Autor Thema: neue Tarifrunde  (Read 228380 times)

KlammeKassen

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Antw:neue Tarifrunde
« Antwort #1350 am: 18.05.2024 14:03 »
Besonders zynisch wird es, wenn man noch jeden Tag in der Presse lesen muss, dass die Alimentation nicht amtsangemessen ist.
Wenn man sich so die Nettogehälter ansieht, müsste das Gehalt der Angestellten ja UNTERBEZAHLT sein (dort kann man ja nicht von Alimentation sprechen). Vor allem, wenn es noch Kinder gibt (wobei Ehepartner ja auch alleine schon ca. 150 Euro bringt).

Da ja immer von Angestellte auf Beamte übertragen wird.....
Anders herum würde das natürlich selbstverständlich nicht gemacht werden.

Vielleicht sagen sie den Angestellten auch, dass deshalb für Angestellte leider nichts mehr übrig ist, weil sie dort die Verfassung einhalten müssen.

Bin mal gespannt wie lange das alles noch so laufen wird

itseme

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Antw:neue Tarifrunde
« Antwort #1351 am: 19.05.2024 07:00 »
Aha, wie soll das Dilemma aufgelöst werden?
Durch korrekte Fragestellung.
Wenn da steht
Willst du eine 32 Stundenwoche bei vollem Lohnausgleich.
Da will das die sicherlich eine Menge Menschen.
Aber eine 32 h Woche bei 20% Lohnreduktion wollen sie jedoch nicht.

Interessant ist die Frage doch nur, wenn da steht: willst du 20% mehr Lohn oder eine 32h Woche.
Was würde da die Antwort sein?

Ich will 20% mehr Lohn und  stelle einen Monat später ein TZ Antrag auf eine 32h Woche.....

Wie will man bei diesem Modell das Ausnutzen der Belegschaft verhindern?

MoinMoin

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Antw:neue Tarifrunde
« Antwort #1352 am: 19.05.2024 08:20 »
Kann Regelungen sind die Lösung aller Probleme.
Der AG der ein Problem hat kann sie anwenden, der AG der kein Problem hat muss sie nicht anwenden!

Und der AG der ein Problem hat, es aber nicht sehen will und sie deswegen nicht anwendet, der ist halt am Arbeitsmarkt im hintertreffen und die Nachbargemeinden freuen sich.
Was ist mit dem AG der ein Problem hat, es sieht ihm aber die Mittel fehlen?
Dann hat er entweder nicht den Bedarf oder er kommuniziert schlecht zu dem Miittelgeber.

MoinMoin

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Antw:neue Tarifrunde
« Antwort #1353 am: 19.05.2024 08:24 »
Aha, wie soll das Dilemma aufgelöst werden?
Durch korrekte Fragestellung.
Wenn da steht
Willst du eine 32 Stundenwoche bei vollem Lohnausgleich.
Da will das die sicherlich eine Menge Menschen.
Aber eine 32 h Woche bei 20% Lohnreduktion wollen sie jedoch nicht.

Interessant ist die Frage doch nur, wenn da steht: willst du 20% mehr Lohn oder eine 32h Woche.
Was würde da die Antwort sein?

Ich will 20% mehr Lohn und  stelle einen Monat später ein TZ Antrag auf eine 32h Woche.....

Wie will man bei diesem Modell das Ausnutzen der Belegschaft verhindern?
Überhaupt nicht!
Darum geht es doch, dass der eine 20% Lohn haben will und der andere Stundenreduktion.
Wenn jedoch die Stundenreduktion durchgesetzt wird, dann fehlen dem einen die 20% Lohn.

Wenn man also die Frage in einer Umfrage so stellen würde, dann wäre deine Antwort, klar:
Mehr Geld!

UNameIT

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« Antwort #1354 am: 19.05.2024 20:02 »
Eine weitere Gewerkschaft gründen, bringt nichts da ausschließlich mit Verdi verhandelt werden muss.


Was für ein Quatsch:

1.) Für die AN verhandelt mindestens noch der dbb- in den Ländern zusätzlich noch GEW

2.) Sobald eine Gewerkschaft mehr Mitglieder vorweisen kann als verdi/dbb, sitzt diese am Verhandlungstisch.

3.) Sobald gerichtlich belegt werden kann, dass einzelne Bereiche nicht ausreichend durch die verhandelnden Gewerkschaften vertreten werden, sitzt eine andere Gewerkschaft mit am Tisch. Hier könnten sich IT und Ingenieurbereich z.B.  bei btb-online.org engagieren.

Da kann man man Silberbach direkt mal fragen, warum für diesen Bereich - wie z.B. für SuE - nicht zusätzlich gesondert verhandelt wird. Ich vermute allerdings, dass dafür nicht genügend Aktive zur Verfügung stehen, die  bereit sind, sich dafür zu engagieren.

Also- man kann was machen- tut aber man aber nicht. Lieber arbeitet man sich an verdi/dbb ab und es ändert sich nichts- schade.


Ehrlich, solange verdi gegen mich und nicht für mich verhandelt , gibt es genau welchen Grund verdi beizutreten?

MoinMoin

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« Antwort #1355 am: 20.05.2024 09:41 »
Eine weitere Gewerkschaft gründen, bringt nichts da ausschließlich mit Verdi verhandelt werden muss.


Was für ein Quatsch:

1.) Für die AN verhandelt mindestens noch der dbb- in den Ländern zusätzlich noch GEW

2.) Sobald eine Gewerkschaft mehr Mitglieder vorweisen kann als verdi/dbb, sitzt diese am Verhandlungstisch.

3.) Sobald gerichtlich belegt werden kann, dass einzelne Bereiche nicht ausreichend durch die verhandelnden Gewerkschaften vertreten werden, sitzt eine andere Gewerkschaft mit am Tisch. Hier könnten sich IT und Ingenieurbereich z.B.  bei btb-online.org engagieren.

Da kann man man Silberbach direkt mal fragen, warum für diesen Bereich - wie z.B. für SuE - nicht zusätzlich gesondert verhandelt wird. Ich vermute allerdings, dass dafür nicht genügend Aktive zur Verfügung stehen, die  bereit sind, sich dafür zu engagieren.

Also- man kann was machen- tut aber man aber nicht. Lieber arbeitet man sich an verdi/dbb ab und es ändert sich nichts- schade.


Ehrlich, solange verdi gegen mich und nicht für mich verhandelt , gibt es genau welchen Grund verdi beizutreten?
Tja das Henne Ei Problem
Biste nicht in der Gewerkschaft, so verhandelt verdi und co auch nicht für dich, da du nur trittbrettfahrer bist.
Da sie aber gegen dich verhandeln, willst auch nicht eintreten.🤦‍♀️😱

Tagelöhner

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« Antwort #1356 am: 20.05.2024 10:04 »
Und wenn er Beitritt freuen sie sich über seinen größeren Mitgliedsbeitrag, weil er aus ihrer Sicht schon privilegierter Besserverdiener ist, der mehr zur Umverteilung beitragen kann und verhandeln trotzdem nicht für ihn.  ;D

MoinMoin

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« Antwort #1357 am: 20.05.2024 13:01 »
Möglich, aber ebenso wäre es möglich, dass dann in den Gremien nur noch höherwertige EGler sitzen und die dann die Gewerkschaftspolitik bestimmen.

daseinsvorsorge

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« Antwort #1358 am: 20.05.2024 19:51 »
Und wenn er Beitritt freuen sie sich über seinen größeren Mitgliedsbeitrag, weil er aus ihrer Sicht schon privilegierter Besserverdiener ist, der mehr zur Umverteilung beitragen kann und verhandeln trotzdem nicht für ihn.  ;D

Deshalb nicht mehr an Verdi/dbb abarbeiten, sondern neue Gewerkschaft gründen oder eine bestehende -wie z.b. GÖD - kapern. Mit den hier vorgebrachten Argumenten mal eben zigtausende Mitglieder von Verdi/dbb abwerben und schon sitzt man am Verhandlungstisch. Ob es aber schon zur nächsten Tarifrunde so weit ist- könnte knapp werden. Aber Hauptsache es passiert mal was

MoinMoin

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« Antwort #1359 am: 20.05.2024 19:57 »
Und wenn er Beitritt freuen sie sich über seinen größeren Mitgliedsbeitrag, weil er aus ihrer Sicht schon privilegierter Besserverdiener ist, der mehr zur Umverteilung beitragen kann und verhandeln trotzdem nicht für ihn.  ;D

Deshalb nicht mehr an Verdi/dbb abarbeiten, sondern neue Gewerkschaft gründen oder eine bestehende -wie z.b. GÖD - kapern. Mit den hier vorgebrachten Argumenten mal eben zigtausende Mitglieder von Verdi/dbb abwerben und schon sitzt man am Verhandlungstisch. Ob es aber schon zur nächsten Tarifrunde so weit ist- könnte knapp werden. Aber Hauptsache es passiert mal was
Das ist das gleiche Henne ei Problem.
Genauso gut, kann man auch für sich selber verhandeln, sei es beim aktuellem oder neuem AG oder, sofern man nicht verhandlungsstark ist, einen AG wählen, dessen Gewerkschaft einen auch vertritt.
🤝

daseinsvorsorge

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« Antwort #1360 am: 20.05.2024 20:17 »
Und wenn er Beitritt freuen sie sich über seinen größeren Mitgliedsbeitrag, weil er aus ihrer Sicht schon privilegierter Besserverdiener ist, der mehr zur Umverteilung beitragen kann und verhandeln trotzdem nicht für ihn.  ;D

Deshalb nicht mehr an Verdi/dbb abarbeiten, sondern neue Gewerkschaft gründen oder eine bestehende -wie z.b. GÖD - kapern. Mit den hier vorgebrachten Argumenten mal eben zigtausende Mitglieder von Verdi/dbb abwerben und schon sitzt man am Verhandlungstisch. Ob es aber schon zur nächsten Tarifrunde so weit ist- könnte knapp werden. Aber Hauptsache es passiert mal was
Das ist das gleiche Henne ei Problem.
Genauso gut, kann man auch für sich selber verhandeln, sei es beim aktuellem oder neuem AG oder, sofern man nicht verhandlungsstark ist, einen AG wählen, dessen Gewerkschaft einen auch vertritt.
🤝

Das geht natürlich auch. Also viele Optionen etwas zu machen, als sich Tag für Tag an der bestehenden Situation abzuarbeiten.

NelsonMuntz

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« Antwort #1361 am: 20.05.2024 20:45 »
Deshalb nicht mehr an Verdi/dbb abarbeiten, sondern neue Gewerkschaft gründen oder eine bestehende -wie z.b. GÖD - kapern. Mit den hier vorgebrachten Argumenten mal eben zigtausende Mitglieder von Verdi/dbb abwerben und schon sitzt man am Verhandlungstisch. Ob es aber schon zur nächsten Tarifrunde so weit ist- könnte knapp werden. Aber Hauptsache es passiert mal was

Ich mag ja nicht möppern, aber die "Klassenkampfromantik" der Gewerkschaften wird sich zunächst immer auf die unteren Gruppen fokussieren. Mit einer E12 ist man statistisch aber bereits deutlich über dem Durchschnitt - und damit längst ein willfähriger Scherge des ausbeuterischen Systems.

Spartengewerkschaften? Unfug im öD: Dann kämpft die "Liga der Verwaltungsführungskräfte" degen den "Ingenieursbund im öD" und die "Fachgewerkschaft Informatik 00100001" ... Die AG lachen sich bei diesem Schauspiel nur ins Fäustchen. Der Marburger Bund mag hier eine rühmliche Ausnahme bilden - ist aber auch bereits kurz nach dem Krieg gegründet worden und vertritt ein hochspezialisiertes Klientel, welches idR nicht ersetzbar ist.

Also wäre es das Sinnigste, die Entgelte im öD einfach an die Diäten im BT zu koppeln. Hier wird letzlich die allgemeine Gehaltsentwicklung zu Grunde gelegt - und dass sollte eigentlich auch die ideale Bemessungsgrundlage für die Gehaltsentwicklung im öD sein.

... in Tarifverhandlungen könnte man sich dann um Arbeitszeiten und Zulagen-Regimes kümmern.

daseinsvorsorge

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« Antwort #1362 am: 20.05.2024 21:47 »
Deshalb nicht mehr an Verdi/dbb abarbeiten, sondern neue Gewerkschaft gründen oder eine bestehende -wie z.b. GÖD - kapern. Mit den hier vorgebrachten Argumenten mal eben zigtausende Mitglieder von Verdi/dbb abwerben und schon sitzt man am Verhandlungstisch. Ob es aber schon zur nächsten Tarifrunde so weit ist- könnte knapp werden. Aber Hauptsache es passiert mal was

Ich mag ja nicht möppern, aber die "Klassenkampfromantik" der Gewerkschaften wird sich zunächst immer auf die unteren Gruppen fokussieren. Mit einer E12 ist man statistisch aber bereits deutlich über dem Durchschnitt - und damit längst ein willfähriger Scherge des ausbeuterischen Systems.

Spartengewerkschaften? Unfug im öD: Dann kämpft die "Liga der Verwaltungsführungskräfte" degen den "Ingenieursbund im öD" und die "Fachgewerkschaft Informatik 00100001" ... Die AG lachen sich bei diesem Schauspiel nur ins Fäustchen.
Versteh´ich nicht - solange nicht mehr gegen die Fach-und Führungskräfte >EG9a verhandelt wird, ist doch alles in Butter und alles weitere ergibt sich von alleine und alle sind zufrieden. Oder ist es doch komplexer ?

NelsonMuntz

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« Antwort #1363 am: 20.05.2024 21:56 »
Versteh´ich nicht - solange nicht mehr gegen die Fach-und Führungskräfte >EG9a verhandelt wird, ist doch alles in Butter und alles weitere ergibt sich von alleine und alle sind zufrieden. Oder ist es doch komplexer ?

Nö, es ist sogar viel einfacher: Im TVöD ist die Mehrzahl der Beschäftigten <9b - ergo: Selbst wenn alle in der Gewerkschaft wären: Den Sockelbetag in seinem Lauf halten weder Ochs noch Esel auf.

daseinsvorsorge

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« Antwort #1364 am: 20.05.2024 22:07 »
Versteh´ich nicht - solange nicht mehr gegen die Fach-und Führungskräfte >EG9a verhandelt wird, ist doch alles in Butter und alles weitere ergibt sich von alleine und alle sind zufrieden. Oder ist es doch komplexer ?

Nö, es ist sogar viel einfacher: Im TVöD ist die Mehrzahl der Beschäftigten <9b - ergo: Selbst wenn alle in der Gewerkschaft wären: Den Sockelbetag in seinem Lauf halten weder Ochs noch Esel auf.

Deshalb Spartengewerkschaft mt der Begründung, dass offensichtlich gegen Bechäftigte > EG 9a verhandelt wird. Offensichtliche Hinweise dazu sind ja hier zahlreich genannt worden, so dass die Arbeitgerichte gar nicht anders entscheiden können. Und schon geht´s los in Potsdam