Autor Thema: Lohnt sich Arbeit noch?  (Read 30610 times)

beamtenjeff

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Antw:Lohnt sich Arbeit noch?
« Antwort #150 am: 10.11.2023 17:50 »
[...]

Wie seht ihr das? Wie kommt ihr mit diesem Umstand klar? Ist es euch egal, habt ihr Verständnis für hohe Sozialleistungen oder seid ihr kurz vor der (inneren) Kündigung?

Arbeit lohnt sich nicht mehr, im Ö.D. ist der Stress durch Bürokratie und Idiotie inzwischen gefühlt höher als in der freien Wirtschaft.


Kündigung ist als Entwurf schon lange geschrieben; monatlich werden die neuen Daten eingetragen.
Hätte man nicht "die Hürde" es als Einschreiben, sondern z.B. als E-Mail hinaussenden zu müssen, wäre es womöglich schon längst geschehen.
Schnauze soll vom Ö.D. und vom Land insgesamt.
Man kann als "Interner" des Ö.D. alles nur bestätigen, was der gemeine Bürger so vermutet und befürchtet.

Verstehe ich das richtig? Du bist nicht in der Lage bei der Post ein Einschreiben aufzugeben, daher hast du seit ewigkeiten ein Kündigunsschreiben in der Schublade bei dem du Monat für Monat das Kündigungsdatum aktualisierst? Aber dich hier im Forum zu registrieren und zu schreiben wie doof alles ist hast du geschafft?


Du verstehst das richtig. Musste auch grinsen. Bin auch ein "interner" und leider gibt es solche Bedienstete wie den Beamtenjeff tatsächlich. Allerdings sind subjektives Empfinden und Ausnahme-Nichtleister keinesfalls als Grundlage für eine objektive Diskussion zu gebrauchen.

Ich denke in dem Fall hast du mich verwechselt, aber von den vielen Zitaten kann man schon durcheinander kommen.

Wie auch immer, ich bin nicht überrascht, dass das Thema so polarisiert, schließlich ist es im Allgemeinen ja gerade politischer Zunder - genau deshalb haben mich die Meinungen unter "Kolleginnen" interessiert.

Wenn die wirtschaftliche Entwicklung am Standort Dtl so weiter geht, bekommt das Thema ohnehin nochmal einen anderen Duktus. Mit einer Insolvenz (oder Drosselung der Produktion) nach der nächsten, sollten die Auswirkungen sich bald auch deutlich auf den Arbeitsmarkt auswirken. Bin gespannt wo die Reise hin geht.

clarion

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Antw:Lohnt sich Arbeit noch?
« Antwort #151 am: 10.11.2023 19:47 »
Dann hätten wir die Chance unsere Reihen mit guten Leuten aufzufüllen. Erstrebenswert ist das aber sicherlich nicht.

Schokobon

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Antw:Lohnt sich Arbeit noch?
« Antwort #152 am: 10.11.2023 20:24 »
Wir hatten zuletzt wieder externe Bewerbungen (ja, Plural) auf eine E8 Stelle.

clarion

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Antw:Lohnt sich Arbeit noch?
« Antwort #153 am: 10.11.2023 20:27 »
E6 bis E8 war bei uns nie ein Problem. Für nicht wenige Berufsgruppen aus der Privatwirtschaft ist das ein richtig guter Verdienst.

Es fehlen IT-ler, Ingenieure, gute Juristen.

MoinMoin

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Antw:Lohnt sich Arbeit noch?
« Antwort #154 am: 11.11.2023 07:40 »
Auf unsere 12/13er IT Stellen haben wir 60% ausländische und 30% inländische Migrationsbewerber.
Wäre die sprachbarriere in unserem Sektor nicht da, wären da jeweils 2-3 gute Bewerber dabei. So war es bisher glücklicherweise immer einer, der zu kommen wollte und geeignet ist.
Aber das ist offtopic.

Bastel

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Antw:Lohnt sich Arbeit noch?
« Antwort #155 am: 11.11.2023 13:26 »
Man kann ja in die Ausschreibung mit aufnehmen, dass man Wohngeld beantragen kann. So ganz in TV-L Manier ;D ;D

MoinMoin

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Antw:Lohnt sich Arbeit noch?
« Antwort #156 am: 11.11.2023 16:05 »
Man kann ja in die Ausschreibung mit aufnehmen, dass man Wohngeld beantragen kann. So ganz in TV-L Manier ;D ;D
Gute Idee, nur hatten wir bisher noch keinen Bewerber/in die das dann erhalten hätte.
Aber wir werden zukünftig in der Tat reinschreiben, dass man - je nach Erfahrung - bis zu 86 T€ verdient, vielleicht melden sich dann noch mehr, die der Meinung sind, dass sich dafür das arbeiten lohnt.

BAT

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Antw:Lohnt sich Arbeit noch?
« Antwort #157 am: 11.11.2023 17:27 »

Gute Idee, nur hatten wir bisher noch keinen Bewerber/in die das dann erhalten hätte.
Aber wir werden zukünftig in der Tat reinschreiben, dass man - je nach Erfahrung - bis zu 86 T€ verdient, vielleicht melden sich dann noch mehr, die der Meinung sind, dass sich dafür das arbeiten lohnt.

War sich das Forum nicht mal einig, dass nur Stufe 6 die volle Bezahlung ist? Im öD steigt mal also fast immer mit Vollzeit und Teilgehalt ein. Da sind die Tarifparteien gefordert, dies zu ändern.

Hubertus musste gerade übrigens 2,1 Milliarden für Bürgergeld zusätzlich einplanen.

MoinMoin

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Antw:Lohnt sich Arbeit noch?
« Antwort #158 am: 11.11.2023 18:47 »

Gute Idee, nur hatten wir bisher noch keinen Bewerber/in die das dann erhalten hätte.
Aber wir werden zukünftig in der Tat reinschreiben, dass man - je nach Erfahrung - bis zu 86 T€ verdient, vielleicht melden sich dann noch mehr, die der Meinung sind, dass sich dafür das arbeiten lohnt.

War sich das Forum nicht mal einig, dass nur Stufe 6 die volle Bezahlung ist? Im öD steigt mal also fast immer mit Vollzeit und Teilgehalt ein. Da sind die Tarifparteien gefordert, dies zu ändern.
Korrekt!
Und die volle Bezahlung bekommt man tariflich frühestens nach 6 Jahren und 1 Tag, als Berufsanfänger. :-\

Johann

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Antw:Lohnt sich Arbeit noch?
« Antwort #159 am: 13.11.2023 09:20 »

Wohnen ist allerdings der größte Ausgabenposten der meisten Haushalte. Da wird es in den nächsten Jahren zu starken Kostensteigerungen kommen. Ich könnte mir schon vorstellen, dass sich das dann in bestimmten Gegenden wandelt, da die Kommunen diese Kosten übernehmen.

Was meinst du mit dem letzten Satz?

Wohnen ist halt für zu teuer in Deutschland. Unnötigerweise. Mehr bauen.

Zumindest was Sozialbauten angeht wäre es auch wichtig, dass man langsam mal die dämliche 20 Jahres Bindung gegen eine immerwährende Bindung ersetzt.

Irgendwie ist es dämlich, dass immer nur Wohnungen jünger als 20 Jahre Sozialwohnungen sein können. Damit man davon ausreichend hat, müssen also ständig welche neu gebaut werden. Und wenn man dieses Jahr weniger baut als vor 20 Jahren, gibt es wieder weniger Sozialwohnungen als letztes Jahr. Dabei bräuchte es eigentlich immer mehr davon.

BAT

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Antw:Lohnt sich Arbeit noch?
« Antwort #160 am: 13.11.2023 09:28 »
Nein, das sind Asozialwohnungen, weil Wohnen in Miete vom Prinzip her teurer ist als Wohnen im Eigentum.

Warum soll der Staat solche Kosten tragen, statt ausreichend Bauland zur Verfügung zu stellen (Death to the Feldhamster, etc.) und die Bauvorschriften stark abzusenken. Dann wird alles günstiger, ohne nun Milliarden zu investieren.

Wir nehmen als Staat dem Bürger immer mehr ab. Das ist der falsche Weg. In der Miete sowieso. Man stelle sich einfach mal vor, ich leihe meinem Nachbarn meine Auto für ein paar Wochen und wenden dann auf das Auto die Mietregelungen an. Ob ich es noch mal zurück bekomme?

Johann

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Antw:Lohnt sich Arbeit noch?
« Antwort #161 am: 13.11.2023 09:39 »
Immer mehr Bauland zur Verfügung zu stellen wird nicht sonderlich zielführend sein. Die Wohnproblem ergeben sich ja in der Regel im Umfeld großer Städte. Da gibts dann höchstens ganz am Stadtrand noch potentiell als Bauland nutzbare Fläche.

Um mehr Wohnraum in Städten (und nicht drum herum) zu schaffen, wäre es eher sinnig, Wohnhäuser statt 30m in die Höhe auch mal 100-200m zuzulassen. Da kriegt man auf einem m² Bauland wesentlich mehr Menschen unter. Und das sogar in der Stadt, statt 40 Minuten ÖPNV davon entfernt.

Thomber

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Antw:Lohnt sich Arbeit noch?
« Antwort #162 am: 13.11.2023 09:44 »
Immer mehr Bauland zur Verfügung zu stellen wird nicht sonderlich zielführend sein. Die Wohnproblem ergeben sich ja in der Regel im Umfeld großer Städte. Da gibts dann höchstens ganz am Stadtrand noch potentiell als Bauland nutzbare Fläche.

Um mehr Wohnraum in Städten (und nicht drum herum) zu schaffen, wäre es eher sinnig, Wohnhäuser statt 30m in die Höhe auch mal 100-200m zuzulassen. Da kriegt man auf einem m² Bauland wesentlich mehr Menschen unter. Und das sogar in der Stadt, statt 40 Minuten ÖPNV davon entfernt.


Ja und nein.
Baut man in die Höhe, kann man mehr Menschen darin wohnen lassen. Ja.
Der weg zur Arbeit wird durch eine Wohnung in der Stadt zwar kürzer, aber nicht autom. auch zeitsparsamer. Wird eine Stadt voller, so wirkt sich das auch auf den Verkehr aus. In Berlin gibt es keine 100m Häuser und dennoch braucht man dort, je nach Fall, laaange zur Arbeit. Das Fahren dauert dabei nicht so lange.  ;)

MoinMoin

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Antw:Lohnt sich Arbeit noch?
« Antwort #163 am: 13.11.2023 09:44 »

Wohnen ist allerdings der größte Ausgabenposten der meisten Haushalte. Da wird es in den nächsten Jahren zu starken Kostensteigerungen kommen. Ich könnte mir schon vorstellen, dass sich das dann in bestimmten Gegenden wandelt, da die Kommunen diese Kosten übernehmen.

Was meinst du mit dem letzten Satz?

Wohnen ist halt für zu teuer in Deutschland. Unnötigerweise. Mehr bauen.

Zumindest was Sozialbauten angeht wäre es auch wichtig, dass man langsam mal die dämliche 20 Jahres Bindung gegen eine immerwährende Bindung ersetzt.

Irgendwie ist es dämlich, dass immer nur Wohnungen jünger als 20 Jahre Sozialwohnungen sein können. Damit man davon ausreichend hat, müssen also ständig welche neu gebaut werden. Und wenn man dieses Jahr weniger baut als vor 20 Jahren, gibt es wieder weniger Sozialwohnungen als letztes Jahr. Dabei bräuchte es eigentlich immer mehr davon.
Oder aber den Wiener Weg: Einfach als größter Vermieter den Markt mit beeinflussen.
Und dann kann man den Mietern eine Sozialauswahl treffen.

MoinMoin

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Antw:Lohnt sich Arbeit noch?
« Antwort #164 am: 13.11.2023 09:50 »
Nein, das sind Asozialwohnungen, weil Wohnen in Miete vom Prinzip her teurer ist als Wohnen im Eigentum.

Warum soll der Staat solche Kosten tragen, statt ausreichend Bauland zur Verfügung zu stellen
Welche Kosten meinst du?
Die die eine Vermieter vom Staat kassiert und damit sein Eigentum finanziert, welches ihm die H4/BGler in Form von KdU geben?
Zitat
die Bauvorschriften stark abzusenken. Dann wird alles günstiger, ohne nun Milliarden zu investieren.
Eben warum noch Energiesparhäuser mit utopische Dämmwerte vorschreiben.
Heizen ist doch in 50 Jahren eh CO2 neutral und sicherlich nachhaltiger als jetzt Plastikdämmung an die Wände zu nageln, welches später vom Specht als Sondermüll entsorgt wird.

Zitat
Wir nehmen als Staat dem Bürger immer mehr ab. Das ist der falsche Weg. In der Miete sowieso. Man stelle sich einfach mal vor, ich leihe meinem Nachbarn meine Auto für ein paar Wochen und wenden dann auf das Auto die Mietregelungen an. Ob ich es noch mal zurück bekomme?
Warum solltest du dein Auto nicht zurückbekommen, du bekommst deine (Ver)Mietwohnung doch auch zurück, alles eine Frage des Vertrages.
und wieso nimmt der Staat bei der Miete dem Bürger as ab, dass hab ich noch nicht ganz verstanden.