Autor Thema: Tarifrunde TV-L 2021 - Diskussion  (Read 120661 times)

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Antw:Tarifrunde TV-L 2021 - Diskussion
« Antwort #900 am: 22.11.2021 13:09 »
? Nein kein Neid. Als Lehrer würde ich sogar weniger verdienen, wäre gehaltstechnisch ein Abstieg.

cyrix42

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« Antwort #901 am: 22.11.2021 13:21 »
Die Lehrergehälter sind ja nur aus politischen Gründen so hoch wie sie es derzeit sind.

Also, wenn der freie Markt regieren würde, wären die Gehälter für insbesondere Mathe-, Physik-, Latein- und Info-Lehrkräfte sowie für Schulleitungen in Grundschulen deutlich höher als derzeit. Jedenfalls interpretiere ich das in den stetigen und bundesweiten Lehrer-Mangel in den entsprechenden Fächern (bzw. Bewerbungen für entsprechende Positionen) hinein...

BTSV1

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Antw:Tarifrunde TV-L 2021 - Diskussion
« Antwort #902 am: 22.11.2021 13:26 »
Den Forderungen kann ich mich anschließen. Aufgeben könnte man im Gegenzug die Forderung nach stufengleicher Höhergruppierung und die Gelder für besagtes verwenden.

Die stufengleiche Höhergruppierung ist wichtig. Es lohnt sich doch sonst für viele nicht. Stell dir vor, du bist Mitte 50 und könntest nochmal eine Stelle mit höheren Aufgaben und einer Gehaltsgruppe höher wahrnehmen. Es lohnt sich aber für denjenigen kaum, weil bei einer Runterstufung der Erfahrungsstufen er die ES 5 oder 6 gar nicht mehr vor der Rente erreicht.

Jockel

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Antw:Tarifrunde TV-L 2021 - Diskussion
« Antwort #903 am: 22.11.2021 13:34 »
Den Forderungen kann ich mich anschließen. Aufgeben könnte man im Gegenzug die Forderung nach stufengleicher Höhergruppierung und die Gelder für besagtes verwenden.

Die stufengleiche Höhergruppierung ist wichtig. Es lohnt sich doch sonst für viele nicht. Stell dir vor, du bist Mitte 50 und könntest nochmal eine Stelle mit höheren Aufgaben und einer Gehaltsgruppe höher wahrnehmen. Es lohnt sich aber für denjenigen kaum, weil bei einer Runterstufung der Erfahrungsstufen er die ES 5 oder 6 gar nicht mehr vor der Rente erreicht.
"Mitte 50" = in der Regel Stufe 6 = Ende der Karriere.

JEDE Höhergruppierung ist besser (zumindest gleich viel + Garantiebetrag) und da, wo das nicht der Fall ist, ist die Differenz zur Stufe 6 in der Ziel-EG kleiner als alt + Garantiebetrag.

Nächstes Argument.

Amtsdenker

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Antw:Tarifrunde TV-L 2021 - Diskussion
« Antwort #904 am: 22.11.2021 13:37 »
Man wird ja sehen für wen was nach den Verhandlungen raus springt. Wegen der aktuellen Inflation und Preissteigerungen muss jedoch mit jährlicher Steigerung von 3,x% gerechnet werden. Selbst diese 3, irgendwas bilden ja nicht die reale Inflation ab.

Auch sollte man die Stufe 6 in jeder Entgeltgruppe massiv erhöhen. In Gegensatz zu Stufe 5 ist hier die Steigerung beinahe schon lächerlich.

Die Jahressonderzahlung sollte auf 95 - 85 - 75% festgelegt und nicht mehr verändert werden oder man einigt sich für volles 13. Monatsgehalt für jeden.

Der öD wird in einigen Jahren, spätestens Anfang der 2030er Jahre, massive Personalprobleme durch Verrentung und Pensionierung bekommen. Wenn man da nicht nur noch größtenteils "Resterampe" mit einigen guten Mitarbeitern, die es durchaus zum Glück an vielen Stellen noch gibt, haben will sollte man nicht nur in der Bezahlung umdenken.

Alle reden immer von "Verwaltung 4.0" und Digitalisierung, nur will dafür niemand Mittel und Posten schaffen. Merke ich ja selbst bei mir "auf der Behörde". Die IT wird als lästiger Kostenfaktor angesehen und die meisten älteren Mitarbeiter mauern und behindert bzw. verhindern echten Fortschritt, da man es ja "schon die letzten 25 Jahre so gemacht hat". Bezahlt wird man dann als angeblich händeringend gesuchter Fachkraft unterdurchschnittlich und das Überstundenkonto wird gerne mal in der gesamten Abteilung dreistellig. Ansonsten könnten wir unser Arbeitspensum nicht bewältigen. "Warum tun wir das?" hatten wir uns mal neulich intern in der Abteilung gefragt. Jeder mag halt den anderen recht gern und man macht es für die Kollegen gerne. Man müsste jedoch vieles liegen lassen bzw. vor die Wand fahren lassen, damit es die Damen und Herren weiter oben mal merken dass sie nicht der Mittelpunkt des Universums sind...

Volle Zustimmung. Was tun? Sollte der Abschluss schlecht ausfallen, werden viele Kollegen bei uns in der IT und im Ingenieurbereich einschließlich mir klare Konsequenzen ziehen und kündigen. Habe ich kein Problem damit, auch wenn ich einen erneuten Wechsel nach wenigen Jahren eigentlich eher vermeiden wollte. Wer seine angestellten Ingenieure und ITler nicht hegt und pflegt wird in den nächsten Jahren als Arbeitgeber fette Probleme bekommen. Wir erhalten jetzt schon so gut wie keine vernünftigen Bewerbungen mehr auf eine EG 12 für Ingenieure. Und was so kommt an Bewerbungen ist manchmal schlicht unbeschreiblich....

XTinaG

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« Antwort #905 am: 22.11.2021 13:50 »
Die Lehrergehälter sind ja nur aus politischen Gründen so hoch wie sie es derzeit sind.

Also, wenn der freie Markt regieren würde, wären die Gehälter für insbesondere Mathe-, Physik-, Latein- und Info-Lehrkräfte sowie für Schulleitungen in Grundschulen deutlich höher als derzeit. Jedenfalls interpretiere ich das in den stetigen und bundesweiten Lehrer-Mangel in den entsprechenden Fächern (bzw. Bewerbungen für entsprechende Positionen) hinein...

Ich hielte auch weiterhin eine Eingruppierung nach den allg. Tätigkeitsmerkmalen und ein Ende von Sonderregelungen zu Ein- und Höhergruppierung für Lehrkräfte weiterhin für wünschenswert und vertretbar. Dieses ständige Starren auf des (Beamten-)Nachbars Rasen sollte enden. Tarifbeschäftigte Lehrer sollten wie andere Tarifbeschäftigte behandelt werden und nicht wie Beamte.

cyrix42

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« Antwort #906 am: 22.11.2021 14:06 »
@XTinaG: Das dient nicht als Entgegnung zu meiner Beschreibung der Situation, weshalb ich öfföffs Behauptung, Lehrer wären überbezahlt, nicht in dieser Allgemeinheit teile.

XTinaG

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« Antwort #907 am: 22.11.2021 14:13 »
Es ist ein Beitrag zu der Diskussion, die sich auf den letzten Seiten des Threads entspann und zuletzt in diesen Beiträgen manifestierte.

Ich denke nämlich auch nicht, daß Lehrer überbezahlt wären. Ich finde es nur dämlich von den tarifbeschfätigten Lehrern, daß sie auf die falsche Peer Group schauen. Sie sind keine Beamten und werden es wohl auch nicht, sonst wären sie diesen Weg längst gegangen. Tarifbeschäftigte Lehrer sollten nach dem gleichen Schema vergütet werden, wie die Masse der Tarifbeschäftigten. In Erfordernis eines wissenschaftlichen Hochschulstudiums wäre das grundsätzlich E13, bei Nichterfüllern E12. Und das fände ich völlig okay.

WasDennNun

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« Antwort #908 am: 22.11.2021 14:18 »
Alle reden immer von "Verwaltung 4.0" und Digitalisierung, nur will dafür niemand Mittel und Posten schaffen. Merke ich ja selbst bei mir "auf der Behörde". Die IT wird als lästiger Kostenfaktor angesehen und die meisten älteren Mitarbeiter mauern und behindert bzw. verhindern echten Fortschritt, da man es ja "schon die letzten 25 Jahre so gemacht hat". Bezahlt wird man dann als angeblich händeringend gesuchter Fachkraft unterdurchschnittlich und das Überstundenkonto wird gerne mal in der gesamten Abteilung dreistellig. Ansonsten könnten wir unser Arbeitspensum nicht bewältigen. "Warum tun wir das?" hatten wir uns mal neulich intern in der Abteilung gefragt. Jeder mag halt den anderen recht gern und man macht es für die Kollegen gerne. Man müsste jedoch vieles liegen lassen bzw. vor die Wand fahren lassen, damit es die Damen und Herren weiter oben mal merken dass sie nicht der Mittelpunkt des Universums sind...
Euer Verhalten ist ja Teil des Problems.
Verschriftlich dieses versagen, macht darauf öffentlich aufmerksam, macht die Verantwortlichen bösgläubig, sonst wird das nichts.
Als nächstes lasst mit Ansage die Dinge an der Wand fahren.
Argument: Wird nichts wg. Personal nicht vorhanden und wegen fehlender angeordneter ÜStunden (und damit verbundene höherem Einkommen) schaffen wir es nicht.

Jockel

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« Antwort #909 am: 22.11.2021 14:55 »
Die Lehrergehälter sind ja nur aus politischen Gründen so hoch wie sie es derzeit sind.

Also, wenn der freie Markt regieren würde, wären die Gehälter für insbesondere Mathe-, Physik-, Latein- und Info-Lehrkräfte sowie für Schulleitungen in Grundschulen deutlich höher als derzeit. Jedenfalls interpretiere ich das in den stetigen und bundesweiten Lehrer-Mangel in den entsprechenden Fächern (bzw. Bewerbungen für entsprechende Positionen) hinein...

Ich hielte auch weiterhin eine Eingruppierung nach den allg. Tätigkeitsmerkmalen und ein Ende von Sonderregelungen zu Ein- und Höhergruppierung für Lehrkräfte weiterhin für wünschenswert und vertretbar. Dieses ständige Starren auf des (Beamten-)Nachbars Rasen sollte enden. Tarifbeschäftigte Lehrer sollten wie andere Tarifbeschäftigte behandelt werden und nicht wie Beamte.
Volle Zustimmung (ausnahmsweise). :)

teclis22

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« Antwort #910 am: 22.11.2021 14:59 »
Den Forderungen kann ich mich anschließen. Aufgeben könnte man im Gegenzug die Forderung nach stufengleicher Höhergruppierung und die Gelder für besagtes verwenden.

Die stufengleiche Höhergruppierung ist wichtig. Es lohnt sich doch sonst für viele nicht. *snip*
*snip*

JEDE Höhergruppierung ist besser (zumindest gleich viel + Garantiebetrag) *snip*

Nächstes Argument.
Nö, nicht nächstes Argument.
BTSV1 spricht ja eindeutlich von lohnen, und nicht von absoluten Zahlen. Ja absout ist ein nicht stufengleiche Höhergruppierung meist lohnend. Sprich: die höhe des Garantiebetrags habe ich hinterher mehr auf dem Lohnzettel. Dürfte unstrittig sein.

Was das entscheidende ist, ist die Tatsache, dass sich dieser witzhafte Garantiebetrag nicht in Bezug zu dem Mehr an Arbeit und Aufwand rechnet.

Eine stufengleicher Höhergruppierung kann das aber durchaus attraktiv machen.


Jockel

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« Antwort #911 am: 22.11.2021 15:02 »
@XTinaG: Das dient nicht als Entgegnung zu meiner Beschreibung der Situation, weshalb ich öfföffs Behauptung, Lehrer wären überbezahlt, nicht in dieser Allgemeinheit teile.
Dass Lehrer überbezahlt sind, ergibt sich allein aus der leicht nachvollziehbaren Tatsache, dass nach jeder linearen Erhöhung ein erheblicher Anteil seine Teilzeit senkt. Soll heißen, nach jeder Entgelterhöhung fehlen massenweise Stunden zusätzlich, weil viele Lehrer das zusätzliche Geld nicht brauchen.

BTSV1

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« Antwort #912 am: 22.11.2021 15:21 »
Den Forderungen kann ich mich anschließen. Aufgeben könnte man im Gegenzug die Forderung nach stufengleicher Höhergruppierung und die Gelder für besagtes verwenden.

Die stufengleiche Höhergruppierung ist wichtig. Es lohnt sich doch sonst für viele nicht. *snip*
*snip*

Man macht doch z. Bsp. nicht den Angestellten-2-Lehrgang um dann den Garantiebetrag mehr zubekommen.

JEDE Höhergruppierung ist besser (zumindest gleich viel + Garantiebetrag) *snip*

Nächstes Argument.
Nö, nicht nächstes Argument.
BTSV1 spricht ja eindeutlich von lohnen, und nicht von absoluten Zahlen. Ja absout ist ein nicht stufengleiche Höhergruppierung meist lohnend. Sprich: die höhe des Garantiebetrags habe ich hinterher mehr auf dem Lohnzettel. Dürfte unstrittig sein.

Was das entscheidende ist, ist die Tatsache, dass sich dieser witzhafte Garantiebetrag nicht in Bezug zu dem Mehr an Arbeit und Aufwand rechnet.

Eine stufengleicher Höhergruppierung kann das aber durchaus attraktiv machen.

Lothar57

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« Antwort #913 am: 22.11.2021 15:51 »
@XTinaG: Das dient nicht als Entgegnung zu meiner Beschreibung der Situation, weshalb ich öfföffs Behauptung, Lehrer wären überbezahlt, nicht in dieser Allgemeinheit teile.
Dass Lehrer überbezahlt sind, ergibt sich allein aus der leicht nachvollziehbaren Tatsache, dass nach jeder linearen Erhöhung ein erheblicher Anteil seine Teilzeit senkt. Soll heißen, nach jeder Entgelterhöhung fehlen massenweise Stunden zusätzlich, weil viele Lehrer das zusätzliche Geld nicht brauchen.

Kannst du den von dir dargestellten Zusammenhang belegen? Gibt es dazu Studien oder ist das Tratsch aus der Kaffeeküche?
Ceterum censeo paralleltabellum esse einzufuehrendam.

cyrix42

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« Antwort #914 am: 22.11.2021 15:53 »
@XTinaG: Das dient nicht als Entgegnung zu meiner Beschreibung der Situation, weshalb ich öfföffs Behauptung, Lehrer wären überbezahlt, nicht in dieser Allgemeinheit teile.
Dass Lehrer überbezahlt sind, ergibt sich allein aus der leicht nachvollziehbaren Tatsache, dass nach jeder linearen Erhöhung ein erheblicher Anteil seine Teilzeit senkt. Soll heißen, nach jeder Entgelterhöhung fehlen massenweise Stunden zusätzlich, weil viele Lehrer das zusätzliche Geld nicht brauchen.

Selbst wenn dem so sein sollte -- wozu ich keine Daten habe: Relevant sind doch nicht diejenigen, die schon da sind, sondern diejenigen, die fehlen. Wenn z.B. eine Schulleiter-Stelle auch nach der fünften Ausschreibung nicht besetzt werden kann, ist das Gesamt-Paket aus Tätigkeit, Verantwortung und Bezahlung offenbar nicht so attraktiv, dass man sagen könne, die Position wäre überbezahlt. Und mit den immer chronisch zu wenigen Mathe- usw. Lehrkräften sieht es genauso aus. Wenn es davon genug gäbe, müssten die Bundesländer in den Mangelfächern keine Seiten- oder Quereinsteiger-Programme fahren...