Tarifverhandlungen TVöD 2023 - Diskussion I

Begonnen von ChesterBe, 30.12.2022 15:11

Vorheriges Thema - Nächstes Thema

Johannes1893

Ich wollte nicht sagen das ich das Angebot gut finde. Tabellenerhöhung erst ab 2024 ist natürlich frech. Gerade das trojanische Pferd Inflationsausgleichsprämie wird überall Teil des Pakets und hat damit seinen Zweck, dauerhafte prozentuale Steigerungen zum Nachteil der Arbeitnehmer zu verhindern, erreicht. Die Gewerkschaften spielen das erwartungsgemäß mit.

Was ich sagen wollte ist: Ver.di wird im TVöD im Durchschnitt unterhalb dieses Angebots abschließen.

SVAbackagain

Wenn mit einem einzelnen Arbeitgeber verhandelt wird, ist es völlig egal, ob die steuerfrei gestellte Zahlung im Angebot des Arbeitgebers enthalten ist. Der einzelne Arbeitgeber weiß, welches Volumen er einsetzen möchte und ob die Zahlung innerhalb oder außerhalb des Angebots an die Gewerkschaft erfolgt, ist egal. Wenn auf der einen Seite hingegen ein Arbeitgeberverband mit tausenden Arbeitgebern steht wie die VKA, ist das anders zu bewerten. Ist die steuerfreie Zahlung enthalten, kann der einzelne Arbeitgeber sie eben nicht mehr on top geben, weil er es für notwendig erachtet, um seine Personalziele zu erreichen.

calmac

Zitat von: LehrerBW in 11.02.2023 06:58
Zitat von: FearOfTheDuck in 10.02.2023 23:19
Verdi allerdings sagt: "Insbesondere die lange Laufzeit von 24 Monaten und die geringe Entgelterhöhung im Jahr 2024 erhöht das Risiko weiterer Reallohnverluste."

https://www.verdi.de/themen/geld-tarif/++co++ad671ba4-5929-11ed-b1f5-001a4a16012a

Naja...die geringe Erhöhung in 2024 wiegt ja auch den Reallohnverlust der letzten Jahre nicht auf.
Nichtmal 11,5% bei einem Jahr Laufzeit würde den bisherigen Reallohnverlust ausgleichen.

Man muss aber dazu sagen, dass es in der Vergangenheit im Vergleich zur Preisentwicklung einen Reallohnzuwachs gegeben habe: https://oeffentlicher-dienst.info/vergleich/entwicklung1/

FearOfTheDuck

Zitat von: Britta2 in 11.02.2023 07:11
Zitat von: FearOfTheDuck in 10.02.2023 23:11
Liest sich zumindest so. Ein Teil der 3000 € zum 01.01.2023, die Erhöhung zweigeteilt in 2024. Damit würde sich die Post ein Jahr erkaufen. Für die nächste Runde könnte man dann schön argumentieren: "He, ihr habt 2024 im Durchschnitt 11,5 % bekommen, nun haltet euch erst mal zurück."

Es zeigt sich, dass diese vermaledeiten 3000 € stets Teil des Gesamttopfes sind. Und damit hat diese Maßnahme aus meiner Sicht versagt.

Ich finde nirgendwo die Aussage, dass die 3.000€ ab dem 1.1.2023 in 2 Teilen auszuzahlen wären. Es heißt nur "ab 2023 binnen 2 Jahren" (da ist alles denkbar! selbst 500€ im Juli 2023 frühestens etc) . Und die reguläre Erhöhung erst ab 2024 im Angebot der AG. Unverschämter und dreister gehts nicht - und gar als Mega-Angebot zu verkünden. Den Mist hätten sie bereits beim ersten Treffen auf den Tisch legen können. Spiel auf Zeit...

Von 2 Teilen hab auch ich nicht gesprochen. Dort steht rückwirkend ab 01.01.2023 über 2 Jahre, was zumindest 2 Teile bedeutet. Wobei "rückwirkend" bei einer Einzelzahlung natürlich sehr sinnig bezeichnet ist.

Bastel

Vielleicht wird die Sonderzahlung auch verteilt auf 24 Monate ausgezahlt. Wundern würde es mich nicht.

Platten

Am besten 500 Prozent Erhöhung im Januar 2080 bieten, damit sich die Medien noch empörter über die Ablehnung der Gewerkschaft zeigen können..

Sydriel

Bzgl. "unserer" Verhandlungen im ÖD.

ZitatEs wird vermutlich eh auf eine Einmalzahlung hinauslaufen, mit 3% Erhöhung ab Dezember oder so...
Meine Chefin ist die Verhandlungsführerin der Arbeitgeber..


Britta2

Also doch - ich hör dich unken - auch bei uns wieder 3 "Verhandlungs"-Runden gefolgt von Zwergenaufstand und dann kommen die Schlichter, die erfolgreich die Verdi-Ausgangsforderung zusammenstreichen werden.
Jährlich grüßt dasselbe langweilige Murmeltier ... same procedures as every year ... oder so. Schnaps betäubt!

FearOfTheDuck

Das jährlich verhandelt worden wäre, ist mir neu... Wann gab es denn die letzte Schlichtung?

XLS

Eigentlich müssen auch die vom Bund bereits auf den Weg gebrachten Entlastungspakete vor allem bei Strom- und Gaspreisen bei solchen Lohnforderungen von plus 10,5 Prozent, oder bei der Post sogar bis 15 Prozent, für einen vollen Inflationsausgleich mit berücksichtigt werden. Der Bund hat hier schon sehr viel ausgegeben. Und die hohen Lohnforderungen würden den Staatshaushalt in einem Maße belasten, das auch aus gesamtgesellschaftlicher Sicht nicht akzeptabel ist. Hier muss man etwas auf die Einsicht und Mäßigung der Gewerkschaft hoffen. Ich bin mir sicher, dass das auch passieren wird.

Platten

Zitat von: XLS in 12.02.2023 21:18
Eigentlich müssen auch die vom Bund bereits auf den Weg gebrachten Entlastungspakete vor allem bei Strom- und Gaspreisen bei solchen Lohnforderungen von plus 10,5 Prozent, oder bei der Post sogar bis 15 Prozent, für einen vollen Inflationsausgleich mit berücksichtigt werden. Der Bund hat hier schon sehr viel ausgegeben. Und die hohen Lohnforderungen würden den Staatshaushalt in einem Maße belasten, das auch aus gesamtgesellschaftlicher Sicht nicht akzeptabel ist. Hier muss man etwas auf die Einsicht und Mäßigung der Gewerkschaft hoffen. Ich bin mir sicher, dass das auch passieren wird.

Einen Scheiß müssen die, da diese Maßnahmen mit in die offiziellen Inflationsraten eingepreist werden. Herr VKA Vertreter.

Sieht es doch einfach ein - man kann den Angestellten nicht über zwei Jahre annähernd 20 Prozent Kaufkraft rauben.

Bastel

Zitat von: XLS in 12.02.2023 21:18
Eigentlich müssen auch die vom Bund bereits auf den Weg gebrachten Entlastungspakete vor allem bei Strom- und Gaspreisen bei solchen Lohnforderungen von plus 10,5 Prozent, oder bei der Post sogar bis 15 Prozent, für einen vollen Inflationsausgleich mit berücksichtigt werden. Der Bund hat hier schon sehr viel ausgegeben. Und die hohen Lohnforderungen würden den Staatshaushalt in einem Maße belasten, das auch aus gesamtgesellschaftlicher Sicht nicht akzeptabel ist. Hier muss man etwas auf die Einsicht und Mäßigung der Gewerkschaft hoffen. Ich bin mir sicher, dass das auch passieren wird.

Alles klar Christian. Hat dir die Schlappe heute in Berlin vollends den Kopf verhagelt? Fahr lieber Porsche.

Sparschwein

Zitat von: calmac in 11.02.2023 11:07
Zitat von: LehrerBW in 11.02.2023 06:58
Zitat von: FearOfTheDuck in 10.02.2023 23:19
Verdi allerdings sagt: "Insbesondere die lange Laufzeit von 24 Monaten und die geringe Entgelterhöhung im Jahr 2024 erhöht das Risiko weiterer Reallohnverluste."

https://www.verdi.de/themen/geld-tarif/++co++ad671ba4-5929-11ed-b1f5-001a4a16012a

Naja...die geringe Erhöhung in 2024 wiegt ja auch den Reallohnverlust der letzten Jahre nicht auf.
Nichtmal 11,5% bei einem Jahr Laufzeit würde den bisherigen Reallohnverlust ausgleichen.

Man muss aber dazu sagen, dass es in der Vergangenheit im Vergleich zur Preisentwicklung einen Reallohnzuwachs gegeben habe: https://oeffentlicher-dienst.info/vergleich/entwicklung1/

Was hat der Reallohnzuwachs in der Vergangenheit mit dem Reallohnverlust in der Zukunft zu tun? Ein Verlust darf unter keinen Umständen akzeptiert werden. Aber wem erzähle ich das...

FearOfTheDuck

Als ob die Inflation der einzige Grund für Lohnerhöhungen sein kann oder muss... Forderungen sind immer legitim und Ergebnisse von Tarifverhandlungen sind ausverhandelt. Gleichzeitig sind alle vorherigen Verhandlungsergebnisse unbeachtlich. Sonst könnte man immer sagen: "Ja aber 1971 hat es x-% gegeben."

Die Entlastungspakete mit ins Spiel zu bringen, ist reiner Blödsinn in Tüten. Was hätten irgendwelche gesetzliche Regelungen, die nicht auf Gehälter, Mindestlöhne o.ä. abzielen, mit Verhandlungen zu Tarifen zu tun? Und profitieren die öffentlichen AG nicht von gedeckelten Energiepreisen?

heike2106

Zitat von: XLS in 10.02.2023 13:11
Zitat von: flip in 09.02.2023 18:57
klar, ist ergebnis ist abzusehen abzusehen. 2 bis 3% im Haushaltsjahr ergibt bis zu 6% ab Juli 2023. So in etwa erwarte ich das auch.

..selbst das wäre aus meiner Sicht schon zu hoch. Ohne Wirtschaftswachstum und zur Vermeidung neuer öffentlicher Schulden in den einzelnen Gebietskörperschaften empfehle ich, von jeglichen Lohnerhöhungen Abstand zu nehmen.

Spende deine privaten Ersparnisse doch dem armen Staat. Der hat es offensichtlich nötiger als du.