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Rente für Beamte

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Johann:

--- Zitat von: VFA West am 19.03.2024 19:28 ---@MoinMoin: Nicht jeder kennt sich mit ETFs aus. Ich z.B. hatte mal eine zusätzliche Rentenversicherung bei einem privaten Anbieter geschlossen und dafür 200 € mtl. gezahlt. Danach wurde ich von einem anderen Versicherungsvertreter "beraten", der mir sagte, dass diese Versicherung nichts taugt. Ich solle lieber bei ihm etwas abschließen. Demnächst habe ich bei der Sparkasse einen "Beratungstermin", wo mir vermutlich gesagt wird, dass beide Versicherungen nichts taugen.

--- End quote ---
Zunächst sollte man es verbieten, dass Verkäufer allgemeinhin als Berater betitelt werden. Das gilt sowohl für Versicherungsvertreter, als auch für Bank"berater".

Darüber hinaus finde ich es immer erstaunlich, wie lange und intensiv sich viele mit dem Kauf von irgendwelchen Konsumgütern wie einem großen TV auseinandersetzen können, aber nicht eine Minute versuchen zu verstehen, wie ihre Altersvorsorge funktioniert bzw. am Effizientesten aufgebaut sein könnte.


--- Zitat von: clarion am 20.03.2024 06:45 ---Ich halte das Riestern in einem Fonds für besser als seinen Ruf, zwar bringt ein ETF oder reiner Aktiensparplan idR. eine bessere Rendite, aber Riester hat weniger Risiken und die Zulagen sind je nach Familienkonstellationen doch recht einträglich.

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Der einzige Grund, weshalb man überhaupt übers Riestern nachdenken könnte, sind eben die staatlichen Zuschüsse. Aber alleine die werden fast vollständig vom Kostenkonstrukt der Riesterversicherung aufgefressen.
Aber jetzt stell dir mal vor, wie gut wir alle Altersvorsorgebezogen aufgestellt wären, wenn man statt in eine extrem überteuerte Riesterversicherung stattdessen in reine ETFs zu reinen ETF-Kosten von 0,2% p.a. investieren könnte.
Das ist einfach so irre: Weil ETFs ja so unsicher sind und es in der Theorie auch mal 50% nach unten gehen kann, nehmen wir lieber ein Konstrukt wie die Riester, wo man garantiert 30-50% der möglichen Rendite verliert.

TV-Ler:

--- Zitat von: Johann am 20.03.2024 09:52 ---...
Darüber hinaus finde ich es immer erstaunlich, wie lange und intensiv sich viele mit dem Kauf von irgendwelchen Konsumgütern wie einem großen TV auseinandersetzen können, aber nicht eine Minute versuchen zu verstehen, wie ihre Altersvorsorge funktioniert bzw. am Effizientesten aufgebaut sein könnte.
...

--- End quote ---
Von einem neuen TV-Gerät hast du sofort etwas bzw. ärgerst dich sofort über eine Fehlentscheidung.
Von der Altersvorsorge hast du erst viiiiiel später etwas, deshalb kannst du dir ja auch noch später darum Gedanken machen...  8)

Schmitti:

--- Zitat von: VFA West am 19.03.2024 19:28 ---@MoinMoin: Nicht jeder kennt sich mit ETFs aus. Ich z.B. hatte mal eine zusätzliche Rentenversicherung bei einem privaten Anbieter geschlossen und dafür 200 € mtl. gezahlt. Danach wurde ich von einem anderen Versicherungsvertreter "beraten", der mir sagte, dass diese Versicherung nichts taugt. Ich solle lieber bei ihm etwas abschließen. Demnächst habe ich bei der Sparkasse einen "Beratungstermin", wo mir vermutlich gesagt wird, dass beide Versicherungen nichts taugen.

Jetzt erzähl mal jemandem, der ein geringes Einkommen hat, z.B. 1.500 Euro netto im Monat, er soll jetzt noch 200 Euro in irgendwelche dubiosen Versicherungen stecken.
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ETFs bespare ich bei meiner (Direkt)bank, mit ein paar Mausklicks eingerichtet ist man praktisch in irgendwas um die 3.600 Unternehmen investiert. Was soll man sich dazu groß auskennen, wozu brauche (und bezahle) ich da einen Versicherungsvertreter, oder Bänker?
Das komische ist doch, dass solche "dubiosen Versicherungen", an denen sich die Anbieter ne goldene Nase holen, dem deutschen immer noch so herzenslieb sind, und die Safe-and-Simple-Varianten, die es ja durchaus gibt, werden dagegen ignoriert oder als das eigentlich dubiose gesehen.

Vielleicht wäre der wichtigste Baustein für eine sichere Altersvorsorge einfach mal eine vernünftige Finanzbildung ab der 5. Klasse aufwärts. Nicht einfach alles kaufen, was der liebe Versicherungsonkel aus seiner Tasche zieht, wenn er zum Abendessen vorbei kommt und Kulis verschenkt. Selber denken, selber machen. Und für die, die das nicht können/wollen, müsste dann der Staat entsprechende Sachen fördern. Aber das ist schon wieder Träumerei.

Als im Februar der Finanzausschuss des Bundestages zum Thema "Kapitalmarkt für Kleinanleger attraktiver machen“ tagte, war jeder Lobbyverband als Sachverständiger da, den man sich vorstellen kann. Bundesverband Deutscher Vermögensberater, Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute, Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft. Die alle wollen ja weiter durchgefüttert werden von der altersvorsorgenden Bevölkerung. Leute die meinen, sich mit ETFs "auskennen" und ihre Versicherungsanbieter pudern zu müssen, passen da halt gut ins Bild. Besser als solche, die einfach drauf los sparen (egal in welcher Höhe).

Rentenonkel:

--- Zitat von: BAT am 20.03.2024 08:50 ---
Oder sogar noch über das Regelalter hinaus weiter zu arbeiten, ob aber dieser weitere Trick zulässig ist...?



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Da es keine Hinzuverdienstgrenze mehr gibt, wäre es zu überlegen, ob dieser Trick wirklich ein Trick ist. Zunächst einmal müsste man ja auf die eigentlich zustehende Rente verzichten. Nehmen wir mal an, diese würde 2000 EUR betragen. Wenn man jetzt ein Jahr auf 2000 EUR verzichtet, dann wächst die Rente um 12 mal 0,5 %, also 6 % also 120 EUR. Das hört sich verlockend an, aber man hat in dem einem Jahr auch auf 12 * 2000 EUR, also 24.000 EUR verzichtet.

Den Rentenzuwachs aus der laufenden Beschäftigung lasse ich bewusst außen vor, weil man den durch einen freiwilligen Verzicht auf die Versicherungsfreiheit trotz des Rentenbezuges erzielen kann. 

Wenn man aufgrund von Schwerbehinderung oder 45 Jahren schon 2 Jahre vor der Altersgrenze eine Rente in Anspruch nehmen könnte, wird es noch absurder. Dann müsste man sogar auf 36 Monate Rente verzichten, um die 6 % mehr Rente zu erwirtschaften, also 72.000 EUR zu 120 EUR mehr. Der Rentenzuwachs bemisst sich nämlich nicht ab dem frühestmöglichen Rentenbeginn, sondern erst ab Beginn der Regelaltersgrenze.

BAT:
Ich denke man müsste für dieses Kontstrukt nicht bevorzugt den Rechner anwerfen, sondern

* seinen Arzt befragen
* im Ausweis oder Hose schauen, ob man Mann oder Frau oder Taucher ist
* im Bett nachschauen, ob da noch jemand dauerhaft zu liegen gekommen ist

Es ist halt schwierig, eine pauschale Versicherung für eine sehr heterogene Gruppe zu machen. Ob das ganze Konstrukt aus dem 19. Jahrhundert noch ausreichend ist für eine diverse Gesellschaft im 21. Jahrhundert?

Ich denke, es ist gut, eine Rentenversicherung zu haben, sie sollte sich aber eher auf eine "Grundsicherung" beschränken.

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