[Allg] Tarifrunde TV-L 2023

Begonnen von Lavalampe82, 22.05.2023 12:00

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Lavalampe82

Hallo zusammen,
gilt der Abschluss von Verdi zur aktuellen Tarifrunde eigentlich auch für Beamte in einer Stadt bzw Kommunalverwaltung?

Gruß

was_guckst_du

Nein!

Besoldungen werden per Gesetz geregelt und nicht durch Tarifvertrag.

Für die Bundesbeamten ist vorgesehen, dass die Tariferhöhung auch in der noch folgenen Besoldungsgesetzgebung übernommen werden sollen.

Die Kommunalbeamten hängen "besoldungstechnisch" an den Besoldungen der Landesbeamten. Hier werden in der Regel die Tariferhöhungen aus dem Ergebnis beim TV-L besoldunsgesetzgeberisch übernommen. Die Verhandlungen TV-L beginnen erst zum Jahresende 2023
Gruß aus "Tief im Westen"

Meine Beiträge geben grundsätzlich meine persönliche Meinung zum Thema wieder und beinhalten keine Rechtsberatung. Meistens sind sie ernster Natur, manchmal aber auch nicht. Bei einer obskuren Einzelfallpersönlichkeit antworte ich auch aus therapeutischen Gründen

Lavalampe82

Alles klar, danke für die Antwort.

Mingara

Danke für die Information!

Heißt das, dass "nur" mit einer Besoldungsanhebung und nicht mit den sog. "Inflationsausgleichzahlungen" zu rechnen ist?

VG

was_guckst_du

...ich glaube nicht, dass die Politik es sich leisten könnte, den Beamten nicht ebenfalls eine Inflationausgleichzahlung zukommen zu lassen...
Gruß aus "Tief im Westen"

Meine Beiträge geben grundsätzlich meine persönliche Meinung zum Thema wieder und beinhalten keine Rechtsberatung. Meistens sind sie ernster Natur, manchmal aber auch nicht. Bei einer obskuren Einzelfallpersönlichkeit antworte ich auch aus therapeutischen Gründen

Poincare

Die Politik wird alles dafür tun, möglichst viel Inflationsausgleichszahlung und möglichst weniger Besoldungsanpassung zu leisten - leider. Nur das eine wirkt sich auf den zu erwarteten Kostenberg für die Pensionäre aus.

Inflationsausgleichszahlung ist wie die Nachzahlung der Gasrechnung, Besoldungsanpassung wie die langfristige Erhöhung der Kaltmiete.

Stollibert

Hallo zusammen. Welche Strategie werden die Gewerkschaften im Falle der Tarifrunde 2023 Länder anwenden um das sich anscheinend anbahnende Desaster für die Versorgungsempfänger (VE) Bund abzuwenden. Der Verzicht auf den Inflationsausgleich bei den Verhandlungen bedeutet eine Nullrunde für die VE. Dies sollte in den Ländern nicht passieren sonst kann man jede der beteiligten Gewerkschaften in die Tonne klopfen,wenn bewusst Abschlüsse zu Lasten der VE gehen. Rentner haben übrigens in 2023 keine Nullrunde ! Alle abstimmenden Mitglieder sollten ihren Gewerkschaften klar machen, dass Nicht alle VE tolle Pensionen haben.

Umlauf

Für Versorgungsempfänger kann die Gewerkschaft nicht verhandeln, nur betteln.

Stollibert

Bedeutet im Umkehrschluss , wenn sowieso nur Verhandlungsmasse die geopfert wird am besten Mitgliedschaft als VE kündigen. Dann bleibt wenigstens etwas Inflationsausgleich übrig.

Umlauf

Zitat von: Stollibert in 27.05.2023 14:11
Bedeutet im Umkehrschluss , wenn sowieso nur Verhandlungsmasse die geopfert wird am besten Mitgliedschaft als VE kündigen. Dann bleibt wenigstens etwas Inflationsausgleich übrig.

Man kann sagen, für Alimentaionsempfänger sind Gewerkschaften Lobbyisten.
Aber sie sind nicht in der Lage zu verhandeln, da sie nicht über dem Gesetz sind.
Sie haben ein Anhörungsrecht im Gesetzgebungsverfahren. Mehr aber nicht.
Sollte man eigentlich in diesem Metier wissen.

Stollibert

Vielen Dank für die nette Info. Dennoch zielt die Feststellung auch darauf hinaus sich bereits jetzt mit der laufenden Problematik einer ev. Nullrunde für VE auseinander zu setzen. Ich denke es hat auch nichts mit dem Wissen das Staatsdiener in vielen Dingen keinen Rechtsanspruch haben zu tun. Auch wenn insbesondere VE von den Gewerkschaften noch weniger unterstützt werden können als aktive Beamt*innen, sollte es dennoch thematisiert werden auch wenn das betroffene Metier es ja wissen müsste.

lotsch

Zitat von: Stollibert in 28.05.2023 07:56
Vielen Dank für die nette Info. Dennoch zielt die Feststellung auch darauf hinaus sich bereits jetzt mit der laufenden Problematik einer ev. Nullrunde für VE auseinander zu setzen. Ich denke es hat auch nichts mit dem Wissen das Staatsdiener in vielen Dingen keinen Rechtsanspruch haben zu tun. Auch wenn insbesondere VE von den Gewerkschaften noch weniger unterstützt werden können als aktive Beamt*innen, sollte es dennoch thematisiert werden auch wenn das betroffene Metier es ja wissen müsste.

Natürlich haben Staatsdiener (Beamte) einen Rechtsanspruch auf amtsangemessene Alimentation, auch VE. Leider müssen sie diesen einklagen, wenn er ihnen verwehrt wird. Dazu empfehle ich die Homepage des thüringischen Beamtenbunds, die hierzu auch Empfehlungen für VE gibt.

Umlauf

Zitat von: Stollibert in 28.05.2023 07:56
Vielen Dank für die nette Info. Dennoch zielt die Feststellung auch darauf hinaus sich bereits jetzt mit der laufenden Problematik einer ev. Nullrunde für VE auseinander zu setzen. Ich denke es hat auch nichts mit dem Wissen das Staatsdiener in vielen Dingen keinen Rechtsanspruch haben zu tun. Auch wenn insbesondere VE von den Gewerkschaften noch weniger unterstützt werden können als aktive Beamt*innen, sollte es dennoch thematisiert werden auch wenn das betroffene Metier es ja wissen müsste.

Ich kritisierte nicht die Problematik an sich. Da bin ich dabei.

Aber dieses Thema können die Gewerkschaften nicht so n den Tarifverhandlungen verhandeln, weil es ihnen nicht zusteht. Das habe habe ich angemerkt.

Hans Werner Mangold

Die Tarifverhandlungen für die Länder (TV-L) beginnen ja erst im Herbst und werden sich sehr wahrscheinlich bis ins Frühjahr 2024 hinziehen. Von dem Tarifabschluss unserer Kolleginnen und Kollegen von Bund und Kommunen können wir nur träumen! Ich bekomme jetzt schon Depressionen mit welchem Angebot uns man da abspeisen möchte!  >:(

superdash

Zitat von: Hans Werner Mangold in 02.06.2023 11:49
Die Tarifverhandlungen für die Länder (TV-L) beginnen ja erst im Herbst und werden sich sehr wahrscheinlich bis ins Frühjahr 2024 hinziehen. Von dem Tarifabschluss unserer Kolleginnen und Kollegen von Bund und Kommunen können wir nur träumen! Ich bekomme jetzt schon Depressionen mit welchem Angebot uns man da abspeisen möchte!  >:(

Immer mit der Ruhe. Es geht ja erst im Herbst los und auch die Länder werden einen ordentlichen Abschluss mitmachen müssen. Auch hier fehlt Personal. Zusätzlich sind dort die Kassen nicht ganz so klamm, wie bei vielen Kommunen. Die Forderung der Gewerkschaften sollten sich aber schon auf so 15% belaufen, wenn sie nicht ganz dumm sind.