Tarifverhandlungen TVöD 2023 - Diskussion I

Begonnen von ChesterBe, 30.12.2022 15:11

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SVAbackagain

Inwiefern ließe sich mit einem Verweis auf Bruttoentgelte in Endstufen zweier Entgeltgruppen begründen, die Entgeltordnung sei ein ,,komplett verhunztes Konstrukt"?

Dpunkt

Das ist meine persönliche Meinung und bedarf daher keiner Begründung, hätte ich natürlich dazu schreiben sollen.

XLS

Zitat von: FearOfTheDuck in 17.02.2023 21:36
Zitat von: Silentgalaxy in 17.02.2023 21:27
Zitat von: XLS in 17.02.2023 20:39
Zitat von: Muschebubu in 16.02.2023 20:01
@XLS: Merken Sie wirklich nicht, dass ihr Geschreibsel hier niemanden interessiert?

Es scheint wohl daran zu liegen, dass niemand die Realität  - dass kein reales Geld für Tarifsteigerungen vorhanden ist -  wahrnehmen möchte. Wenn ich die Beiträge hier so lese, fehlt es m E am interdisziplinären Blick über den Tellerrand. Bislang gab es wenig sinnvolle Beiträge auf die Frage, wie die öffentlichen Arbeitgeber eine Tarifsteigerung im Umfang von ca. 16 Mrd. Euro finanzieren sollen.

Vorstellbar ist m E, dass Arbeitgeber aus der Tarifbindung aussteigen und nach eigenen Haustarifverträgen zahlen. Gerade und vor allem in Provinzen mit geringer Wirtschaftskraft sehe ich auch keine Kündigungswelle von Arbeitnehmern. Denn welche Alternativen hätten sie in wirtschaftsschwachen Regionen?

Nach den target 2 Salden, der Flüchtlingskosten seit 2015, die weit über 100 Milliarden Euro gekostet haben und dem unfassbar ausufernden Sozialsystem, der mehr als 400 Milliarden teuren Corona Pandemie, den Milliarden Geschenken ins Ausland, interessiert mich das herzlich wenig.

Das Geld ist zu beschaffen. Geht ja sonst auch ;)

Und wenn alle Brünnlein so sprudelten wie die Steuereinahmen in D...

Wenn die Steuereinnahmen "sprudeln" und / oder an anderer Stelle nachhaltige Einsparungen umgesetzt werden, so dass in Summe die Mehrkosten für Entgelterhöhungen kompensiert werden, handelt es sich um real eingenommenes "erwirtschaftetes" Geld. Dieses kann für massvolle Entgelterhöhungen verwendet werden.

Sofern jedoch infolge von Entgelterhöhungen die Verschuldung der öffentlichen Haushalte steigt, bin ich strikt dagegen. Darauf wird es wohl hinauslaufen.

Öffentliche Arbeitgeber in strukturschwachen Regionen sollten m E aus dem TVÖD austreten und eigene (an ihre wirtschaftliche Situation angepasste) Haustarifverträge abschließen. In Nord- und Ostdeutschland sehe ich da kein Problem, auch nicht die Gefahr der Abwanderung von Arbeitskräften. Wohin sollen diese in strukturschwachen Regionen wechseln?

Mal abgesehen von den derzeitigen Preissteigerungen vor allem im Energiesektor, sehe ich enorme regionale Unterschiede in den Wohn- bzw. Lebenshaltungskosten. Während man in Brandenburg für 750 Euro KM ein super ausgestattetes Reihenhaus mit 120 m² Wohnfläche und kleinem Gartengrundsrück bekommt, schaut man für dieses Geld in Frankfurt am Main in die Röhre.

SVAbackagain

Welche ,,Mehrkosten"? Du stellst doch immer auf reales Geld ab. Also musst Du auch auf den Realwert und nicht den Nominalwert abstellen. Mithin entstehen also bei einer Entgeltsteigerung in der Höhe der Geldentwertung vulgo Inflation keine Mehrkosten. Wo also liegt Dein Argument? Warum weichst Du diesem Umstand konsequent aus?

VaPi

ZitatWährend man in Brandenburg für 750 Euro KM ein super ausgestattetes Reihenhaus mit 120 m² Wohnfläche und kleinem Gartengrundsrück bekommt

::) Na, das zeig mir mal.

FearOfTheDuck

Nur gut, dass im öffentlichen Dienst nur Bäume eingestellt werden. Die haben ihre Wurzeln so tief in ihre strukturschwachen "Provinzen" geschlagen, so dass sie sich aus dem Norden und Osten gar nicht mehr verpflanzen lassen.

"Wohin sollen diese in strukturschwachen Regionen wechseln?" Schon doof wenn an der Grenze der Grafschaft Hohentrüdingen oder des Bistums Ratzeburg Umkehr befohlen wird.  ::) :o

Britta2

Darum seit Jahren der Run auf hoch dotierte Arbeitsplätze in Behörden mit günstigen Häusern in Meckvorpomm und Fluchtbewegung von West nach Ost  ;D ;D ;D ;D

SVAbackagain

Und wo protestiert jetzt die Mittelschicht? Und wie? Und durch wen?

Britta2

Mittelschicht ... sorry, falscher Fehler. Mittelstand war gemeint. Firmen. (Wortfindungsstörung "Mittel...")  ;)

Ansonsten:  wenn die Post wegen angekündigter Streiks androht, die Geschäfte auszulagern - ob die Bahn das auch ankündigt? Auf deren "Alternativen" wäre ich neugierig. Flixbus oder so :-)
https://www.lvz.de/reise/drohen-ende-maerz-streiks-bei-der-deutschen-bahn-34CW7O65SNGABDIORWGPS4SY6E.html

SVAbackagain

Also ist Dein Punkt, dass Arbeitgeber Streiks nicht gut finden. Wow, was eine Erkenntnis...

Die Bahn hat auch schon Mal eine Pünktlichkeitsoffensive angekündigt, die Post kündigt laufend Sendungen zu einem bestimmten Zeitpunkt an. Beides ist nicht eingetreten.

Trelle79

In der nächsten Woche startet die Verhandlungsrunde Nr. 2.

Ich gehe mal davon aus, dass die Arbeitgeber noch immer kein verhandelbares Angebot vorlegen und dass die Warnstreiks ab Freitag intensiviert werden.

Oder rechnet jemand ernsthaft mit einem Abschluss der Verhandlungen und einem guten Ergebnis für die Arbeitnehmerseite in der kommenden Woche?

Johannes1893

Zitat von: Trelle79 in 19.02.2023 17:31
In der nächsten Woche startet die Verhandlungsrunde Nr. 2.

Ich gehe mal davon aus, dass die Arbeitgeber noch immer kein verhandelbares Angebot vorlegen und dass die Warnstreiks ab Freitag intensiviert werden.

Oder rechnet jemand ernsthaft mit einem Abschluss der Verhandlungen und einem guten Ergebnis für die Arbeitnehmerseite in der kommenden Woche?

Natürlich nicht und das würde auch der ritualisierten Dramaturgie widersprechen. Es wird ein gaaaanz schlimmes Angebot geben, dann nochmal Trillerpfeifen im März.

Britta2

Selbst in der Runde Ende März wird nichts vernünftiges von Seiten der AG auf dem Tisch liegen.
Nur Frischlinge im ÖD glauben noch an den Weihnachtsmann.

TrexLittleArms

Zitat von: FearOfTheDuck in 17.02.2023 23:05
Zitat von: skiveren in 17.02.2023 22:56
Zitat von: FearOfTheDuck in 17.02.2023 22:54
Warum sollte eine gelernte Kraft bei Lidl/Aldi nicht mehr verdienen, als die ungelernte Hilfskraft im ÖD?
Vom Gedanken eines besonderen Status des AN im öffentlichen Dienst sollte man sich verabschieden.
Hier gehts um Facharbeiter..um KFZ Mechatroniker../ Elektriker..usw..

Ah, ok. Das müsste man anhand von Zahlen mal aufzeigen.

An wie vielen Bewerbungsgesprächen nimmst/nehmt/nehmen du/ihr/wir eigentlich so teil?

Also ein bissl Google bemühen hilft da ja:
https://karriere.aldi-sued.de/berufserfahrene/verkaeufer?utm_campaign=ta_0_SEA_Verk%C3%A4ufer_Brand_ueb&utm_source=googleppc&utm_medium=text_ad&utm_content=act_be-e_vk&utm_term=jobs%20aldi&jobPipeline=googleppc&applySourceOverride=googleppc&utm_source=googleppc&utm_medium=cpc&utm_campaign={campaignname}&utm_content={adgroupname}&utm_term=jobs%20aldi

Das heist, auf den Stundenlohn der Tabelle VKA herunter gebrochen - nehmen wir Stufe 6 - liegen die Verkäufer bei Aldi irgendwo zwischen E2 und E5.

Ich denke auch bei ALDI wird eine ungelernte Kraft nicht direkt in den oberen Bereichen des Möglichen bezahlt werden. Wenn ich dann teilweise sehe, wie ungelrnte Kräfte bei uns eingruppiert sind (E3 bis E6) kann ich das Argument bei ALDI/LIDL würde mehr verdient werden nicht stehen lassen.

Wie ich bereits vor gefühlten 100 Seiten dieses Beitrag dargelegt habe - die unteren EGs sind in vielen Bereichen im Vergleich zum freien Markt im ÖD gut und besser bezahlt.

Da auch das Thema Rienigungskräfte genannt wurde - unsere Reinigungskräfte gehen überwiegend in E2 - jedoch ist die Qualität und Quantität im Vergleich zu der in einer anderen Liegenschaft per Ausschreibung eingesetzten Fachfirma unterirdisch. Da bekommt die Aussage nach Arbeitsleitung von mittlerer Art und Güte eine andere Diminsion.

Fakt ist; Ich kann mit 10,5% gut Leben - aber ohne den sozialistischen Sockelbetrag!
Idealerweise eine Anpassung der Jahressonderzahlung durch alle Entgeltgruppen hinweg auf einen einheitlichen Prozentuallen Betrag!