen würde, dann würde Paris brennen, dann stehen da Barrikaden auf den Straßen! Und hier? Hier schwallt man rum und sitzt tagelang zusammen und verkündet dann, dass die Arbeitgeber kein Angebot gemacht haben. Über was habt ihr euch dann bitte die ganze Zeit unterhalten? Übers Wetter? Haut auf den Tisch, verlasst das Gesprächszimmer, wenn von der Arbeitgeberseite nichts kommt, geht auf die Straße und ruft zum Arbeitskampf auf! Dann werden sich die Arbeitgeber schon in die richtige Richtung bewegen und so einen Blödsinn bleiben lassen, wie erstmal eigene Forderungen zu stellen. Liebe Arbeitgeberseite ihr habt keine Forderungen zu stellen, ihr habt Angebote zu machen, ansonsten steht halt alles still und fertig. Und wenn euer Geld nicht reicht, dann streicht woanders und nicht beim Arbeitsvorgang! Wenn  man alle sinnlosen Projekte der Regierungen der Länder mal streichen würde, dann könnte man Problemlos 10 Prozent mehr zahlen und noch ein 13.,14. oder 15. Monatsgehalt und hätte noch genug übrig. Das Personal ist nicht zu teuer, es ist euer wertvollstes Gut!


Wdd3

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Antw:Tarifrunde TV-L 2021 - Diskussion
« Antwort #407 am: 03.11.2021 15:50 »
Meine Meinung, alle Tarifbeschäftigten im gesamten Bundesgebiet sollen zunächst für eine Woche streiken.

Ich hoffe die TV-L Beschäftigten in den Uni Kliniken sehen das anders.  ::)


Bastel

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Antw:Tarifrunde TV-L 2021 - Diskussion
« Antwort #408 am: 03.11.2021 16:26 »
Meine Meinung, alle Tarifbeschäftigten im gesamten Bundesgebiet sollen zunächst für eine Woche streiken.

Ich hoffe die TV-L Beschäftigten in den Uni Kliniken sehen das anders.  ::)

Das ist einer der wenigen Bereiche, in denen es weh tut. Wer interessiert sich schon für irgendwelche Anträge...

Wdd3

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Antw:Tarifrunde TV-L 2021 - Diskussion
« Antwort #409 am: 03.11.2021 16:58 »
...dann hoffe ich für dich das du am Anfang der betreffenden Woche nicht blutend in der Notaufnahme liegst und auch sonst niemand der auf Behandlung oder so etwas profanes wie Essen und Trinken abgewiesen ist...obwohl du sagtest ja schon das es weh tun soll... ???

Bastel

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Antw:Tarifrunde TV-L 2021 - Diskussion
« Antwort #410 am: 03.11.2021 17:03 »
...dann hoffe ich für dich das du am Anfang der betreffenden Woche nicht blutend in der Notaufnahme liegst und auch sonst niemand der auf Behandlung oder so etwas profanes wie Essen und Trinken abgewiesen ist...obwohl du sagtest ja schon das es weh tun soll... ???

Blabla. Alleine die Ankündigung würde für Titelseiten reichen und die AG vermutlich zum einknicken bewegen.

Albeles

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Antw:Tarifrunde TV-L 2021 - Diskussion
« Antwort #411 am: 03.11.2021 17:09 »
Die Ver.di Leute können ja mal ein Praktikum bei der GDL machen. Beim nächsten Streik, wissen sie dann auch wie es geht  ;D

Lothar57

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"All the world's a stage…"
« Antwort #412 am: 03.11.2021 18:15 »
Ich kann dieser theatralischen Empörung auf Gewerkschaftseite nicht viel Glaubwürdigkeit abgewinnen. Auf beiden Seiten des Tisches sitzen Verhandlungsprofis, die wissen, was sie von einander erwarten können und einfach professionell emotionslos ihren Job machen. Drohgebärden, martialische Sprüche und auch die so genannten „Warn“streiks gehören zum regelmäßigen Ritual.
Ich glaube, dass diese Rituale in diesem Jahr besonders wichtig sind, um die TB auf einen schlechten Abschluss vorzubereiten. Motto: „Wir haben alles versucht, beinhart verhandelt und gestreikt, aber die Arbeitgeber sind hart geblieben. Jetzt müssen wir die bittere Pille schlucken.“

"All the world's a stage…"
Ceterum censeo paralleltabellum esse einzufuehrendam.

WasDennNun

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Antw:Tarifrunde TV-L 2021 - Diskussion
« Antwort #413 am: 03.11.2021 18:52 »
Meine Meinung, alle Tarifbeschäftigten im gesamten Bundesgebiet sollen zunächst für eine Woche streiken.
Können sich diesen Einkommensverlust denn alle leisten?

Mylo86

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Antw:Tarifrunde TV-L 2021 - Diskussion
« Antwort #414 am: 03.11.2021 19:32 »
Meine Meinung, alle Tarifbeschäftigten im gesamten Bundesgebiet sollen zunächst für eine Woche streiken.
Können sich diesen Einkommensverlust denn alle leisten?

Das ist es halt. Es gibt sicherlich einige AN, welche auf den Lohn angewiesen sind, bzw. könnten sich mehrere Wochen nicht leisten.

Noch dazu kommt es ja, dass gerade die in der Probezeit oder befristeten Beschäftigten nicht einfach dem Dienst fernbleiben können, denn ansonsten streiken Sie für einen Lohn, welchen sie niemals erhalten werden. Bei uns kam bspw. eine Rundmail in der explizit stand, dass streikende Mitarbeiter, die aktuell befristet eingestellt sind, nicht weiterbeschäftigt, respektive nicht verlängert werden. Erklärt denen mal, dass man doch mal ein paar Wochen streiken soll.

WasDennNun

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Antw:Tarifrunde TV-L 2021 - Diskussion
« Antwort #415 am: 03.11.2021 20:02 »
Bei uns kam bspw. eine Rundmail in der explizit stand, dass streikende Mitarbeiter, die aktuell befristet eingestellt sind, nicht weiterbeschäftigt, respektive nicht verlängert werden. Erklärt denen mal, dass man doch mal ein paar Wochen streiken soll.
Und die Mail schon an Spiegel Bild oder sonst welcher Presse weitergeleitet?

xap

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Antw:Tarifrunde TV-L 2021 - Diskussion
« Antwort #416 am: 03.11.2021 20:23 »
Hab gehört fürs Streiken gibt's Streikgeld. Und wenns keines gibt mal drüber nachdenken wieso nicht. Nicht das ich ein Freund der Gewerkschaften wäre.

semper fi

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Antw:Tarifrunde TV-L 2021 - Diskussion
« Antwort #417 am: 03.11.2021 21:51 »
...dann hoffe ich für dich das du am Anfang der betreffenden Woche nicht blutend in der Notaufnahme liegst und auch sonst niemand der auf Behandlung oder so etwas profanes wie Essen und Trinken abgewiesen ist...obwohl du sagtest ja schon das es weh tun soll... ???

In meiner Umgebung befindet sich im Umkreis von 70km kein einziges Uniklinikum, sondern nur Krankenhäuser und Krankenhausgesellschaften in privater Hand. Meine Frau ist selbst Ärztin und die privaten zahlen besser, als die Kliniken in öffentlicher Hand. Von daher sollen die dort ruhig auch mal richtig streiken.

Wer hier meint, das bringt alles nichts, bedenken hat, der ist genau das Opfer, welches die Arbeitgeberseite in uns sieht.

Und bitte erzählt den Leuten keine Gruselgeschichten, niemand wird entlassen, weil er sein Grundrecht ausübt und im Rahmen eines Arbeitskampfes dem Aufruf zum Streik folgt. Wer so etwas erzählt, sollte dieses Märchenbuch lieber am Stammtisch in der Kneipe öffnen und nicht hier. Wäre ein gefundenes Fressen für jeden Rechtsanwalt für Arbeitsrecht.

Im Übrigen gibt es Streikkassen und wenn die nicht gut gefüllt sind, dann liegt das an den wenigen Mitgliedern und das meinte ich mit Hand aufhalten. 5% fordern ist das eine, mit genügend Leuten im Hintergrund wird das ohne Weiteres möglich sein, weil dann der Druck steigt, dann steht eine geschlossene Wand der Arbeitgeberseite gegenüber und das allein würde wirken. Wer also nicht in einer Gewerkschaft ist, der darf auch nicht meckern, wenn am Ende nur 1% mehr (oder weniger) auf dem Lohnzettel steht.

Der Kanzler

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« Antwort #418 am: 03.11.2021 22:06 »
Sehe ich auch so .

Bin in keiner Gewerkschaft aber dann nehm ich mir halt einen Tag Urlaub und gib mir den Spaß 😀 dabei sein ist alles .

Bastel

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« Antwort #419 am: 04.11.2021 07:09 »

Und bitte erzählt den Leuten keine Gruselgeschichten, niemand wird entlassen, weil er sein Grundrecht ausübt und im Rahmen eines Arbeitskampfes dem Aufruf zum Streik folgt. Wer so etwas erzählt, sollte dieses Märchenbuch lieber am Stammtisch in der Kneipe öffnen und nicht hier. Wäre ein gefundenes Fressen für jeden Rechtsanwalt für Arbeitsrecht.

Im Übrigen gibt es Streikkassen und wenn die nicht gut gefüllt sind, dann liegt das an den wenigen Mitgliedern und das meinte ich mit Hand aufhalten. 5% fordern ist das eine, mit genügend Leuten im Hintergrund wird das ohne Weiteres möglich sein, weil dann der Druck steigt, dann steht eine geschlossene Wand der Arbeitgeberseite gegenüber und das allein würde wirken. Wer also nicht in einer Gewerkschaft ist, der darf auch nicht meckern, wenn am Ende nur 1% mehr (oder weniger) auf dem Lohnzettel steht.

Man muss keinem kündigen aber man muss auch keine Verträge verlängern ;) Wenn man das Geld der Streikkassen für anderen Mist ausgibt, sind diese leer. Und wenn es nur wenige Mitglieder gibt, haben auch nur wenige Mitglieder einen Anspruch auf das Geld...

Darf man auch nur "die Linke" oder die "AfD" kritisieren wenn man Mitglied ist?