Autor Thema: Lohnt sich Arbeit noch?  (Read 30617 times)

Schmitti

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Antw:Lohnt sich Arbeit noch?
« Antwort #300 am: 23.11.2023 10:46 »
Am Rande: Die Einführung des Mindestlohns hat damals auch Jobs gekostet, wie verschiedene Studien zeigten. In Summe waren das vielleicht nicht so viel, wie manche vorher befürchteten/erwarteten, aber faktisch sind dadurch auch Hängematten gefüllt worden.
Und in Inflationszeiten dürfte dieser Effekt auch nochmal zum Tragen gekommen sein. Vieles von dem, was sich Teile der Bevölkerung nicht mehr leisten können/wollen, stellt auch größere Teile des Mindestlohnsektors. Gastronomie z.B..

Warnstreik

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Antw:Lohnt sich Arbeit noch?
« Antwort #301 am: 23.11.2023 10:53 »
Wir kommen da ehe nicht zusammen, zumal es nach meiner Wunsch-Konfiguration rechnerisch wesentlich weniger gewesen wären, da ich ja die gesetzliche Grenze von 48 Wochenstunden mit einberechnet. Das hat natürlich rein theoretisch starke Auswirkungen auf die Zahl der Bedürftigen.

Und wir kommen auch wohl mit dem Blick auf formelle bzw. materielle Aspekte nicht zusammen. Mit einem Vertragspartner, der eine Kommission aus Experten zusammen setzt, die den Mindestlohn finden sollen, diese aber bei erstbester Gelegenheit außer Kraft setzen ist das vom Rechtshandeln eher im Bereich einer Drückerkolonne ;)

Antworte doch einfach auf die Frage, die ich dir gestellt habe, damit ich deine Gedankengänge verstehe: Was hätte dein Job-Aufnahme-Mindestlohn für die zu dem Zeitpunkt prekär Beschäftigten bedeutet?

BAT

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Antw:Lohnt sich Arbeit noch?
« Antwort #302 am: 23.11.2023 10:55 »


Antworte doch einfach auf die Frage, die ich dir gestellt habe, damit ich deine Gedankengänge verstehe: Was hätte dein Job-Aufnahme-Mindestlohn für die zu dem Zeitpunkt prekär Beschäftigten bedeutet?

Erstmal einen Nebenjob zu suchen, um die 48 Stunden zu erreichen.

Warnstreik

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Antw:Lohnt sich Arbeit noch?
« Antwort #303 am: 23.11.2023 10:58 »

Und in Inflationszeiten dürfte dieser Effekt auch nochmal zum Tragen gekommen sein. Vieles von dem, was sich Teile der Bevölkerung nicht mehr leisten können/wollen, stellt auch größere Teile des Mindestlohnsektors. Gastronomie z.B..

Die Gastro ist nun wirklich ein denkbar schlechtes Beispiel - die schafft es nämlich momentan nicht ansatzweise ihre offenen Stellen zu besetzen, die sie durch Jobabwanderung während Corona verloren haben.
Weggefallene Jobs sind nur in Zeiten ein Problem, in denen man nicht andere, gleichwertige Jobs anbieten kann. Und derzeit ist jeder Job vom Salär allen durch den Mindestlohn weggefallenen, höherwertig.


Warnstreik

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Antw:Lohnt sich Arbeit noch?
« Antwort #304 am: 23.11.2023 11:03 »


Antworte doch einfach auf die Frage, die ich dir gestellt habe, damit ich deine Gedankengänge verstehe: Was hätte dein Job-Aufnahme-Mindestlohn für die zu dem Zeitpunkt prekär Beschäftigten bedeutet?

Erstmal einen Nebenjob zu suchen, um die 48 Stunden zu erreichen.

Also: Du willst, dass niemand einen Job mit <14€ die Stunde annehmen muss und stattdessen staatliche Leistungen beziehen "darf", ohne das jemand etwas fordert. Gleichzeit sollen diejenigen, die damals für 5,60€ Haare geschnitten oder für 6€ im Accord Betten in Hotels gemacht haben oder für 7,50€ deine Oma gepflegt haben, sich zusätzlich einen Job suchen?

Ich verstehe dich nicht.

simon1979

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Antw:Lohnt sich Arbeit noch?
« Antwort #305 am: 23.11.2023 11:36 »
Realität: Die beiden dargestellten Gruppen: Deutsch vs. Nicht-Deutsch lassen die Anzahl der Nicht-Deutschen steigen, da "Doppelstaatler" statistisch zu den Deutschen zählen!

https://www.focus.de/finanzen/news/deutsche-vs-auslaendische-bezieher-in-wahrheit-ist-das-buergergeld-laengst-ein-migrantengeld_id_246059699.html?utm_source=facebook&utm_medium=social&utm_campaign=facebook-focus-online-politik&fbc=facebook-focus-online-politik&ts=202311151346&cid=15112023&fbclid=IwAR2A6WdhCUwbgEiuZEuNxHXG7N1MzffZNS33UyTvQOcBUxyyW-J2j3wqNmU
Mir liegt es fern, gegen irgendeine Migrantengruppe zu hetzen oder gar wie "Alice Weidel klingen zu wollen", aber ich verändere mal die Ausgangsfrage des eigentlichen Themas und stelle die Frage:
Lohnt sich Arbeit in Deutschland für alle Bürgergeldempfänger?
Stand Juli 2023 lebten laut Migrationsmonitor der Bundesagentur für Arbeit insgesamt ca. 5,5 Millionen Bürgergeldempfänger in Deutschland, davon 2,9 Millionen Deutsche und 2,6 Millionen Nichtdeutsche. Von letzteren haben ca. 700.000 die ukrainische Staatsangehörigkeit. Die Zahlen sind aus meiner Sicht logisch, da es viele unverschuldete Hemnisse gibt, die Migranten hindern, einenen Arbeitsplatz zu erhalten. Auch die relativ hohe Anzahl von Ukrainern ist erklärbar, da sie einen vereinfachten Zugang zum Bürgergeld erhalten und sie auf Grund der kurzen Verweildauer bisher weniger Chancen hatten, sich in den Arbeitsmarkt zu integrieren.
Was jedoch bemerkenswert ist, dass laut Bundesagentur für Arbeit ca. 19 Prozent der erwerbsfähigen Schutzsuchenden aus der Ukraine einer Beschäftigung in Deutschland nachgehen. Wohingegen andere Länder deutlich höhere Quoten als Deutschland aufweisen:
In Dänemark beispielsweise sind 75 Prozent der erwerbsfähigen Ukrainerinnen und Ukrainer in Arbeit, in den Niederlanden sind es 46 Prozent. Laut einer Analyse des UN-Flüchtlingskommissariats UNHCR waren mit Stand Juni 2023 43 Prozent der geflüchteten Ukrainer in Nachbarstaaten der Ukraine und anderen Gastländern in Europa erwerbstätig.
Und dies lässt mich wieder zu meiner obigen Eingangsfrage zurückkehren.

Ich glaube der Vergleich mit den Ukrainern und anderen EU Ländern und dem prozentualen Anteil der Berufstätigen hinkt gewaltig.

Da ich in der Sozialhilfeverwaltung AsylbLG arbeite, kann ich ziemlich gut sagen, wer damals zu uns geflüchtet ist und es immer noch tut. Es sind alleinerziehende Mütter mit ihren minderjährigen Kindern, junge Studentinnen bzw. erwachsene Schüler und ältere ab 55 bis 60.

Die letzte Gruppe findet auf dem deutschen Arbeitsmarkt keine Jobs mehr, aufgrund ihres Alters und der Sprachbarriere.
Die zweite Gruppe macht in der Regel eine schulische Ausbildung zum Spracherwerb oder studiert online weiter und stehen dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung.
Die erste Gruppe kann nur arbeiten, wenn ihre minderjährigen Kinder versorgt sind. Das heißt entweder in der Ganztagesbetreuung sind oder bei Verwandten oder Freunden unterkommen.
Und hier wissen wir alle, dass die Ganztagesbetreuung in Deutschland mal so richtig schlecht da steht und Ukrainerinnen eher wenig Freunde und Verwandte in Deutschland haben, die sie unterstützen können.

Die wenigen Männer, die bei mir im Leistungsbezug waren, haben innerhalb der ersten Monate in der Regel eine sozialversicherungspflichtige Arbeit gefunden.
Und bei viele der allein reisenden Ukrainerinnen war es ebenso, nur ihr Anteil war an der Gesamtzahl der Flüchtlinge war in unserem Fall gering.

Hinzu kommt noch die Frage, warum Ukrainer überhaupt nach Frankreich, Dänemark oder sonst so weiter reisen?
Meiner Meinung nach nur, wenn Sie dort Familie, Freunde oder Bekannte haben, bereits früher dort gelebt haben oder aufgrund ihrer Ausbildung oder Studium eine Verbindung zu dem jeweiligen Land haben und somit schneller Fuß fassen und dementsprechend auch arbeiten gehen können.

OrganisationsGuy

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Antw:Lohnt sich Arbeit noch?
« Antwort #306 am: 23.11.2023 13:59 »
Realität: Die beiden dargestellten Gruppen: Deutsch vs. Nicht-Deutsch lassen die Anzahl der Nicht-Deutschen steigen, da "Doppelstaatler" statistisch zu den Deutschen zählen!

https://www.focus.de/finanzen/news/deutsche-vs-auslaendische-bezieher-in-wahrheit-ist-das-buergergeld-laengst-ein-migrantengeld_id_246059699.html?utm_source=facebook&utm_medium=social&utm_campaign=facebook-focus-online-politik&fbc=facebook-focus-online-politik&ts=202311151346&cid=15112023&fbclid=IwAR2A6WdhCUwbgEiuZEuNxHXG7N1MzffZNS33UyTvQOcBUxyyW-J2j3wqNmU
Mir liegt es fern, gegen irgendeine Migrantengruppe zu hetzen oder gar wie "Alice Weidel klingen zu wollen", aber ich verändere mal die Ausgangsfrage des eigentlichen Themas und stelle die Frage:
Lohnt sich Arbeit in Deutschland für alle Bürgergeldempfänger?
Stand Juli 2023 lebten laut Migrationsmonitor der Bundesagentur für Arbeit insgesamt ca. 5,5 Millionen Bürgergeldempfänger in Deutschland, davon 2,9 Millionen Deutsche und 2,6 Millionen Nichtdeutsche. Von letzteren haben ca. 700.000 die ukrainische Staatsangehörigkeit. Die Zahlen sind aus meiner Sicht logisch, da es viele unverschuldete Hemnisse gibt, die Migranten hindern, einenen Arbeitsplatz zu erhalten. Auch die relativ hohe Anzahl von Ukrainern ist erklärbar, da sie einen vereinfachten Zugang zum Bürgergeld erhalten und sie auf Grund der kurzen Verweildauer bisher weniger Chancen hatten, sich in den Arbeitsmarkt zu integrieren.
Was jedoch bemerkenswert ist, dass laut Bundesagentur für Arbeit ca. 19 Prozent der erwerbsfähigen Schutzsuchenden aus der Ukraine einer Beschäftigung in Deutschland nachgehen. Wohingegen andere Länder deutlich höhere Quoten als Deutschland aufweisen:
In Dänemark beispielsweise sind 75 Prozent der erwerbsfähigen Ukrainerinnen und Ukrainer in Arbeit, in den Niederlanden sind es 46 Prozent. Laut einer Analyse des UN-Flüchtlingskommissariats UNHCR waren mit Stand Juni 2023 43 Prozent der geflüchteten Ukrainer in Nachbarstaaten der Ukraine und anderen Gastländern in Europa erwerbstätig.
Und dies lässt mich wieder zu meiner obigen Eingangsfrage zurückkehren.
Ich glaube der Vergleich mit den Ukrainern und anderen EU Ländern und dem prozentualen Anteil der Berufstätigen hinkt gewaltig.

Tut er auch, es sind 40.000 Ukrainer in Dänemark. Dagegen sind 1.100.000 in Deutschland.

Das ich die alle nicht auf den Arbeitsmarkt integriert bekomme ist nachvollziehbar. Warum die aber alle bevorzugt nach Deutschland kommen? ....

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1356654/umfrage/anzahl-ukrainischer-fluechtlinge-in-den-eu-staaten/

was_guckst_du

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Antw:Lohnt sich Arbeit noch?
« Antwort #307 am: 23.11.2023 14:06 »
...weil die Rahmenbedingungen hier so gut sind...Dänemark hat ein sehr restriktives Ausländerrecht und in Deutschland bekommen Ukrainer direkt in den Bürgergeldbezug...da wüßte ich auch, wo ich als ukrainischer Flüchtling besser hingehe...
Gruß aus "Tief im Westen"

Meine Beiträge geben grundsätzlich meine persönliche Meinung zum Thema wieder und beinhalten keine Rechtsberatung. Meistens sind sie ernster Natur, manchmal aber auch nicht. Bei einer obskuren Einzelfallpersönlichkeit antworte ich auch aus therapeutischen Gründen

OrganisationsGuy

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Antw:Lohnt sich Arbeit noch?
« Antwort #308 am: 23.11.2023 14:09 »
...weil die Rahmenbedingungen hier so gut sind...Dänemark hat ein sehr restriktives Ausländerrecht und in Deutschland bekommen Ukrainer direkt in den Bürgergeldbezug...da wüßte ich auch, wo ich als ukrainischer Flüchtling besser hingehe...

Umgangssprachlich sind wir das Sozialamt der Welt wenn ich das richtig verstehe.

simon1979

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Antw:Lohnt sich Arbeit noch?
« Antwort #309 am: 23.11.2023 14:10 »
Realität: Die beiden dargestellten Gruppen: Deutsch vs. Nicht-Deutsch lassen die Anzahl der Nicht-Deutschen steigen, da "Doppelstaatler" statistisch zu den Deutschen zählen!

https://www.focus.de/finanzen/news/deutsche-vs-auslaendische-bezieher-in-wahrheit-ist-das-buergergeld-laengst-ein-migrantengeld_id_246059699.html?utm_source=facebook&utm_medium=social&utm_campaign=facebook-focus-online-politik&fbc=facebook-focus-online-politik&ts=202311151346&cid=15112023&fbclid=IwAR2A6WdhCUwbgEiuZEuNxHXG7N1MzffZNS33UyTvQOcBUxyyW-J2j3wqNmU
Mir liegt es fern, gegen irgendeine Migrantengruppe zu hetzen oder gar wie "Alice Weidel klingen zu wollen", aber ich verändere mal die Ausgangsfrage des eigentlichen Themas und stelle die Frage:
Lohnt sich Arbeit in Deutschland für alle Bürgergeldempfänger?
Stand Juli 2023 lebten laut Migrationsmonitor der Bundesagentur für Arbeit insgesamt ca. 5,5 Millionen Bürgergeldempfänger in Deutschland, davon 2,9 Millionen Deutsche und 2,6 Millionen Nichtdeutsche. Von letzteren haben ca. 700.000 die ukrainische Staatsangehörigkeit. Die Zahlen sind aus meiner Sicht logisch, da es viele unverschuldete Hemnisse gibt, die Migranten hindern, einenen Arbeitsplatz zu erhalten. Auch die relativ hohe Anzahl von Ukrainern ist erklärbar, da sie einen vereinfachten Zugang zum Bürgergeld erhalten und sie auf Grund der kurzen Verweildauer bisher weniger Chancen hatten, sich in den Arbeitsmarkt zu integrieren.
Was jedoch bemerkenswert ist, dass laut Bundesagentur für Arbeit ca. 19 Prozent der erwerbsfähigen Schutzsuchenden aus der Ukraine einer Beschäftigung in Deutschland nachgehen. Wohingegen andere Länder deutlich höhere Quoten als Deutschland aufweisen:
In Dänemark beispielsweise sind 75 Prozent der erwerbsfähigen Ukrainerinnen und Ukrainer in Arbeit, in den Niederlanden sind es 46 Prozent. Laut einer Analyse des UN-Flüchtlingskommissariats UNHCR waren mit Stand Juni 2023 43 Prozent der geflüchteten Ukrainer in Nachbarstaaten der Ukraine und anderen Gastländern in Europa erwerbstätig.
Und dies lässt mich wieder zu meiner obigen Eingangsfrage zurückkehren.
Ich glaube der Vergleich mit den Ukrainern und anderen EU Ländern und dem prozentualen Anteil der Berufstätigen hinkt gewaltig.

Tut er auch, es sind 40.000 Ukrainer in Dänemark. Dagegen sind 1.100.000 in Deutschland.

Das ich die alle nicht auf den Arbeitsmarkt integriert bekomme ist nachvollziehbar. Warum die aber alle bevorzugt nach Deutschland kommen? ....

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1356654/umfrage/anzahl-ukrainischer-fluechtlinge-in-den-eu-staaten/

Ich bin über jeden einzelnen der Flüchtlinge glücklich, denn ein Großteil von den Ukrainern, die in Deutschland bleiben werden, werden über kurz oder lang wirklich eine Stütze der Gesellschaft als Arbeits- und Fachkräfte sein.

Nebenberuflich bin ich Jugendtrainer eines Dorfvereins und in meiner Mannschaft bzw. unserer Jugend sind einige Flüchtlingskinder aus der Ukraine. Alle sehr gut integriert und haben sehr schnell unsere Sprache gelernt. Ein Junge hat im Sommer seine mittlere Reife an einer bayerischen Realschule abgelegt und geht jetzt weiter Richtung Fachabitur.
Die anderen Kinder gehen entweder auf die Realschule oder Gymnasium.

Ich glaube, die offene Aufnahme der geflüchteten Ukrainer, wird unserer Gesellschaft in den nächsten Jahren richtig gut tun und da ist jetzt jeder ausgegebene Cent der Sozialleistungen gut investiert.

was_guckst_du

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Antw:Lohnt sich Arbeit noch?
« Antwort #310 am: 23.11.2023 14:12 »
...gemessen an der Bevölkerungszahl haben die baltischen Staaten die meisten ukrainischen Flüchtlinge aufgenommen (hat wohl was auch etwas mit den sprachlichen Verständigungsmöglichkeiten zu tun)...

...aber der Stautus von D ist unter den Flüchtlingen insgesamt sehr hoch...
Gruß aus "Tief im Westen"

Meine Beiträge geben grundsätzlich meine persönliche Meinung zum Thema wieder und beinhalten keine Rechtsberatung. Meistens sind sie ernster Natur, manchmal aber auch nicht. Bei einer obskuren Einzelfallpersönlichkeit antworte ich auch aus therapeutischen Gründen

MoinMoin

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Antw:Lohnt sich Arbeit noch?
« Antwort #311 am: 23.11.2023 14:14 »
...weil die Rahmenbedingungen hier so gut sind...Dänemark hat ein sehr restriktives Ausländerrecht und in Deutschland bekommen Ukrainer direkt in den Bürgergeldbezug...da wüßte ich auch, wo ich als ukrainischer Flüchtling besser hingehe...

Umgangssprachlich sind wir das Sozialamt der Welt wenn ich das richtig verstehe.
Für die Ukrainer sind es aber die Polen, wenn man pro Kopf kuckt.

Bauernopfer

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Antw:Lohnt sich Arbeit noch?
« Antwort #312 am: 23.11.2023 14:15 »
Realität: Die beiden dargestellten Gruppen: Deutsch vs. Nicht-Deutsch lassen die Anzahl der Nicht-Deutschen steigen, da "Doppelstaatler" statistisch zu den Deutschen zählen!

https://www.focus.de/finanzen/news/deutsche-vs-auslaendische-bezieher-in-wahrheit-ist-das-buergergeld-laengst-ein-migrantengeld_id_246059699.html?utm_source=facebook&utm_medium=social&utm_campaign=facebook-focus-online-politik&fbc=facebook-focus-online-politik&ts=202311151346&cid=15112023&fbclid=IwAR2A6WdhCUwbgEiuZEuNxHXG7N1MzffZNS33UyTvQOcBUxyyW-J2j3wqNmU
Mir liegt es fern, gegen irgendeine Migrantengruppe zu hetzen oder gar wie "Alice Weidel klingen zu wollen", aber ich verändere mal die Ausgangsfrage des eigentlichen Themas und stelle die Frage:
Lohnt sich Arbeit in Deutschland für alle Bürgergeldempfänger?
Stand Juli 2023 lebten laut Migrationsmonitor der Bundesagentur für Arbeit insgesamt ca. 5,5 Millionen Bürgergeldempfänger in Deutschland, davon 2,9 Millionen Deutsche und 2,6 Millionen Nichtdeutsche. Von letzteren haben ca. 700.000 die ukrainische Staatsangehörigkeit. Die Zahlen sind aus meiner Sicht logisch, da es viele unverschuldete Hemnisse gibt, die Migranten hindern, einenen Arbeitsplatz zu erhalten. Auch die relativ hohe Anzahl von Ukrainern ist erklärbar, da sie einen vereinfachten Zugang zum Bürgergeld erhalten und sie auf Grund der kurzen Verweildauer bisher weniger Chancen hatten, sich in den Arbeitsmarkt zu integrieren.
Was jedoch bemerkenswert ist, dass laut Bundesagentur für Arbeit ca. 19 Prozent der erwerbsfähigen Schutzsuchenden aus der Ukraine einer Beschäftigung in Deutschland nachgehen. Wohingegen andere Länder deutlich höhere Quoten als Deutschland aufweisen:
In Dänemark beispielsweise sind 75 Prozent der erwerbsfähigen Ukrainerinnen und Ukrainer in Arbeit, in den Niederlanden sind es 46 Prozent. Laut einer Analyse des UN-Flüchtlingskommissariats UNHCR waren mit Stand Juni 2023 43 Prozent der geflüchteten Ukrainer in Nachbarstaaten der Ukraine und anderen Gastländern in Europa erwerbstätig.
Und dies lässt mich wieder zu meiner obigen Eingangsfrage zurückkehren.

Ich glaube der Vergleich mit den Ukrainern und anderen EU Ländern und dem prozentualen Anteil der Berufstätigen hinkt gewaltig.

Da ich in der Sozialhilfeverwaltung AsylbLG arbeite, kann ich ziemlich gut sagen, wer damals zu uns geflüchtet ist und es immer noch tut. Es sind alleinerziehende Mütter mit ihren minderjährigen Kindern, junge Studentinnen bzw. erwachsene Schüler und ältere ab 55 bis 60.

Die letzte Gruppe findet auf dem deutschen Arbeitsmarkt keine Jobs mehr, aufgrund ihres Alters und der Sprachbarriere.
Die zweite Gruppe macht in der Regel eine schulische Ausbildung zum Spracherwerb oder studiert online weiter und stehen dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung.
Die erste Gruppe kann nur arbeiten, wenn ihre minderjährigen Kinder versorgt sind. Das heißt entweder in der Ganztagesbetreuung sind oder bei Verwandten oder Freunden unterkommen.
Und hier wissen wir alle, dass die Ganztagesbetreuung in Deutschland mal so richtig schlecht da steht und Ukrainerinnen eher wenig Freunde und Verwandte in Deutschland haben, die sie unterstützen können.

Die wenigen Männer, die bei mir im Leistungsbezug waren, haben innerhalb der ersten Monate in der Regel eine sozialversicherungspflichtige Arbeit gefunden.
Und bei viele der allein reisenden Ukrainerinnen war es ebenso, nur ihr Anteil war an der Gesamtzahl der Flüchtlinge war in unserem Fall gering.

Zusammengefasst bedeutet das, dass ein Großteil der nach Deutschland geflüchteten Ukrainer,-innen entweder nie oder zumindest nicht in absehbarer Zeit dem deutschen Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen werden. Ist dann die Zahlung von Bürgergeld  (lt. Definition "Grundsicherung für Arbeitssuchende") in diesem Zusammenhang überhaupt die korrekte Maßnahme?

MoinMoin

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Antw:Lohnt sich Arbeit noch?
« Antwort #313 am: 23.11.2023 14:20 »
Zusammengefasst bedeutet das, dass ein Großteil der nach Deutschland geflüchteten Ukrainer,-innen entweder nie oder zumindest nicht in absehbarer Zeit dem deutschen Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen werden. Ist dann die Zahlung von Bürgergeld  (lt. Definition "Grundsicherung für Arbeitssuchende") in diesem Zusammenhang überhaupt die korrekte Maßnahme?
Nein, aber das Ding umzuetikettieren ändert nichts an dem notwendigem Geldfluss.

Schön wäre es, wenn sich der Staat diese mEn EU-Kosten zumindest zum Teil von der EU bezahlen lassen würde.

OrganisationsGuy

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Antw:Lohnt sich Arbeit noch?
« Antwort #314 am: 23.11.2023 14:21 »
...weil die Rahmenbedingungen hier so gut sind...Dänemark hat ein sehr restriktives Ausländerrecht und in Deutschland bekommen Ukrainer direkt in den Bürgergeldbezug...da wüßte ich auch, wo ich als ukrainischer Flüchtling besser hingehe...

Umgangssprachlich sind wir das Sozialamt der Welt wenn ich das richtig verstehe.
Für die Ukrainer sind es aber die Polen, wenn man pro Kopf kuckt.

Das ist korrekt, auf der anderen Seite sind die Leistungen die Polen anbietet wie folgt zusammengefasst:

"Der polnische Staat zahlt für die Unterbringung in Sammelunterkünften 40 Zloty, umgerechnet etwa acht Euro, pro Tag und Person für vier Monate. Wer länger dort bleibt, muss sich zur Hälfte an den Kosten beteiligen. Danach müssen die Geflüchteten mehr oder weniger auf eigenen Beinen stehen"

Sprich die Gelder sind limitierter und über einen kurzen Zeitraum in Aussicht gestellt.