Autor Thema: Tarifrunde 2023  (Read 283176 times)

WasDennNun

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Antw:Tarifrunde 2023
« Antwort #645 am: 11.03.2023 07:56 »
Du hast doch eine passende Definition zitiert vom iwköln. Meine Quelle ist ganz ähnlich, so zahlt man die oberen 10% als einkommensreich.
Selbstverständlich habe ich die PKV bereits abgezogen.

Insofern beschreibst du es ganz gut, dass es zwischen objektiven Einkommensreichtum und dem subjektiven eine Diskrepanz vorliegt

Vergleichsgruppe ist übrigens ganz Deutschland
Das erschreckende ist doch, dass eine vierköpfige Familie ca. das Medianeinkommen benötigt um nicht auf Bürgergeld angewiesen zu sein.
Und das Menschen wie Merz ebenfalls denken, sie wären nicht großartig wohlhabend, da muss man sich auch nicht wundern, dass der A12 sich auch nur im unteren Mittelstand fühlt, obwohl er zu den Top10 gehört.

Tagelöhner

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Antw:Tarifrunde 2023
« Antwort #646 am: 11.03.2023 08:03 »
Wir brauchen einfach mehr Billiglöhner und Harzis in Deutschland. Dann gehört der A10er bald zu den reichsten 5 Prozent.

Sehe aktuell keine Entwicklung, die in eine andere Richtung deutet. Massenzuwanderung ist voll im Gang, unser Sozialsystem stellt für viele Völker auf dieser Welt puren Luxus dar, für den es sich lohnt tausende Kilometer zu reisen und illegalen Schleppern die letzten Ersparnisse abzudrücken.

Die Deindustrialisierung ist ebenfalls im vollen Gang und damit wird die Quelle des hiesigen Wohlstandes der letzten 50-60 Jahre nach und nach abgewürgt. Zwei Entwicklungen, die irgendwann zum Schwur führen müssen wenn sich daran nichts aufhalten lässt.
« Last Edit: 11.03.2023 08:13 von Tagelöhner »

ChRosFw

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Antw:Tarifrunde 2023
« Antwort #647 am: 11.03.2023 10:33 »
Gespräch mit einem Vermieter in einem Altbauviertel aus einer der deutschen Großstädte, er selbst lebt dort seit seiner Kindheit:

„Früher lebten hier Menschen wie Anwälte, Ärzte, Professoren, HÖHERE VERWALTUNGSBEAMTE, Künstler… Eben die gesellschaftliche Bildungsschicht, Menschen die eine verantwortungsvolle Rolle für die Gesellschaft übernommen haben. Heute leben hier nur noch Neureiche und Menschen, die selber nicht mehr arbeiten. Es ist unerträglich geworden.“

Ich glaube das trifft es ganz gut und zeigt, welchen gesellschaftlichen Abstieg das Beamtentum genommen hat.

Und es ist ein Irrglaube, mit irgendeinem durch eine nichtselbständige Tätigkeit erwirtschafteten Einkommen, zu den oberen zehn Prozent zu gehören.

Stefan35347

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Antw:Tarifrunde 2023
« Antwort #648 am: 11.03.2023 10:45 »
Bei den Selbständigen ist es auch noch so, dass ganz andere Steuertricks und "Arm-Rechnereien" als bei einem Staatssklaven möglich sind. Nach außen ist das Einkommen dann vielleicht gar nicht so hoch und es wird über die Abgabenlast gewettert und gejammert; der "Leistungsträger" kann sich aber dennoch Dinge leisten, die dem höheren Ministerialbeamten nur schwer möglich sind. Komisch.....

Bastel

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Antw:Tarifrunde 2023
« Antwort #649 am: 11.03.2023 10:55 »
Bei den Selbständigen ist es auch noch so, dass ganz andere Steuertricks und "Arm-Rechnereien" als bei einem Staatssklaven möglich sind. Nach außen ist das Einkommen dann vielleicht gar nicht so hoch und es wird über die Abgabenlast gewettert und gejammert; der "Leistungsträger" kann sich aber dennoch Dinge leisten, die dem höheren Ministerialbeamten nur schwer möglich sind. Komisch.....

Meine Frau hat ein Kleingewerbe laufen, du kannst dir garnicht vorstellen was da so alles vom Finanzamt anerkannt wird...

Stefan35347

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Antw:Tarifrunde 2023
« Antwort #650 am: 11.03.2023 10:57 »
Und bei dem Kleingewerbe geht es erstmal los......

emdy

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Antw:Tarifrunde 2023
« Antwort #651 am: 11.03.2023 10:58 »
Neulich ging ich spazieren und sah einen nagelneuen Porsche vor einem schäbigen Reihenhaus. Damit sind die sozialen Verwerfungen, der letzten 15 Jahre ganz gut beschrieben. Anständig zu wohnen ist Luxus geworden. Als Verwaltungsbeamter im gehobenen Dienst ist mir egal, ob ich nach Einkommen zu den oberen 10% oder den oberen 50% gehöre. Nicht egal ist mir aber, dass ich mein letztes Hemd geben muss, um in einer Wohnung zu wohnen, in der man sich wohlfühlen kann. Hausbau trotz Vollzeit arbeitender Partnerin nahezu ausgeschlossen, trotz (oder gerade wegen?) "fehlender" Kinder.

Was wirklich in vollem Gange ist, ist eine Umverteilung von unten nach oben. Staat und Mieter stopfen die Mäuler der unersättlichen Immobilienbesitzer.

Ein Ausweg daraus kann imho nur ein gigantisches Angebot an öffentlich gehaltenem Wohnraum vom Sozialbau bis zur Luxuswohnung sein, das den Markt beruhigt.

DrStrange

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Antw:Tarifrunde 2023
« Antwort #652 am: 11.03.2023 11:47 »

Was wirklich in vollem Gange ist, ist eine Umverteilung von unten nach oben. Staat und Mieter stopfen die Mäuler der unersättlichen Immobilienbesitzer.


Ja ja, die "unersättlichen Immobilienbesitzer"... Hilfe!

Organisator

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Antw:Tarifrunde 2023
« Antwort #653 am: 11.03.2023 11:51 »

Was wirklich in vollem Gange ist, ist eine Umverteilung von unten nach oben. Staat und Mieter stopfen die Mäuler der unersättlichen Immobilienbesitzer.


Ja ja, die "unersättlichen Immobilienbesitzer"... Hilfe!
Genau. Und die unersättlichen Bauern

flip

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Antw:Tarifrunde 2023
« Antwort #654 am: 11.03.2023 12:11 »
Neulich ging ich spazieren und sah einen nagelneuen Porsche vor einem schäbigen Reihenhaus. Damit sind die sozialen Verwerfungen, der letzten 15 Jahre ganz gut beschrieben. Anständig zu wohnen ist Luxus geworden. Als Verwaltungsbeamter im gehobenen Dienst ist mir egal, ob ich nach Einkommen zu den oberen 10% oder den oberen 50% gehöre. Nicht egal ist mir aber, dass ich mein letztes Hemd geben muss, um in einer Wohnung zu wohnen, in der man sich wohlfühlen kann. Hausbau trotz Vollzeit arbeitender Partnerin nahezu ausgeschlossen, trotz (oder gerade wegen?) "fehlender" Kinder.
Du siehst das Problem.
Was wirklich in vollem Gange ist, ist eine Umverteilung von unten nach oben. Staat und Mieter stopfen die Mäuler der unersättlichen Immobilienbesitzer.
Allerdings ziehst du nicht die richtigen Schlüsse.
Ein Ausweg daraus kann imho nur ein gigantisches Angebot an öffentlich gehaltenem Wohnraum vom Sozialbau bis zur Luxuswohnung sein, das den Markt beruhigt.
Es wäre eher angebracht, die Kaufkraft der Mittelschicht wieder dahin zu bringen, sich angemessenen Wohnraum leisten zu können. Und einen Mittelklassewagen bezahlen zu können, ohne Leasing oder auf Pump.
Das kann nur durch entsprechende Erhöhung der Gehälter passieren.

emdy

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Antw:Tarifrunde 2023
« Antwort #655 am: 11.03.2023 15:30 »
Es wäre eher angebracht, die Kaufkraft der Mittelschicht wieder dahin zu bringen, sich angemessenen Wohnraum leisten zu können. Und einen Mittelklassewagen bezahlen zu können, ohne Leasing oder auf Pump. Das kann nur durch entsprechende Erhöhung der Gehälter passieren.

Selbstverständlich müssen die Gehälter in Deutschland steigen. Die Kaufkraft ist nicht erst mit dem jüngsten Inflationsschub gesunken. Aber diese höheren Gehälter sollten eben kein durchlaufender Posten für den Wohnraum werden.

Klar, dass sich hier sofort wieder wer angegriffen fühlt. Ich meine nicht den Einfamilienhausbesitzer, der sein Dachgeschoss vermietet. Ich meine Familien und Konzerne, denen halbe Städte gehören. Bekanntlich müssen höhere Gehälter erstmal erwirtschaftet werden. Inwiefern eine respektable Leistung darin besteht, dass man eine halbe Stadt geerbt hat und bei jeder Neuvermietung die Miete um 30% anzieht, lasse ich mal dahingestellt...

In welcher Parallelwelt DrStrange lebt? Keine Ahnung  ;D vielleicht einfach mal die ein oder andere Dokumentation zum Thema Verteuerung von Wohnraum schauen.

Nichts für ungut.

Brian Blake

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Antw:Tarifrunde 2023
« Antwort #656 am: 11.03.2023 16:48 »
Mit der Post hat man sich geeinigt:

Düsseldorf, Bonn. Die Deutsche Post und die Gewerkschaft Verdi haben sich auf einen neuen Tarifvertrag für die 160 000 Beschäftigten geeinigt. Dies teilte die Deutsche Post am Samstag mit. Mit der Einigung seien langwierige Streiks vermieden worden. (Dpa)

Bin gespannt…



frankeee85

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Antw:Tarifrunde 2023
« Antwort #659 am: 11.03.2023 17:06 »
Also der Tarifabschluss der Post klingt super.

Hoffentlich nehmen unsere Verhandlungsführer das als Beispiel. Die Streikbereitschaft dürfte selten höher gewesen sein.