Beamter ü30 werden, Kosten der PKV?

Begonnen von wannabe91, 15.03.2022 20:23

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WasDennNun

Ich habe einen selbstbehalt Tarif und er ist in 30 Jahren unterproportional gestiegen.Wer jedoch auf Anwerbetarif reingefallen ist, die dann geschlossen wurden, der hat in der Tat da eher Probleme.

Ach ja, bevor ich in die PKV gewechselt bin, hatte ich schon einen gkv-Zusatztarif und dadurch gab es dann kein Gesundheitscheck mehr.

cyrix42

Zitat von: Max in 17.03.2022 08:17
Die Beitragsrückerstattung wirkt wie fast wie eine Selbstbeteiligung.  Solange die Kosten geringer als die BRE sind reichst du Rechnungen nur bei der Beihilfe ein.

Das ist aber eine Milchmädchen-Rechnung, denn die Beitragsrückerstattung führt zu einer geringeren Beitragszahlung und damit, da diese steuerlich geltend gemacht wird, zu einer höheren Steuerlast, während die selbst bezahlten Arzt-Rechnungen eben nicht hier steuerlich gegengerechnet werden können.

Sprich: Bei einer Beitragsrückerstattung von 100€ zahlt man bei einem Grenzsteuersatz von 40% also 40€ mehr Steuern (und hat so netto nur 60€ zurückerhalten). Wenn die nicht eingereichten Rechnungen nun einen Umfang von 80€ hatten, hat man durch dieses Hin und Her 20€ weniger, als wenn man die Rechnungen von der Versicherung begleichen lassen hätte....

WasDennNun

Ist bei Beamten der erste Euro steuerlich wirksam?
Bei Angestellten muss man schon ein paar  tausend Euro Kosten haben, bevor es sich steuerlich
auswirkt.

cyrix42

Zitat von: WasDennNun in 19.03.2022 17:36
Ist bei Beamten der erste Euro steuerlich wirksam?
Bei Angestellten muss man schon ein paar  tausend Euro Kosten haben, bevor es sich steuerlich
auswirkt.

Hm? Auch bei Beamten gilt der Steuerfreibetrag für das Existenzminimum von ca. 10k€. Mir ist aber nicht klar, worauf die Frage abzielt. Auch für Beamte sind -- wie für Angestellte -- Kosten für die Gesundheitsvorsorge, sofern sie die Grundversorgung abdecken, vom Bruttoeinkommen steuerlich absetzbar. Was wiederum heißt, dass eine Verringerung der gezahlten Beiträge (durch Erhalt einer Beitragsrückerstattung) eben jene abgesetzte Summe sinkt und somit die Steuerlast steigt (jedenfalls, sofern man ein zu versteuerndes Einkommen jenseits der 10k/Jahr hat)...

WasDennNun

#19
die vergisst die Zumutbare Belastung, die in Abhängigkeit deines Einkommens nicht steuerlich geltend gemacht werden können.
Das hat nix mit dem Freibetrag zu tun.

Edit: d.h. wenn ich 4400€ Arztrechnungen habe, dann kann ich davon 0 Euro steuerlich geltend machen.
Weil mir diese Ausgaben zuzumuten sind.  :o

edit2: Und ja, wenn du Geld von der PKV erhältst, dann musst du das versteuern,
allerdings kann man die Arztrechnungen gegenrechnen.

Flash91

Zitat von: wannabe91 in 15.03.2022 20:23
Hallo liebes Forum,

ich fasse mich kurz: Ich bin beruflich momentan sehr unzufrieden und möchte mich umorientieren. Ich habe verschiedene Berufe ins Auge gefasst, für welche ich mich in den nächsten Monaten bewerben werde. In der engeren Auswahl sind sowohl Laufbahnen im mD als auch im gD. Wo es mich später hinschlägt, ist ja natürlich nicht nur von mir abhängig.

Aufgrund mancher Forenbeiträge bin ich ein wenig geschockt, dass ein Beitritt in die PKV ja scheinbar selbst mit Anfang 30 schon kein Vergnügen mehr ist.

Nun muss ich zumindest grob abschätzen, ob ich es "mir leisten" kann, im Zweifelsfall im mD (A7) zu starten.

Nun zu mir:
- zurzeit 30, bei Verbeamtung also ggf. ca. 32-34
- ledig, keine Kinder (allerhöchstwahrscheinlich auch keine in Zukunft geplant)
- keine aktuellen behandlungsbedürftigen Krankheiten, allerdings vor ca. 10 Jahren mal etwas am Rücken gehabt! Seitdem keine Behandlung mehr darauf
- vor ca. 7 Jahren eine Hyposensibilisierung aufgrund einer Allergie abgeschlossen


Ich habe keine Ansprüche auf besondere Leistungen wie Chefarztbehandlung oder Einzelzimmer. Mit den "Leistungen" der GKV bin ich zufrieden.

Könnt ihr mir (eine grobe) EInschätzung geben was mich das kosten würde und ob sich das alles lohnt?

Danke und Gruß :)

Darf ich raten, was du studiert hast - Sicherlich Bauingenieur.

cyrix42

Zitat von: WasDennNun in 19.03.2022 18:22
edit2: Und ja, wenn du Geld von der PKV erhältst, dann musst du das versteuern,
allerdings kann man die Arztrechnungen gegenrechnen.

Und genau deinen Nachsatz bezweifle ich, jedenfalls, wenn die Summe unterhalb der zumutbaren Belastung liegt. (Die ist ja gestaffelt nach Kinderanzahl ein gewisser Prozentsatz des Bruttoeinkommens.)

wannabe91

#22
Zitat von: Flash91 in 20.03.2022 11:50
Darf ich raten, was du studiert hast - Sicherlich Bauingenieur.

schlimmer, Physiotherapie  ;)

XTinaG

Warum sollte ein Bauingenieur Interesse an einer Verbeamtung im mD haben?

WasDennNun

Zitat von: cyrix42 in 20.03.2022 12:27
Zitat von: WasDennNun in 19.03.2022 18:22
edit2: Und ja, wenn du Geld von der PKV erhältst, dann musst du das versteuern,
allerdings kann man die Arztrechnungen gegenrechnen.

Und genau deinen Nachsatz bezweifle ich, jedenfalls, wenn die Summe unterhalb der zumutbaren Belastung liegt. (Die ist ja gestaffelt nach Kinderanzahl ein gewisser Prozentsatz des Bruttoeinkommens.)
Stimmt, war falsch formuliert, wenn du Geld wegen Arztrechnungen von der PKV erhältst...

Die Beitragsrückerstattungen die sind wohl komplett zu versteuern. Genau genommen:. Sie werden rückwirkend nicht mehr steuerlich geltend gemacht. Will damit sagen, du hast die Beiträge ja zur Steuerminderung genutzt und rückwirkend wird festgestellt, dass du zuviel Beiträge steuerlich mindern angegeben hast.

Also versteuerst du sie nicht.

Flash91

Zitat von: XTinaG in 20.03.2022 14:16
Warum sollte ein Bauingenieur Interesse an einer Verbeamtung im mD haben?

Mittlerer Dienst macht da natürlich keinen Sinn, hatte ich überlesen.

Zur Frage: Nach meiner jetzigen Erfahrung im gD sind die Verbrecher der PKV echt eine Last. Die Höherstufung geht direkt an die, wobei die schwatzenden Vertreter sicher sogar besser verdienen. 2022 zahlen wir denen sogar noch Corona-Zuschlag. Da dem privaten Versicherer deine Besoldung grundsätzlich egal ist, und nicht wie bei der gesetzlichen sich nach dem Einkommen richtet denke ich, ist es im mD zu teuer.
Rabenvater Staat hilft nicht, von Inflation hat der noch nichts gehört, Nullrunde 2022 und lächerliche 2,8 % mehr ab Dezember.

Mein Tipp, und der ist Ernst gemeint, denn ich würde es so machen, wenn ich nicht so viel verlieren würde: Versuche in die Industrie zu kommen. 15, bzw. mit Transformationsgeld 16 Gehälter, 35 Stunden und eine Branche, bei dem bzgl. staatlicher Hilfen beim Staat das Geld echt locker sitzt.

Bastel

Zitat von: Flash91 in 21.03.2022 09:19
Zitat von: XTinaG in 20.03.2022 14:16
Warum sollte ein Bauingenieur Interesse an einer Verbeamtung im mD haben?

Mittlerer Dienst macht da natürlich keinen Sinn, hatte ich überlesen.

Zur Frage: Nach meiner jetzigen Erfahrung im gD sind die Verbrecher der PKV echt eine Last. Die Höherstufung geht direkt an die, wobei die schwatzenden Vertreter sicher sogar besser verdienen. 2022 zahlen wir denen sogar noch Corona-Zuschlag. Da dem privaten Versicherer deine Besoldung grundsätzlich egal ist, und nicht wie bei der gesetzlichen sich nach dem Einkommen richtet denke ich, ist es im mD zu teuer.
Rabenvater Staat hilft nicht, von Inflation hat der noch nichts gehört, Nullrunde 2022 und lächerliche 2,8 % mehr ab Dezember.

Mein Tipp, und der ist Ernst gemeint, denn ich würde es so machen, wenn ich nicht so viel verlieren würde: Versuche in die Industrie zu kommen. 15, bzw. mit Transformationsgeld 16 Gehälter, 35 Stunden und eine Branche, bei dem bzgl. staatlicher Hilfen beim Staat das Geld echt locker sitzt.

Die Gesetzlichen werden sich auch bald das Geld von der Bevölkerung holen. Hatte Lindner nicht vor kurzem einen höhren Zuschuss abgelehnt? Irgendwer muss halt auch die ganze Corona Abzockerei bezahlen. Wie war das mit kostenlosen Tests und dem ganzen Blödsinn? ::)


WasDennNun

Zitat von: Flash91 in 21.03.2022 09:19
Mein Tipp, und der ist Ernst gemeint, denn ich würde es so machen, wenn ich nicht so viel verlieren würde: Versuche in die Industrie zu kommen. 15, bzw. mit Transformationsgeld 16 Gehälter, 35 Stunden und eine Branche, bei dem bzgl. staatlicher Hilfen beim Staat das Geld echt locker sitzt.
Mein Tipp:
Werde dir darüber klar, dass das was du da schreibst auch eher die Ausnahme denn die Regel in der Industrie ist.

Flash91

Zitat von: WasDennNun in 21.03.2022 11:04
Zitat von: Flash91 in 21.03.2022 09:19
Mein Tipp, und der ist Ernst gemeint, denn ich würde es so machen, wenn ich nicht so viel verlieren würde: Versuche in die Industrie zu kommen. 15, bzw. mit Transformationsgeld 16 Gehälter, 35 Stunden und eine Branche, bei dem bzgl. staatlicher Hilfen beim Staat das Geld echt locker sitzt.
Mein Tipp:
Werde dir darüber klar, dass das was du da schreibst auch eher die Ausnahme denn die Regel in der Industrie ist.

Das ist wohl richtig, und hätte ich dazu erwähnen müssen. Von mir gemeint sind Betriebe, welche sich nach Tarif richten, oder im Tarif sind. Das sind idR alle größeren.
Ich erwähne mal ein provokantes Beispiel: Porsche gönnte sich Kurzarbeitergeld um das Jahr darauf gigantische Gewinnbeteiligungen an die Mitarbeiter auszuzahlen. In der Kurzarbeit gab´s bis zu 96 % vom Grundgehalt. Nicht fair, dumm ist eben nur der, der nicht mitmacht.
Aber ja, dies ist nur ein Ausschnitt.

Bastel

Ist doch schön, wenn der ÖDler mit seinen Beiträgen die gut betuchten IG Metaller unterstützt.

Dafür gibts wieder bald eine Nullrunde.