Autor Thema: [BY] Besoldungsrunde 2021-2023 Bayern  (Read 94549 times)

WasDennNun

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Antw:[BY] Besoldungsrunde 2021-2023 Bayern
« Antwort #60 am: 16.06.2022 10:26 »
Genau so wird das passieren. Die CSU ist dahingehend einfach zu berechenbar! Blöd nur, dass die Inflation bis dahin noch weiter davon eilen wird und die Nachzahlungen dann umso höher ausfallen müssen. Wobei man auch da erstmal die Klagen aussitzen wird!
Inwiefern sind den Inflation und Besoldung unmittelbar gekoppelt?

lotsch

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Antw:[BY] Besoldungsrunde 2021-2023 Bayern
« Antwort #61 am: 16.06.2022 10:38 »
Beamten/-innen der Fachlaufbahn Naturwissenschaft und Technik im Eingangsamt sowie im
ersten Beförderungsamt der 3. und 4. Qualifikationsebene, die in den Referaten VI (Hoch- und
Tiefbau), VII (Stadtentwicklung und Baurecht) – mit Ausnahme der Ämter 62 (Amt für
Verkehrsmanagement und Geoinformation) und Amt 67 (Gartenamt) – sowie in der
Referatsverwaltung des Referates IV (Kultur, Schule und Jugend) im Baubereich eingesetzt
sind, erhalten einen monatlichen Zuschlag zur Sicherung der Funktions- und
Wettbewerbsfähigkeit gemäß Art. 60 BayBesG.
Seite 2
2.2 Der Zuschlag wird in Höhe von 5 v. H. des Anfangsgrundgehalts der jeweiligen
Besoldungsgruppe befristet für die Zeit vom 01.01.2019 bis 31.12.2021 gewährt. Er entfällt vor
Ablauf dieser Zeitspanne, wenn die Beamten/-innen das zweite Beförderungsamt
(Besoldungsgruppe A 12 bzw. A 15) erreichen oder außerhalb der in Ziffer 2.1 aufgeführten
Dienststellen eingesetzt werden.

Dieses Beispiel zeigt wie schwierig die Gewinnung von Beamten ist.

Hallo Lotsch,
Auch wenn der 31.12.2021 bereits abgelaufen ist, woher hattest du diese Info?

Das es hierbei nicht um die Gewinnung von „normalen Beamten“ geht, ist allerdings auch klar.
Beamte im gehobenen und höheren technischen Dienst, sind i.d.R. Ingenieure/Architekten etc..
Diese steigen dann mit Bachelor in Bayern mit A10 ein, bzw. mit Master in A13. Und dass auch erst nach einem 15 bzw. 26 monatigem Vorbereitungsdienst/Referendariat mit schlecht bezahlten Anwärterbezügen.
Das muss in der heutigen Zeit kein Ingenieur machen. Da ist wo anders mehr Geld verdient. Zumal der Stress bei den großen Baumaßnahmen des Landes nicht zu unterschätzen ist. Vom teilweise medial starkem Druck gar nicht zu sprechen.
Das macht auch die von dir erwähnte Zulage in Höhe von 5% des Anfangsgrundgehalts nicht wett.


Das stammt aus einem Sachvortrag der Stadt Ingolstadt und wurde soweit ich weiß verlängert. Soviel ich weiß werden in manchen Bundesländern auch Anwärterbezüge um 70 % aufgestockt. Es stellt sich auch die Frage was sind normale und unnormale Beamte. In den Beamtengesetzen ist darüber nichts zu lesen. All dies deutet aber darauf hin, dass mit den Besoldungsgesetzen keine vom BVerfG vorgeschriebene Bestenauslese mehr gewährleistet ist.

WasDennNun

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Antw:[BY] Besoldungsrunde 2021-2023 Bayern
« Antwort #62 am: 16.06.2022 11:24 »
All dies deutet aber darauf hin, dass mit den Besoldungsgesetzen keine vom BVerfG vorgeschriebene Bestenauslese mehr gewährleistet ist.
Und wie es ja auch schon vom BVerG zumindest für die Juristen festgestellt hat.

matzl

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Antw:[BY] Besoldungsrunde 2021-2023 Bayern
« Antwort #63 am: 17.06.2022 08:59 »
Das stammt aus einem Sachvortrag der Stadt Ingolstadt und wurde soweit ich weiß verlängert. Soviel ich weiß werden in manchen Bundesländern auch Anwärterbezüge um 70 % aufgestockt. Es stellt sich auch die Frage was sind normale und unnormale Beamte. In den Beamtengesetzen ist darüber nichts zu lesen. All dies deutet aber darauf hin, dass mit den Besoldungsgesetzen keine vom BVerfG vorgeschriebene Bestenauslese mehr gewährleistet ist.

Danke, ich konnte dazu im Netz auf die Schnelle leider nichts finden.
Das mit den „normalen Beamten“ war irreführend und schlecht ausgedrückt. Ich wollte damit sagen, dass der normale Verwaltungsbeamte seine Laufbahnbefähigung als Anwärter während des Studiums erhält und quasi dual studiert und dafür die Anwärterbezüge bekommt. Damit erhält er während des Studiums schon mehr Geld, als die meisten anderen Studenten mit Nebenjobs verdienen.
Bei den technischen Beamten ist es in Bayern so, dass diese erst studieren (Bauingenieurwesen, Architektur, Elektrotechnik, Wasserwirtschaft, Maschinenbau, Versorgungstechnik,…) und nach abgeschlossenem Studium erst den Vorbereitungsdienst mit Anwärterbezügen durchlaufen. Und das eben nochmals 15 bzw. 26 Monate. Das ist dann zu einem Zeitpunkt in dem sie in der freien Wirtschaft schon normal gut bis sehr gut verdienen können.
Von Bestenauslese brauchen wir da schon gar nicht mehr zu sprechen. Das machen maximal Menschen mit übermäßig ausgeprägtem Sicherheitsempfinden. Wobei momentan die Stellen für Ingenieure in der Wirtschaft  genauso sicher sind.

Bastel

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Antw:[BY] Besoldungsrunde 2021-2023 Bayern
« Antwort #64 am: 17.06.2022 22:42 »
Das sind schon oft sehr spezielle Kandidaten. Ich habe es bis heute nicht verstanden warum man sich nach einem Technischen Studium (manche kamen bei uns sogar mit dem Master) den Vorbereitungsdienst antut. Noch einmal ca. 15 Monate Pauken und einige Prüfungen für eine lächerliche A10...

mpai

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Antw:[BY] Besoldungsrunde 2021-2023 Bayern
« Antwort #65 am: 17.06.2022 23:38 »
Ich finde eine A10 nicht als lächerlich.
Wie kommst du auf so ein Urteil?
Wer macht denn die eigentliche Arbeit?
Nicht die sich ewig besprechenden A13+…

Bastel

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Antw:[BY] Besoldungsrunde 2021-2023 Bayern
« Antwort #66 am: 18.06.2022 00:07 »
Ich finde eine A10 nicht als lächerlich.
Wie kommst du auf so ein Urteil?
Wer macht denn die eigentliche Arbeit?
Nicht die sich ewig besprechenden A13+…

Für 3-3,5 Jahre Studium + Vorbereitungsdienst finde ich die A10 lächerlich. Ich beziehe mich auf die paar Kröten, nicht auf die "Arbeit"...

Fragmon

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Antw:[BY] Besoldungsrunde 2021-2023 Bayern
« Antwort #67 am: 21.06.2022 08:49 »
Das sind schon oft sehr spezielle Kandidaten. Ich habe es bis heute nicht verstanden warum man sich nach einem Technischen Studium (manche kamen bei uns sogar mit dem Master) den Vorbereitungsdienst antut. Noch einmal ca. 15 Monate Pauken und einige Prüfungen für eine lächerliche A10...

Als Eingangsamt. Ein Inspektor hat ja im Zweifel noch keinerlei Berufserfahrung. Weiterhin ist man während des Inspektorats Anwärter und erhält für Schulbankdrücken schon eine ordentliche Besoldung.

WasDennNun

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Antw:[BY] Besoldungsrunde 2021-2023 Bayern
« Antwort #68 am: 21.06.2022 08:58 »
Ich finde eine A10 nicht als lächerlich.
Wie kommst du auf so ein Urteil?
Wer macht denn die eigentliche Arbeit?
Nicht die sich ewig besprechenden A13+…

Für 3-3,5 Jahre Studium + Vorbereitungsdienst finde ich die A10 lächerlich. Ich beziehe mich auf die paar Kröten, nicht auf die "Arbeit"...
Wenn man andersrum sieht:
Wenn jemand mit  3-3,5 Jahre Studium sich entscheidet, dass Studium wegzuwerfen (also seine erste Ausbildung für quasi gescheitert ansieht) dann ist Vorbereitungsdienst und A10 doch ein gutes Auffangbecken. Besser als eine Ausbildung mit Hungerlohn oder zweites Studium ohne Kohle.

Rätselhaft ist, wer sich mit einem technischem Studium dazu entscheidet im gD zu landen und wenn es unbedingt Beamter sein muss nicht in den hD geht, doch eher die, die sich vor dem Studium keine ausreichende Gedanken über ihren Lebensweg gemacht haben oder sich umentschieden haben.

matzl

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Antw:[BY] Besoldungsrunde 2021-2023 Bayern
« Antwort #69 am: 21.06.2022 09:04 »
Wenn man andersrum sieht:
Wenn jemand mit  3-3,5 Jahre Studium sich entscheidet, dass Studium wegzuwerfen (also seine erste Ausbildung für quasi gescheitert ansieht) dann ist Vorbereitungsdienst und A10 doch ein gutes Auffangbecken. Besser als eine Ausbildung mit Hungerlohn oder zweites Studium ohne Kohle.

Wieso das Studium wegwerfen? Das Studium ist doch Einstellungsvoraussetzung für den technischen Vorbereitungsdienst. Ohne dieses Studium kommst du da gar nicht rein.

xap

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Antw:[BY] Besoldungsrunde 2021-2023 Bayern
« Antwort #70 am: 21.06.2022 09:17 »
Rätselhaft ist auch was WasDennNun hier manchmal für einen Nonsens schreibt. Ich kläre aber gern auf: im hD wird in vielen Behörden wenig fachlich gearbeitet, und passende Behörden mit fachlicher Arbeit sind ggf. gar nicht in räumlicher Nähe. Also kommt bei gewünschter fachlicher Arbeit nur der gD in Frage. Ich hoffe deine Frage ist hiermit beantwortet. Natürlich will man nicht auf A10 versauern und hat hoffentlich eine Beförderungsperspektive. Im tD hat man die übrigens eher als im ntD. Ich zum Beispiel würde nicht in den hD gehen. Das liegt aber eben an den Tätigkeiten die damit oft einhergehen. Da ist dann Schmerzensgeld schnell angemessen.

Drehleiterkutscher

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« Antwort #71 am: 21.06.2022 09:42 »
Ich finde eine A10 nicht als lächerlich.
Wie kommst du auf so ein Urteil?
Wer macht denn die eigentliche Arbeit?
Nicht die sich ewig besprechenden A13+…

Für 3-3,5 Jahre Studium + Vorbereitungsdienst finde ich die A10 lächerlich. Ich beziehe mich auf die paar Kröten, nicht auf die "Arbeit"...
Wenn man andersrum sieht:
Wenn jemand mit  3-3,5 Jahre Studium sich entscheidet, dass Studium wegzuwerfen (also seine erste Ausbildung für quasi gescheitert ansieht) dann ist Vorbereitungsdienst und A10 doch ein gutes Auffangbecken. Besser als eine Ausbildung mit Hungerlohn oder zweites Studium ohne Kohle.

Rätselhaft ist, wer sich mit einem technischem Studium dazu entscheidet im gD zu landen und wenn es unbedingt Beamter sein muss nicht in den hD geht, doch eher die, die sich vor dem Studium keine ausreichende Gedanken über ihren Lebensweg gemacht haben oder sich umentschieden haben.

Das kommt doch immer darauf an, wie man es sieht. Als Beispiel: im Feuerwehrbereich lohnt es sich durchaus, im gD zu sein. A11, DUZ, 80% Zuschuss auf den eigenen PKV Beitrag oder vielleicht noch freie Heilfürsorge, FW Zulage, mit Familie entsprechende Zuschläge, angenehme Arbeitszeiten mit viel zusammenhängender Freizeit.

Wenn man dann unbedingt meint, reich werden zu müssen, arbeitet man eben nebenher im familiären Ingenieurbüro - hat aber die volle Sicherheit des Beamtentums im Nacken.

Bastel

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« Antwort #72 am: 21.06.2022 09:42 »
Das sind schon oft sehr spezielle Kandidaten. Ich habe es bis heute nicht verstanden warum man sich nach einem Technischen Studium (manche kamen bei uns sogar mit dem Master) den Vorbereitungsdienst antut. Noch einmal ca. 15 Monate Pauken und einige Prüfungen für eine lächerliche A10...

Als Eingangsamt. Ein Inspektor hat ja im Zweifel noch keinerlei Berufserfahrung. Weiterhin ist man während des Inspektorats Anwärter und erhält für Schulbankdrücken schon eine ordentliche Besoldung.

Mit der "ordentlichen Besoldung" kann man sich weder eine Wohnung mieten noch einen fahrbaren Untersatz leisten. Mach dich bitte nicht lächerlich.
Der Anwärter verliert in den 15 Monaten Ausbildung netto ca. 13-15.000€ zum E10er. Die muss man erst einmal wieder rein holen.

WasDennNun

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Antw:[BY] Besoldungsrunde 2021-2023 Bayern
« Antwort #73 am: 21.06.2022 09:59 »
Rätselhaft ist auch was WasDennNun hier manchmal für einen Nonsens schreibt. Ich kläre aber gern auf: im hD wird in vielen Behörden wenig fachlich gearbeitet, und passende Behörden mit fachlicher Arbeit sind ggf. gar nicht in räumlicher Nähe. Also kommt bei gewünschter fachlicher Arbeit nur der gD in Frage. Ich hoffe deine Frage ist hiermit beantwortet.
Nein, ist sie nicht, weil es eben trotzdem eine "schlechte" Lebensplanung beim Ausbildungsbeginn ist.
Wenn ich von vornerein das Ziel Beamte am nahem Wohnort habe, dann ist dieser beschrieben Weg, relativ teuer.
Und mitnichten Nonsense, sondern evtl. nicht von dir betrachtet.
Klar kann man im thD nur an wenigen Orten entsprechende Behörden finden.
Die meisten solcher Stellen sind dann eben EG13-15 TB Stellen.
Zitat
Natürlich will man nicht auf A10 versauern und hat hoffentlich eine Beförderungsperspektive. Im tD hat man die übrigens eher als im ntD.
Und der Geldeinsatz ist nicht unerheblich, den man gegenüber einer pW/hD öD EG13er Laufbahn hat.
Zitat
Ich zum Beispiel würde nicht in den hD gehen. Das liegt aber eben an den Tätigkeiten die damit oft einhergehen. Da ist dann Schmerzensgeld schnell angemessen.
Und ich würde nicht unter EG13 arbeiten wollen, da das Schmerzensgeld zu niedrig wäre.

Aber ich gebe dir Recht, da hD von Führungskräften und Juristen durchsetzt ist, und die Beamten noch nicht verstanden haben, dass man in dieser (Ausbildungs- und Gehaltsklasse) wesentlich mehr MINTler braucht, die nicht Teamleiter sind, sondern strategische Weiterentwicklung betreiben und auch mal Handanlegen können, habe ich oben Nonsens geschrieben aus der Sicht der Beamtenschaft.

xap

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Antw:[BY] Besoldungsrunde 2021-2023 Bayern
« Antwort #74 am: 21.06.2022 10:24 »
Ja, wir sind uns immerhin einig, dass es mehr Stellen im hD für Nicht-Führungstatigkeiten bedarf. Insbesondere im MINT Bereich. Die EG13 Nummer lasse ich aber nicht gelten. Da kommt man nämlich schon teilweise mit A11 (und Familie) ran (E13/5, 48k netto in StKl3 gegen A11/5, 50k abzgl PKV, StKl3) . Und es gibt mittlerweile durchaus Behörden die in A11 verbeamten. Derartige Entscheidungen muss man in seine eigenen Planungen einfließen lassen. Und sollte sich die Beforderungssituation allzu nachteilig darstellen, kann man immer noch seine Schlussfolgerungen ziehen. Finanziell schlechter gestellt ist man in der obigen Konstellation als Beamter jedenfalls nicht. Und noch Luft nach oben im Gegensatz zum TB. Dienstposten vorausgesetzt.