Autor Thema: Tarifrunde 2023  (Read 281254 times)

Finanzer

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Antw:Tarifrunde 2023
« Antwort #360 am: 23.02.2023 14:21 »

Wie soll man sich denn eine "Einigung ohne formales Angebot" vorstellen?

Die Vertreter der Gewerkschaften rollen sich auf den Rücken und nehmen alles hin, was die Gegenseite vorschlägt?

InVinoVeritas

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Antw:Tarifrunde 2023
« Antwort #361 am: 23.02.2023 14:28 »

Wie soll man sich denn eine "Einigung ohne formales Angebot" vorstellen?

Die Vertreter der Gewerkschaften rollen sich auf den Rücken und nehmen alles hin, was die Gegenseite vorschlägt?


Oder man setzt 1:1 die Forderung um, dann braucht man kein Angebot machen

ChristopherBlair

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Antw:Tarifrunde 2023
« Antwort #362 am: 23.02.2023 14:31 »

Also bei 5,70% auf 30 Monaten was umgerechnet 2,28% auf 12 Monate wären müsste ich echt mal fragen was die Gewerkschaft bitte für einen Nutzen hat.
Mit 10,5% ins Rennen gehen und bei 2,27% raus kommen, sorry, das wäre an Lächerlichkeit kaum zu überbieten.
Aber es steht ja auch JEDEM Angestellten oder Beamten frei zu kündigen bzw. um Entlassung zu bitten, ich denke da tatsächlich schon länger drüber nach. Das hat zwar primär nicht mit der Bezahlung bzw. bei mir mit der Besoldung zu tun aber solche jämmerlichen Tarifabschlüsse motivieren mich ungemein in die Industrie zu wechseln und mir ein Unternehmen mit Tarif IG Metall auszusuchen. Auch dort werden Fachkräfte gesucht.
Eine Pension ist zwar attraktiv aber wer weiß was damit passiert wenn es mal so weit ist.



Wenn ein solches Ergebnis kommt werden die steuerfreien Einmalzahlungen in den über die Medien genannten Prozentwert mit eingerechnet.

Die Schlagzeile lautet: "10,5% gefordert und 7,5% erreicht!"

Nicht kommuniziert wird aber, dass die Laufzeit nicht 12 Monate, sondern 24-30 Monate sein werden.

Die Statements von Gewerkschaften und Arbeitgebern werden sinngemäß wie in den vergangenen Tarifrunden sein.
Gewerkschaften: "Das sind durchschnittlich 7,5% in der untersten Gruppe, ein ordentlicher Schluck aus der Pulle, unter den Gegebenheiten kein Grund zum Feiern, aber gerade für der Inflation besonders belasteten unteren Entgeltgruppen und die Einsteiger in den oberen Entgeltgruppen ein wichtiges Signal...bla-bla-bla".

Arbeitgeber: "Wir sind eigentlich weit über unsere finanziellen Möglichkeiten hinausgegangen. Ein viel zu hoher Abschluss, den die Bürger*innen durch steigende Gebühren sehr teuer kommen wird. Durch die lange Laufzeit haben wir aber Planungssicherheit und weitere Streiks konnten vermieden werden... bla-blub-sülz".


Rollo83

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Antw:Tarifrunde 2023
« Antwort #363 am: 23.02.2023 14:54 »

Also bei 5,70% auf 30 Monaten was umgerechnet 2,28% auf 12 Monate wären müsste ich echt mal fragen was die Gewerkschaft bitte für einen Nutzen hat.
Mit 10,5% ins Rennen gehen und bei 2,27% raus kommen, sorry, das wäre an Lächerlichkeit kaum zu überbieten.
Aber es steht ja auch JEDEM Angestellten oder Beamten frei zu kündigen bzw. um Entlassung zu bitten, ich denke da tatsächlich schon länger drüber nach. Das hat zwar primär nicht mit der Bezahlung bzw. bei mir mit der Besoldung zu tun aber solche jämmerlichen Tarifabschlüsse motivieren mich ungemein in die Industrie zu wechseln und mir ein Unternehmen mit Tarif IG Metall auszusuchen. Auch dort werden Fachkräfte gesucht.
Eine Pension ist zwar attraktiv aber wer weiß was damit passiert wenn es mal so weit ist.



Wenn ein solches Ergebnis kommt werden die steuerfreien Einmalzahlungen in den über die Medien genannten Prozentwert mit eingerechnet.

Die Schlagzeile lautet: "10,5% gefordert und 7,5% erreicht!"

Nicht kommuniziert wird aber, dass die Laufzeit nicht 12 Monate, sondern 24-30 Monate sein werden.

Die Statements von Gewerkschaften und Arbeitgebern werden sinngemäß wie in den vergangenen Tarifrunden sein.
Gewerkschaften: "Das sind durchschnittlich 7,5% in der untersten Gruppe, ein ordentlicher Schluck aus der Pulle, unter den Gegebenheiten kein Grund zum Feiern, aber gerade für der Inflation besonders belasteten unteren Entgeltgruppen und die Einsteiger in den oberen Entgeltgruppen ein wichtiges Signal...bla-bla-bla".

Arbeitgeber: "Wir sind eigentlich weit über unsere finanziellen Möglichkeiten hinausgegangen. Ein viel zu hoher Abschluss, den die Bürger*innen durch steigende Gebühren sehr teuer kommen wird. Durch die lange Laufzeit haben wir aber Planungssicherheit und weitere Streiks konnten vermieden werden... bla-blub-sülz".

Leider ein realistisches Szenario, welche Konsequenzen solch ein jämmerlicher Abschluss mit sich bringt muss dann jeder für sich selbst feststellen.
Ich will jetzt hier sicherlich nicht sagen das man sich absichtlich krank schreiben lässt, aber ich zB gehe jetzt in das 4. Jahre am Stück ohne einen Tag krank gewesen zu sein. Wenn es mir nicht gut ging habe ich drauf verzichtet und im HomeOffice gearbeitet. Manchmal frage ich mich wirklich warum ich dies mache, wahrscheinlich einfach Dummheit oder eine zu positive Einstellung.

Dunkelbunter

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Antw:Tarifrunde 2023
« Antwort #364 am: 23.02.2023 15:04 »
Es heisst doch im Schnitt:
Also
2023: 8%
2024: 5%
2025 (6 Monate): 4,1 %

wäre im Schnitt ja auch 5,7%  ;)

PolareuD

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Antw:Tarifrunde 2023
« Antwort #365 am: 23.02.2023 15:17 »
Es heisst doch im Schnitt:
Also
2023: 8%
2024: 5%
2025 (6 Monate): 4,1 %

wäre im Schnitt ja auch 5,7%  ;)

Damit könnte man zumindest schon mal etwas anfangen.  ;)

Dunkelbunter

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Antw:Tarifrunde 2023
« Antwort #366 am: 23.02.2023 15:18 »
Es heisst doch im Schnitt:
Also
2023: 8%
2024: 5%
2025 (6 Monate): 4,1 %

wäre im Schnitt ja auch 5,7%  ;)

Damit könnte man zumindest schon mal etwas anfangen.  ;)

Noch lieber wäre mir natürlich
30x 5,7%, weil dann würde man den Schnitt auch halten  ;D

fcesc4

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Antw:Tarifrunde 2023
« Antwort #367 am: 23.02.2023 15:24 »
Dann doch lieber 24 Monate jeweils 6% + Einmalzahlung  + 40 Std.

micha77

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Antw:Tarifrunde 2023
« Antwort #368 am: 23.02.2023 15:38 »
Wer hatte das vor einiger Zeit schon mal geschrieben?

5.5% in 2023
4.5% in 2024 bis Mitte 2025
+ Einmalzahlung(en?) 1000/1500€?

Das ist glaube ich realistisch.

Pensionär007

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Antw:Tarifrunde 2023
« Antwort #369 am: 23.02.2023 15:56 »
Ja, das war vor einiger Zeit mal geschrieben worden und sollte so oder so ähnlich auch kommen.

Bastel

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Antw:Tarifrunde 2023
« Antwort #370 am: 23.02.2023 16:15 »
Dann muss das BMI bald auch noch die A6 streichen, damit wir kein Harz4 Niveau haben ;D

Frankeee2022

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Antw:Tarifrunde 2023
« Antwort #371 am: 23.02.2023 16:21 »
Hatten wir die VKA-Presseinformation vom 22. Februar 2023 hier schon?

Zitat
„Dass die Gewerkschaften direkt nach der ersten Verhandlungsrunde öffentlichkeitswirksam ein Angebot einfordern, gehört auch zu den üblichen, antiquierten Ritualen. Wir werden in der zweiten Verhandlungsrunde über viele Themen und Probleme sprechen, die wir nur gemeinsam lösen können. Daher will ich dem Verhandlungsverlauf nicht vorgreifen, sondern sehe ihm mit Spannung und Erwartung zugleich entgegen.

Uns ist wichtig, dass wir konstruktiv verhandeln, mit dem festen beidseitigen Willen, am Ende einen tragfähigen Abschluss zu erzielen. Letztlich brauchen und wollen wir ein Gesamtpaket, das Planungssicherheit gibt und finanziell verkraftbar ist, aber vor allem, die Problemlagen beider Seiten berücksichtigt. Das stärkt die Struktur und garantiert die zukünftige Aufgabenerfüllung durch den öffentlichen Dienst. Ob und wann wir ein Angebot abgeben oder auch ohne ein formales Angebot zu einer Einigung kommen, hängt vom konkreten Verhandlungsverlauf ab, dem ich nicht vorgreifen möchte.“
Wie soll man sich denn eine "Einigung ohne formales Angebot" vorstellen?


Also eine Einigung ohne formales Angebot klingt doch wunderbar. Ich möchte auch gerne von dem Zeug rauchen, welches die Dame zu sich genommen hat. Scheint die Fantasie anzuregen.

Rollo83

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Antw:Tarifrunde 2023
« Antwort #372 am: 23.02.2023 16:53 »
Wer hatte das vor einiger Zeit schon mal geschrieben?

5.5% in 2023
4.5% in 2024 bis Mitte 2025
+ Einmalzahlung(en?) 1000/1500€?

Das ist glaube ich realistisch.

Wenn das kommt wär das tatsächlich auch nicht das schlechteste Geschäft.
Reallohnverlust ist natürlich weiterhin vorhanden aber 10% auf 30 Monate klingt auch gar nicht so extrem weit von 10,5% auf 12 Monate weg. Die Forderung ist ja eh komplett unrealistisch und die 500€ Sockelbetrag sowieso.

Jambalaya

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Antw:Tarifrunde 2023
« Antwort #373 am: 23.02.2023 17:06 »
Also keine Ahnung was hier einige an Hoffnungen hegen, aber 5 Prozent in einem Jahr und dann nochmal 4 Prozent sind sowas von absolut unrealistisch, das sollte sich jeder aus dem Kopf schlagen, wer darüber fabuliert. So einen Abschluss mit tabellenwirksamen Erhöhungsbeträgen wird es niemals nicht geben. 5,7 % auf 30 Monate ist zwar auch nicht das Ende der Fahnenstange, aber sicher auch nicht viel drüber. Ich denke so 3 Prozent pro Jahr und dann noch Sonderzahlungen pro Jahr, abschmelzend je höher die Besoldungsstufe. Somit bekommt dann ein (zB) A12er 600 Euro pro Jahr plus 3,0 % (im ersten Jahr minus 0,2% Rücklage) und dann im zweiten Wirkjahr nochmal 3 Prozent. Wenn es ganz ideal kommt, dann vielleicht sogar 3,2 im zweiten Jahr. Das wird wie bereits geschrieben alles anders dargestellt vor der versammelten Presse, aber das zählt ja nichts. Entscheidend sind die knallharten tabellenwirksamen Erhöhungen und die werden mager ausfallen in Anebtracht der Forderungen.

PolareuD

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Antw:Tarifrunde 2023
« Antwort #374 am: 23.02.2023 17:11 »
Mit der Startforderung von Verdi und Co. wird aber auch nur eine erste Duftmarke gesetzt mit Aussage mit 3% braucht ihr uns gar nicht erst kommen. Bei um die 5% nehmen wir euch überhaupt erst ernst.



Wenn das kommt wär das tatsächlich auch nicht das schlechteste Geschäft.
Reallohnverlust ist natürlich weiterhin vorhanden aber 10% auf 30 Monate klingt auch gar nicht so extrem weit von 10,5% auf 12 Monate weg. Die Forderung ist ja eh komplett unrealistisch und die 500€ Sockelbetrag sowieso.