Autor Thema: [NW] Besoldungsrunde 2021-2023 Nordrhein-Westfalen  (Read 244296 times)

Reisinger850

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Antw:[NW] Besoldungsrunde 2021-2023 Nordrhein-Westfalen
« Antwort #735 am: 04.08.2022 20:58 »
Solange die gleichen Prozentzahlen dann an A14 wie am Gymnasium existieren ist doch alles gut und fair.

calmac

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Antw:[NW] Besoldungsrunde 2021-2023 Nordrhein-Westfalen
« Antwort #736 am: 04.08.2022 22:45 »
Das setzt voraus, dass das Eingangsamt A13 E2.2 sein wird.
Man kann durchaus A13 E2.1 machen, wie bei den Sonderschullehrern.

Reisinger850

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Antw:[NW] Besoldungsrunde 2021-2023 Nordrhein-Westfalen
« Antwort #737 am: 04.08.2022 22:57 »
Das wird die noch grosse Unbekannte. Modell HH = A13Z 2. Einstiegsamt, Modell S-H so wie du es beschrieben hast. In 60 Tagen weiss man mehr. Ich werde mir die PK mit nem Glas Wein gönnen…

calmac

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Antw:[NW] Besoldungsrunde 2021-2023 Nordrhein-Westfalen
« Antwort #738 am: 04.08.2022 23:03 »
Oder eben wie in Thüringen: A13 für alle, A14 für keinen (mehr).
Die Mehrkosten müssen zahlbar sein.

10% der Stellen an der Hauptschule sind "beförderbar".
40% der Stellen an der Realschule sind "beförderbar".

Gönnst du es den Hauptschullehrern, die es noch schlimmer haben, wenn die bevorzugt befördert werden, um eben diese "Lücke" zu schließen?

Und das noch bevor die Grenze 40% Realschule und 65% Gymnasium geschlossen wird?

Reisinger850

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Antw:[NW] Besoldungsrunde 2021-2023 Nordrhein-Westfalen
« Antwort #739 am: 04.08.2022 23:16 »
Was meinst du mit schlimmer? Mein Ref war an einer Hauptschule, die Realschule jetzt ist wie eine Hauptschule nur doppelt so grosse Klassen. Beide Schulformen leiden.
Ich muss sagen, dass es nicht meine Sorge ist, wo nun Beförderungsstellen wegfallen. Ist doch viel besser so, automatisch nun bald mit A13 befördert zu werden.
Man kann es ja auch so sehen: dadurch, dass NRW allen Sek1 - Lehrern als eines der wenigen Bundesländern nur A12 zahlt wird die A14 Orgie an Gymnasien querfinanziert.
Dir wäre lieber weiter A12
Für den Pöbel, damit am Gym mehr A14 Stellen verbleiben ;)
2026 verdiene ich 320 netto mehr allein dadurch, denke, dass ist der richtige und rechtlich sichere Weg.
« Last Edit: 04.08.2022 23:28 von Reisinger850 »

calmac

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Antw:[NW] Besoldungsrunde 2021-2023 Nordrhein-Westfalen
« Antwort #740 am: 04.08.2022 23:43 »
Mir ist es egal, ich gönne allen die Möglichkeit einer Beförderungsstelle.
Dir gönne ich es auch sehr.

In GB gibt es nur eine Einheitsbezahlung, ich kenne es ja nicht anders.

Hiko

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Antw:[NW] Besoldungsrunde 2021-2023 Nordrhein-Westfalen
« Antwort #741 am: 05.08.2022 07:29 »
Korrektur ist sehr individuell. Nicht jeder hat Deutsch und Englisch im Abi. Daraus höhere Besoldung ableiten? Nicht mehr zeitgemäß. Dafür habe ich als Realschullehrer auch 2,5 Schulstd. die Woche mehr, (7!) Fördersus und nichtmal eine eigene Sporthalle an der Schule, weil diese Schulform stiefmütterlich behandelt wird.

Arbeitsbelastung. Jede (!) wissenschaftliche Untersuchung hierzu zeigt, dass am Gymnasium immer schon über dem Soll gearbeitet wurde. An anderen Schulformen, insbesondere an der Grundschule, sieht das ganz anders aus. Anzunehmen, Haupt- und Realschulen seien die einzigen Schulen mit heterogenen Klassenzusammensetzungen, Förderbedarfen, Inklusion, Seiteneinsteigern, etc. ist schon sehr verblendet.

Der Satz mit A14 und dem Philologenverband? Purer Neid und wird nicht passieren. Bei 10.000+ Lehrerstellen, wie soll das begründet sein? Einfach mal Leben und leben lassen. Ein Masterabschluss befähigt mich zu A13, da können sie sich auf den Kopf stellen.

Mutige Aussage mit dem Willkür-Ansatz des Landesregierung im Rücken. Ich weiß noch, wie Du hier panisch Bestätigung dafür gesucht hast, dass A13 doch bitte, bitte auch für dich kommen mag, weil deine Studiendauer eben nicht so lang war, wie das bei Bachelor-Master-Studiengängen außerhalb der Modellversuche der Fall und damit eigentlich keine Grundlage für eine Besoldungserhöhung für dich ist.

Neid ist ja auch relativ. Ich bin schon seit 2018 in A13 und die nächste A14 Stelle steht bei uns schon in den Startlöchern. Es geht mir vielmehr darum, dass wenn man plötzlich aufhört, nach Studiendauer zu besolden und einfach Geschenke für alle raushaut, die Glaubwürdigkeit leidet und am Ende niemand mehr weiß, was denn jetzt die besoldungsrechtliche Grundlage für verschiedene Besoldungsgruppen ist.

Darum ging es Dir ja aber auch nie (s. was ich oben über dich geschrieben habe). Man sieht wie so häufig, dass Leute bereit sind, alles über Bord zu werfen, wenn es dem eigenen Vorteil dient.

Chrisdus

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Antw:[NW] Besoldungsrunde 2021-2023 Nordrhein-Westfalen
« Antwort #742 am: 05.08.2022 08:01 »
Belastung ist einfach auch subjektiv.
Dennoch sind die Schlüsse aus der Reform der Studienreform zu ziehen.
Und wenn man sich anschaut, warum bspw. die Realschule in NRW nach A12 besoldet wurde, dann war das damals auch nachvollziehbar. Ob das heute auch noch der Fall ist, ist Gegenstand der Diskussion. Bayern beispielsweise besoldet an der RS originär mit A13, es gibt Beförderungen auf A13z und A14. Dort gibt es auch das Realschullehramt als Studiengang etc., keine Kombinationen.

Kein Gymnasiallehrer verdient dadurch einen € weniger. Von daher ist es definitiv eine Neid-Debatte. Für sachlich begründete Argumente außer der (subjektiven) Arbeitsbelastung und Vorurteilen ist bis jetzt vom Philologenverband nichts gekommen. 

Meiner persönlichen Meinung nach sollte dem Lehrkräftemangel dermaßen begegnet werden, dass alle Sek1-Lehrkräfte an allen Schulformen in ihren Fakultasfächern eingesetzt werden können.


calmac

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Antw:[NW] Besoldungsrunde 2021-2023 Nordrhein-Westfalen
« Antwort #743 am: 05.08.2022 09:25 »
Oder einfach nur 4 Lehrämter:

1. Grundschule
2. Weiterführende Schule
3. Sonderschule
4. Berufskollegs

Hiko

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Antw:[NW] Besoldungsrunde 2021-2023 Nordrhein-Westfalen
« Antwort #744 am: 05.08.2022 12:16 »
Dennoch sind die Schlüsse aus der Reform der Studienreform zu ziehen.

Ganz genau davon rede ich ja. Das ist nachvollziehbar, weil das immer das Unterscheidungsmerkmal in der Vergangenheit war. Aber was ist die Grundlage für A13 für alle? Was kommuniziert die Landesregierung?
Ich sehe es so: Studienreform ist nicht mehr die Hauptbegründung (siehe Bestandslehrkräfte mit Staatsexamen oder unseren A13-Prediger Reisinger mit zu kurzer Studiendauer). Bleibt nur eine wirre Mischung aus Studienreform für Bachelor-Master-Lehrkräfte sowie Wahrung des Schulfriedens oder Wahlgeschenk für die Lehrkräfte mit altem Staatsexamen. Auch merkwürdig, da der Schulfrieden bspw. bei den Unterschiedene zwischen Angestellten und Beamten auch niemanden interessiert.

Wenn man das so sieht: Was ist dann überhaupt noch die Grundlage für A13 für Lehrkräfte? Wieso nicht gleich A14. Oder eine neue Differenzierung hoch bis zur Neueinführung von A17. Das wird in der Diskussion nicht mehr erwähnt. Das war so gesehen ein trojanisches Pferd. Erst mit "Studiendauer" rein und dann geht die Post mit allen ab.

Kein Gymnasiallehrer verdient dadurch einen € weniger. Von daher ist es definitiv eine Neid-Debatte. Für sachlich begründete Argumente außer der (subjektiven) Arbeitsbelastung und Vorurteilen ist bis jetzt vom Philologenverband nichts gekommen.

Das wage ich zu bezweifeln. Die Landesregierungen sehen die Besoldung als Gesamtposten in ihrem Haushalt. Dieser wird durch A13 für alle größer. Bei der nächsten Tarifrunde muss man also überlegen, ob man dann wieder zusätzlich den Posten vergrößert, indem man das Ergebnis überträgt.

Die GEW als große Befürworterin bspw. hat eigene Studien zur Arbeitsbelastung in Auftrag gegeben. Die hat man aber zum Wohle der eigenen Agenda nicht differenziert ausgewertet. Man hat dann zwischendrin ja auch nach dem Motto "gleiches Geld für gleiche Arbeit" festgehalten, wissentlich dass das nicht stimmt.

Ich bin nicht neidisch, ich bin nur verärgert darüber, dass man für Wahlgeschenke ganze Gesetzesgrundlagen für die Besoldung aufhebt, ohne das Kind beim Namen zu nennen. In der Sek I und Sek II sehe ich keine großen Unterschiede beim Arbeitsaufwand. Bei den Grundschullehrkräften sehe ich es tatsächlich als problematisch, weil die nachgewiesen weniger arbeiten. Das zeigen alle Untersuchungen der letzten Jahrzehnte (s. https://kooperationsstelle.uni-goettingen.de/fileadmin/user_upload/Hardwig_Mussmann_MTS-Expertise_-_Zeiterfassungsstudien_zur_Arbeitszeit_von_Lehrkraeften_in_Deutschland.pdf auf Seite 64). Da wird dann immer noch was drumherum erfunden, damit das nach mehr aussieht. Aber selbst mit nur einem Korrekturfach in Sek I und Sek II sitzt Du alleine an Korrekturen so unendlich lange, während die Grundschullehrkräfte das selbst mit Deutsch und Englisch nicht haben.

Meiner persönlichen Meinung nach sollte dem Lehrkräftemangel dermaßen begegnet werden, dass alle Sek1-Lehrkräfte an allen Schulformen in ihren Fakultasfächern eingesetzt werden können.

Das wäre bspw. ein nachvollziehbares Argument, auch für A13 für alle. Aber man hat halt historisch diese Unterscheidungen gemacht und baut die auch nicht ab.

Seml

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Antw:[NW] Besoldungsrunde 2021-2023 Nordrhein-Westfalen
« Antwort #745 am: 05.08.2022 17:43 »
Bei den Grundschullehrkräften sehe ich es tatsächlich als problematisch, weil die nachgewiesen weniger arbeiten. Das zeigen alle Untersuchungen der letzten Jahrzehnte (s. https://kooperationsstelle.uni-goettingen.de/fileadmin/user_upload/Hardwig_Mussmann_MTS-Expertise_-_Zeiterfassungsstudien_zur_Arbeitszeit_von_Lehrkraeften_in_Deutschland.pdf auf Seite 64). Da wird dann immer noch was drumherum erfunden, damit das nach mehr aussieht. Aber selbst mit nur einem Korrekturfach in Sek I und Sek II sitzt Du alleine an Korrekturen so unendlich lange, während die Grundschullehrkräfte das selbst mit Deutsch und Englisch nicht haben.

Interessante Sichtweise. Ich fasse mal zusammen: Du bemühst eine Studie zur Arbeitszeit, um Deine Sichtweise zu stärken, Grundschullehrer schlechter zu bezahlen als SekI/SekII-Lehrer, deren gleiche Bezahlung aus Deiner Sicht wiederum fair wäre. Die von Dir bemühte Studie sagt aber, dass SekI-Lehrer angeblich die geringste Arbeitszeit haben, noch unter den GS-Lehrern. Insofern argumentierst Du nicht konsistent.

Zweitens sagt die Studie „dass (hinsichtlich der Arbeitszeiten) sich – trotz unterschiedlicher Regelstundenvorgaben – Schulformunterschiede zeigen, die sich allerdings in jüngster Zeit zu nivellieren scheinen“.

Zuletzt zeigte sich in der Jahresarbeitszeit ein Unterschied von ca. 3% zwischen GS und Gym. Das rechtfertigt einen Gehaltsunterschied von 10-15% zwischen A12 & A13?

Lehrerspecht

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Antw:[NW] Besoldungsrunde 2021-2023 Nordrhein-Westfalen
« Antwort #746 am: 05.08.2022 20:28 »
Das kollegiale Miteinander unter uns Kollegen scheint ja spitze zu sein, da gönnt der eine dem anderen ja nichts… haha. Wo ist das Problem? Das Eingangsamt wird zukünftig bei A13 liegen, schulübergreifend. Und wem das nicht genügt, der darf, wie gehabt, gerne über Beförderungen nach mehr streben… und p.s. wer hier so missgünstig und ich-bezogen auftritt, der hat hoffentlich ein besseres Händchen bei der Erziehung der Schülerinnen und Schülern. Wahnsinn! Echt ey! Zum Fremdschämen!

was_guckst_du

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« Antwort #747 am: 05.08.2022 21:21 »
..genau das habe ich auch gedacht...diese ganze Diskussion erinnert mich stark an die Neiddebatten Tarifbeschäftigte vs. Beamte ::)
Gruß aus "Tief im Westen"

Meine Beiträge geben grundsätzlich meine persönliche Meinung zum Thema wieder und beinhalten keine Rechtsberatung. Meistens sind sie ernster Natur, manchmal aber auch nicht. Bei einer obskuren Einzelfallpersönlichkeit antworte ich auch aus therapeutischen Gründen

xap

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Antw:[NW] Besoldungsrunde 2021-2023 Nordrhein-Westfalen
« Antwort #748 am: 08.08.2022 19:26 »
Ich dachte hier geht's ausschließlich um Lehrer?  :-X

NordWest

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« Antwort #749 am: 08.08.2022 20:42 »
Ob ein Realschullehrer genauso viel verdienen sollte wie ein Gymnasiallehrer, ist bisher eine weitgehend politische Entscheidung. Der resultierende Lehrermangel spricht Bände. Eigentlich sollte nicht die Frage sein, für welche Schulformen die Lehrer mehr Geld erhalten, sondern man sollte darüber nachdenken, Qualifikation auch unter den Aspekten von Angebot und Nachfrage zu betrachten.

Ist es fair, wenn ein Geschichtslehrer weniger verdient als ein Informatiklehrer? Das ist keine leicht zu beantwortende Frage, aber ein Geschichtslehrer hat am Arbeitsmarkt keine annähernd ähnlich gute Verdienstmöglichkeit während Informatikern überall hochkarätige Jobs mit tollen Karrierewegen offenstehen. Dass diese Misverhältnis überhaupt keine Rechnung getragen wird, kennt nur ein logische Konsequenz: Lehrermangel vor allem in bestimmten Fächern.

Klar ist aber auch: Solche Ansätze sind mit den aktuellen Besoldungsrechtsgrundlagen kaum umsetzbar.