Autor Thema: VBL Zwang  (Read 4401 times)

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Antw:VBL Zwang
« Antwort #30 am: 29.11.2021 08:20 »

Darum ging es hier aber nicht.

Wenn die VBL mir heute schreibt, dass ich bis zum Renteneintritt x VBL-Punkte zusammenbekommen werde, dann entspricht das zum Rentenbeginn [!] einem Auszahlungsbetrag von 4 * x €/Monat. Ob dieser Rentenbeginn morgen oder in 20 Jahren ist, ändert an diesem Betrag nichts. (Die "Verzinsung" in der Anlagephase soll ja durch den Altersfaktor abgedeckt werden.)

Wenn die DRV mir heute schreibt, dass ich bis zum Renteneintritt y Rentenentgeltpunkte zusammenbekommen werde, dann entspricht das aktuell [!] y * 34,19€ / Monat. Wenn der Rentenbeginn aber noch weit in der Zukunft liegt, wird der Wert eines Entgeltpunkts mit den allgemeinen Rentenerhöhungen weiter steigen. Z.B. dürfte er ab nächstem Juli schon weitere 4% mehr wert sein.

Wenn ich also VBL und gesetzliche Rente miteinander vergleiche, dann muss ich entweder die VBL-Rente abzinsen, oder die erwartete gesetzliche Rentensteigerung beachten, damit man nicht Äpfel mit Birnen vergleicht...

Stimmt nur so halb.
Die Betriebsrente wird bis zu deinem Renteneintritt auch steigen, nämlich um den Faktor, um den dein Auszahlungsbetrag steigt.

Die Rentensteigerung der GRV wird durch die Anpassung des aktuellen Rentenwerts abgebildet, die der VBL durch die Einkommenserhöhung.

Ansonsten @ TE: Eine Pflichtversicherung ist wie der Name schon sagt, verpflichtend.

WasDennNun

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Antw:VBL Zwang
« Antwort #31 am: 29.11.2021 08:27 »
Ansonsten @ TE: Eine Pflichtversicherung ist wie der Name schon sagt, verpflichtend.
und hat seinen Sinn darin, dass diejenigen, die sich nicht via ETFs o.ä. um eine mögliche attraktivere Verzinsung der "Spareinlagen" kümmert, dazu gezwungen wird, sich um seine Altersversorgung zu "kümmern".

"Gelackmeiert" sind die, die möglicherweise mehr aus dem Geld rausgeholt hätten.
Wenn man nur den AN Anteil betrachtet, dann ist es aber ne gute Verzinsung :)
(schönred  8))

Herbert Meyer

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Antw:VBL Zwang
« Antwort #32 am: 29.11.2021 10:07 »
Wie ist das beim neuen Koalitionsvertrag? Ist die verpflichtende Riester-Rente vom Tisch? War ja auch mal geplant.
Pro: Diese staatliche Verwaltung dürfte geringere Fixkosten haben als private Anbieter. Kontra: Man hat keine Auswahl.

Staatliche Verwaltung ist eigentlich immer eine Garantie für ausufernde Fixkosten. Siehe die bisherigen Versuche mit Riester und co.

Schokobon

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Antw:VBL Zwang
« Antwort #33 am: 29.11.2021 10:12 »
Ich seh den Staat schon all in GameStop o.ä. gehen  ;D

Bastel

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Antw:VBL Zwang
« Antwort #34 am: 29.11.2021 10:19 »
Ich seh den Staat schon all in GameStop o.ä. gehen  ;D

Dodge Coin ;D Dann werden die Straßen mit Gold gepflastert.

Herbert Meyer

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Antw:VBL Zwang
« Antwort #35 am: 29.11.2021 10:22 »
Ich seh den Staat schon all in GameStop o.ä. gehen  ;D

Ich denke mal die Anlagenstrategie wird konservativer sein als jedes Deka-Depot. Das Problem wird eher darin bestehen, dass zur Verwaltung zehn Ministerien, drölfzig Depot-Manager, unendlich Assistenten, eine Mercedes-Jahresproduktion an Dienstwagen und 43 neue IT-Systeme "notwendig" sein werden. Die Rendite wird sich nach Abzug der Verwaltungskosten dann irgendwo in der Nähe des Erdkerns bewegen.

veeam

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Antw:VBL Zwang
« Antwort #36 am: 29.11.2021 10:25 »
Eine betriebliche Altersvorsorge ist nicht gleich eine private Altersvorsorge. Daher kann der Anteil des AG bei einer Spekulation in einem ETF Investment nicht berücksichtigt werden. Betrachtet man also nur den AN Anteil von rund 100 Euro ist die "Verzinsung" für das was man im Alter wieder rausbekommt durchaus akzeptabel, zumal Risikofrei und noch mit anderen "Goodies" verbunden.

cyrix42

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Antw:VBL Zwang
« Antwort #37 am: 29.11.2021 10:54 »

Darum ging es hier aber nicht.

Wenn die VBL mir heute schreibt, dass ich bis zum Renteneintritt x VBL-Punkte zusammenbekommen werde, dann entspricht das zum Rentenbeginn [!] einem Auszahlungsbetrag von 4 * x €/Monat. Ob dieser Rentenbeginn morgen oder in 20 Jahren ist, ändert an diesem Betrag nichts. (Die "Verzinsung" in der Anlagephase soll ja durch den Altersfaktor abgedeckt werden.)

Wenn die DRV mir heute schreibt, dass ich bis zum Renteneintritt y Rentenentgeltpunkte zusammenbekommen werde, dann entspricht das aktuell [!] y * 34,19€ / Monat. Wenn der Rentenbeginn aber noch weit in der Zukunft liegt, wird der Wert eines Entgeltpunkts mit den allgemeinen Rentenerhöhungen weiter steigen. Z.B. dürfte er ab nächstem Juli schon weitere 4% mehr wert sein.

Wenn ich also VBL und gesetzliche Rente miteinander vergleiche, dann muss ich entweder die VBL-Rente abzinsen, oder die erwartete gesetzliche Rentensteigerung beachten, damit man nicht Äpfel mit Birnen vergleicht...

Stimmt nur so halb.
Die Betriebsrente wird bis zu deinem Renteneintritt auch steigen, nämlich um den Faktor, um den dein Auszahlungsbetrag steigt.

Die Rentensteigerung der GRV wird durch die Anpassung des aktuellen Rentenwerts abgebildet, die der VBL durch die Einkommenserhöhung.

Nein, das stimmt schon ganz. Sowohl VBL-Prognose, z.B. unter https://www.vbl.de/de/betriebsrentenrechner , als auch die der GRV berücksichtigen Lohnsteigerungen bis zum Rentenbeginn und berechnen, wie viele Punkte auf dem jeweiligen Verrechnungskonto dann dadurch vorliegen. Nur ist der Auszahlungsbetrag, den die VBL dann anzeigt, eben jetzt schon fix (bei 4€/Monat pro VBL-Punkt), wird also in der Kuafkraft bis zum Renteneintritt schrittweise durch die Inflation entwertet, während bei der GRV dies durch die allgemeinen Rentenanpassungen abgemildert wird.

Um die tatsächlichen Auszahlungssummen von VBL und GRV vergleichen zu können, muss man die bis zum Renteneintritt erwarteten Erhöhungen des Rentenwerts (also dem Auszahlungsbetrag für einen Renten-Entgeltpunkt) berücksichtigen.


@Herbert Meyer: Die Kosten derzeitiger Riester-Verträge fallen nicht durch die staatliche Verwaltung der Zuschüsse an, sondern bei den Versicherungen und Banken, die die Anlagen vertreiben. Dies würde hier deutlich zusammenschrumpfen, wenn eine staatliche Institution ohne Gewinnabsicht diese Finanzverwaltung vornehmen würde.

desg

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Antw:VBL Zwang
« Antwort #38 am: 29.11.2021 18:17 »
Danke für die Erläuterungen.

Dies habe ich noch ergänzend gefunden:
https://forum.oeffentlicher-dienst.info/index.php?topic=112609.0

DiVO

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Antw:VBL Zwang
« Antwort #39 am: 30.11.2021 09:30 »
Sobald man in Rente ist, wird der Betrag jährlich um 1% erhöht oder?

Die EZVK wird während der Auszahlphase jedes Jahr um 1 % erhöht.

Der Aspekt der inkludierten EU-Rente wurde bei unserer Immobilienfinanzierung sehr wohlwollend aufgenommen und hat die Entscheidung erleichert.

Ich persönlich sehe die Betriebsrente als einen weiteren Baustein meiner Altersvorsorge, um den ich mich nicht weiter kümmern und der einfach mal da ist. Ich habe meine spätere Rente auf insgesamt sieben Bausteine aufgeteilt:

Gesetzliche Rente, Betriebsrente, freiwillige zusätzliche Betriebsrente (3 % Garantiezins), Allianz Versicherung (Garantiezins 4 %), Fondsgebundener Riester, Depot mit ETF, eigene Immobilie.

Mit dieser Risikodiversifizierung habe ich ehrlich gesagt ein sehr gutes Gefühl. Alles auf ETFs setzen wäre mir persönlich zu einseitig. Mit meiner Aufteilung komme ich auf eine höhere Rente als mein momentanes Einkommen.

Schokobon

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Antw:VBL Zwang
« Antwort #40 am: 30.11.2021 09:38 »
Vorbildlich.

Kenne Leute - eigentlich schlaue Burschen (z.B. studierte IT'ler) - die leben in Miete und machen gar nix nebenher.
Ob ihr AG eine Betriebsrente für sie finanziert wissen die meistens nicht mal.
Ist ihnen auch egal.


WasDennNun

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Antw:VBL Zwang
« Antwort #41 am: 30.11.2021 09:42 »
Zitat von: DiVO link 8)pic=117212.msg227489#msg227489 date=1638261059
Gesetzliche Rente, Betriebsrente, freiwillige zusätzliche Betriebsrente (3 % Garantiezins), Allianz Versicherung (Garantiezins 4 %), Fondsgebundener Riester, Depot mit ETF, eigene Immobilie.

Mit dieser Risikodiversifizierung habe ich ehrlich gesagt ein sehr gutes Gefühl. Alles auf ETFs setzen wäre mir persönlich zu einseitig. Mit meiner Aufteilung komme ich auf eine höhere Rente als mein momentanes Einkommen.
Oje, da habe ich ja wackelige 5 Säulen  8)
Keine weiteren Betriebsrenten/Riester/Versicherungen (außer die Zwangssaktion), dafür Betongold (eigene Immobilie und Vermietungsobjekte), die Eigenkapitalrendite dort ist allerdings nicht zu schlagen, da im zweistelligem Bereich!

DiVO

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Antw:VBL Zwang
« Antwort #42 am: 30.11.2021 09:45 »
Zitat von: DiVO link 8)pic=117212.msg227489#msg227489 date=1638261059
Gesetzliche Rente, Betriebsrente, freiwillige zusätzliche Betriebsrente (3 % Garantiezins), Allianz Versicherung (Garantiezins 4 %), Fondsgebundener Riester, Depot mit ETF, eigene Immobilie.

Mit dieser Risikodiversifizierung habe ich ehrlich gesagt ein sehr gutes Gefühl. Alles auf ETFs setzen wäre mir persönlich zu einseitig. Mit meiner Aufteilung komme ich auf eine höhere Rente als mein momentanes Einkommen.
Oje, da habe ich ja wackelige 5 Säulen  8)
Keine weiteren Betriebsrenten/Riester/Versicherungen (außer die Zwangssaktion), dafür Betongold (eigene Immobilie und Vermietungsobjekte), die Eigenkapitalrendite dort ist allerdings nicht zu schlagen, da im zweistelligem Bereich!

Du hast die Grundintention im Vergleich zum Threadöffner verstanden: nicht alles auf ein Pferd setzen. Vermietungsobjekt sind wir gerade dran, ist aber noch nicht sicher ;-)

Schokobon

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Antw:VBL Zwang
« Antwort #43 am: 30.11.2021 10:20 »
Abgezahltes Eigentum ist im Alter unschlagbar.

veeam

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Antw:VBL Zwang
« Antwort #44 am: 30.11.2021 11:08 »
Abgezahltes Eigentum ist im Alter unschlagbar.

Weil? Versteh mich nicht falsch. Ich bin ebenfalls Eigenheimbesitzer. Allerdings dazu noch im Besitz einer Eigentumswohnung.
Da ich dort eine gute Bau- und Wohnverwaltungsgesellschaft an der Hand habe und in Q3 2021 mit dem Bau des nächsten Mehrparteienobjekts begonnen wird, kommt in 2022 die nächste Eigentumswohnung dazu. In den nächsten 20 Jahren möchte ich gerne auf 6-7 Objekte hoch.

Riester bin ich in 2021 zum Glück von ab. Das ist mir zu viel nachgelagerte Steuerlast.

Dafür gehen monatlich noch ein paar hunderter in einen ETF Sparplan. Dieser hat in den letzten 4 oder 5 Jahren jährlich ca. 50% abgeworfen. Optimistisch kalkuliere ich in meiner Exceltabelle aber immer nur mit 5-10% pro Jahr.

Dazu die gesetzliche Rentenversicherung und betriebliche VBL.


Sind zwar so gesehen nur 4 Säulen. Eine davon aber in schöner massiver Klinkerbauweise, welche weiter forciert wird.


Persönliches Ziel ist mit 60 den Mittelfinger zu erheben. Lieber mit 59. Fürs Gewissen. Dann möchte ich aber mein Eigenheim nicht verkaufen müssen. Genauso möchte ich mein Eigenheim nicht aufgeben müssen, um mir irgendwann nochmal einen Platz im Pflegeheim leisten zu können. Darum eingangs die Frage "Weil?". Ein selbst bewohntes Objekt ist sicher nicht die schlechteste Investition. Kapital erlangt man hier aber nur durch einen Verkauf. Das macht einen selbst nur wieder abhängig von Miete oder Pflege. Im Grunde ist ein eigenes Haus also eher eine Verbindlichkeit als ein Vermögenswert.

Da ich nicht bis 65 bzw. 67 (oder höher) arbeiten möchte. Werde ich die Zeit bis zum gesetzlichen Renteneintrittsalter mit dem Geld aus meinen Sparplänen überbrücken. Das allein sollte bis dahin kalkulatorisch eher defensiv gerechnet reichen um einen vergleichbaren Lebensstandard, ausgehend von 4000 Euro Netto pro Monat, ca. 10 Jahren ohne weitere Einnamequellen aufrecht zu erhalten. Nach spätestens 7-8 Jahren sollten 50% dieses Bedarfs durch die Rentenbezüge gedeckt werden. Demnach reicht das angesparte bis dahin noch weitere 4-6 Jahre. Dann bin ich ca. 75 Jahre alt und habe noch 1-2 Hände voll Eigentumswohnungen die bzgl. Mieteinnahmen oder Verkaufserlöse noch gar nicht mit eingerechnet wurden.

Wie gesagt. Ich bin da von meinen Vorstellungen sehr defensiv. Aber wenn sich die nächsten 10 Jahre gut entwickeln, bin ich auch gerne mit 55 Jahren schon "Arbeitslos" und finanziere mir meinen Lebensabend selbst. Wäre eine schöne Vorstellung nur noch 21 Jahre zu Arbeiten. Insgesamt käme ich trotzdem auf stolze 37 Jahre die ich hier bei der Arbeit verbracht habe.