Autor Thema: [Allg] Operierter Bandscheibenvorfall - Verbeamtung  (Read 4318 times)

Max Mustermann02

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Guten Tag,

ich bin 19 Jahre jung und habe ein Duales Studium beim Finanzamt ergattern dürfen. Die Noten und Mentalität haben wohl gepasst, allerdings wartet jetzt noch der Amtsarzt auf mich. Ich wurde dieses Schuljahr leider aufgrund einer ärztlichen Fehleinschätzung gleich zweimal operiert. Als Auslöser werden mehrere Skiunfälle geahndet. Ich hatte einen doppelten Bandscheibenvorfall, aber aufgrund meines Alters wollte man vorerst nur den größeren Vorfall beseitigen. So kam es dazu, dass ich im September 2021 und Januar 2022 operiert werden musste. Seit der zweiten Operation bin ich aber wieder topfit, mache fast jeden Tag Sport, bin wieder im Fitnessstudio und habe das nötige (präventive-) Wissen erarbeitet (Rückengerecht schlafen, aufstehen, Übungen etc.). Hier kommt leider auch schon meine Sorge: Kann diese Krankheitsgeschichte schon eine Absage bedeuten?

Ich bin mir bewusst, das niemand in eine Glaskugel schauen kann. Aber es macht mich wirklich verrückt, dass es so viele Berichte dazu gibt. Ich habe viele Beiträge zur Thematik gelesen (seit meiner Diagnose), welche von es ist ja "nur" ein Bürojob bis hin zu, ich könnte ja sofort ausfallen.

Ich fühle mich gesund und habe mein Leben sehr stark auf einen sportlichen/rückengerechten Fokus ausgelegt. In der Gegenwart halte ich mich für geeignet, allerdings befürchte ich, dass die Operationen (die recht kurz erst zurückliegen) mir einen Strich durch die Rechnung machen.

Zweck ist es nicht um hier nach Mitleid zu betteln - im Gegenteil. Ich würde mich freuen, falls ich eine reale Rückmeldung zur Chance beim Amtsarzt kriegen könnte und/oder Jemand vielleicht eigene Erfahrungen teilen könnte.
Ich bedanke mich schon einmal im vorraus.

Viele Grüße
« Last Edit: 14.04.2022 02:12 von Admin2 »

Max Mustermann02

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Antw:Operierter Bandscheibenvorfall - Verbeamtung
« Antwort #1 am: 13.04.2022 17:53 »
Ergänzung: Es handelt sich um den Status "Beamter auf Widerruf".

WasDennNun

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Antw:[Allg] Operierter Bandscheibenvorfall - Verbeamtung
« Antwort #2 am: 14.04.2022 06:47 »
Sofern der Amtsarzt der Meinung ist, dass du bis 67+ dem Staaten dienen können wirst, wird er dich für tauglich erklären.

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Antw:[Allg] Operierter Bandscheibenvorfall - Verbeamtung
« Antwort #3 am: 14.04.2022 08:33 »
Sofern der Amtsarzt der Meinung ist, dass du bis 67+ dem Staaten dienen können wirst, wird er dich für tauglich erklären.

Sehe ich bei der Einstellung als Anwärter anders. Da das Beamtenverhältnis auf Widerruf mit der Beendigung der Laufbahnausbildung endet besteht insweit kein Risiko.

@ TE
Ich würde mir keine besonders großen Sorgen machen. Der Amtsarzt trifft erstmal nur eine Prognose für die Zeit der Laufbahnausbildung. Danach wird es eine erneute Untersuchtung geben und dann weisst du mehr.
Ich habe selber deutlich übergewichtige Anwärterinnen gesehen denen vom Amtsarzt deutlich gesagt wurde, dass sie jetzt Zeit haben zum Abnehmen, da es ansonsten nichts mit der Verbeamtung auf Probe wird.

EiTee

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Antw:[Allg] Operierter Bandscheibenvorfall - Verbeamtung
« Antwort #4 am: 14.04.2022 13:24 »
Die Amtsärzte machen das, was sie für richtig halten. Ein zu hoher BMI ist oftmals schon ein Grund, dass es scheitert. Dennoch sind etliche von unseren Anwärtern jenseits eines BMIs von 35 und kommen durch, auch bei der Untersuchung zum BaP und BaL. Wohingegen Rückenleiden und dann auch noch operiert, oftmals ein Ausschluss sind, obwohl alles wieder bestens und der Zustand der Person als topfit bezeichnet werden kann.

Ich kann mich aber auch nur der vorherigen Äußerung anschließen, dass die Untersuchung zum BaW relativ problemlos durch gehen sollte. Alles was danach kommt, wäre reine Spekulation. Ich kann da nur jedem einen vernünftigen Amtsarzt wünschen, der die Sache ordentlich betrachtet und nicht kategorisch aussortiert.

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Antw:[Allg] Operierter Bandscheibenvorfall - Verbeamtung
« Antwort #5 am: 14.04.2022 13:27 »
Ansonsten besteht auch noch die Möglichkeit, im Anschluss an den Vorbereitungsdienst als Tarifbeschäftigter weiterzuarbeiten, was in der Funktionsebene gehobener Dienst durchaus von Vorteil sein könnte.

emdy

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Antw:[Allg] Operierter Bandscheibenvorfall - Verbeamtung
« Antwort #6 am: 14.04.2022 13:47 »
Ansonsten besteht auch noch die Möglichkeit, im Anschluss an den Vorbereitungsdienst als Tarifbeschäftigter weiterzuarbeiten, was in der Funktionsebene gehobener Dienst durchaus von Vorteil sein könnte.

Aber doch nicht für einen jungen Menschen. Der sollte schon versuchen sich verbeamten zu lassen.

Zur Frage: Ich sehe keinen Grund, weshalb zu befürchten ist, dass du einen beträchtlichen Teil deiner Lebensarbeitszeit nicht erbringen können wirst. Nach meinem Verständnis der Kriterien sollte deshalb einer Verbeamtung (auch auf Lebenszeit) nichts im Wege stehen.

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Antw:[Allg] Operierter Bandscheibenvorfall - Verbeamtung
« Antwort #7 am: 14.04.2022 14:09 »
Aber doch nicht für einen jungen Menschen. Der sollte schon versuchen sich verbeamten zu lassen.

Wieso nicht?

Als TB kann man schön in der E10 oder E 11 anfangen und sich nach dem Erlernen der wichtigsten Punkte 5 Jahre später  in der Steuerabteilung eines Großkonzerns einrichten. Und dann über die (wenn überhaupt) A 10 im Finanzamt totlachen.

Max Mustermann02

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Antw:[Allg] Operierter Bandscheibenvorfall - Verbeamtung
« Antwort #8 am: 14.04.2022 14:54 »
Hallo,

vielen Dank für die ganzen Rückmeldungen, das hilft mir tatsächlich sehr ein klareres Bild über die Situation zu bekommen. Also habe ich richtig verstanden, dass der BaW weniger streng als BaP/BaL bewertet wird? Ich hatte leider bis jetzt noch nichts von einer Tarifbeschäftigung gehört. Falls Jemand mehr dazu weiß: Es geht um die Ausbildung/Studium zum Diplom Finanzwirt in Schleswig-Holstein. Ich nehme alle Informationen dankend an.

Nochmal danke an alle!:)

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Antw:[Allg] Operierter Bandscheibenvorfall - Verbeamtung
« Antwort #9 am: 14.04.2022 14:58 »
Hallo,

vielen Dank für die ganzen Rückmeldungen, das hilft mir tatsächlich sehr ein klareres Bild über die Situation zu bekommen. Also habe ich richtig verstanden, dass der BaW weniger streng als BaP/BaL bewertet wird? Ich hatte leider bis jetzt noch nichts von einer Tarifbeschäftigung gehört. Falls Jemand mehr dazu weiß: Es geht um die Ausbildung/Studium zum Diplom Finanzwirt in Schleswig-Holstein. Ich nehme alle Informationen dankend an.

Nochmal danke an alle!:)

Beim Beamtenverhältnis auf Widerruf, das spätestens mit Beendigung der Ausbildung endet, muss der Amtsarzt auch nur eine Prognose für den Ausbildungszeitraum treffen. Insoweit sind die Anforderungen viel geringer.

Eine Tarifbeschäftigung kann z.B. ehemaligen Anwärtern angeboten werden, die für eine Verbeamtung (gesundheitlich) nicht geeignet sind, ansonsten aber schon für die Tätigkeit geeignet wären.

Floki

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Antw:[Allg] Operierter Bandscheibenvorfall - Verbeamtung
« Antwort #10 am: 14.04.2022 15:00 »
Im Übrigen:
Bei nicht allen Behörden erfolgt eine erneute amtsärztliche Untersuchung.
Beispielsweise in NRW: Untersuchung erfolgt bei BaW und sollte diese ohne weitere Beanstandungen erfolgen, war es auch die letzte Untersuchung. So sind aufgetretene Krankheitsbilder, Unfälle oder deutliche Gewichtszunahmen während des Studiums völlig außerhalb des Radars und nicht weiter beachtet worden.

Eine Tarifbeschäftigung in der Finanzverwaltung wird nicht möglich sein. Zumindest nicht vergleichbar mit dem gehobenen Dienst.

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Antw:[Allg] Operierter Bandscheibenvorfall - Verbeamtung
« Antwort #11 am: 14.04.2022 15:02 »
Eine Tarifbeschäftigung in der Finanzverwaltung wird nicht möglich sein. Zumindest nicht vergleichbar mit dem gehobenen Dienst.

Interessehalber: warum nicht?

Floki

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Antw:[Allg] Operierter Bandscheibenvorfall - Verbeamtung
« Antwort #12 am: 14.04.2022 15:07 »
Finanzbehörden üben grundsätzlich hoheitliche Tätigkeiten aus, sodass hier die Beamtenquote bei 99% liegt. Mittlerweile werden zwar Tarifbeschäftigte eingestellt, aber eben nur für Arbeiten, die nicht für Diplom-Finanzwirte gedacht sind.
Ich bin zwar nicht in Schleswig-Holstein tätig, aber es dürfte hier keine Unterschiede geben.

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Antw:[Allg] Operierter Bandscheibenvorfall - Verbeamtung
« Antwort #13 am: 14.04.2022 15:20 »
interessant - ich kenne das nur von anderen Kommunal- und Landesbehörden, wo Beamte wie auch Tarifbeschäftigte hoheitliche Aufgaben wahrnehmen. Dann @TE siehts als TB im Finanzamt wohl nicht so gut aus...

Gerda Schwäbel

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Antw:[Allg] Operierter Bandscheibenvorfall - Verbeamtung
« Antwort #14 am: 14.04.2022 16:38 »
interessant - ich kenne das nur von anderen Kommunal- und Landesbehörden, wo Beamte wie auch Tarifbeschäftigte hoheitliche Aufgaben wahrnehmen.  ...

Ich kenne das auch so, sowohl von der Finanzverwaltung als auch von der Steuerverwaltung. Deshalb bin ich immer wieder überrascht, wenn wenn ich hier lese, dass das nicht möglich sein soll.