Autor Thema: [BW] Beförderung von A10 nach A12  (Read 5327 times)

Massltoff

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Antw:[BW] Beförderung von A10 nach A12
« Antwort #45 am: 04.11.2021 14:35 »
@One
Deine Meinung. Akzeptier ich so.

Ich stimme dir zu, dass du in der Hinsicht altmodisch bist. Was ich hiermit ausdrücklich nicht schlechtreden möchte.
In vielen Dingen bin ich auch altmodisch.

Ich bin mir aller Grundlagen des Beamtentums bewusst. Das Studium macht man ja nicht mal so nebenher.

Aber:
Die Zeit hat sich nun mal drastisch geändert. Vieles was früher war, gibt es heute nicht mehr.

Ich arbeite, um zu leben. Nicht andersrum.
Von einer Berufung würde ich niemals sprechen. Das muss jede Person für sich entscheiden.

Ich kann beim besten Willen aber nicht davon ausgehen, dass hier viele Kommentatoren jung sind. Eher im Ü40/Ü50 Bereich und schon im gewünschten Amt (was sich evtl. auch hingezogen hat mit den Beförderungen).
Diese 'Weiter-so' oder 'Das-war-schon-immer-so'-Haltung kann ich mir anderenfalls einfach nicht erklären. Passt aber natürlich zur Verwaltung wie die Faust auf's Auge.

Letztendlich ist der Beamte genau wie der Angestellte in der Regel gezwungen seine Miete zu zahlen und die Familie zu ernähren.
Ich stimme auch bei der 41h-Woche dem Bürolurch zu. Dies ist schlichtweg unnötig. Die Arbeit ist in allen Ämtern (in denen ich war; mit Ausbildung und Studium 9 verschiedene Behörden) für Angestellte und Beamte die Gleiche. Nicht ein einziger Unterschied festzustellen.

Eine Abschaffung des Beamtentums, das eben Vorteile und Nachteile mit sich bringt, wurde hier nicht gefordert.
Sondern mehr oder weniger eine Anpassung an die heutige Zeit.

Organisator

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Antw:[BW] Beförderung von A10 nach A12
« Antwort #46 am: 04.11.2021 15:09 »
Eine Abschaffung des Beamtentums, das eben Vorteile und Nachteile mit sich bringt, wurde hier nicht gefordert.
Sondern mehr oder weniger eine Anpassung an die heutige Zeit.

Dann stellt sich die Frage, was denn eine solche Anpassung wäre. Eine tätigkeitsbezogene Bezahlung gibt es schon, nämlich im Tarifbereich. Das kann und wird es in dieser Form nicht im Beamtentum geben, da man anonsten dem Diensherrn die gewollte Flexibilität nimmt. Hier muss der einzelne so flexibel sein und sich seine Art des Arbeitsverhältnisses aussuchen.

Mit den Stunden gebe ich dir recht. Ich sehe da aber ein Organisationsversagen seitens des Arbeitgebers / Dienstherrn. Wenn ich ein Team von Beschäftigten mit unterschiedlich langen Arbeitzeiten habe, muss ich auch die Arbeit entsprechend verteilen. Was wäre denn mit Teilzeitbeschäftigten? Müssen die auch das volle Pensum schaffen?
Insoweit kann man ja z.B. bei einer Massenverwaltung die Anzahl der laufenden Fälle im Verhältnis zur vorhandenen Gesamtarbeitszeit auf die individuellen Arbeitszeiten aufteilen.

Mögliche Anpassungen haben WDN und ich schon andiskutiert. Was fiele dir noch ein?

One

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Antw:[BW] Beförderung von A10 nach A12
« Antwort #47 am: 04.11.2021 15:18 »
Aber:
Die Zeit hat sich nun mal drastisch geändert. Vieles was früher war, gibt es heute nicht mehr.
Zustimmung

Ich arbeite, um zu leben. Nicht andersrum.
Von einer Berufung würde ich niemals sprechen. Das muss jede Person für sich entscheiden.
Das sehe ich anders. Man wird von Wortlaut des Gesetzes her als Beamter ernannt bzw. in ein Amt berufen. Mit dieser Berufung ist man Bestandteil einer der drei Staatsgewalten Exekutive, Legislative oder Judikative. Dies ist keine profane Arbeit oder mit einem Arbeitsverhältnis zu vergleichen, weil daraus völlig unterschiedliche Rechtstellungen und Kompetenzen einhergehen. Um dies zu erkennen, muss man jedoch aus dem kleinen Kästchendenken seines eigenen Dienstpostens und der dort zu erledigenden Aufgaben heraus über den eigenen Tellerrand hinaus das gesamte Konstrukt global betrachten.   

Diese 'Weiter-so' oder 'Das-war-schon-immer-so'-Haltung kann ich mir anderenfalls einfach nicht erklären. Passt aber natürlich zur Verwaltung wie die Faust auf's Auge.
Ich halte ebenfalls nichts von "weiter so". Im Gegenteil. Ich halte viele Dinge im Berufsbeamtentum für extrem reformbedürftig, z.B. das System der Kranken- und Gesundheitsversorgung der Beamten. Ich halte das System der PKV plus Beihilfe schlichtweg nicht mehr zeitgemäß, überbürokratisiert und und auch nicht zwangsläufig als Ausfluss der Fürsorge und Alimentation des Dienstherrn notwendig. Allerdings stelle ich nicht das Beamtentum an sich in Frage.

Ich stimme auch bei der 41h-Woche dem Bürolurch zu. Dies ist schlichtweg unnötig. Die Arbeit ist in allen Ämtern (in denen ich war; mit Ausbildung und Studium 9 verschiedene Behörden) für Angestellte und Beamte die Gleiche. Nicht ein einziger Unterschied festzustellen.
Kurzfassung: Diese wurde eingeführt, um eine rechnerische (nicht faktische) pauschale Stelleinsparung zu generieren und nicht um die Beamten zu ärgern. Zumindest auf Bundesebene war dies so. Alternativen wären eine pauschale Stellenbesetzungssperre oder eine Besoldungsabsenkung gewesen. Da halte ich eine 41h-Woche noch für das geringere Übel. Und vor dem Hintergrund, dass in diesem Thread ja vielfach geschrieben wurde, dass man seine Arbeit angeblich auch in 30h schaffe, scheint ja damit keiner schlechter zu fahren. Im Gegenteil.

Eine Abschaffung des Beamtentums, das eben Vorteile und Nachteile mit sich bringt, wurde hier nicht gefordert.
Sondern mehr oder weniger eine Anpassung an die heutige Zeit.
Die in diesem Thread vorgetragenen Anpassungen an die heutige Zeit, wer auch immer der Ansicht ist, die Deutungshoheit zu haben, woraus eine Anpassungsnotwendigkeit resultiere, wären jedoch nichts anderes, als die Abschaffung des Berufsbeamtentums. Beispiel: Forderung der Besoldung nach übertragenen Tätigkeiten/Dienstposten und nicht nach Amt.

*edit: Eine Anmerkung korrigiert.*
« Last Edit: 04.11.2021 15:26 von One »

Onek

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Antw:[BW] Beförderung von A10 nach A12
« Antwort #48 am: 04.11.2021 15:38 »
Ich finde das alles sehr belustigend wie hier (generell im Forum) miteinander umgegangen wird. Dann muss ich immer an die gute alte Kameradschaftspflicht denken oder sogar ans GG aber diese Gedanken sind ja fast so alt wie die von @one beschriebenen althergebrachten Grundsätze. Es entsteht der Eindruck einige fühlen sich hier besser als andere... Aber macht weiter so ich finde es lustig.


"Jeder hat einen Plan - bis er was auf die Fresse bekommt." Mike Tyson

Massltoff

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Antw:[BW] Beförderung von A10 nach A12
« Antwort #49 am: 04.11.2021 15:52 »
@Onek
Ich sehe hier wenig Problematik. Sofern die Diskussion sachlich verläuft - mag sie für manchen noch so nervig sein - ist doch alles in Ordnung.

Anmerkungen wie 'Dann heule leise' oder pure Angeberei und solche Dinge brauch niemand.

Ich vertrete meine Meinung, genau wie die Personen hinter z.B. Organisator, WasDennNun oder One Ihre Meinung vertreten. Und das ist auch gut so.
Auch wenn mir hier und da sämtliche Kenntniss über das Beamtentum abgesprochen wird verstehe ich das jetzt nicht als Beleidigung.
Es ist eher die Haltung und Meinung gegenüber des Ganzen, die uns hier unterscheidet als die Kenntniss über das Beamtentum. Ein Austausch darüber ist vermutlich immer kontrovers. Aber das läuft hier in diesem Thread doch eigentlich noch recht angenehm.

Onek

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Antw:[BW] Beförderung von A10 nach A12
« Antwort #50 am: 04.11.2021 16:10 »
Finde es auch nicht dramatisch aber trotzdem nicht immer kollegial (bezogen auf das gesamte Forum).
Das Leuten hier nach einer Fragestellung, auch wenn total bescheuert, sämtliche "Beamtenskills" abgesprochen werden finde ich persönlich falsch. Mir sind Leute mit dummen Fragen lieber als welche mit dummen Antworten! Will hier aber niemanden ärgern ist hin und wieder ja auch informativ, bin nun aber schon lange stiller Mitleser und nun musste es aus mir heraus.
Mitteilungsbedürfnis und so.... Schönen Dienstschluss euch

Organisator

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Antw:[BW] Beförderung von A10 nach A12
« Antwort #51 am: 04.11.2021 16:12 »
Es ist eher die Haltung und Meinung gegenüber des Ganzen, die uns hier unterscheidet als die Kenntniss über das Beamtentum. Ein Austausch darüber ist vermutlich immer kontrovers. Aber das läuft hier in diesem Thread doch eigentlich noch recht angenehm.

Dem stimme ich zu. Ich freue mich auch auch immer über andere Ansichten und einen ordentlichen konstruktiven Streit. Oder Diskurs, wie manche sagen...

Schwierig bei so einem komplexen Thema ist, wenn man sich einzelne Punkte herauspickt und diese versucht zu bewerten. Manche dieser einzelnen Punkte erscheinen unlogisch, im Gesamtbild haben sie jedoch wieder Sinn. Insoweit finde ich auch solche einordnenden Beiträge sehr hilfreich:

Man wird von Wortlaut des Gesetzes her als Beamter ernannt bzw. in ein Amt berufen. Mit dieser Berufung ist man Bestandteil einer der drei Staatsgewalten Exekutive, Legislative oder Judikative. Dies ist keine profane Arbeit oder mit einem Arbeitsverhältnis zu vergleichen, weil daraus völlig unterschiedliche Rechtstellungen und Kompetenzen einhergehen. Um dies zu erkennen, muss man jedoch aus dem kleinen Kästchendenken seines eigenen Dienstpostens und der dort zu erledigenden Aufgaben heraus über den eigenen Tellerrand hinaus das gesamte Konstrukt global betrachten.   

Unabhängig davon besteht jedoch wie in jedem System auch im Beamtentum Anpassungsbedarf, denn die Welt dreht sich weiter. Dazu auch meine Anmerkungen zum Laufbahnprinzip.

WasDennNun

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Antw:[BW] Beförderung von A10 nach A12
« Antwort #52 am: 04.11.2021 16:58 »
Eine Abschaffung des Beamtentums, das eben Vorteile und Nachteile mit sich bringt, wurde hier nicht gefordert.
Sondern mehr oder weniger eine Anpassung an die heutige Zeit.
Und die da wären?
40 statt 41h ist schon genannt und in der Mehrheit der Länder umgesetzt.

Tätigkeitsbezogene Besoldung:
Also A13 Tätigkeit A13 Geld ok, aber du wirst es sicher nicht lustig finden, wenn dann der Dienstherr dir A9er Tätigkeiten zuweist, dass du dann A9er Entgelt bekommst, oder? Also dann doch lieber Beförderungen und lebenslange Sicherheit (und beiderseitige Planbarkeit? zu Lasten des Dienstherren) und wer auf einer A12 Stelle sitzt mit A10, der wird auch irgendwann A12 wenn er nicht absolut unfähig ist.

Wahlfreiheit PKV oder GKV zu Beginn der "Karriere":
Wird angegangen, ist in einigen Bundesländer schon da, andere werden folgen...
Pech für die die jetzt schon Beamter sind.
Aber als Angestellter kann man auch nicht einfach zurück wechseln, da müsste sicherlich auch noch was gemacht werden für die Bestandsbeamten.

Also @BüroLurch und Massltoff : Welche Veränderungen fehlen da noch?
(Frage ich als Tarifbeschäftigter)
Bisher habe ich leider nur individuelle Problem (teure PKV) und Unzufriedenheiten bzgl. der Besoldungshöhe gelesen.
letztere auch noch fehlerhaft in der Wahrnehmung, da bezogen auf die Lebenszeit nicht zutreffend.
Dass man als Tarifbeschäftigter z.B. auch einiges vom Netto bezahlen muss, damit man die gleiche "Rente" bekommt wird einfach als muss man ja nicht machen ignoriert.
Das ist Rosinenpickern vom feinsten, bzw. leider Apfel und Birne vergleichen, sehr Schade.



Massltoff

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Antw:[BW] Beförderung von A10 nach A12
« Antwort #53 am: 05.11.2021 07:38 »
Und die da wären?
40 statt 41h ist schon genannt und in der Mehrheit der Länder umgesetzt.

Hier entsprechende Anpassung an die 39h-Woche der Angestellten. Ist zumindest bei uns in BW so, dass die Angestellten hier eine 39h-Woche haben.
Dafür wird ja auch schon gekämpft. Unterschriftensammlungen, Gespräche usw.
Es wird aber sicher noch dauern, wenn es überhaupt so kommt. Das Lebensarbeitszeitkonto wird hier wahrscheinlich eher kommen.

wer auf einer A12 Stelle sitzt mit A10, der wird auch irgendwann A12 wenn er nicht absolut unfähig ist.

Richtig. Hier stört mich ja auch einfach nur das 'irgendwann'.
Wie man hier ja schon mitbekommen hat gibt es einige Behörden, die dieses 'irgendwann' deutlich hinauszögern. Und das stört mich. Das Gesetz gibt ja an, wie befördert werden kann.

Warum habe ich also in der einen Behörde sofort eine Beförderung und in der anderen nicht.
In meiner Behörde ist eben eine Hauslinie da, dass man ein Jahr auf einer höherwertigen Stelle sitzen muss, um befördert zu werden.
Dass man dann tatsächlich befördert wird, steht ja nicht zwingend fest. Ich gehe nur davon aus und setze mich dafür ein, dass das klappt.

Und das war ja auch meine Ausgangsfrage. Die Hauslinie. In einer Behörde so in der anderen so. Beides in meinem Fall Landratsämter.

Im Endeffekt bewirbt man sich ja auf eine Stelle, um auch dieses Gehalt zu bekommen. Die Arbeit sollte einem natürlich auch irgendwie liegen, muss man hier doch recht lange noch damit zurechtkommen.


Wahlfreiheit PKV oder GKV zu Beginn der "Karriere":

Hm ich bin eigentlich recht froh in der PKV zu sein. Auch wenn es oft lästig und nervig ist dem Geld hinterherzurennen.
Wenn irgendwann eine Bürgerversicherung kommt, ist das so. Sofern die Masse hier gerne eine Wahlfreiheit hätte, warum nicht.


Dass man als Tarifbeschäftigter z.B. auch einiges vom Netto bezahlen muss, damit man die gleiche "Rente" bekommt wird einfach als muss man ja nicht machen ignoriert.
Das ist Rosinenpickern vom feinsten, bzw. leider Apfel und Birne vergleichen, sehr Schade.

Da hast du recht. Solange die Pension so bleibt, wie sie aktuell ist, kann ich mich glücklich schätzen. Da das für mich aber erst in 40 Jahren interessant sein wird, bin ich skeptisch. Über den Bestand der Pension wird schon lange diskutiert. Evtl. gibt es die Pension in 20 Jahren in der Form nicht mehr.
Rentensystem für alle. usw.
Aber:
Was bringt mir eine gute Rente, wenn ich mit 68 an irgendetwas sterbe.

Ich schaue auf das hier und jetzt und versuche das Bestmöglichste rauszuholen. Man lebt nur einmal und versucht Familie, Haus, Baum, Hund, Reisen usw. unter einen Hut zu bekommen. Einer Hinterlassenschaft für die Nachkommen wäre ja auch wünschenswert. Netto 500 € mehr macht da schon unfassbar viel aus.

WasDennNun

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Antw:[BW] Beförderung von A10 nach A12
« Antwort #54 am: 05.11.2021 08:49 »
Und die da wären?
40 statt 41h ist schon genannt und in der Mehrheit der Länder umgesetzt.
Hier entsprechende Anpassung an die 39h-Woche der Angestellten. Ist zumindest bei uns in BW so, dass die Angestellten hier eine 39h-Woche haben.
Ach ja: Kommune: BW Land haben die Angestellten 39,45h
Also wäre hier nicht pauschal 39 zu fordern, sondern Angleichung an Amtsgleiche-Angestellten.
(Inkl. Streichung vom AZV Tag für die Beamten)

Zitat
wer auf einer A12 Stelle sitzt mit A10, der wird auch irgendwann A12 wenn er nicht absolut unfähig ist.

Richtig. Hier stört mich ja auch einfach nur das 'irgendwann'.
Wie man hier ja schon mitbekommen hat gibt es einige Behörden, die dieses 'irgendwann' deutlich hinauszögern. Und das stört mich. Das Gesetz gibt ja an, wie befördert werden kann.

Warum habe ich also in der einen Behörde sofort eine Beförderung und in der anderen nicht.
In meiner Behörde ist eben eine Hauslinie da, dass man ein Jahr auf einer höherwertigen Stelle sitzen muss, um befördert zu werden.
Dass man dann tatsächlich befördert wird, steht ja nicht zwingend fest. Ich gehe nur davon aus und setze mich dafür ein, dass das klappt.

Und das war ja auch meine Ausgangsfrage. Die Hauslinie. In einer Behörde so in der anderen so. Beides in meinem Fall Landratsämter.

Im Endeffekt bewirbt man sich ja auf eine Stelle, um auch dieses Gehalt zu bekommen. Die Arbeit sollte einem natürlich auch irgendwie liegen, muss man hier doch recht lange noch damit zurechtkommen.
Nun hier liegt mMn ein kleiner Irrtum vor:
Du erlangst als Beamte lebenslang ein neuen Status und wirst lebenslang danach alimentiert.
Einige Ämter sehen diese Lebenslangen Bedarf, andere nicht und man muss da warten bis ein A12 gegangen ist.
Ist in der Tat ungerecht, aber hat mit dem Beamtenprinzipien ja nichts zu tun, sondern mit der unterschiedlichen Bedarfsberechnung an Ämterstellen.
(oder weil da geizige/verschwenderische Arschkrampen das System manipulieren, sowohl in die für euch positive Richtung als auch negative, aber anderes Thema und keines was mit dem Beamtentum an für sich zu tun hat)

Der Angestellte kann seine EG wieder verlieren, wenn die Arbeit nicht da ist.

Was willst du da also modernisieren?
Das es unterschiedliche Bedarfe bei unterschiedlichen Ämtern gibt?
Starrere Regelungen wie schnell man auf Posten befördert wird?
Das würde dazu führen, dass du auf einen A11 Posten sitzt und dieser erst später zu einem A12 gewandelt wird etc.
Das Problem was der Dienstherr mit Beamten hat, ist das er natürlich bzgl. der Befördung seinen zukünftigen Bedarf im Blick haben muss, denn er kann ja eben nicht (wie bei TBler) degradieren, wenn die Arbeit nicht mehr da ist.

Also da sehe ich von dir jetzt noch keinen Vorschlag, wie man dieses Dilemma lösen kann.
Sondern individuellen Frust oder Freude das man schnell oder langsam befördert wird, wenn man auf einen höher Posten sitzt.
Andere sind gefrustet, weil sie höherwertige Dinge machen, der Posten aber nicht angehoben wird. Auch nicht besser.
Zitat
Wahlfreiheit PKV oder GKV zu Beginn der "Karriere":
Hm ich bin eigentlich recht froh in der PKV zu sein. Auch wenn es oft lästig und nervig ist dem Geld hinterherzurennen.
Dann erkläre mal BüroLurch was er "falsch" gemacht hat.
Zitat
Dass man als Tarifbeschäftigter z.B. auch einiges vom Netto bezahlen muss, damit man die gleiche "Rente" bekommt wird einfach als muss man ja nicht machen ignoriert.
Das ist Rosinenpickern vom feinsten, bzw. leider Apfel und Birne vergleichen, sehr Schade.
Da hast du recht. Solange die Pension so bleibt, wie sie aktuell ist, kann ich mich glücklich schätzen. Da das für mich aber erst in 40 Jahren interessant sein wird, bin ich skeptisch. Über den Bestand der Pension wird schon lange diskutiert. Evtl. gibt es die Pension in 20 Jahren in der Form nicht mehr.
Rentensystem für alle. usw.
Aber:
Was bringt mir eine gute Rente, wenn ich mit 68 an irgendetwas sterbe.
Stimmt was bringt dir eine Beförderung wenn du 1 Jahr später stirbst?
Zitat
Ich schaue auf das hier und jetzt und versuche das Bestmöglichste rauszuholen. Man lebt nur einmal und versucht Familie, Haus, Baum, Hund, Reisen usw. unter einen Hut zu bekommen. Einer Hinterlassenschaft für die Nachkommen wäre ja auch wünschenswert. Netto 500 € mehr macht da schon unfassbar viel aus.
Was nützen mir 500 Netto mehr, wenn ich übermorgen nur noch die Hälfte Verdiene als TBler, oder in Kurzarbeit bin oder ... (Anaolog zu deiner Argumentation mit 68 zu sterben.)

Sondern mehr oder weniger eine Anpassung an die heutige Zeit.
Also bleibt als einzige notwendige Anpassung an die heutige Zeit:
* Gleiche Arbeitszeit für alle die im gleichen Amt arbeiten.
(Bei mir wäre das statt 40h  dann nur noch 39 h und 48 min)
Ergänzende Forderung von mir:
* Abschaffung AZV für Beamte (Also hat ja eigentlich der Beamte bei uns "umgerechnet" eine 39 58 min Woche  8))



Diskussionsfähig:
* Besoldung sofort nach aktuelle Stellenbeschreibung (dann natürlich mit der Kröte wieder degradiert werden zu können)
* GKV für alle Beamte und nur PKV Wahlfreiheit ab A13 (bzw. ab entsprechender Grundbesoldung, so wie bei Angestellte)
Ketzerisch:
* Reduktion der Besoldung nach 42 Tage Krankheitstage?

2strong

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Antw:[BW] Beförderung von A10 nach A12
« Antwort #55 am: 05.11.2021 09:17 »
Natürlich ist der Workload der 41h-Woche für das Gros der Beschäftigten problemlos auch in 39h zu schaffen. Daran hängt die Entscheidung aber doch nicht. Die Arbeitszeit ist ein wesentlicher Bemessungsfaktor bei der Berechnung von Personalbedarfen - und in kritischer Dimension natürlich nicht bei der Gemeinde Kleinkleckersdorf, sondern in den Landeshaushalten, deren Verwalter über die Bestimmung der Arbeitszeit der meisten Beamten mitbefinden.

Massltoff

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Antw:[BW] Beförderung von A10 nach A12
« Antwort #56 am: 05.11.2021 09:45 »
Also wäre hier nicht pauschal 39 zu fordern, sondern Angleichung an Amtsgleiche-Angestellten.
(Inkl. Streichung vom AZV Tag für die Beamten)

Nehm ich!
Dein Vergleich hinkt.
Grobe Rechnung:

1 AZV Tag gegen (in meinem Fall) 2 Stunden weniger pro Woche. 8 Stunden pro Monat.
96 Stunden im Jahr.

1 AZV Tag gegen (in deinem Fall) 1,55 h weniger pro Woche. 6,2 Stunden pro Monat.
74,4 Stunden im Jahr.

Was soll ich da bitte mit dem mickrigen AZV Tag???

(Also hat ja eigentlich der Beamte bei uns "umgerechnet" eine 39 58 min Woche  8))

Falsch
41 * 4 * 12= 1.968 Stunden im Jahr
- 1 AZV Tag
1.959,80 Stunden im Jahr / 12 / 4 = 40,83h Woche

BüroLurchNRW

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Antw:[BW] Beförderung von A10 nach A12
« Antwort #57 am: 05.11.2021 10:13 »
@lurch
Also du glaubst also, dass wenn man in deinem Bundesland auf 40h umstellt, dass da die Masse nicht um die Ecke kommt und sagt, dass das aber mit einer Reduktion der Tätigkeiten führen muss?
Soll dann bei euch auch ab 60 wieder 40h gearbeitet werden?

btw: die meisten Länder sind ja inzwischen wieder bei 40h
nur mal so zur Information für dich.

Genau das sage ich doch die ganze Zeit, dass diemeisten Länder es längst zurückgedrecht haben!!! Nur NRW,Schl-Hol und BaWü nicht! 3 Länder nur noch- das sagt doch schon alles.
Wieso sollen Beamte überhaupt mehr arbeiten als der Rest? Sehe da einfach keinen Sinn drin und es sollte vorübergehend erhöht werden um Arbeitsspitzen aufzufangen, es war nie die Rede davon es dauerhaft so zu belassen.... Daher bedarf es m.E. auch keinerlei Begründung oder sonst was dies wieder rückgängig zu machen.

BüroLurchNRW

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« Antwort #58 am: 05.11.2021 10:21 »
"Ich schaue auf das hier und jetzt und versuche das Bestmöglichste rauszuholen. Man lebt nur einmal und versucht Familie, Haus, Baum, Hund, Reisen usw. unter einen Hut zu bekommen. Einer Hinterlassenschaft für die Nachkommen wäre ja auch wünschenswert. Netto 500 € mehr macht da schon unfassbar viel aus."Zitat von: Massltoff am 04.11.2021 14:35

-> genau meine Meinung! Ich lebe jetzt und im Alter bin ich krank, klapprig, nicht mehr sooo fit, da braucht man einfach nicht mehr so viel Kohle. Und die Pension in 35 Jahren wird nicht mehr so sein wie heute. Heute ist sie ja auch schon geringer als noch vor 15 Jahren!

@WasDennNun: Wer bitte musss als Angestellter im öD in Kurzarbeit?? Oder wird auf und abgestuft. Habe ich hier in der Praxis noch nie erlebt. Ebenso wird man auch nur gekündigt wenn man den goldenen Löffel klaut (als Beamter fliegt man dann ebenso und hat KEINE Ansprüche mehr und kann Hartz4 beantragen).

Und die Nicht-Reduzierung mit Personalpolitik zu begründen ist lächerlich. Zumal heutzutage in sehr vielen Behörden der Anteil der Beamten eh sehr gering ist im Verhältnis zu den Angestellten.


Also bleibt als einzige notwendige Anpassung an die heutige Zeit:
* Gleiche Arbeitszeit für alle die im gleichen Amt arbeiten.

Ergänzende Forderung von mir:
* Abschaffung AZV für Beamte -> welche Beamten haben denn AZV???

Diskussionsfähig:
* Besoldung sofort nach aktuelle Stellenbeschreibung (dann natürlich mit der Kröte wieder degradiert werden zu können) -> defintiv JA , doer zumindest nach 6 Monaten, so wie es der Gesetzgeber ja eigentlich vorgesehen hat und was bei Städten auch durchaus üblich ist.
* GKV für alle Beamte und nur PKV Wahlfreiheit ab A13 (bzw. ab entsprechender Grundbesoldung, so wie bei Angestellte)  -> ab entsprechender Besoldung!

Ketzerisch:
* Reduktion der Besoldung nach 42 Tage Krankheitstage?  -> warum nicht- gleiches Recht für alle, wenn man dann Krankengeld bekommt. Da würden so manche beamte auch plötzlich viel weniger krank sein

* Keine Unterschiede mehr in der Arbeitszeit zwischen Land und Kommune

BüroLurchNRW

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Antw:[BW] Beförderung von A10 nach A12
« Antwort #59 am: 05.11.2021 10:28 »
Du solltest nicht von dir auf mich schließen. Wie kommst du ansonsten darauf, dass ich viel Zeit und wenig Aufgaben habe? Möglicherweise arbeite ich gar nicht? Oder zumindest nicht, wenn ich hier poste? Zerbrich dir mal nicht meinen Kopf zum Tagesablauf.

Ansonsten schließe ich auch nicht von mir auf dich. Ich habe lediglich eine - vielleicht etwas naive - Erwartung an Beamte im gD mit einem passenden Studium dazu. Aus meiner Sicht sollte da eine gewisse Problemerkenntnis und vor allem Problemlösungskompetenz vorhanden sein. Dies erwarte ich zumindest, wenn ich auf dem Amt mit meinen Sorgen und Nöten erscheine.

Und weder Alter noch Einkommen machen Argumente weniger oder mehr zutreffend. Auf den Inhalt kommt es an, nicht auf den Sprecher.

Reines Interesse, kein Kopfzerbrechen ;) Und es macht schon etwas aus wer etwas sagt und in welcher Position dieser ist. Jmd mit A6 kann sicher eher beurteilen wie es ist jeden Euro umzudrehen als jemand mit A14. Zumal jemand mit  A14 und dem entsprechneden Amt sicher auch andere Erwartungen hegt an sein Umfeld, Kollegen, Untergebene etc pp. . . Und ja, vielleicht bist du ja schon in Rente/Pension und hast deshalb viel Zeit. Solltest du aber arbeiten kannst du definitiv nicht so viele Pausen haben um hier so viel zu schreiben. Deine Posts kommen ja nicht nach Feierabend sondern tagsüber.