Tarifrunde TV-L 2023 - Diskussion

Begonnen von Prüfer SH, 26.04.2023 14:21

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Mario Nette

Zitat von: VaPi in 16.11.2023 12:20
ZitatArbeitszeit runter und fertig, dann muss auch nicht viel mehr gezahlt werden. Kommt nur irgendwie niemand von den Verhandlern drauf

Dem würde eh nicht zugestimmt werden. Es fehlt ja jetzt schon überall Personal. Wenn das vorhandene Personal jetzt noch weniger arbeiten soll, dann gute Nacht.

....

Wenn denn wirklich so viel Arbeit liegen bleibt, sollte man seinen Mitarbeitern dann einfach anbieten, freiwillig Überstunden zu machen und diese dann entsprechend zu bezahlen. Bis zur ner 40 Stunden-Woche wäre das ja nicht unmenschlich und für denjenigen, der da Bock drauf hat und den Arbeitgeber eine Win-Win-Situation.

Das wird bestimmt tarifvertraglich nicht so einfach möglich sein. Aber die Möglichkeit kann man ja schaffen.

Zinc

Zitat von: koala in 16.11.2023 18:21
Ein Wechsel zum TVÖD scheint wohl unumgänglich zu sein. Für etliche Kollegen bei uns im Sozial- und Erziehungsdienst ist das eine klare Option.

Ich würde auch gern wechseln, aber in meinem Bereich gibt es keine entsprechende Stelle im TVöD. Mal sehen, wie die Verhandlungen ausgehen und ob man sich am Ende vielleicht sogar gezwungen sieht, das eigene Berufsfeld zu wechseln.

ITKnecht

Zitat von: Zinc in 16.11.2023 21:41
Zitat von: koala in 16.11.2023 18:21
Ein Wechsel zum TVÖD scheint wohl unumgänglich zu sein. Für etliche Kollegen bei uns im Sozial- und Erziehungsdienst ist das eine klare Option.

Ich würde auch gern wechseln, aber in meinem Bereich gibt es keine entsprechende Stelle im TVöD. Mal sehen, wie die Verhandlungen ausgehen und ob man sich am Ende vielleicht sogar gezwungen sieht, das eigene Berufsfeld zu wechseln.

Der Gedankengang darf zumindest nicht fremd sein, ich hab das vor einigen Monaten getan und bin sehr glücklich damit. Jetzt, nach ca. 6 Monaten gibt es keinen Weg mehr zurück, selbst für mehr Geld wäre ich nicht dazu bereit. Gute Worte und Klatschen helfen nicht an der Supermarkt-Kasse. Ich habe fast 2 Jahre darüber nachgedacht und es jetzt umgesetzt.

KDC

Zitat von: Zinc in 16.11.2023 21:41
Zitat von: koala in 16.11.2023 18:21
Ein Wechsel zum TVÖD scheint wohl unumgänglich zu sein. Für etliche Kollegen bei uns im Sozial- und Erziehungsdienst ist das eine klare Option.

Ich würde auch gern wechseln, aber in meinem Bereich gibt es keine entsprechende Stelle im TVöD. Mal sehen, wie die Verhandlungen ausgehen und ob man sich am Ende vielleicht sogar gezwungen sieht, das eigene Berufsfeld zu wechseln.

Deine Antwort rettet gerade meinen Tag =) =) =)

Bei der Diskussion um die Tarifverhandlungen u. Abschluss des TVÖD hatten sich hier im Forum die meisten beschwert und den Abschluss als unter aller Kanone bezeichnet und einen Wechsel in die PW als einzig logische Konsequenz bezeichnet. Jetzt, ein Jahr später, stellen die nach TVL bezahlten Beschäftigten den TVÖD als das Land dar, in dem Milch und Honig fließen. Genau mein Humor.

TV-Ler

Zitat von: KDC in 17.11.2023 07:46
Deine Antwort rettet gerade meinen Tag =) =) =)

Bei der Diskussion um die Tarifverhandlungen u. Abschluss des TVÖD hatten sich hier im Forum die meisten beschwert und den Abschluss als unter aller Kanone bezeichnet und einen Wechsel in die PW als einzig logische Konsequenz bezeichnet. Jetzt, ein Jahr später, stellen die nach TVL bezahlten Beschäftigten den TVÖD als das Land dar, in dem Milch und Honig fließen. Genau mein Humor.
Tja, wie immer im Leben gibt es mehr als eine Perspektive...  8)

Coffee86

Zitat von: TV-Ler in 17.11.2023 08:42
Zitat von: KDC in 17.11.2023 07:46
Deine Antwort rettet gerade meinen Tag =) =) =)

Bei der Diskussion um die Tarifverhandlungen u. Abschluss des TVÖD hatten sich hier im Forum die meisten beschwert und den Abschluss als unter aller Kanone bezeichnet und einen Wechsel in die PW als einzig logische Konsequenz bezeichnet. Jetzt, ein Jahr später, stellen die nach TVL bezahlten Beschäftigten den TVÖD als das Land dar, in dem Milch und Honig fließen. Genau mein Humor.
Tja, wie immer im Leben gibt es mehr als eine Perspektive...  8)

Dazu hat man als TV-Ler vllt die Verhandlung mit betrachtet und das Ergebnis kritisch hinterfragt - dennoch betraf es einen recht wenig. Das man aus Sicht der TVöD-Beschäftigten SEHR kritisch mit dem Ergebnis umging, war ja klar und man dort lieber in die PW gehen würde ist dann auch aus der Perspektive klar. Aber nun hat man die Perspektive der TV-L Beschäftigten deren Zahlungen schon ordentlich hinter dem des TVöD liegt... und wahrscheinlich wächst die Spanne dann in 2024 nochmal ordentlich. Natürlich ist aus "unserer" Perspektive der TVöD dann verlockender.

TV-Ler

Zitat von: Coffee86 in 17.11.2023 09:00
Zitat von: TV-Ler in 17.11.2023 08:42
Zitat von: KDC in 17.11.2023 07:46
Deine Antwort rettet gerade meinen Tag =) =) =)

Bei der Diskussion um die Tarifverhandlungen u. Abschluss des TVÖD hatten sich hier im Forum die meisten beschwert und den Abschluss als unter aller Kanone bezeichnet und einen Wechsel in die PW als einzig logische Konsequenz bezeichnet. Jetzt, ein Jahr später, stellen die nach TVL bezahlten Beschäftigten den TVÖD als das Land dar, in dem Milch und Honig fließen. Genau mein Humor.
Tja, wie immer im Leben gibt es mehr als eine Perspektive...  8)

Dazu hat man als TV-Ler vllt die Verhandlung mit betrachtet und das Ergebnis kritisch hinterfragt - dennoch betraf es einen recht wenig. Das man aus Sicht der TVöD-Beschäftigten SEHR kritisch mit dem Ergebnis umging, war ja klar und man dort lieber in die PW gehen würde ist dann auch aus der Perspektive klar. Aber nun hat man die Perspektive der TV-L Beschäftigten deren Zahlungen schon ordentlich hinter dem des TVöD liegt... und wahrscheinlich wächst die Spanne dann in 2024 nochmal ordentlich. Natürlich ist aus "unserer" Perspektive der TVöD dann verlockender.
Meines Erachtens scheitert es schon an der Formulierung "hier im Forum" im Ausgangsbeitrag. Nein, es war dort im (TVöD)-Forum. Die im TVöd Beschäftigten haben sich im entsprechenden Forum über das vermeintlich oder tatsächlich schlechte Verhandlungsergebnis beschwert, beklagt usw...

Hat nur alles letztlich nichts mit dem TV-L zu tun.
Unterschiedliche Betroffene, unterschiedliche Ausgangslage...da ist gar kein Raum für "Deine Antwort rettet gerade meinen Tag =) =) =)"

Modulator

Zur Zeit der Tarifverhandlungen des TVöD war die Inflationsrate auch noch etwas höher als heute und die Aussicht auf eine Besserung auch noch nicht in Sicht.
Das ist heute anders.
Die IAP im TVöD hat sich natürlich mildernd ausgewirkt.
Aber wir haben die gleichen Preissteigerungen zu verkraften. Deshalb hätten wir die ebenso verdient, wobei die Bundesregierung die Arbeitgeber ja aufgefordert hat, von dieser einmaligen Pauschale reichlich gebrauch zu machen.
Da könnten die Länder diese im Grunde nicht verweigern.

Coffee86

Zitat von: Modulator in 17.11.2023 09:35
Zur Zeit der Tarifverhandlungen des TVöD war die Inflationsrate auch noch etwas höher als heute und die Aussicht auf eine Besserung auch noch nicht in Sicht.
Das ist heute anders.
Die IAP im TVöD hat sich natürlich mildernd ausgewirkt.
Aber wir haben die gleichen Preissteigerungen zu verkraften. Deshalb hätten wir die ebenso verdient, wobei die Bundesregierung die Arbeitgeber ja aufgefordert hat, von dieser einmaligen Pauschale reichlich gebrauch zu machen.
Da könnten die Länder diese im Grunde nicht verweigern.

Ich kann auf diese IAP gerne verzichten - vor allem so wie sie ind en Verhandlungen eingesetzt wird. Sie dient nur die prozentuale Erhöhung nach hinten zu schieben und vor allem die prozentuale Steigerung zu minimieren. Gerade diese bringt aber langfristig mehr.

Die IAP war schon beim TVöD ein Riesenkritikpunkt. Und wird hier auch nur wieder dazu dienen den Beschäftigten ein tolles Ergebnis zu verkaufen welches einfach nur eine Mogelpackung sein wird (oder "schlechter Witz")

JM1

Zitat von: Warnstreik in 16.11.2023 13:06
Zitat von: neodeo2 in 16.11.2023 13:02
Dito, wenn es nicht mehr Geld gibt, dann wenigstens weniger Arbeitszeit.

Komplett leer ausgehen, will ich nicht!

Ja, aber am Ende isses nicht die Zeit dafür: Wir haben (überall) zu viel Arbeit für zu wenig Leute. Stellen können jetzt schon nicht besetzt werden. Dazu kommt, dass durch die Preisssteigerungen die Forderung heißt: Cash! Verständlich.

Ich weiß nicht, wie ihr euch solche Verhandlungen vorstellt - aber man wird nicht ein "ok, ich seid geizig, dann schenkt uns statt Geld 2 Stunden" bringen. Es gibt klare Forderungen und auf diesen wird verhandelt werden. Am Ende kommt mehr Geld - die Frage ist nur welche Erhöhung man durchsetzen kann.
Aber glaubst du ernsthaft, wenn man auf der 40 Stunden Woche beharrt, kommen neue Leute dazu? Überall werden Leute gesucht. Die Industrie hat meist ca.35h Woche bei gleichem bis besseren Gehalt. Da muss man nicht 2 mal nachdenken. Wer nicht mitzieht verliert.
Die Zeiten sind vorbei in denen die Väter 60h Wochen gestemmt haben und damit zufrieden waren die Kinder am Sonntag mal zusehen. Willkommen in der Neuzeit.
Ich bewerbe mich parallel zur Fortsetzung meines Projekts im TV-L auch in der PW.

RsQ

Zitat von: JM1 in 17.11.2023 09:55
Die Zeiten sind vorbei in denen die Väter 60h Wochen gestemmt haben und damit zufrieden waren die Kinder am Sonntag mal zusehen. Willkommen in der Neuzeit.
Ich kann nur eine individuelle Perspektive beisteuern: Ich bin aktuell in der PW - und finde selbst 35 Std. schon zu viel. Vorher war ich selbstständig - seitdem ich in diesem Umfang im Job gebunden bin, habe ich das Gefühl, das Familienleben komplett zu verpassen.

Der öD hat hier durchaus attraktive Jobs in Teilzeit. Leider bin ich in einem Segment ohne Bewerbermangel und scheitere schon länger (zumindest ist das meine subjektive Wahrnehmung) als Mann an der übersteuerten Gleichstellung.

daseinsvorsorge

Zitat von: Zinc in 16.11.2023 12:19
[
Ich kenne einige die mit deinem Studium in den TVÖD abgewandert sind, beispielsweise Jugendamt (ASD) etc. und alle mindestens mit S14 oder S15 nach Hause gehen. Und dort ist ja selbst die S14 besser bezahlt als die S15 im TVL aufgrund der Zulagen.

... hier dazu die Zahlen

TVL S 14   bis 9/23            STUFE 1)3507.36 ST. 2)3804.10 ST.3)4109.21 ST.4)4419.58 ST. 5)4762.78 ST. 6)5002.98

TVÖD S14 ab 03.24 mit Zulage    1)4037,-      2)4289             3)4602,-        4)4920,-       5)5271,-     6) 5517,-


Also beträgt die Differenz ca. € 500,- . Um dies aufzuholen, müßten mindestens ca. 10%(Endstufe) her- wie auch immer, um mit den TVÖD gleichzuziehen. Ansonsten kann man nur raten, in den TVÖD zu gehen. In diesen Stadtstaaten ist im ASD sowieso bestimmt nicht so viel zu tun, so dass die Bürgermeister dem sicherlich locker entgegen sehen können ;)

Ulf

Zitat von: Modulator in 17.11.2023 09:35
Zur Zeit der Tarifverhandlungen des TVöD war die Inflationsrate auch noch etwas höher als heute und die Aussicht auf eine Besserung auch noch nicht in Sicht.
Das ist heute anders.

Ich verstehe nicht ganz was du mit dem Absatz zum Ausdruck bringen willst. Daher frage ich mal höflich nach: Ist deine Schlussfolgerung, dass nun der Abschluss im TV-L ja auch gar nicht mehr so hoch sein müsse wie im TVöD, weil nun die Inflationsrate wieder niedriger ist?

Warnstreik

Zitat von: JM1 in 17.11.2023 09:55
Zitat von: Warnstreik in 16.11.2023 13:06
Zitat von: neodeo2 in 16.11.2023 13:02
Dito, wenn es nicht mehr Geld gibt, dann wenigstens weniger Arbeitszeit.

Komplett leer ausgehen, will ich nicht!

Ja, aber am Ende isses nicht die Zeit dafür: Wir haben (überall) zu viel Arbeit für zu wenig Leute. Stellen können jetzt schon nicht besetzt werden. Dazu kommt, dass durch die Preisssteigerungen die Forderung heißt: Cash! Verständlich.

Ich weiß nicht, wie ihr euch solche Verhandlungen vorstellt - aber man wird nicht ein "ok, ich seid geizig, dann schenkt uns statt Geld 2 Stunden" bringen. Es gibt klare Forderungen und auf diesen wird verhandelt werden. Am Ende kommt mehr Geld - die Frage ist nur welche Erhöhung man durchsetzen kann.
Aber glaubst du ernsthaft, wenn man auf der 40 Stunden Woche beharrt, kommen neue Leute dazu? Überall werden Leute gesucht. Die Industrie hat meist ca.35h Woche bei gleichem bis besseren Gehalt. Da muss man nicht 2 mal nachdenken. Wer nicht mitzieht verliert.
Die Zeiten sind vorbei in denen die Väter 60h Wochen gestemmt haben und damit zufrieden waren die Kinder am Sonntag mal zusehen. Willkommen in der Neuzeit.
Ich bewerbe mich parallel zur Fortsetzung meines Projekts im TV-L auch in der PW.

Kurz zur Einordnung: Ich beharre auf nichts und ich glaube auch nicht, dass irgendjemand auf die 40 oder 38,5 oder 39h-Woche beharrt. Es ging mir einzig darum aufzuzeigen, dass in dieser Tarifverhadlung die Salärerhöhung die Marschroute ist.

Ich bin total dabei, wenn es darum geht die Arbeit flexibler und die Arbeitszeiten geringer auszugestalten. Aber eben nicht bei dieser Tarifverhandlung - und ich denke die Befragungen unter den Angestellten vor dem Aufstellen der Forderungen hat auch genau das ergeben.

Ein "Wenn schon keine 10%, dann wenigstens 2h" ist utopisch - dann wird man sich eben auf 3, 5 oder 8% einigen und kleine Bonmots einbauen wie z.B. die SuE-Zulage oder die option von lokalen Zuschlägen.

Maikel

Wo geht denn eigentlich das Geld hin für die eh schon fehlenden Mitarbeiter? Man sollte ja eigentlich meinen, wenn ich eh schon weniger Mitarbeiter zu bezahlen habe, bekommen die anderen dementsprechend den Gegenwert mehr