Autor Thema: Tarifrunde TV-L 2021 - Diskussion  (Read 120083 times)

Alitalia

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Antw:Tarifrunde TV-L 2021 - Diskussion
« Antwort #555 am: 09.11.2021 11:57 »
Wenn diese Regelung sich beim TV-L durchsetzt bringt ein Wechsel zum Bund oder Kommune auf Dauer auch nichts. Als ob die dann nicht eine ähnliche Regelung einführen würden. Zudem sind die Stellen bei den Kommunen sind ja schon Stand heute nicht so hoch bewertet.

Organisator

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« Antwort #556 am: 09.11.2021 12:02 »
@ teclis
Beamte sollten nur dort eingesetzt werden, wo hoheitliches Handeln erforderlich ist. Die Bahn übt regelmäßig keine hoheitlichen Aufgaben aus - Personentransport können auch andere.

TVLer

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Antw:Tarifrunde TV-L 2021 - Diskussion
« Antwort #557 am: 09.11.2021 12:04 »
Normalerweise bin ich hier nur stiller Mitleser. Die Geschichte mit dem Arbeitsvorgang macht mir allerdings doch sorgen, weswegen ich mal meine Sicht der Dinge gerne teilen möchte.

Ich bin an einer Universität als Drittmittelsachbearbeiter mit E9a in NRW angestellt. Daher würde auch mich diese "Arbeitsvorgangsreform" betreffen. Ob meine Tätigkeit tatsächlich davon betroffen sein wird, muss man sehen.

Ich bin selbst im dbb Gewerkschaftsmitglied, habe aber das Gefühl, es wird kaum etwas gemacht.
Verdi ist bei uns ebenfalls organisiert, die fangen mittlerweile auch an (hört hört) über den geplanten Arbeitsvorgang die Beschäftigten zu unterrichten. Es heißt in den Rundmails meistens nur "das lassen wir uns nicht bieten!", "wir lehnen dies entschieden ab!", "verteilt Flyer!", aber mehr auch nicht.
Klingt für mich irgendwie so, als wenn man genau weiß, dass es schlecht ist, aber es findet keine konkrete Maßnahme statt, weil alle in einer Lethargie verfallen sind und von der TdL alles so hingenommen wird.

Vorallem bei verdi merke ich nur Folklore, hier ein bisschen Kaffeeklatsch und dann schickt man wieder "kampfbetonte" Emails herum. Nichts entscheidendes passiert. Ich kann mir auch beim besten Willen nicht vorstellen, dass wirklich gestreikt wird.
Am Ende wird es wohl heißen "wir haben für unsere Beschäftigten ein gutes und wertschätzendes Ergebnis erzielt" wenn dann die Nullrunde mit einmaligem Coronabonus und dafür die Reform des Arbeitsvorganges erreicht wurde.

Wenn das wirklich so kommt und meine EG auf E6 herabgruppiert wird, dann ist es Zeit die Segel zu streichen oder nur noch entsprechend E6 zu arbeiten. Wertschätzung sieht definitiv anders aus.

uw147

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« Antwort #558 am: 09.11.2021 12:07 »
https://www1.wdr.de/nachrichten/wirtschaft/pflege-streik-verdi-unikliniken-nrw-100.html

"Scharfe Kritik an dem Warnstreik äußerte der Ärztliche Direktor der Uniklinik Essen. Er könne "nicht nachvollziehen, dass zur Durchsetzung von Tarifforderungen ausgerechnet Universitätskliniken bestreikt werden, die gerade jetzt mitten in der Pandemie eine besonders wichtige Rolle spielen", sagte Jochen Werner am Montag. Er sehe in seinem Haus eine "massive Gefährdung unserer Patientinnen und Patienten und eine hohe Belastung für das medizinische Personal"."

Schuld an dem Streik hat wie immer die Gewerkschaft. Die TDL ist ein Musterbeispiel an Verhandlungsbereitschaft und hat alles dafür getan, die Streiks abzuwenden /s

Ich frage mich aber ohnehin, in welchen Bereichen die Arbeitnehmer des TV-L überhaupt sichtbar streiken können. In den Landesverwaltungen dürften 1-2 tägige Warnstreiks nur ein müdes Schulterzucken in der Öffentlichkeit, bzw. bei den Arbeitgebern verursachen.

öfföff

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Antw:Tarifrunde TV-L 2021 - Diskussion
« Antwort #559 am: 09.11.2021 12:09 »
Kürzlich gabs doch einen Link wo ein Gewerkschaftsvertreter angedeutet hat, dass über die Arbeitvorgänge höchstens geredet wird mit einhergehendem Bestandschutz.
Aber ich denke ohnehin dass das nur Druckmittel ist. Die Gewerkschaften würden derlei Versagen nicht überleben.

teclis22

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« Antwort #560 am: 09.11.2021 12:17 »
@ teclis
Beamte sollten nur dort eingesetzt werden, wo hoheitliches Handeln erforderlich ist. Die Bahn übt regelmäßig keine hoheitlichen Aufgaben aus - Personentransport können auch andere.

Ich verstehe das dies die   dejure Anwendung ist. Defacto erfolgt die Ausprägung bei der Tätigkeit Beamte oder Angestellte bei der Aufrechterhaltung des Betriebs.
Oder anders formuliert: Mir ist bei den 3 Behörden die ich tiefer kenne, kein Fall bekannt bei dem die Arbeit mit diesem Kriterium verteilt wird.

Dude23

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« Antwort #561 am: 09.11.2021 12:19 »
https://www1.wdr.de/nachrichten/wirtschaft/pflege-streik-verdi-unikliniken-nrw-100.html

"Scharfe Kritik an dem Warnstreik äußerte der Ärztliche Direktor der Uniklinik Essen. Er könne "nicht nachvollziehen, dass zur Durchsetzung von Tarifforderungen ausgerechnet Universitätskliniken bestreikt werden, die gerade jetzt mitten in der Pandemie eine besonders wichtige Rolle spielen", sagte Jochen Werner am Montag. Er sehe in seinem Haus eine "massive Gefährdung unserer Patientinnen und Patienten und eine hohe Belastung für das medizinische Personal"."

Schuld an dem Streik hat wie immer die Gewerkschaft. Die TDL ist ein Musterbeispiel an Verhandlungsbereitschaft und hat alles dafür getan, die Streiks abzuwenden /s

Ich frage mich aber ohnehin, in welchen Bereichen die Arbeitnehmer des TV-L überhaupt sichtbar streiken können. In den Landesverwaltungen dürften 1-2 tägige Warnstreiks nur ein müdes Schulterzucken in der Öffentlichkeit, bzw. bei den Arbeitgebern verursachen.

Das finde ich immer amüsant, wenn Leute durch die Blume fordern, man solle doch bitte da streiken, wo es keiner merkt.

XTinaG

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« Antwort #562 am: 09.11.2021 12:25 »
https://www1.wdr.de/nachrichten/wirtschaft/pflege-streik-verdi-unikliniken-nrw-100.html

"Scharfe Kritik an dem Warnstreik äußerte der Ärztliche Direktor der Uniklinik Essen. Er könne "nicht nachvollziehen, dass zur Durchsetzung von Tarifforderungen ausgerechnet Universitätskliniken bestreikt werden, die gerade jetzt mitten in der Pandemie eine besonders wichtige Rolle spielen", sagte Jochen Werner am Montag. Er sehe in seinem Haus eine "massive Gefährdung unserer Patientinnen und Patienten und eine hohe Belastung für das medizinische Personal"."

Schuld an dem Streik hat wie immer die Gewerkschaft. Die TDL ist ein Musterbeispiel an Verhandlungsbereitschaft und hat alles dafür getan, die Streiks abzuwenden /s

Ich frage mich aber ohnehin, in welchen Bereichen die Arbeitnehmer des TV-L überhaupt sichtbar streiken können. In den Landesverwaltungen dürften 1-2 tägige Warnstreiks nur ein müdes Schulterzucken in der Öffentlichkeit, bzw. bei den Arbeitgebern verursachen.

Da ist auch wieder von "Notdienstvereinbarungen" die Rede. Das interessiert mich. Ich weiß ja, daß es da um die Verhältnismäßigkeit von Streiks geht. Aber wie sieht so etwas konkret aus? Ich meine, die Gewerkschaften rufen ja zur Arbeitsniederlegung auf. Wie ist dann dieser "Notdienst" sichergestellt? Was ist genau in diesen Vereinbarungen geregelt? Und wie kann eine Gewerkschaft das sicherstellen? Schließlich hat sie ja nur auf ihre eigenen M;itglieder unmittelbar Zugriff. Also wie funktioniert das?

Bastel

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« Antwort #563 am: 09.11.2021 12:40 »
https://www1.wdr.de/nachrichten/wirtschaft/pflege-streik-verdi-unikliniken-nrw-100.html

"Scharfe Kritik an dem Warnstreik äußerte der Ärztliche Direktor der Uniklinik Essen. Er könne "nicht nachvollziehen, dass zur Durchsetzung von Tarifforderungen ausgerechnet Universitätskliniken bestreikt werden, die gerade jetzt mitten in der Pandemie eine besonders wichtige Rolle spielen", sagte Jochen Werner am Montag. Er sehe in seinem Haus eine "massive Gefährdung unserer Patientinnen und Patienten und eine hohe Belastung für das medizinische Personal"."


Eventuell sollte sich der gute Mann mal an seinen AG wenden...

PhoenixDea

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« Antwort #564 am: 09.11.2021 12:42 »
So in der Art funktioniert ja auch der TV Kraftfahrer. Nur dass rückwirkend geschaut wird, wie viel Arbeitszeit geleistet wurde und in welche Stufe daraus für die Zukunft resulitert.
Finde ich nicht wirklich vergleichbar, Bei TV Kraftfahrer wird ja nicht der Stundenlohn als solches geändert, sondern der Arbeitszeitkorridor, der pauschal vergütet wird. Und es wird nicht die Tarif EG oder die Stufe davon berührt.

Nicht zu vergessen das zeitliche Minus, welches sich die Fahrer einfahren, wenn sie Urlaub nehmen oder krank sind.

Alitalia

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« Antwort #565 am: 09.11.2021 12:56 »
Wir haben reihenweise Beamte im ehem. mittleren Dienst, der Sinn und Zweck dahinter ist mir nach wie vor schleierhaft. Man hofft so mehr Bewerber*innen für die Anwärter*innenstellen zu bekommen. Auch hofft man, dass die späteren BaP/BaL dann bei uns bleiben. Die können aber genau so gut innerhalb des Landes wechseln, oder zur Kommune. Wenn ihnen der mittlere Dienst nicht genug ist gehen sie auch gerne nochmals studieren.
Leider vergisst man auch gerne, dass eben nicht jede/r Deutsche/r i.S.d. Art. 116GG ist.

Wenn man als Landesbehörde/ministerium streikt kommt es max. zu einer verspäteten Bearbeitung/Auszahlung, im großen und ganzen ist das aber alles "intern". So lange, dass sich die "Internen" beschweren kann man aber eh keinen Streik aufrechterhalten.

öfföff

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« Antwort #566 am: 09.11.2021 13:20 »
Ein echter Streik an Unikliniken ist im Prinzip nicht möglich ohne Tote und Verletzte. Das sollte tariflich berücksichtigt werden. Zb. Streikverbot für Uniklinik-Beschäftigte aber dafür einen dauerhaften prozentualen Aufschlag aufs Tabellenentgelt von 15,5% (Dauerhafte Koppelung an den allgemeinen Krankenkassenbeitrag)

XTinaG

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« Antwort #567 am: 09.11.2021 13:25 »
Wie sollten die Tarifvertragsparteien ohne Ermächtigung ein Grundrecht beschneiden?

öfföff

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« Antwort #568 am: 09.11.2021 13:28 »
Naja die Notdienstvereinbarungen zw. Gerwerkschaft und Uniklinik können das ja offenbar auch! Diese führen zu Streikverbot für bestimmte Mitarbeiter.

XTinaG

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« Antwort #569 am: 09.11.2021 13:36 »
Ist das denn so?