neue Tarifrunde

Begonnen von KeuleMS, 23.01.2024 14:02

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KlammeKassen

Zitat von: NelsonMuntz in 12.09.2024 20:21
Zitat von: clarion in 12.09.2024 19:57
Wären die Tarifgehälter nicht auch stärker gestiegen, wenn man die Beamtenbesoldung nicht über Gebühr strapaziert hätte? Es gab da mal einen BAT, die Älteren unter uns werden sich erinnern.

Das kann man retrospektiv natürlich so sehen, aber das hilft uns TB heute leider auch nicht weiter. Für die Beamten gibt es den Hebel des Rechts (der ihnen unbenommen sei), wir haben nur verdi und die "Macht des Sockelbetrags" :(

"Wir haben nur verdi", klingt wie auf einem Pappboot in der Nordsee zu schiffen.... geht nicht lange gut  :D

KlammeKassen

https://oeffentlicher-dienst-news.de/beamtenbesoldung-bundesregierung-haengepartie/

Wäre für Angestellte doch auch mal was...
Ergänzungszuschlag, soll es teilweise in Ballungsräumen ja geben als Zulage (München z.B.), bei den Beamten profitieren jedoch alle, denke ich (?), es soll zwar nach Wohnort unterschieden werden, aber 0 Euro wird doch wohl keiner bekommen, denke ich

Würde einen Ergänzungszuschlag wohl nehmen

KlammeKassen

Im Übrigen hier auch ein Artikel, der das Thema beleuchtet:

https://www.merkur.de/wirtschaft/wuerde-endlich-gerechtigkeit-bringen-ist-es-an-der-zeit-dass-beamte-in-die-rentenkasse-einzahlen-zr-93279837.html

"Pension vs. Rente: Warum Beamte trotzdem einzahlen sollten

Beamte würden die Rentenkasse also nicht wesentlich entlasten. Gut möglich, dass sie sie sogar eher zusätzlich belasten würden. Dennoch würde eine solche Reform der Rentenkasse vermutlich dem Gerechtigkeitsempfinden der Bürgerinnen und Bürger zuträglich sein.

Denn die Regelung, dass Beamte anders versorgt werden als Angestellte oder Arbeiter, ist wohl nicht mehr zeitgemäß. Ursprünglich diente das System als Anreiz für Beschäftigte, in den Staatsdienst zu gehen, obwohl sie dort weniger Gehalt zu erwarten hatten. Wer sich also 45 Jahre lang verpflichtete, für weniger Geld dem Staat zu dienen, würde im Alter besser versorgt werden, so der Deal.

Doch durch die immer höher werdenden Löhne im öffentlichen Dienst hat sich dieses Verhältnis mit den Jahren verschoben. Viele Beamte verdienen mittlerweile besser oder genauso gut wie Angestellte. Eine Umfrage der Bundesbank im Jahr 2023 hat zum Beispiel ergeben, dass Beamte ein Mediangehalt von 79.900 Euro brutto im Jahr hatten, während Angestellte auf 58.400 Euro brutto im Jahr kamen."



Insbesondere bei den B Besoldungen handelt es sich ja wohl nun nicht um unterdurchschnittlich schlechte Gehälter, bei denen man auf etwas verzichtet würde (für den Staat auf einen besseren Job verzichten, um später Pension zu bekommen) ;D

NelsonMuntz

Zitat von: KlammeKassen in 12.09.2024 20:14

Momentan ist es doch so: Die Beamten zahlen nichts ein (keine Abzüge vom Sold für Pension)
--> würden sie in die Rentenkasse einzahlen, gibt es dort ein paar Einnahmen
...

Du begehst hier einen Denkfehler, da im Grundgehalt eines Beamten keine Anteile für eine RV enthalten sind. Die Infragestellung der amtsangemessenen Besoldung für den Beamten und seine Familie zielt jedoch auf sein verfügbares Netto. Ergo müsste sein Grundgehalt um den AN-Anteil erhöht und vom Dienstherren zusätzlich der AG-Anteil gezahlt werden. Das hätte zwar grundsätzlich den "Vorteil", dass man nicht mehr jeden Hinz und Kunz verbeamtet, weil der Beamte für den AG in seiner aktiven Zeit deutlich teurer wird, aber eine grundsätzliche Verbesserung der Situation der Rentenkassen lässt sich dadurch leider auch nicht erreichen.

Zitat von: KlammeKassen in 12.09.2024 20:28
https://oeffentlicher-dienst-news.de/beamtenbesoldung-bundesregierung-haengepartie/

Wäre für Angestellte doch auch mal was...
Ergänzungszuschlag, soll es teilweise in Ballungsräumen ja geben als Zulage (München z.B.), bei den Beamten profitieren jedoch alle, denke ich (?), es soll zwar nach Wohnort unterschieden werden, aber 0 Euro wird doch wohl keiner bekommen, denke ich

Würde einen Ergänzungszuschlag wohl nehmen

Die wirklichen "Knaller"-Zuschläge entstehen z.B. hier in NRW mit den zu alimentierenden Kindern.

Ich halte das zwar eher für ein politisches Thema, dass über Kindergeld oder Familiensplitting gelöst werden sollte, aber vielleicht wäre eine solche Zuschlagsorgie im TB-Bereich des öD eine Art Initialzündung dafür - So eine Art "Schubbser" für die Politik ;)

NelsonMuntz

Zitat von: KlammeKassen in 12.09.2024 20:37
Insbesondere bei den B Besoldungen handelt es sich ja wohl nun nicht um unterdurchschnittlich schlechte Gehälter, bei denen man auf etwas verzichtet würde (für den Staat auf einen besseren Job verzichten, um später Pension zu bekommen) ;D

Schwierig - Also mein "BigChief" erhält eine B7. Dafür darf/muss er ein Haus mit über 3000 MA führen.

So als anekdotischer Vergleich zur pW: Mein ehemaliger GF (Maschinenbau, 250 MA) hatte 180k Grundgehalt und variable Erfolgsprämien von 80k. Abfindung bei der Vertragsauflösung lag bei 380k. Die Zahlen sind von 2012 und müssten inflationsbereinigt zum Vergleich nach oben angepasst werden.

Wir sind schon "arme Säue", auch (und vielleicht sogar gerade!) die mit nem "B" ;)

Platten

Die Könige des öD sind und bleiben die Vorstände der Sparkassen.
Dort verdient auch der Chef der kleinsten Klitsche in der Walachei mehr als unser Bundesolaf.

Organisator

Zitat von: KlammeKassen in 12.09.2024 20:14
Zitat von: Organisator in 12.09.2024 17:00
Zitat von: KlammeKassen in 12.09.2024 16:17
Immer mehr Organisationen fordern daher eine Miteinzahlung in die Rentenkasse, da das Verhältnis immer krasser wird zwischen Renten und Pensionen.

Das würde an dem unterschiedlichen Verhältnis nichts ändern. Der Dienstherr garantiert eine Pension in höhe von irgendwas um die 70 % Pension im Verhältnis zu den letzten Bezügen (bei min. 40 Jahren). Da ist es dem Beamten egal ob und wo er irgendwas einzahlt.

Einsparungen erreicht man nicht durch eine "Miteinzahlung" sondern nur durch Leistungskürzungen.

Ansonsten sehe ist keinen wesentlichen Unterschied bei der Höhe der Alterseinkünfte bei vergleichbaren Biographien im öffentlichen Dienst. Zumindest bis A/E12, was hier auch schon reichlich oft dargelegt und Beispielsrechnungen belegt wurde.

Von einer Bevorzugung kann da wohl kaum die Rede sein.

Ansonsten wurde bei den Pensionen auch reichlich gestrichen, aber auch das habe ich hier schon mehrfach aufgezählt.

Was mich ja immer wundert, ist, dass alle das sagen.

Momentan ist es doch so: Die Beamten zahlen nichts ein (keine Abzüge vom Sold für Pension)
--> würden sie in die Rentenkasse einzahlen, gibt es dort ein paar Einnahmen

Welchen Unterschied macht das? Soll der Beamte einzahlen, würde sein Bruttoeinkommen erhöht werden müssen, damit es zu keinem Einnahmeverlust kommt. Also nur ein Verschieben vom einen Staatssäckel zum anderen.

Die gefühlte Ungerechtigkeit habe ich bereits adressiert. Über die lezten Jahrzehnte ist das Bruttoeinkommen von Beamten gekürzt worden; dafür gibt es - zumindest beim Bund - Versorgungsrücklagen in Höhe von ca. 30 % des montalichen Einkommen.

Unterm Strich sind es zwei unerschiedliche Systeme - Das Beamtensystem honoriert die lebenslange Unterwerfung an den Dienstherren; das Rentensystem generiert Ansprüche entsprechend der eingezahlten Beiträge.

Hans1W

Da wir eine Umlagenrente haben ist die Eingliederung von Beamten nur kurzfristig ein Gewinn. Geht aber nicht ans das Problem ran, sonder mildert nur kurzfristig die Symptome.
Sobald die Beamten in Pension gehen wird es ein negativgeschäft, den Pensionäre leben länger und beziehen mehr Einkommen. Das müssen dann die aktiven Einzahler der Rentenkasse aufbringen.
Die Gestzliche Rente hätte mit dem Pillenknick bei den Geburtenzahlen umgebaut werden müssen, von reiner Umlage auf ein System mit Kapitalstock und Renite am Anlagemarkt. Wie wiel Prozent Umlage und wieviel Kapitalstock ist Diskussionswürdig.
Es haben alle Bundespolitiker die in der Zeit an der Macht waren in dieser Beziehung versagt.
Es wie bei der Titanik, die Band spielte bis zum Schluss!

HochlebederVorgang

Sie können sich die Diskussion sparen.

Beamte müssen auch nach Eintritt ins Pensionsalter verfassungsgemäß alimentiert werden. Insoweit ist es ein Irrglaube, dass sich die Pension durch Aufnahme der Beamten in die gesetzliche Rentenversicherung den gesetzlichen Renten anpassen wird.

Die Rentenversicherung würde entweder weiter sachfremd ausgeplündert werden oder der Stadt müsste die gesetzliche Rente sowieso aus dem Steuersäckel aufstocken.

Organisator

Zitat von: HochlebederVorgang in 13.09.2024 08:55
Sie können sich die Diskussion sparen.

Beamte müssen auch nach Eintritt ins Pensionsalter verfassungsgemäß alimentiert werden. Insoweit ist es ein Irrglaube, dass sich die Pension durch Aufnahme der Beamten in die gesetzliche Rentenversicherung den gesetzlichen Renten anpassen wird.

Die Rentenversicherung würde entweder weiter sachfremd ausgeplündert werden oder der Stadt müsste die gesetzliche Rente sowieso aus dem Steuersäckel aufstocken.

tut er ja schon mit 100 Mrd im Jahr

HochlebederVorgang

Unabhängig davon wurde die Grundbesoldung bereits im letzten Jahrhundert erheblich zur Bildung einer Versorgungsrücklage gekürzt. Diese Rücklage wurde ebenfalls zweckentfremdet. Die Beamten leisten also insoweit einen Beitrag zu ihrer Pension.

Und das aufgrund der Kürzung der Grundbesoldung auch während des Bezugs der Pension.




Organisator

Zitat von: HochlebederVorgang in 13.09.2024 10:07
Unabhängig davon wurde die Grundbesoldung bereits im letzten Jahrhundert erheblich zur Bildung einer Versorgungsrücklage gekürzt. Diese Rücklage wurde ebenfalls zweckentfremdet. Die Beamten leisten also insoweit einen Beitrag zu ihrer Pension.

Und das aufgrund der Kürzung der Grundbesoldung auch während des Bezugs der Pension.

Und zusätzlich noch durch die Kürzung der Höhe der Pension (früher warens wohl mal 75 %?)

KlammeKassen

Zitat von: Organisator in 13.09.2024 08:20
Zitat von: KlammeKassen in 12.09.2024 20:14
Zitat von: Organisator in 12.09.2024 17:00
Zitat von: KlammeKassen in 12.09.2024 16:17
Immer mehr Organisationen fordern daher eine Miteinzahlung in die Rentenkasse, da das Verhältnis immer krasser wird zwischen Renten und Pensionen.

Über die lezten Jahrzehnte ist das Bruttoeinkommen von Beamten gekürzt worden; dafür gibt es - zumindest beim Bund - Versorgungsrücklagen in Höhe von ca. 30 % des montalichen Einkommen.

Unterm Strich sind es zwei unerschiedliche Systeme - Das Beamtensystem honoriert die lebenslange Unterwerfung an den Dienstherren; das Rentensystem generiert Ansprüche entsprechend der eingezahlten Beiträge.

Wann wurde denn das Bruttoeinkommen gekürzt?
https://oeffentlicher-dienst.info/beamte/ni/a/

also ich sehe dort nirgendwo eine Kürzung der Bezüge? Sogar 2020 bei der Nullrunde im TVöD gab es recht üppig. Dann Rückstellungen gebildet werden, ist richtig. Sind halt jetzt schon Aufwendungen für später (da jedes Dienstjahr ja etwas für die Pension beiträgt)

BTW: dass die Rentenkasse profitiert, habe ich an keiner Stelle geschrieben, siehe meine Beiträge

HochlebederVorgang

einfach mal mit der Geschichte der Beamtenbesoldung seit 1949 beschäftigen.

KlammeKassen

@Nelson:

Ja grundsätzlich ein politisches Thema; aber da ja immer 1:1 zu übertragen wird und es dann noch zusätzlich immer Zuschläge gibt, weil nicht alimentationsgemäß, steigt der Sold immer höher als das Gehalt.

Folglich ist das Gehalt auch zu gering ("nicht alimentationsgemäß hoch genug").