Autor Thema: Tarifrunde 2023  (Read 283302 times)

Pensionär007

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Antw:Tarifrunde 2023
« Antwort #1320 am: 16.04.2023 10:04 »
Wenn deine Frau im Herbst wieder arbeiten geht, sollte sie nach meinem Rechtsverständnis dann ggf. anteilig die monatliche gestückelte Ausgleichszahlung erhalten

BalBund

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Antw:Tarifrunde 2023
« Antwort #1321 am: 16.04.2023 10:09 »
Nachdem die ersten zehn Frustseiten raus sind auch mal was von mir.

Sind ja alles schöne Rechenspiele von Dir Brain, aber am Ende eben nicht zielführend. Der Umstand, dass Du mit dem Abschluss leben könntest ist nun allen bekannt, mehr als diese Einzelmeinung ist es eben aber auch nicht.

Der Abschluss wäre, verglichen mit den durchaus nicht unberechtigten Forderungen vor der Runde, ein schwacher. Die VKA hätte damit durchgesetzt, was von Anfang an ihr Ziel war, möglichst lange in 2023 die Null stehen zu lassen um die bereits beschlossenen Haushalte nicht weiter zu belasten. 3k Inflationsprämie waren nämlich in der Zuweisung des Landes für die Kommunen schon enthalten, alles weitere müssen sie aus eigenen Mitteln erwirtschaften, durch Einsparung oder Gebührenanpassungen.
Für 2024 schmerzen 5,5% nicht so sehr, weil erstens auch hier eine Karenzzeit bis zum Wirksamwerden gilt und zweitens  man in der aktuellen Haushaltsaufstellung die Personalmittel beim Land geltend machen kann.

Und die Gewerkschaften? Die werden genau Brains Sprech aufgreifen und zeigen, wie viel die Angestellten nun mehr bekommen - wenn auch bedauerlicherweise nicht tabellenwirksam - und dabei bewusst ausblenden, dass ALLE anderen (von ihnen mitverhandelte) Flächentarifverträge in diesem Jahr eine Steigerung für 2023 um mindestens 3,x% PLUS die 3k in zwei Tranchen enthalten haben.

Wenn sich die Mitglieder der Gewerkschaften da über den Tisch gezogen fühlen bin ich da voll dabei, es zeigt wieder einmal, dass das Konstrukt politischer Fallgestaltungen deutlich weniger effektiv ist als in der Privatwirtschaft, weil das Wohl und Wehe der Gewerkschaftsführer eben von den politischen Akteuren abhängig ist. Da kann man nun Systemkritik üben, aber helfen wird das auch nichts.

Es bleibt also nur zu hoffen, dass die Gewerkschaft ihre Mitglieder befragt und ein möglichst deutliches Votum einholt von denen die den Spatz wollen, aber auch jenen die auf die Taube zielen. Allerdings fürchte ich, die Tarifkommission wird das wieder heimlich still und leise im kleinen Kreis abräumen.

Fazit falls die Einigung so kommt:
Die Kommunen sind zufrieden, das ächzen gehört zum politischen Klappern.
 
Der Bund schmeisst eine Party im BMF, weil so viel Geld eingespart wurde und man mit den 3 Mrd. Haushaltsmittel nun doch auskommen könnte - zumindest beim aktuellen Entwurf des BBAnpVG.

Die Beschäftigten bekommen dank notwendiger Anpassungen in PVSPlus und Co die Zahlung im August erstmals und haben bis dahin die berühmte A*Karte, wie viel die 5,5% real kommendes Jahr Wert sein wird, wissen sie erst wenn DeStatis die Zahlen vorgelegt hat, aber der Trend ist klar erkennbar, man arbeitet in Zukunft günstiger für seinen AG.

Ozymandias

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Antw:Tarifrunde 2023
« Antwort #1322 am: 16.04.2023 10:24 »
Man darf in dem Zusammenhang auch nicht vergessen, dass das Bürgergeld zum 01.01.2023 deutlich erhöht wurde, fast 200 Euro mtl. für Ehepaar mit 2 Kindern.

Dadurch ist das Mindestabstandsgebot ab dem 01.01.2023 verletzt.

Daher muss man ganz genau schauen wie das Jahr 2023 behandelt wird und ob die Einmalzahlungen in diesem Zusammenhang sachgerecht sind.

Bundesbeamter123

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Antw:Tarifrunde 2023
« Antwort #1323 am: 16.04.2023 10:24 »
Nachdem die ersten zehn Frustseiten raus sind auch mal was von mir.

Sind ja alles schöne Rechenspiele von Dir Brain, aber am Ende eben nicht zielführend. Der Umstand, dass Du mit dem Abschluss leben könntest ist nun allen bekannt, mehr als diese Einzelmeinung ist es eben aber auch nicht.

Der Abschluss wäre, verglichen mit den durchaus nicht unberechtigten Forderungen vor der Runde, ein schwacher. Die VKA hätte damit durchgesetzt, was von Anfang an ihr Ziel war, möglichst lange in 2023 die Null stehen zu lassen um die bereits beschlossenen Haushalte nicht weiter zu belasten. 3k Inflationsprämie waren nämlich in der Zuweisung des Landes für die Kommunen schon enthalten, alles weitere müssen sie aus eigenen Mitteln erwirtschaften, durch Einsparung oder Gebührenanpassungen.
Für 2024 schmerzen 5,5% nicht so sehr, weil erstens auch hier eine Karenzzeit bis zum Wirksamwerden gilt und zweitens  man in der aktuellen Haushaltsaufstellung die Personalmittel beim Land geltend machen kann.

Und die Gewerkschaften? Die werden genau Brains Sprech aufgreifen und zeigen, wie viel die Angestellten nun mehr bekommen - wenn auch bedauerlicherweise nicht tabellenwirksam - und dabei bewusst ausblenden, dass ALLE anderen (von ihnen mitverhandelte) Flächentarifverträge in diesem Jahr eine Steigerung für 2023 um mindestens 3,x% PLUS die 3k in zwei Tranchen enthalten haben.

Wenn sich die Mitglieder der Gewerkschaften da über den Tisch gezogen fühlen bin ich da voll dabei, es zeigt wieder einmal, dass das Konstrukt politischer Fallgestaltungen deutlich weniger effektiv ist als in der Privatwirtschaft, weil das Wohl und Wehe der Gewerkschaftsführer eben von den politischen Akteuren abhängig ist. Da kann man nun Systemkritik üben, aber helfen wird das auch nichts.

Es bleibt also nur zu hoffen, dass die Gewerkschaft ihre Mitglieder befragt und ein möglichst deutliches Votum einholt von denen die den Spatz wollen, aber auch jenen die auf die Taube zielen. Allerdings fürchte ich, die Tarifkommission wird das wieder heimlich still und leise im kleinen Kreis abräumen.

Fazit falls die Einigung so kommt:
Die Kommunen sind zufrieden, das ächzen gehört zum politischen Klappern.
 
Der Bund schmeisst eine Party im BMF, weil so viel Geld eingespart wurde und man mit den 3 Mrd. Haushaltsmittel nun doch auskommen könnte - zumindest beim aktuellen Entwurf des BBAnpVG.

Die Beschäftigten bekommen dank notwendiger Anpassungen in PVSPlus und Co die Zahlung im August erstmals und haben bis dahin die berühmte A*Karte, wie viel die 5,5% real kommendes Jahr Wert sein wird, wissen sie erst wenn DeStatis die Zahlen vorgelegt hat, aber der Trend ist klar erkennbar, man arbeitet in Zukunft günstiger für seinen AG.

D.h. Du gehst auch davon aus, dass der 200-€ Sockel nicht auf die Beamten übertragen wird?

Prüfer SH

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Antw:Tarifrunde 2023
« Antwort #1324 am: 16.04.2023 10:25 »
Ich bin absolut überzeugt, dass es bei einer Befragung Zuspruch geben würde - leider.

lotsch

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Antw:Tarifrunde 2023
« Antwort #1325 am: 16.04.2023 10:31 »
Im Jahr 1923 vor genau 100 Jahren (Hyperinflation) wurden 25 % aller Beamten entlassen. Ich höre gerade einen Podcast darüber.

Versuch

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Antw:Tarifrunde 2023
« Antwort #1326 am: 16.04.2023 10:43 »
Ich bin absolut überzeugt, dass es bei einer Befragung Zuspruch geben würde - leider.

Ja, weil die meisten nicht rechnen können und sich dann nächstes Jahr wundern, warum die nicht mehr so viel für ihr mehr Geld kaufen können.

Rollo83

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Antw:Tarifrunde 2023
« Antwort #1327 am: 16.04.2023 10:56 »
Im Jahr 1923 vor genau 100 Jahren (Hyperinflation) wurden 25 % aller Beamten entlassen. Ich höre gerade einen Podcast darüber.

Ich weiß nicht wie es 1923 aus sah aber heute sind so viele Stellen unbesetzt, egal in welcher Behörde und welchem Bereich, man kann also nicht einen einzigen Beamten entlassen.
Gibt es überhaupt einen Bereich (Bundeswehr, Polizei, Feuerwehr, Kommunen usw.) wo kein Mangel herrscht?
Kann man als Beamter überhaupt so einfach entlassen werden?

BalBund

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Antw:Tarifrunde 2023
« Antwort #1328 am: 16.04.2023 11:00 »
D.h. Du gehst auch davon aus, dass der 200-€ Sockel nicht auf die Beamten übertragen wird?

Ich sehe haushalterisch keine Machbarkeit dafür, das Stichwort Abstandsgebot wurde ja schon mehrfach genannt.

Ohne Not wird zumindest der BMF nicht zulassen, dass es weiter unterschritten wird und man Karlsruhe noch mehr Munition frei Haus liefert.

Ich vermute eher, man wird sich an Thüringen und anderen Landesparlamenten orientieren und den Beamten eine Steigerung von 2,x% auf die Tabelle geben, im kommenden Jahr die 5,2% dann abzüglich der Mitwirkung an der Pension. Damit wären wir dann auch bei den 7,5%, die ich zum Auftakt der TV geschätzt hatte für die Beamtenschaft  ;)

Prüfer SH

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Antw:Tarifrunde 2023
« Antwort #1329 am: 16.04.2023 11:14 »
Also im Landesbereich wurden regelmäßig auch die Mindestbeträge mit übertragen. Letztlich auch konsequent zur ohnehin verfassungswidrigen Besoldung.  ;D

Versuch

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Antw:Tarifrunde 2023
« Antwort #1330 am: 16.04.2023 11:22 »
D.h. Du gehst auch davon aus, dass der 200-€ Sockel nicht auf die Beamten übertragen wird?

Ich sehe haushalterisch keine Machbarkeit dafür, das Stichwort Abstandsgebot wurde ja schon mehrfach genannt.

Ohne Not wird zumindest der BMF nicht zulassen, dass es weiter unterschritten wird und man Karlsruhe noch mehr Munition frei Haus liefert.

Ich vermute eher, man wird sich an Thüringen und anderen Landesparlamenten orientieren und den Beamten eine Steigerung von 2,x% auf die Tabelle geben, im kommenden Jahr die 5,2% dann abzüglich der Mitwirkung an der Pension. Damit wären wir dann auch bei den 7,5%, die ich zum Auftakt der TV geschätzt hatte für die Beamtenschaft  ;)

Und selbst das wäre massiv zu wenig.

Euch wird seit Jahren weniger Geld bezahlt und ihr seid immer zufrieden?
Das macht mich fassungslos...

Rollo83

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Antw:Tarifrunde 2023
« Antwort #1331 am: 16.04.2023 11:26 »
Die Besoldung ist doch sowieso verfassungswidrig und das Abstandsgebot wird doch sowieso nicht eingehalten, da würde der Sockelbetrag von 200€ doch jetzt auch keinen wirklichen Unterschied mehr machen.
Das solch ein Sockelbetrag für untere Stufe natürlich eine deutlich stärkere Erhöhung aus macht als bei den hohen Stufen ist ja logische Mathematik.

Im Endeffekt ist das aber alles nur ins Blaue diskutiert was wir hier machen.
Wir müssen jetzt erst mal abwarten ob es dieses Angebot wirklich so gibt. Wenn es dieses Angebot wirklich gibt ist dazu erst mal abzuwarten ob es wirklich angenommen wird.
Dann wird’s interessant, aber als Beamte haben wir doch sowieso absolut keine Chance irgendetwas dagegen zu machen, oder?
Selbst wenn man uns mit einer 0 Runde abspeisen würde, was bliebe uns übrig?
Ich würde sogar kündigen mit Anspruch auf dieses Altersgeld aber selbst da muss der Dienstherr ja noch sein OK geben und genau daran wird es scheitern. Ich kann also kündigen und werde für meine Jahre in der Rentenversicherung nachversichert. Alles klar, gute Nacht.


emdy

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Antw:Tarifrunde 2023
« Antwort #1333 am: 16.04.2023 12:08 »
Kurzer Hinweis für alle, die nicht bereits seit Jahren die Diskussion über die Rechtsprechung zur Besoldung verfolgen:

Mindestabstandsgebot = Abstand der Besoldung zur Grundsicherung muss gewahrt werden

Abstandsgebot = Abstand zwischen den Besoldungsgruppen (A9, A10...) muss gewahrt werden


Blablublu

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Antw:Tarifrunde 2023
« Antwort #1334 am: 16.04.2023 12:53 »
Da es sich aber bei den 200 Euro um einen Sockelbetrag handelt und nicht um einen Mindestbetrag dürften diese das Abstandsgebot zwischen den Besoldungsgruppen in absoluten Zahlen nicht betreffen und relativ nur sehr gering. Hier ein Beispiel Beamter A 1000 Euro vor Besoldungsanpassung, Beamter B 1100 Euro vor Besoldungsanpassung. Absolute Differenz: 100 Euro relative Differenz: 10 %. Nach Besoldungsanpassung 200 Euro Sockel plus 5,3 % (0,2 % Versorgungsrücklage) hat Beamter A 1263,60 Euro Beamter B: 1368,90 Euro Absolute Differenz: 105,30 Euro und relative Differenz: 8,33 %.

Problem ist hier natürlich der Entwurf des BBVAngG der aufgrund der Abschmelzbeträge die möglichen Einebnungen schon ausreizt...

Es bleibt also spannend. Wobei mein Tipp eine prozentuale Erhöhung von 9 % über alle Besoldungsgruppen ohne Sockelbetrag wäre...