Autor Thema: Überlastung des Teams - Personal benötigt - Leitung reagiert nicht  (Read 2358 times)

Peter1970

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Guten Tag,

aktuell ist unser Fachbereich unterbesetzt, was sich auch nicht so schnelle ändern wird. Nun müssen die Kollgen die Tätigkeiten der erkrankten Kollegen übernehmen, was derzeit nicht mehr machbar ist, da es zu viel ist.

Ein Gespräch mit unserem FB-Leiter hat ergeben, dass er das Problem kennt und Personal super wäre, aber er scheut die Beantragung, da er eine Problem mit der Leiitung der Verwaltung hat. Dass hilft uns natürlich nicht weiter und ich erklärte, dass wir nur ungern eine Überlatungsanzeige schreiben wollen.

Was könnten wir als Mitarbeiter tun um Personal zu bekommen? Wie würdet Ihr vorgehen, wenn man weiß das der FB-Leiter die Beantragung scheut.

schönes WE

Peter

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Was könnten wir als Mitarbeiter tun um Personal zu bekommen? Wie würdet Ihr vorgehen, wenn man weiß das der FB-Leiter die Beantragung scheut.

nichts, bzw. gar nicht.

Du und deine Kollegen haben z.B. arbeitsvertraglich eine bestimmte Stundenanzahl pro Woche an Arbeitszeit vereinbart. Deine Pflicht ist es, deine Arbeitsleitung im vereinbarten Umfang zu erbringen. Alles was darüber hinausgeht (z.B. dass nicht ausreichend Personal zur Aufgabenerledigung vorhanden ist) ist nicht dein Problem. Mach es also auch nicht zu deinem Problem.

Freundlicherweise hast du ja schon deiner (mutmaßlichen) Führungskraft das Problem mitgeteilt.

Was ich tun würde: meine Arbeitsleistung erbringen und wenn die Zeit um ist - nach Hause gehen. Wenn mir danach ist, ggf. Gleitzeitguthaben aufbauen.

Alles andere ist Problem des Arbeitgebers.

WasDennNun

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Ergänzend dazu:
Einfach permanent den Vorgesetzten auf die Situation per kurzer Email hinweisen.
(Also "Überlastungsanzeige" an den Linienvorgesetzten halt)
So dass er irgendwann halt das Problem erklären muss, warum er seinen Job nicht macht und dafür sorgt, dass die Arbeit geschafft wird.

Um selbst den A an der W zu halten (wenn man es braucht), kann man bei allen Entscheidung, was nicht erledigt wird den Vorgesetzten eine Liste hinlegen, mitteilen, dass man von den X Aufgaben  nicht alles schaffen kann bis Fristende und er bitte entscheiden möge was wie Priorisiert wird, mit dem Hinweis, dass wenn er sich nicht äußert, man man das als Zustimmung zu der Reihung in der Liste wertet und dass sie von oben ab zu arbeiten ist.

Bibliothekar

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Sehe ich genau wie meine Vorredner. Dein Vorgesetzter muss ja irgendwann schauen, dass er im Zweifel erklären muss, warum sein Bereich die Arbeiten nicht mehr erledigen kann. Das wird sein Verhältnis zur Verwaltung wahrscheinlich auch nicht verbessern. Die Verwaltung wiederum sollte mit einem solchen Antrag eigentlich auch kein Problem haben, sie müssen ja letztlich auch ihrer Fürsorgepflicht als Arbeitgeber nachkommen. Das ist ja nicht gegeben, wenn der Reihe nach alle Bediensteten ausfallen.

Britta2

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Dumm gelaufen wenn - wie bei uns - der FB-Leiter der Einzige mit befristetem Vertrag ist.
Wenn die Verwaltungsleitung entscheidet, keine weitere Stelle verfügbar zu haben und vom FB-Leiter gefordert wird, dass sein Team gefälligst die anliegenden Arbeiten erledigt - wer hat die A-Karte?
Wer es auf ein Kräftemessen anlegt und erklärt "mehr kann ich nicht" - und einen unbefristeten Vertrag hat - der kann Zuschauer spielen ... Wenn der FB-Leiter den Druck auf Dauer irgendwann nicht mehr aushält - muss er sich entscheiden: entweder selbst öfter krank zu sein oder zu kündigen. Wer hat gewonnen? Keiner!

Peter1970

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Dass hilft, vielen Dank für die Infos. Aber jetzt wird genervt, so wie es Bibliothekar und WasDennNun sagte. Irgendwann muss etwas geschehen. Und die Verwaltung muss auch checken, dass man auch neue Planstellen benötigt

Bernstein

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Ich glaube nicht, dass man neue Planstellen schaffen wird, "nur" weil ein hoher Krankenstand vorhanden ist.
Aber man kennt oftmals die Krankheiten der Kollegen und kann durchaus gut abschätzen, wer längere Zeit nicht wieder arbeitsfähig ist. Da könnte man zumindest mal darauf hinweisen, ohne Namen zu nennen natürlicht, dass auch Einstellungen für die Dauer der Erkrankung möglich sind. Ob diese dann erfolgreich sind, steht natürlich auf einem ganz anderen Blatt.

DiVO

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Mein Tipp: Mach nicht die Probleme deines Arbeitgebers zu deinen eigenen!

Du hast einen Vertrag mit einer bestimmten Stundenanzahl, die du leisten musst. Die zu erbringende Leistung hat mittlerer Art und Güte zu entsprechen - und das kriegst du hin.

Ich weiß, dass es mental schwer ist nach Hause zu gehen und zu wissen, dass noch viel offene Arbeit da ist. Das ist aber nicht dein Problem. Je mehr ihr versucht das Ganze abzufangen und auszugleichen, umso später wird euer Arbeitgeber reagieren. Frei nach dem Motto: Die kompensieren das ja fast vollständig, da muss ich ja nicht eingreifen.

Johann

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Wie es auf jeden Fall nicht besser wird: Wenn du entscheidest, dir besonders viel Mühe zu geben und ganz besonders lange zu arbeiten und die anfallende Arbeit mit viel Aufwand gerade so noch geschafft wird.

Dabei passieren nämlich zwei Dinge:
- Von oben wird lediglich gesehen "Funktioniert ja. Was meckern die denn immer, wenn doch alles klappt?"
- Du kriegst noch einen drauf, weil irgendwann im Jahr das Stundenkonto auf Wert x gekürzt wird, weils so in der DV festgehalten ist und dich ja niemand angewiesen hat, so lange zu arbeiten.

ElBarto

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Die Führungskraft nerven ist eine Sache.
Aber auch da würde ich mir persönlich eine Frist setzen und wenn die Führungskraft nichts tut, selber eskalieren (zusammen mit den anderen Kollegen.

Vielleicht besteht dann die Chance kurzfristig Unterstützung aus anderen Bereichen zu erhalten.

Ruhighalten der FK zur Liebe bringt nichts. Eine FK muss auch für ihre Untergebenen etwas tun sonst ist sie keine FK und fehl am Platze. Und selbst wenn es an der Geschäftsführung scheitert und die FK gegangen wird, dann bleibt zumindest die Hoffnung, dass die neue FK ihren Job macht und einen besseren Draht zur GF hat.

Dienst nach Vorschrift um zu zeigen, dass es einfach so nicht reicht versteht sich von selbst.

Organisator

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Aber auch da würde ich mir persönlich eine Frist setzen und wenn die Führungskraft nichts tut, selber eskalieren (zusammen mit den anderen Kollegen.

Und damit eine Abmahnung riskieren, weil man Sachen gemacht hat, die nicht zu den übertragenen Aufgaben gehören.

EDV Sachverständiger

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Aber auch da würde ich mir persönlich eine Frist setzen und wenn die Führungskraft nichts tut, selber eskalieren (zusammen mit den anderen Kollegen.

Und damit eine Abmahnung riskieren, weil man Sachen gemacht hat, die nicht zu den übertragenen Aufgaben gehören.
Man kann doch Richtung Personalrat eskalieren? Dafür ist der doch u.a. auch zuständig, oder?

WasDennNun

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Aber auch da würde ich mir persönlich eine Frist setzen und wenn die Führungskraft nichts tut, selber eskalieren (zusammen mit den anderen Kollegen.

Und damit eine Abmahnung riskieren, weil man Sachen gemacht hat, die nicht zu den übertragenen Aufgaben gehören.
Man kann doch Richtung Personalrat eskalieren? Dafür ist der doch u.a. auch zuständig, oder?
Kann grade im Gesetz NPersVg nicht finden, womit du diese Zuständigkeit begründen kannst.
Informell ist da sicher der PR einbeziehbar, auch als Sprachrohr und Vermittler der Probleme an entsprechenden Stellen, damit die Betroffenen anonym bleiben können.

Proaktive Handhabe hat der PR da aber keine.
Und gegen eine Abmahnung angehen, die ausgesprochen wird, weil jemand Dinge ausübt zu der er nicht befugt ist….

ElBarto

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Zitat
Proaktive Handhabe hat der PR da aber keine.
Und gegen eine Abmahnung angehen, die ausgesprochen wird, weil jemand Dinge ausübt zu der er nicht befugt ist….


Spätestens bei der Abmahnung wäre der PR/BR definitiv an Bord.

Wenn es um Überlastungsanzeigen geht sollte aber jeder PR/BR grundsätzlich bereit sein sich einzubinden, immerhin ist das Wohl der Mitarbeiter seine Hauptaufgabe.

Und wenn der AG hier eine Abmahnung ausspricht weil man auf Missstände (die  Überlastung) hinweist, dann sollte man überlegen, ob das überhaupt der richtige Arbeitgeber für einen ist. Klar leichter gesagt als getan, aber zumindest die jüngeren und ledigen Kollegen ohne Schulden sollten da ins Grübeln kommen und Konsequenzen ziehen.

Organisator

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Und wenn der AG hier eine Abmahnung ausspricht weil man auf Missstände (die  Überlastung) hinweist, dann sollte man überlegen, ob das überhaupt der richtige Arbeitgeber für einen ist. Klar leichter gesagt als getan, aber zumindest die jüngeren und ledigen Kollegen ohne Schulden sollten da ins Grübeln kommen und Konsequenzen ziehen.

Es kommt darauf an, wo und bei wem man auf die Missstände hinweist. Üblich und erforderlich ist dabei, die direkte Führungskraft anzusprechen. Ggf. auch die übernächste Führungskraft. Sich z.B. an die Presse zu wenden, hingegen nicht. Darauf wollte ich bei dem angesprochenen "Eskalieren" hinaus.

Grundsätzlich gilt, dass die Rollen und Aufgaben klar durch den Arbeitsvertrag geregelt sind. Wer sich vertragswidrig verhält, muss die Folgen daraus tragen wollen.