Autor Thema: Tarifrunde 2023  (Read 283427 times)

Blablublu

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Antw:Tarifrunde 2023
« Antwort #1335 am: 16.04.2023 12:58 »
Natürlich hat der Besoldungsgesetzgeber jetzt ein massives Problem für 2023 mit dem Mindestabstandsgebot
zur Grundsicherung. Thüringen hat die 3000 Euro inflationsprämie plus 3,X Anhebung des Grundgehaltes gebraucht um für 2023 das Niveau zu erreichen. Der Bund zahlt aber in diesem Jahr noch nichtmal 3000 Euro prämie sondern lediglich 2560 Euro.

Max

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Antw:Tarifrunde 2023
« Antwort #1336 am: 16.04.2023 13:05 »
Das BVerfG hat der schrittweisen Einebnung der Unterschiede mit so einer Salami-Taktik eine Absage erteilt.
Aber wir wissen alle,  dass unsere Verfassung und das BVerfG Politiker nicht interessiert.

beamtenjeff

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Antw:Tarifrunde 2023
« Antwort #1337 am: 16.04.2023 14:10 »
Von nebenan:

Hans-Henning Lühr im Interview bei buten und binnen ... dem führenden Nachrichtenmagazin in Deutschland:

"Glauben Sie, dass dieser Schiedsspruch zu einer Einigung führen wird?
Wir haben eine Abstimmung gemacht. 24 der insgesamt 26 Mitglieder der Schlichtungskommission haben dafür gestimmt. Finanzministerium, Innenministerium, Kommunen und Gewerkschaften halten es also für ein tragfähiges Konzept. Das sehe ich schon als Erfolg des Schlichtungsverfahrens an."


Beim Ergebnis von 24 JA zu 2 NEIN, wird es wohl kaum eine Änderung am Schlichterspruch am nächsten Samstag geben ... einzig bei den Einzeltischen Sparkasse, etc. wird es wohl noch ein paar Diskussionen geben.

Aber Streik oder große Änderungen sehe ich hier nicht mehr!



Quelle: https://www.butenunbinnen.de/nachrichten/luehr-schlichter-tarifkonflikt-oeffentlicher-dienst-interview-100.html

Also wenn es so kommt, dann bleibt wirklich die Frage der Übertragung. Ich rechne mit dem Schlimmsten und werde dann wohl mein Vorhaben einen Nebenbeschäftigung anzumelden in die Tat umsetzen - der aufgeopferten Freizeit zum Nachteil. Und Langfristig bleibt dann ja nur noch der Weg zum Aufstocker  ;D

Fubar1323

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Antw:Tarifrunde 2023
« Antwort #1338 am: 16.04.2023 14:18 »
Ich habe mir mal die Mühe gemacht, die Jahresbezüge für einen Musterbeamten A 10 Stufe 6 seit 2020 zusammenzustellen. Für 2023 unterstelle ich die Übernahme der Einmalzahlungen (1240€ im Juni und je 220€ in den weiteren Monaten) und für 2024 die Einmalzahlungen im Januar und Februar sowie (auch wenn verfassungsgemäß unmöglich) ab März Erhöhung um 200€ mit anschließender Erhöhung um 5,3% (das Abschaffen der Pensionsvorsorgekürzung war uns ja früher auch schon einmal versprochen worden). Für die Steuerberechnung habe ich die Angaben zur PKV zur Vereinfachung weggelassen, in den Bruttowerten sind die Einmalzahlungen nicht enthalten, sondern erst beim Netto hinzugefügt. Die Inflationswerte für 2023 und 2024 sind der letzten EZB-Prognose für den Euroraum entnommen. Die letzte Zeile stellt das nötige Nettoeinkommen dar, das nötig wäre, um die Kaufkraft von 2020 zu erhalten.

Jahr20202021202220232024
Brutto47297,72€47806,98€48596,40€48812,16€53074,06€
Netto38070,72€39078,98€39767,40€43164,16€43976,06€
Inflation.3,1%7,9%5,3%2,9%
Netto für Kaufkrafterhalt38070,72€39250,91€42351,73€44596,37€45889,66€

Unserem Musterbeamten fehlen dann also für 2024 schon knapp 2000€ Kaufkraft im Vergleich zu 2020 bzw. die Netto(!)-Bezüge müssten um 4,35% höher liegen, um die Kaufkraft von 2020 zu erreichen. Über den Zeitraum 2021-2024 kommt es insgesamt zu einem Kaufkraftverlust von 6100€.

Beamtix

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Antw:Tarifrunde 2023
« Antwort #1339 am: 16.04.2023 14:29 »
Also wenn man die Bild und andere Medien liest, hat man den Eindruck, dass die denken, es sollte gar keine Erhöhungen für den öD geben, weil das etwas kostet.

tigertom

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Antw:Tarifrunde 2023
« Antwort #1340 am: 16.04.2023 14:50 »
Also wenn man die Bild und andere Medien liest, hat man den Eindruck, dass die denken, es sollte gar keine Erhöhungen für den öD geben, weil das etwas kostet.

Wenn es nach der Bild und vielen Stammtischlern geht, dürfte der öffentliche Dienst nicht nur nichts kosten, sondern die Bediensteten müssten noch Geld mit zur Arbeit bringen.

Pensionär007

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Antw:Tarifrunde 2023
« Antwort #1341 am: 16.04.2023 15:28 »
Also auch wenn ich jetzt einen Shitstorm produziere. Ich habe mir 10 Prozent mehr Geld auf 24 Monate zum Ziel gesetzt. Mehr wäre natürlich immer schöner,logisch. Ich lasse ganz bewusst bei dem Thema die amtsangemesse Alimentation außer Acht, denn hier geht es nur um die Tarifrunde. Ich bin als mntD frühpensioniert und erhalte die Mindestpension. Ein Mindesterhöhungsbetrag von 340 Euro brutto bedeutet, dass jeder von 3400 Euro brutto 10 Prozent garantiert bekommt, die darunter mehr. Durch Rechenbeispiele haben wir schon gesehen, dass viele auch mit höherem Verdienst über 10 Prozent bekommen. Was soll man da pauschal mit 9 oder 10 Prozent?? Und ja, tabellenwirksam kommt das Geld, oder besser käme, es erst nächstes Jahr. Trotzdem wären es für den Zeitraum des Abschlusses 10 Prozent. Wo ist genau das Problem, dass es die tabellenwirksame Erhöhung evtl. erst 2024 gibt und nicht aufgeteilt auf 2 Jahre?? Der Betrag ist dann derselbe oder bin ich jetzt total falsch und bis dahin gibt es halt die steuerfreien Zahlungen. Der Mindestbetrag von 340 wird für alle doch trotzdem tabellenwirksam im Zeitraum erreicht. Ich fände den genannten Schlichterspruch durchaus gut, wenn er 1:1 ohne Wenn und Aber auf Beamte (aktive und Versorgungsempfänger) übertragen wird. Natürlich hätte auch ich gerne mehr, aber für mich ganz persönlich klingt es okay. Jetzt kann bitte ausgiebig über mich hergefallen werden 😎

Bastel

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Antw:Tarifrunde 2023
« Antwort #1342 am: 16.04.2023 15:45 »
An deiner Stelle würde ich nicht mit der Inflationsprämie rechnen. Ich glaube die hat bisher noch kein Pensionär bekommen.

Pensionär007

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Antw:Tarifrunde 2023
« Antwort #1343 am: 16.04.2023 15:48 »
Ich rechne erstmal mit gar nichts, sondern warte das konkrete Ergebnis ab. Wichtig sind für mich die selbstgesetzten min. 10 Prozent auf den Verhandlungszeitraum.

BuBeamter

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Antw:Tarifrunde 2023
« Antwort #1344 am: 16.04.2023 15:59 »
Ich denke ein Problem ist auch, dass es nächstes Jahr, für das gesamte Jahr keine wesentliche Erhöhung mehr gibt.

Für viele wird der Sockelbetrag plus 5,5% nicht höher sein, als jetzt die 220€ netto monatlich.

Die 220€ netto tun erstmal gut, wenn sie nächstes Jahr allerdings wegfallen, wird es keine spürbare Erhöhung geben, trotz vielleicht weiterhin hoher Inflation. Die gerechneten Inflation für nächstes Jahr kann einem ja keiner garantieren.

Und dann kann es sein, dass wir trotz höheren Preisen, keine richtige Erhöhung erhalten… schwierig.

Beamtix

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Antw:Tarifrunde 2023
« Antwort #1345 am: 16.04.2023 16:23 »
Ich denke, BuBeamter, das bringt es ganz gut zum Ausdruck.
Und lässt nichts Gutes für die amtsangemessene Alimentation ahnen. Denn da wird sicherlich mit den 2024- Werten gerechnet werden. Und das schon in 2023, alles unter dem Deckmanter der Inflationsausgleichszahlungen. Finde ich sehr geschickt.

Nanum

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Antw:Tarifrunde 2023
« Antwort #1346 am: 16.04.2023 16:37 »
Ich denke, BuBeamter, das bringt es ganz gut zum Ausdruck.
Und lässt nichts Gutes für die amtsangemessene Alimentation ahnen. Denn da wird sicherlich mit den 2024- Werten gerechnet werden. Und das schon in 2023, alles unter dem Deckmanter der Inflationsausgleichszahlungen. Finde ich sehr geschickt.
Hallo,
dem stimme ich zu.
Jedoch verändern sich gleichzeitig ebenso wesentliche Parameter, die für die Berechnung maßgeblich sind. Steigende Mieten z.B. da dadurch das Grundsicherungsniveau ansteigt, wird gleichzeitig die Mindesthöhe einer AAL ebenso höher.

Dass ich auf Grund der jahrelangen Untätigkeit als Gericht / Richter schon die Frage stellen müsste, wieso noch Recht gesprochen wird ist ein anderes Thema.

Pauschal gesprochen wäre jetzt eine Erhöhung um 20% nicht falsch gewesen. Die 3000 EUR sind für mich keine langfristige Lösung sondern nur Salz in der Wunde. Und wenn überhaupt bitte als Einmalzahlung.

BVerfGBeliever

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Antw:Tarifrunde 2023
« Antwort #1347 am: 16.04.2023 16:38 »
Wo ist genau das Problem, dass es die tabellenwirksame Erhöhung evtl. erst 2024 gibt und nicht aufgeteilt auf 2 Jahre??

Das Hauptproblem sind in der Tat nicht die genauen Zeitpunkte, sondern schlicht die Tatsache, dass die Preise im Dezember 2024 rund 25-30% höher als 2020 sein werden, während die Besoldung nur um ca. 12-15% gegenüber 2020 gestiegen sein wird..

Hummel2805

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Antw:Tarifrunde 2023
« Antwort #1348 am: 16.04.2023 17:25 »
Könnt Ihr bitte mal schreiben, wie ist der steuerfreie Inflationsgleich für Teilzeitkräfte gedacht, z.B halbtags.
Hat da jemand Informationen?

Pensionär007

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Antw:Tarifrunde 2023
« Antwort #1349 am: 16.04.2023 17:26 »
Ja, das ist ja klar. Die Erhöhung sollte besser stärker ausfallen. Das wir damit nicht annähernd die Inflation ausgleichen, das ist mir auch klar. Gerne würde ich 20 Prozent mehr mitnehmen. Im Rahmen dieser Tarifrunde wird das aber nicht passieren. Generell sehe ich mit der amtsangemessenen Alimentation natürlich auch große Probleme. Losgelöst probiere ich hier eben nur das Thema Tarifrunde zu betrachten