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[BY] Arbeiten an Ministerien - Erfahrungen

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Hobbygärtner:
@EiTee

Guten Abend,
ich hoffe du weißt selbst, wie sehr unpassend dein Kommentar ist. Es gibt eben soziale Gründe (z.B. Angehörige, um die Man sich kümmern muss, weil sie es selbst nicht mehr können), die die persönliche Freiheit ohnehin schon recht einschränken. Da sollte es einem jungen Menschen dennoch gestattet sein, sich beruflich ein wenig zu verwirklichen und Kollegen um Rat zu fragen.

Hobbygärtner:
@Christian

ehrlich gesagt kommt für mich alles in Frage, was nichts mit Haushalt zu tun hat. Besonders interessieren würden mich die Ressorts

Wirtschaft
Inneres, Sport und Integration
Wissenschaft und Kunst
Gesundheit und Pflege
Unterricht und Kultus

ggf. auch Soziales

Ich danke dir bereits jetzt, dass du versuchst mir eine Antwort oder einen Rat zu geben! Dankeschön:)

Schmitti:
Bisher gibt/gab es noch gewisse politische Rahmenbedingungen, die Flexibilität und Mobilität von Arbeitnehmern zu fördern (oder auch fordern). Das könnte sich in den nächsten Jahren noch stärker ins Gegenteil verkehren, und wer dann 100km einfache Fahrt zum Arbeitsplatz hat, wird sich, auch wenn vielleicht 1-2 Tage pro Woche HO möglich wären, vermutlich alleine deshalb schwarz (oder grün) ärgern. Auch in Bayern wäre mir das zu heikel.
Und Haushaltsrecht hast du in allen Ressorts mit dabei. Ich würde an keiner Stelle erwähnen, ausgerechnet das uninteressant zu finden, genauso wie ich als Personaler immer eine Augenbraue hochziehe, wenn jemand sagt er wäre an praktisch allen (anderen) Bereichen gleichermaßen "besonders interessiert".

Und eins noch: Bei der Schilderung deiner Rahmenbedingungen finde ich die Anmerkung von EiTee gar nicht so abwegig. Der Hinweis, man sei durch Pflege bzw. Angehörige schon recht in der Freiheit eingeschränkt, beißt sich mit der Überlegung, 200km/Tag auf der Autobahn + Vollzeitjob zu verbringen, ja auch irgendwie.
Nur so als Hinweis, wenn es mal ans Vorstellen gehen sollte. Es gibt nicht wenige Gegenübers in Vorstellungsgesprächen, wenn du denen so eine Motivation für den Jobwechsel in ihre Behörde beschreibst, nehmen die erstmal jeden Widerspruch auseinander, oder berücksichtigen ihn einfach still bei ihrer späteren Erscheinung.

Johann:
Zumindest in Niedersachsen hat das MI eine Regelung für untergeordnete Behörden rausgegeben, dass so Dinge wie flexibles Büro für 18 Monate getestet und dann evaluiert und ggf. für die Ewigkeit eingeführt werden können.
In meiner Behörde gibt es zur Umsetzung die letzten Planungen und soll bald losgehen. Hier gibts es bei ca. 90% aller Jobs die Möglichkeit der vollständigen Tätigkeitsdurchführung im Homeoffice. Umfragen haben ergeben, dass ca. 80% der Mitarbeiter mindestens 3 Tage pro Woche im Homeoffice verbringen wollen.
Wie viel man maximal im Homeoffice verbringen darf, wurde noch nicht abschließend entschieden. Es wird aber auf 4 oder 4,5 Tage (im Schnitt von 2 Wochen) pro Woche hinauslaufen.

Interessiert mich, wie es in anderen Bundesländern so läuft. Gibt es bei euch ähnliche Pläne?

Hobbygärtner:
Guten Abend @Schmitti,

vielen Dank für deine Antwort und deinen Einblick! Tatsächlich dachte ich, dass es etwas "einfacher" mit HO geworden sei, nachdem auf Ebene der Mittelbehörden, wie eben Johann schon anmerkt, (@Johann: übrigens auch in BY) HO (im Rahmen der Pandemie) wirklich weit ausgeweitet wurde und ja Behördenverlagerung seit Jahren ein Thema ist. zumindest hatte ich zuletzt sogar ausdrücklich "das Angebot für mobiles Arbeiten" in einer Stellenanzeige der Ministerien gesehen. Scheinbar eher weniger. Zudem dachte ich eigentlich auch, es könnte für die Ministerien von Vorteil sein, einige MA in Nordbayern zu haben (Dienstreisen, usw.)

Hinsichtlich Haushaltsrecht und den Ressorts liegt evtl. eine unglückliche Ausdrucksweise meinerseits vor. Ich will weder der Haushälter in Persona, noch ein BfH sein, der sich fast nur mit Haushaltsrecht befasst. Dass man gelegentlich tangiert ist damit, ist dem Berufsbild an sich immanent und auch ok bzw. normal.
Bei den genannten Ressorts kann ich mir eben am ehesten vorstellen, etwas Passendes zu finden. Ehrliches Interesse weckt ohnehin erst die passende Stellenanzeige, für die man dieses Interesse auch darlegen und glaubhaft vermitteln kann und Lust auf die Stelle hat.

Ja, unterstützungsbedürftige Angehörige schränken ein, das darf aber kein Grund sein, keinerlei berufl. Ambitionen mehr zu verfolgen. Für mich wäre eine Stelle, die mir wirklich Spaß macht, mich interessiert und mich herausfordert und eben auch beruflich bessere Möglichkeiten eröffnet, durchaus ein Grund, 5 Tage Pendeln in der Einarbeitungsphase und dann 3 Tage Pendeln in Kauf zu nehmen. Bei jahrelang 5 Tage Pendeln à 100 km einfach wäre ich auch raus. Pendeln ist bei uns hier scheinbar normaler... mir fallen sofort mind. 8 Leute ein, die jeden Tag Ü80-Ü100km zu unserer Dienststelle oder vergleichbaren pendeln, einfach weil ihnen ihr Job und die Kollegen passen. Dementsprechend bin ich auch so "überrascht" über die Reaktion hierzu. :)

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