Autor Thema: Lohnt sich Arbeit noch?  (Read 30616 times)

MoinMoin

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Antw:Lohnt sich Arbeit noch?
« Antwort #165 am: 13.11.2023 09:52 »
Immer mehr Bauland zur Verfügung zu stellen wird nicht sonderlich zielführend sein. Die Wohnproblem ergeben sich ja in der Regel im Umfeld großer Städte. Da gibts dann höchstens ganz am Stadtrand noch potentiell als Bauland nutzbare Fläche.

Um mehr Wohnraum in Städten (und nicht drum herum) zu schaffen, wäre es eher sinnig, Wohnhäuser statt 30m in die Höhe auch mal 100-200m zuzulassen. Da kriegt man auf einem m² Bauland wesentlich mehr Menschen unter. Und das sogar in der Stadt, statt 40 Minuten ÖPNV davon entfernt.


Ja und nein.
Baut man in die Höhe, kann man mehr Menschen darin wohnen lassen. Ja.
Der weg zur Arbeit wird durch eine Wohnung in der Stadt zwar kürzer, aber nicht autom. auch zeitsparsamer. Wird eine Stadt voller, so wirkt sich das auch auf den Verkehr aus. In Berlin gibt es keine 100m Häuser und dennoch braucht man dort, je nach Fall, laaange zur Arbeit. Das Fahren dauert dabei nicht so lange.  ;)
Also ich hab immer um die 30 min gebraucht zu den Unis/Kliniken und anderen Arbeitsstätten.
Fahrrad und SBahn ist das schnellste Verkehrsmittel.  8)

Thomber

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Antw:Lohnt sich Arbeit noch?
« Antwort #166 am: 13.11.2023 09:55 »
Höhere Häuser = mehr Menschen = langsamerer Verkehr. 

MoinMoin

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Antw:Lohnt sich Arbeit noch?
« Antwort #167 am: 13.11.2023 10:17 »
Höhere Häuser = mehr Menschen = langsamerer Verkehr.
Da bei dem derzeitigem Verkehr locker die dreifache personenmenge transportiert werden könnt (also nicht mehr SingleAuto, sondern Mehrfachbelegung oder Bus) könnte man also 3 mal so hohe Häuser bauen.  ;D

was_guckst_du

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Antw:Lohnt sich Arbeit noch?
« Antwort #168 am: 13.11.2023 10:21 »
...ab Januar erreiche ich meine Arbeitsstätte zu Fuß (Küche, Keller, Garten) 8)
Gruß aus "Tief im Westen"

Meine Beiträge geben grundsätzlich meine persönliche Meinung zum Thema wieder und beinhalten keine Rechtsberatung. Meistens sind sie ernster Natur, manchmal aber auch nicht. Bei einer obskuren Einzelfallpersönlichkeit antworte ich auch aus therapeutischen Gründen

Thomber

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Antw:Lohnt sich Arbeit noch?
« Antwort #169 am: 13.11.2023 10:23 »
Höhere Häuser = mehr Menschen = langsamerer Verkehr.
Da bei dem derzeitigem Verkehr locker die dreifache personenmenge transportiert werden könnt (also nicht mehr SingleAuto, sondern Mehrfachbelegung oder Bus) könnte man also 3 mal so hohe Häuser bauen.  ;D



 Im Übrigen möchte ich gerne mal die Busse und Bahnen in Berlin sehen, die zu zwei Dritteln leer durch den Berufsverkehr gondeln.

Ich fahre nur pro Taq 114 Km. Mit Bus und Bahn bräuchte ich einen Tag länger.  :-\

MoinMoin

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Antw:Lohnt sich Arbeit noch?
« Antwort #170 am: 13.11.2023 10:56 »
Höhere Häuser = mehr Menschen = langsamerer Verkehr.
Da bei dem derzeitigem Verkehr locker die dreifache personenmenge transportiert werden könnt (also nicht mehr SingleAuto, sondern Mehrfachbelegung oder Bus) könnte man also 3 mal so hohe Häuser bauen.  ;D



 Im Übrigen möchte ich gerne mal die Busse und Bahnen in Berlin sehen, die zu zwei Dritteln leer durch den Berufsverkehr gondeln.

Ich fahre nur pro Taq 114 Km. Mit Bus und Bahn bräuchte ich einen Tag länger.  :-\
Ich fahre jeden Tag 5 km
Fährst du alleine oder in Fahrgemeinschaft?
im übrigen möchte ich den Tag sehen, wo auf der Busspur die Busse im engem Abstand fahren, also Transportkapazitäten sind da noch vorhanden (mehr Busse, mehr Insassen im Individualverkehr, ...)
Und wenn du dann im Hochhaus 5 min vom Arbeitsplatz deine Wohnung hast, hast du auch einen kürzeren Tag  ::)

BAT

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Antw:Lohnt sich Arbeit noch?
« Antwort #171 am: 13.11.2023 11:03 »
Warum solltest du dein Auto nicht zurückbekommen, du bekommst deine (Ver)Mietwohnung doch auch zurück, alles eine Frage des Vertrages.
und wieso nimmt der Staat bei der Miete dem Bürger as ab, dass hab ich noch nicht ganz verstanden.

Du beantwortest deine Frage ja im gleichen Post. Alles eine Frage des Vertrages (also Selbstinitiative) gilt doch auch für den Wohnungssuchenden.

Was man als Staat natürlich machen könnte, wäre vielleicht die Zahl der Aufstocker zu senken, wenn man bedenkt, dass bereits beim Mindestlohn Einkommenssteuer fällig wird.

BAT

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Antw:Lohnt sich Arbeit noch?
« Antwort #172 am: 13.11.2023 11:04 »
Immer mehr Bauland zur Verfügung zu stellen wird nicht sonderlich zielführend sein. Die Wohnproblem ergeben sich ja in der Regel im Umfeld großer Städte. Da gibts dann höchstens ganz am Stadtrand noch potentiell als Bauland nutzbare Fläche.


Wenn ich da allein an das Tempelhofer Feld denke.

Wenn ich da an andere Metropolen denke. Bitte mal google maps im Satellitenmodus für Paris, Barcelona, etc. mit irgendeiner deutschen Großstadt vergleichen.

Und davon ab, Deutschland besteht nicht nur aus Großstädten.

Johann

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Antw:Lohnt sich Arbeit noch?
« Antwort #173 am: 13.11.2023 11:06 »
Ja und nein.
Baut man in die Höhe, kann man mehr Menschen darin wohnen lassen. Ja.
Der weg zur Arbeit wird durch eine Wohnung in der Stadt zwar kürzer, aber nicht autom. auch zeitsparsamer. Wird eine Stadt voller, so wirkt sich das auch auf den Verkehr aus. In Berlin gibt es keine 100m Häuser und dennoch braucht man dort, je nach Fall, laaange zur Arbeit. Das Fahren dauert dabei nicht so lange.  ;)

Gut, es muss natürlich einen funktionierenden engmaschigen Nahverkehr mit entsprechend der Anzahl der Pendler ausgerichteten Taktung geben.

Ich finde in Hannover das Netz der Üstra, also der U-/Straßenbahn ziemlich gut. Im Grunde kommt man damit überall hin und muss am Ende halt nochmal eine gewisse Zeit zu fuß gehen. Je näher man am Stadtzentrum ist, umso kürzer werden die Fußwege aber natürlich.

Berlin ist ja eine flächenmäßig riesige Stadt. Da ist es kein Wunder, dass man ewig braucht um irgendwo hinzukommen. Wobei mir das bei meinen Besuchen eigentlich ganz gut funktionierend vorkam, wenn man in der Nähe einer S-Bahn Station residierte. Wenn man es jetzt noch schaffen würde, die ganze Stadt auf eine kleinere Fläche zu bringen, wären die Wege für Straßenbahn usw. entsprechend kürzer. Entsprechende Taktung vorausgesetzt.

Berlin soll sich aber nicht so gut eignen für hohe Gebäude, weil der Untergrund wohl sehr moorig sein soll.
Gib aber auch zahlreiche andere Städte, in denen das Stadtbild dann auf einmal doch wichtiger ist, als die Lösung des Wohnraumproblems.

Oder aber den Wiener Weg: Einfach als größter Vermieter den Markt mit beeinflussen.
Und dann kann man den Mietern eine Sozialauswahl treffen.

Ich kenne das zwar nur vom Hörensagen, aber in der DDR soll die Verwaltung und vor allem die Instandhaltung von staatlichem Wohneigentum nicht so gut funktioniert haben. Und wenn man bei einer derzeit überschaubaren Anzahl Immobilien dann noch solche Artikel (https://www.tagesschau.de/investigativ/panorama/leerstand-wohnungen-105.html) liest, bin ich mir nicht sicher, ob der deutsche Staat noch in der Lage wäre, diese vernünftig zu verwalten und zu erhalten.

Vom Gedanken her wäre das aber ein guter Ansatz. Da ist dann nur die Frage, wie lange es dauern würde, bis irgendeine Regierung von der Bundeseigenen Immobilienverwaltungs AG, deren 100%iger Eigentümer der Bund ist, erwartet, massive Gewinne zur Deckung des Bundeshaushaltes einzufahren und die Gewinne an den Bund auszuschütten. Dann werden entweder die Mieten stark steigen oder die Instandhaltung auf die noch viel längere Bank geschoben. Wäre nicht das erste Mal in ähnlicher Form.

Edit:
Und davon ab, Deutschland besteht nicht nur aus Großstädten.

Sicherlich nicht. Aber das Wohnraumproblem gibt es vor allem dort. Irgendwo aufm platten Land hast du eher das Problem, dass die vielen leerstehenden Häuser keiner haben will. Da muss man dann auch nicht neu bauen, sondern kann einfach sanieren.

Hugo Stieglitz

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Antw:Lohnt sich Arbeit noch?
« Antwort #174 am: 13.11.2023 11:31 »

Wohnen ist allerdings der größte Ausgabenposten der meisten Haushalte. Da wird es in den nächsten Jahren zu starken Kostensteigerungen kommen. Ich könnte mir schon vorstellen, dass sich das dann in bestimmten Gegenden wandelt, da die Kommunen diese Kosten übernehmen.

Was meinst du mit dem letzten Satz?

Wohnen ist halt für zu teuer in Deutschland. Unnötigerweise. Mehr bauen.
Die Ausgangsfrage war, ob sich arbeiten in D noch lohnt. Ich würde das bejahen. Auch wenn die Sätze nicht weiter steigen (und das werden sie ja), die Wohnkosten werden auf jeden Fall steigen und damit wird BG perspektivisch immer attraktiver.

Klar mehr bauen, nur ist die Regierung mit dem Ziel für dieses Jahr glänzend gescheitert. Es muss nicht nur mehr gebaut werden, es muss auch preiswerter gebaut werden, sonst bleiben die Mieten hoch. Bei teuren Baustoffen, knappen Handwerkern und starken Richtlinien hinsichtlich des Klimaschutzes glaube ich nicht, dass dies gelingen wird. Ich erkenne nicht einmal den Willen etwas zu ändern.

Plattenbau wird als Lösung sicherlich versucht werden. Dies ist aber eine wenig geschätzte Wohnform in Deutschland. Man kann sich denken, wer dort letztlch einquartiert wird. Die Risiken einer Gehettoisierung und steigender Kriminalität machen das Modell ebenfalls wenig attraktiv. Aber vielleicht ist das wie mit dem Sozialismus, man muss es einfach mal richtig machen.

BAT

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Antw:Lohnt sich Arbeit noch?
« Antwort #175 am: 13.11.2023 11:55 »
Ach so. Ja, insofern kostet uns Nichtbauen erhebliche Gelder. Vielleicht mehr als das staatliche Bauen selbst. Dekadent.

@Johann: plattes Land ist nicht gleich plattes Land. Hier im Emsland fehlen auch oft Baugebiete. In den mittleren Städten mit 20 bis 100 K Einwohnern sowieso. Das wird ja auch inzwischen nicht mehr an jeden herausgegeben.

Warnstreik

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Antw:Lohnt sich Arbeit noch?
« Antwort #176 am: 13.11.2023 13:14 »
Ich kenne das zwar nur vom Hörensagen, aber in der DDR soll die Verwaltung und vor allem die Instandhaltung von staatlichem Wohneigentum nicht so gut funktioniert haben.

Nein, genau andersrum: In der DDR wurde der sozialistische Wohnungsbau staatlicherseits massiv subventioniert (über staatliche Wohnungsgesellschaften, aber auch über Genossenschaften). Diese Wohnungen waren damals state of the art: Aufzüge, Balkone, innenliegende Badezimmer mit Toilette, Badewannen, Waschmaschinenanschlüssen und in standardisierter Bauweise, was ein enormes Tempo brachte. Dazu mussten die Mieten nicht wirtschaftlich sein.
Das Problem war dann genau das gegenteilige: Es hat sich schlicht nicht gelohnt den Altbau zu modernisieren, weil man diese Kosten nie wieder reinbekommen hätte. Dadurch waren auch viele Innenstädte so runtergekommen - einige Private hatten ihre Häuser in Schuss, viele Vermieter haben nichts/kaum etwas gemacht. Es wollte auch so ziemlich niemand in den innerstädtischen Altbauten wohnen, wer konnte ging in die Neubauviertel.

Im Grunde wurde der Markt kaputtgemacht. Nach der Wende drechte sich vieles um - die verbliebenen Altbauten wurden z.T. schick gemacht und sind jetzt begehrte Wohnobjekte.

Warnstreik

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« Antwort #177 am: 13.11.2023 13:17 »
Ach so. Ja, insofern kostet uns Nichtbauen erhebliche Gelder. Vielleicht mehr als das staatliche Bauen selbst. Dekadent.

@Johann: plattes Land ist nicht gleich plattes Land. Hier im Emsland fehlen auch oft Baugebiete. In den mittleren Städten mit 20 bis 100 K Einwohnern sowieso. Das wird ja auch inzwischen nicht mehr an jeden herausgegeben.

Die Frage ist schlicht, was ein sinnvoller Bau ist. Der Traum vom (neuen) Eigenheim ist in vielen Existent - sinnvoll ist er aber weder ökonomisch noch ökologisch. Der Bezirk Nord in Hamburg (ging auch durch die Medien) gibt keine neuen B-Pläne mehr für Einfamilienhaussiedlungen frei. Der Platz ist schlicht begrenzt.

BAT

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« Antwort #178 am: 13.11.2023 13:29 »
Ist das nicht die Ecke, wo der Flughafen mitten in der Stadt ist und dazu Santu Fu? ;)

Herbert Meyer

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« Antwort #179 am: 13.11.2023 13:53 »
Zitat
Der Platz ist schlicht begrenzt.

Das halte ich für eine rechtspopulistische Lüge. Immerhin haben die Hamburger Grünen und weitere Zivilbündnisse sowie NGOs vor kurzem noch "#WirHabenPlatz" skandiert.