Autor Thema: Runter mit der elendingen Arbeitszeit! Umfrage der KOMBA und DBB  (Read 73365 times)

NelsonMuntz

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Vollgefressen ja, da gibts kein Halten mehr.

Faul natürlich nicht, es gab noch nie mehr Arbeitsstunden in toto als zuletzt.

Wenn ich Deine Argumentation bezüglich der "geistig Arbeitenden" berücksichtige, sind das zu guten Teilen unproduktive Stunden.

Wenn nicht, warum sollte die AZ dann so massiv sinken, wenn die Arbeit doch offenkundig da ist?

BAT

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Eine Arbeitszeitverkürzung pro Woche muss nicht einhergehen mit einer im Leben geleisteten Arbeitszeit.

KlammeKassen

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Tja und der gefickte AG geht dann da hin wo er nicht gefickt wird.

Aha, wo wäre das?

Machen wir es kurz, das gibt es nicht. Das wird aber Verdi, lammfromm und sozial wie sie sind, nicht nutzen. Und an den Forenbeiträgen hier merkt man schlicht, dass auch die Verdi - Hasser eigentlich genauso ticken. Verhandlungen sind kein Kuschelkurs und auch keine Wohlfühloase, sondern die Durchsetzung der eigenen Interessen.

Das stimmt so nicht - ich will halt mehr Kohle haben, Verdis Forderungen/Verhandlungsweisen teile ich null...., denn ich will auch keine Sockel- oder Mindestbeiträge haben und auch nicht, dass die Gruppen < EG 9b überproportional profitieren.
Wenn es genug Geld gibt, kann man ja Stunden reduzieren.
Um einen Lebensstandard zu halten, helfen aber 5 % mehr als Absenkung der Arbeitszeit um eine Stunde

NelsonMuntz

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Eine Arbeitszeitverkürzung pro Woche muss nicht einhergehen mit einer im Leben geleisteten Arbeitszeit.

Ach so: Die Arbeit, die heute(!) ansteht, hast Du bereits im April 1998 geleistet? Ja, klingt schlüssig :o!

BAT

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Wenn es genug Geld gibt, kann man ja Stunden reduzieren.
Um einen Lebensstandard zu halten, helfen aber 5 % mehr als Absenkung der Arbeitszeit um eine Stunde

Das ist halt die Frage, wie man Lebensstandard definiert. Der eine so, der andere so.

KlammeKassen

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Wenn es genug Geld gibt, kann man ja Stunden reduzieren.
Um einen Lebensstandard zu halten, helfen aber 5 % mehr als Absenkung der Arbeitszeit um eine Stunde

Das ist halt die Frage, wie man Lebensstandard definiert. Der eine so, der andere so.

Das ist ja das, was ich versucht habe zu erläutern. Naja wenn die Teuerung (Inflation) > nominale Lohnsteigerung => Realer Lohnverlust
Und du wärst offensichtlich zufrieden, wenn es dieses Mal 0 % gibt und stattdessen 37 h die neuen 39 h werden.
Das ist, wenn du schon seit 30 Jahren ordentlich Geld verdienst, vielleicht in deinem Lebensinteresse.
Bei den anderen wird es aber eher so sein, dass lieber 5 % mehr Lohn sein können und man dann selbst seine Stunden reduzieren kann.

Das Gehalt ist das erste, was man sieht; sicherlich beschäftigen sich Bewerber auch mit den anderen Parametern; aber wenn du direkt siehst, dass es 2.000 Euro weniger gibt als in der PW, dann bringt es dir auch nichts, wenn du mit 35 h glänzen kannst.
Und durch jede neue Tarifverhandlung wird, wenn es nicht genug Lohnerhöhung gibt, der Abstand zur PW immer größer.

Ich kann mir auch vorstellen, dass sich in der Konsequenz noch mehr Leute aus dem öD wegbewerben. Für mich stellt das auch noch eine Option dar, wenn es so weiterläuft. Ich mache meine Arbeit gerne und kann auch sehr gut mit meinen Kollegen - wenn wir jetzt aber alle 2 h weniger Arbeitszeit haben, weiß ich jetzt schon, dass die Berge noch größer sind.
Die VKA wird sich in der Öffentlichkeit sicherlich auch nicht hart abfeiern können, wenn sie nicht mehr in der Lage ist, Stellen zu besetzen und das Bürgerbegehren deshalb nicht bearbeitet wird --> Zorn und Frust beim Bürger; bei den Angestellten nicht, weil keine mehr vorhanden sind.

NelsonMuntz

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Das ist halt die Frage, wie man Lebensstandard definiert. Der eine so, der andere so.

Der eine ist halt "übersättigt und vollgefressen", der andere möchte sich vielleicht noch etwas erabeiten. Letzteres möchtest Du aber so gerne verbieten.

Naja.

BAT

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Das Gehalt ist das erste, was man sieht; sicherlich beschäftigen sich Bewerber auch mit den anderen Parametern; aber wenn du direkt siehst, dass es 2.000 Euro weniger gibt als in der PW, dann bringt es dir auch nichts, wenn du mit 35 h glänzen kannst.
Und durch jede neue Tarifverhandlung wird, wenn es nicht genug Lohnerhöhung gibt, der Abstand zur PW immer größer.


Das ist doch genau das, was laufend bei den Stunden passiert, wir laufen da hinterher, sind halt 80er Jahre - Tarif.

Natürlich muss man auch vernünftig verhandelt, damit das GEld passt. 3000 € Inflation nicht als Ersatz, sondern on top zu Lohnerhöungen, Stufen abschaffen, 100 oder 200 % JSZ für ALLE. Dann läuft das. Aber die Stunden sind das kleinste Problem.

Faunus

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Würde eine Arbeitszeitverkürzung nicht vor allem denen zu Gute kommen, die sowie so wenig zu tun haben und lediglich "Akten von einer Seite auf die andere Schubsen"-  pardon: natürlich "geisitg arbeiten"?
Letztlich wird die Minderleistung durch Arbeitszeitverkürzung auch noch belohnt werden?
Das kann nicht sein!

Sollte aber keine MInderleistung vorliegen, wer soll bei dem "Fachkräftemangel" die nicht mehr zu bewältigende Arbeit durch AZV dann bitte machen? Bitte nicht KI, di edann wieder woanders ein Vielfaches an Arbeitsaufkommen verursacht!

NelsonMuntz

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Natürlich muss man auch vernünftig verhandelt, damit das GEld passt. 3000 € Inflation nicht als Ersatz, sondern on top zu Lohnerhöungen, Stufen abschaffen, 100 oder 200 % JSZ für ALLE. Dann läuft das. Aber die Stunden sind das kleinste Problem.

Magst Du mal einen Taschenrechner und einen Bleistift holen und kurz ausrechnen, was eine derartige Forderung für den Stundenlohn (unter Einbezug der JSZ) bedeutet? So in Prozent ausgedrückt für eine E13 z.B.?

5% Lohnerhöhung
+
200% JSZ für alle
+
Reduktion auf 35h

Das schlägt selbst jenen Abschluss aus den Siebzigern durch die ötv um Längen!

Und welche Forderung willst Du aufstellen, um jenes Ziel zu erreichen? Man trifft sich ja meist irgendwo in der Mitte.


BAT

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In den letzten 20 Jahre hätte man insofern besser verhandeln sollen, nicht jetzt.

NelsonMuntz

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Schönes Interview zum Thema heute bei Spiegel Plus (kostenpflichtig):

Wer seine Arbeit liebt, der macht nicht nach vier Tagen Schluss

Lust auf Leistung beim Sport, beim Ehrenamt – aber zu wenig im Job? Hier sagt der Wirtschaftspsychologe Ingo Hamm, wie wir wieder mehr Freude an der Arbeit gewinnen. Und was eine gute Führungskraft können muss.


Durchaus lesenswert.

MoinMoin

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In den letzten 20 Jahre hätte man insofern besser verhandeln sollen, nicht jetzt.
in den letzten 15? Jahren wurde Reallohn Zuwachs verhandelt, diesmal nicht, also nächstes mal schon, da gehe ich mit.

KlammeKassen

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Natürlich muss man auch vernünftig verhandelt, damit das GEld passt. 3000 € Inflation nicht als Ersatz, sondern on top zu Lohnerhöungen, Stufen abschaffen, 100 oder 200 % JSZ für ALLE. Dann läuft das. Aber die Stunden sind das kleinste Problem.

Magst Du mal einen Taschenrechner und einen Bleistift holen und kurz ausrechnen, was eine derartige Forderung für den Stundenlohn (unter Einbezug der JSZ) bedeutet? So in Prozent ausgedrückt für eine E13 z.B.?

5% Lohnerhöhung
+
200% JSZ für alle
+
Reduktion auf 35h

Das schlägt selbst jenen Abschluss aus den Siebzigern durch die ötv um Längen!

Und welche Forderung willst Du aufstellen, um jenes Ziel zu erreichen? Man trifft sich ja meist irgendwo in der Mitte.

 :D
Also wenn das kommt, würde ich verdi dieses Mal nicht verunglimpfen, wenn sie (wie immer) sagen, dass es der beste Tarifabschluss aller Zeiten ist und sie alles, was geht, herausgeholt haben.
Unter der Prämisse, dass es mindestens 5 % gibt (on top als Bonus noch Erhöhung JSZ) kann ich auch mit einer Verkürzung der Arbeitszeit leben.

Leider wird es so sein, dass es 0 % (vielleicht mit Wohlwollen 0,2 %) gibt, wenn die Arbeitszeit sinkt.

Wenn man jetzt jeden Tag das Theater um die Haushaltsplanungen liest, wird ohnehin gesagt werden, dass leider dieses Mal (ausnahmsweise) wirklich gar nichts für Tariferhöhungen übrig ist, dass die Angestellten bitte Verständnis haben, weil die finanzielle Situation und die Lage der öffentlichen Kassen gerade (ausnahmsweise) so angespannt ist.

Ob die in Ihren Etats (Haushaltsplänen) jetzt beim Bund schon potentielle Tariferhöhungen einberechnen?
Bei uns werden pauschal jedes Jahr 2 % eingeplant  - war in 2020, 2021 und 2022, 2023 natürlich easy going, in 2024 konnte man es anpassen, da die Tarifeinigung für 2024 ja im Mai 2023 bekannt war.

daseinsvorsorge

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Natürlich muss man auch vernünftig verhandelt, damit das GEld passt. 3000 € Inflation nicht als Ersatz, sondern on top zu Lohnerhöungen, Stufen abschaffen, 100 oder 200 % JSZ für ALLE. Dann läuft das. Aber die Stunden sind das kleinste Problem.

Magst Du mal einen Taschenrechner und einen Bleistift holen und kurz ausrechnen, was eine derartige Forderung für den Stundenlohn (unter Einbezug der JSZ) bedeutet? So in Prozent ausgedrückt für eine E13 z.B.?

5% Lohnerhöhung
+
200% JSZ für alle
+
Reduktion auf 35h

Das schlägt selbst jenen Abschluss aus den Siebzigern durch die ötv um Längen!

Also wenn das kommt, würde ich verdi dieses Mal nicht verunglimpfen, wenn sie (wie immer) sagen, dass es der beste Tarifabschluss aller Zeiten ist und sie alles, was geht, herausgeholt haben.


Wenn man jetzt jeden Tag das Theater um die Haushaltsplanungen liest, wird ohnehin gesagt werden, dass leider dieses Mal (ausnahmsweise) wirklich gar nichts für Tariferhöhungen übrig ist, dass die Angestellten bitte Verständnis haben, weil die finanzielle Situation und die Lage der öffentlichen Kassen gerade (ausnahmsweise) so angespannt ist.
Und weil ca. 85% der Beschäftigten dafür dann doch Verständnis haben werden, wird es auf 24 Monate maximal 7% geben und natürlich keine stundenreduzierung.