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"Generalstreik"
Keeper83:
--- Zitat von: Warnstreik am 18.01.2024 15:15 ---
--- Zitat von: Schmitti am 18.01.2024 09:51 ---Man sieht doch, welche Branchen sich den Landwirten schon angeschlossen hatten, und in welchen es immer noch oder auch zunehmend brodelt.
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Welche Branchen ausser ganz vereinzelt die Transportbranche hat sich denn angeschlossen? Die AfD hat versucht alles was den Mittelstands-Stallgeruch hat, mit dazuzubekommen: Handwerker und Unternehmer. Das war aber durchschaubar und hat sich tatsächlich und augenscheinlich nicht verfangen.
Bei den Bauern hat es vorher gebrodelt - und es ist gut, dass man jetzt mal aufs Wasser haut, damit dieses total verkrepelte Subventions-System endlich geändert wird. Es ist richtig, dass Deutschland endlich sagen muss, wohin sie mit der hiesigen Landwirtschaft will. Die Grundfrage ist dabei, wie man Wirtschaftlichkeit, Ökologie und Landschafts-/Brauchtumspflege auf einen Nenner bekommt. Betriebe mit 30 Milchkühen ernähren keine Familie mehr - das darf man einfach hinnehmen. Ein Pool von 10 Traktoren für 10000ha ist wirtschaftlicher als jeweils ein Trecker für jeden 10ha- Familienbetrieb. Gleichzeitig möchte man Tiere ordentlich halten können und im Getreideanbau auf Insektizide verzichten. Hier muss imo alles auf den Tisch und daher ist es gut, wenn man jetzt mal alles neu denkt. Das traue ich Özdemir tatsächlich auch zu - er macht sich damit aber eben nicht überall Freunde.
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Die "Industrialisierung" der Landwirtschaft und das damit verbundene Höfesterben kleiner und mittlerer Familienbetriebe wurde übrigens in den letzten Jahrzehnten vom Bauernverband und der CDU forciert. Sämtliche Rahmenbedingungen und die Subventionsstrukturen bevorteilen Großbetriebe. Jeglicher Versuch z.B. von den Grünen diese Strukturen zum Vorteil kleiner und mittlerer Betriebe zu ändern wurde sowohl vom Bauernverband als auch der CDU blockiert.
Auch die Öffnung der deutschen Landwirtschaft in Richtung Weltmarkt (ganz im gegenteil zu Frankreich z.B.), mit allen Nachteilen für kleinere Betriebe wurde vom Bauernverband immer unterstützt, wenn nicht sogar gefordert. Einfach mal angucken in welchen Aufsichtsräten der Vorstand des Bauernverbandes so sitzt und welche Interessen er vertritt.
Ich wäre als kleiner/mittlerer Familienbetrieb vorsichtig für welche Interessen und gegen wen ich auf diesen Demos tatsächlich protestiere.
modesty:
--- Zitat von: BAT am 18.01.2024 16:34 ---
--- Zitat von: Warnstreik am 15.01.2024 09:52 ---Zum einen freue ich mich, dass sich die Aktionen der Bauern schon spürbar und z.T. auch wütend sind, man sich aber im Allgemeinen nicht von rechtsextremen vor den Karren spannen lässt. Das stand zu befürchten - aber hier hat die "Bauernschläue" dann doch gesiegt :-)
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Du bist ganz schön auf rechte und AFD, etc. fixiert. Ich habe nicht ansatzweise von Infiltrierung der Demos durch solche Gruppe gehört bzw. wahrgenommen. Wohne aber auch im Osten und nutze kein Social Media.
Aber irgendwie scheint das doch dein Fetisch zu sein?
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Hier (also im Westen) konnte ich das durchaus wahrnehmen. Mag vielleicht auch daran liegen, dass man im Westen AFD-Parolen noch nicht als ganz so normal ansieht, wie dies im Osten zu sein schein. Dank Social-Media durfte ich einige Bilder mit Plakaten an Traktoren im Osten sehen.
Johann:
--- Zitat von: modesty am 18.01.2024 17:07 ---Dank Social-Media durfte ich einige Bilder mit Plakaten an Traktoren im Osten sehen.
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Das dürfte aber vor allem daher rühren, dass in sozialen Medien gepusht wird, was heraussticht. Und wenn da unter 300 Traktoren einer bei ist, der es vielleicht ein bisschen zu gut meint, sieht man eben überall nur diesen einen Traktor. Weil der Rest langweilig normal ist.
BAT:
--- Zitat von: modesty am 18.01.2024 17:07 ---
Hier (also im Westen) konnte ich das durchaus wahrnehmen. Mag vielleicht auch daran liegen, dass man im Westen AFD-Parolen noch nicht als ganz so normal ansieht, wie dies im Osten zu sein schein. Dank Social-Media durfte ich einige Bilder mit Plakaten an Traktoren im Osten sehen.
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Sorry, wohne im Westen.
@Keeper83: ach so, ich verstehe unter social Media, Facebook, Insta und Co. Aber das ist wohl nicht der korrekte Umfang.
MoinMoin:
--- Zitat von: Keeper83 am 18.01.2024 16:54 ---
--- Zitat von: Warnstreik am 18.01.2024 15:15 ---
--- Zitat von: Schmitti am 18.01.2024 09:51 ---Man sieht doch, welche Branchen sich den Landwirten schon angeschlossen hatten, und in welchen es immer noch oder auch zunehmend brodelt.
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Welche Branchen ausser ganz vereinzelt die Transportbranche hat sich denn angeschlossen? Die AfD hat versucht alles was den Mittelstands-Stallgeruch hat, mit dazuzubekommen: Handwerker und Unternehmer. Das war aber durchschaubar und hat sich tatsächlich und augenscheinlich nicht verfangen.
Bei den Bauern hat es vorher gebrodelt - und es ist gut, dass man jetzt mal aufs Wasser haut, damit dieses total verkrepelte Subventions-System endlich geändert wird. Es ist richtig, dass Deutschland endlich sagen muss, wohin sie mit der hiesigen Landwirtschaft will. Die Grundfrage ist dabei, wie man Wirtschaftlichkeit, Ökologie und Landschafts-/Brauchtumspflege auf einen Nenner bekommt. Betriebe mit 30 Milchkühen ernähren keine Familie mehr - das darf man einfach hinnehmen. Ein Pool von 10 Traktoren für 10000ha ist wirtschaftlicher als jeweils ein Trecker für jeden 10ha- Familienbetrieb. Gleichzeitig möchte man Tiere ordentlich halten können und im Getreideanbau auf Insektizide verzichten. Hier muss imo alles auf den Tisch und daher ist es gut, wenn man jetzt mal alles neu denkt. Das traue ich Özdemir tatsächlich auch zu - er macht sich damit aber eben nicht überall Freunde.
--- End quote ---
Die "Industrialisierung" der Landwirtschaft und das damit verbundene Höfesterben kleiner und mittlerer Familienbetriebe wurde übrigens in den letzten Jahrzehnten vom Bauernverband und der CDU forciert. Sämtliche Rahmenbedingungen und die Subventionsstrukturen bevorteilen Großbetriebe. Jeglicher Versuch z.B. von den Grünen diese Strukturen zum Vorteil kleiner und mittlerer Betriebe zu ändern wurde sowohl vom Bauernverband als auch der CDU blockiert.
Auch die Öffnung der deutschen Landwirtschaft in Richtung Weltmarkt (ganz im gegenteil zu Frankreich z.B.), mit allen Nachteilen für kleinere Betriebe wurde vom Bauernverband immer unterstützt, wenn nicht sogar gefordert. Einfach mal angucken in welchen Aufsichtsräten der Vorstand des Bauernverbandes so sitzt und welche Interessen er vertritt.
Ich wäre als kleiner/mittlerer Familienbetrieb vorsichtig für welche Interessen und gegen wen ich auf diesen Demos tatsächlich protestiere.
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+1
und da finde ich es tatsächlich immer grusselig, wenn dann ein kleiner (Familien)Bauer vor dem Mikro gezerrt wird und sein Leid als Argument für die Subvention der NahrungsmittelExportIndustrie dient.
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