Unterschiedliches "Netto" Beamte - Angestellte MA

Begonnen von pascal, 08.12.2022 23:52

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tonystaks

Zitat von: Bastel in 15.12.2022 08:19
Zitat von: tonystaks in 14.12.2022 21:42
Zitat von: SVAbackagain in 14.12.2022 21:33
Und ich habe dargelegt, dass Deine Ausführungen nichts mit der vorgeschlagenen Karnickelprämie zu tun haben. Was sie und die dafür verschwendeten Zeilen also völlig überflüssig macht. Es sei denn, Du wolltest ein Strohmannargument einsetzen. Dann war das ein netter Versuch, aber es ist Dir niemand auf den Leim gegangen.

Deine ,,Karnickelprämie" und Kitazuschuss sind marktwirtschaftlich das selbe. Dass du das nicht erkennst ist mir bewusst.



Wie lange bekommt man einen Kitazuschuss und wie lange die Karnickelprämie? 3 Jahre vs. 25 Jahre?

Solange wie es der AG gewährt.

SVAbackagain


tonystaks


SVAbackagain

Nein. Arbeitsverhältnisse sind Rechtsverhältnisse, in denen zwei Vertragspartner auf Augenhöhe Arbeitsbedingungen vereinbaren. Eine einseitige Änderung steht keiner der Parteien zu.

Hinz

Zum Thema Karnickelprämie:

Viele bei uns wechseln deshalb ins Beamtenverhältnis.

Viele wechseln deshalb auch zu anderen AG um sich Betreuungskosten bezahlen zu lassen.

In manchen Bundesländern muss man zwischen 500 bis 700 Euro pro Kind rechnen. (Um das vom Netto Lohn zahlen zu können, muss entsprechend brutto mehr verdient werden).

Daher ist ein Zuschuss für viele, egal wie der gestaltet ist, ein Grund zum wechsel. Und das ist Tatsache.


Zum Thema Beamtenverhältnis und Angestelltenverhältnis. Am Ende zählt doch das verfügbare netto Einkommen. Durch Zuschüsse und Zusatzleistungen oder durch mehr und höhere Abgaben ändert sich das verfügbare netto Einkommen.

SVAbackagain

Im Beamtenverhältnis werden keine Betreuungskosten erstattet, sondern die Alimentation so angepasst, dass Kinder der Amtsangemessenheit der Alimentation nicht schädlich sind. Die hier vorgeschlagene Karnickelprämie soll ebenfalls nicht Betreuungskosten erstatten, was steuer- und abgabenrechtlich vorteilhaft wäre, sondern pauschal gezahlt werden.

Dass 150 € mehr für was auch immer ein höheres und damit attraktiveres Angebot für den Tausch gegen Arbeitsleistung ist, steht außer Frage. Fraglich ist vielmehr, warum als Karnickelprämie? Warum sollte man ausgerechnet eine Zielgruppe ansprechen, die erwartbar weniger leistet als ein vergleichbarer Arbeitnehmer ohne Kinder? Und dann fällt die Zulage fort, weil das Kind erwachsen ist und der Arbeitnehmer sucht sich einen anderen Arbeitgeber? Warum sollte man Hausmeister Hermann Samenschleuder und Spülhilfe Gerda Gebärfreudig für ihre sechs Kinder zusätzlich 900 €/Monat zahlen, anstatt diese 900 € dafür zu verwenden, den dringend benötigten Ingenieur/Techniker/Facharbeiter/ITler zu gewinnen, ganz gleich, ob der Blagen in die Welt gesetzt hat oder nicht?

Albeles

Alle jammern über den Demografischer Wandel und das später keiner mehr für die Rente aufkommt der Vorgenerationen. Also wenn ich in Biologie aufgepasst habe, braucht man dafür Kinder. Ist ja schön und gut wenn einer keine möchte, aber dann darf man sich auch nicht beschweren das die Rente nicht mehr gesichert ist.
Und das Kinder nötig sind, steht ja außer Frage, warum macht man dann so ein Fass auf? Auch den Begriff "Karnickelprämie" finde ich unsäglich. Rentner sind dann ja auch nur "Altlasten" der Gesellschaft und zu nix nutze.
Man muss immer 2 Seiten der Medaille sehen....

P.S.: Ich bin weder gegen Kinder noch gegen Rentner  ;)

SVAbackagain

Arbeitsverhältnisse sind Rechtsverhältnisse, in denen Arbeitsleistung gegen Geld getauscht wird. Gesellschaftliche Probleme sind nicht in diesem Tauschverhältnis zu lösen sondern gesellschaftlich.

Tagelöhner

#83
Zitat von: SVAbackagain in 16.12.2022 08:37
Warum sollte man Hausmeister Hermann Samenschleuder und Spülhilfe Gerda Gebärfreudig...

Made my day... ;D

Der Generationenvertrag des umlagefinanzierten Rentensystems wird sowieso die nächsten Jahrzehnte an seine Belastungsgrenze herangeführt. Wenn ich die Wahl hätte, würde ich keinen einzigen Cent mehr in dieses marode System einbezahlen, sondern als finanziell gebildeter Mensch vollständig private Altersvorsorge betreiben.

"Karnickelprämie" ist ein absolut zutreffender Begriff, es handelt sich um eine private Lebensentscheidung Kinder in die Welt zu setzen. Der Staat honoriert das bereits über das Kindergeld, warum sollte es derartiges also auch in privatrechtlichen Arbeitsverhältnissen geben. Beamtenfamilien müssen bald nur noch zu Gebärfabriken umfunktioniert werden, und die Dienstplicht wird dann zur einseitigen Treuepflicht umgebaut. Eine Elternzeit grenzt an die nächste, und der Steuermichel hat dafür aufzukommen. Den Ausfall der Arbeitskraft dürfen dann am Ende wahrscheinlich noch schlechter gestellte kinderlose Tarifbeschäftigte auffangen, da diese bei nicht hoheitlichen Aufgaben schneller zu gewinnen sind.
Nur mit ausgeprägtem Humorsinn weiterlesen: Ich habe nichts gegen Beamte, wirklich! Die tun ja nix! :-)

Keeper83

Zitat von: SVAbackagain in 16.12.2022 08:55
Arbeitsverhältnisse sind Rechtsverhältnisse, in denen Arbeitsleistung gegen Geld getauscht wird. Gesellschaftliche Probleme sind nicht in diesem Tauschverhältnis zu lösen sondern gesellschaftlich.

Wolfgang Grupp lässt seit geraumer Zeit seine künftigen Mitarbeiter unter anderem von seinen aktuellen produzieren.   

SVAbackagain


Keeper83

Zitat von: SVAbackagain in 16.12.2022 09:51
Und?

Gesellschaftliche Probleme können auch zu Problemen für Arbeitgeber werden. Da lässt sich der ein oder andere halt was einfallen.

Die "Karnickelprämie" müsste halt an gewisse Bedingungen geknüpft sein. Man überschreibt sein Kind zur Ausbildung  an den eigenen AG inkl. 5 Jahre weitere Bindung nach erfolgreicher Ausbildung.
Einseitige Kündigung dieses Vertrags ausschließlich durch den AG jederzeit möglich.
Da wird die ein oder andere Fachkraft schon bei hängen bleiben.   

Kann aber auch sein, dass ich gedanklich einfach schon im Wochenende bin.

Organisator

Zitat von: Keeper83 in 16.12.2022 09:49
Zitat von: SVAbackagain in 16.12.2022 08:55
Arbeitsverhältnisse sind Rechtsverhältnisse, in denen Arbeitsleistung gegen Geld getauscht wird. Gesellschaftliche Probleme sind nicht in diesem Tauschverhältnis zu lösen sondern gesellschaftlich.

Wolfgang Grupp lässt seit geraumer Zeit seine künftigen Mitarbeiter unter anderem von seinen aktuellen produzieren.

Er produziert sogar selber seine eigenen Mitarbeiter. Dies zu fördern ist eine betriebswirtschaftliche Entscheidung für sein Unternehmen. Jedoch keine gesellschaftliche Entscheidung im Sinne von "wir sichern die Renten". Auch Zuwanderung statt Kinder wäre z.B. eine gesellschaftliche Entscheidung für die Sicherung der Renten usw.

SVAbackagain

Vielleicht sollte man in Arbeitsverhältnissen einfach Arbeit gegen Geld tauschen und alles andere aus diesem Verhältnis heraushalten.

WasDennNun

Zitat von: Albeles in 16.12.2022 08:47
Alle jammern über den Demografischer Wandel und das später keiner mehr für die Rente aufkommt der Vorgenerationen. Also wenn ich in Biologie aufgepasst habe, braucht man dafür Kinder. Ist ja schön und gut wenn einer keine möchte, aber dann darf man sich auch nicht beschweren das die Rente nicht mehr gesichert ist.
Und das Kinder nötig sind, steht ja außer Frage, warum macht man dann so ein Fass auf? Auch den Begriff "Karnickelprämie" finde ich unsäglich. Rentner sind dann ja auch nur "Altlasten" der Gesellschaft und zu nix nutze.
Man muss immer 2 Seiten der Medaille sehen....

P.S.: Ich bin weder gegen Kinder noch gegen Rentner  ;)
Das ist ein fundamentaler Irrtum.
Wir brauchen keine Kinder, für die Rente, sondern sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer.
Die können, müssen aber nicht durch Kinder generiert werden.