TVöD 2026: freiwillige Erhöhung der Arbeitszeit

Begonnen von Admin, 08.04.2025 14:40

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BAT

Zitat von: ElBarto in 12.01.2026 09:05Mag sein, es wollten aber auch viele weniger Arbeitszeit und gleiches Gehalt.

Aber die Crux ist ja, dass es so höchst ungleich ist.

Es mag mich meine Erinnerung täuschen, aber viele Personen in den Umfragen wollte auch weniger Arbeitszeit bei weniger Gehalt. Was aber absolut nicht in die Welt von Verdi passt bzw. deren Einnahmen durch Beiträge.

MeTe

Verstehe sowieso nicht so ganz, wieso "Arbeitszeitflexibilität" so ein Problem im öD zu sein scheint. Bei anderen geht es ja auch aber im öD? Alles plötzlich ganz schwierig.

Habe vor wenigen Jahren mal angefragt ob man die Stunden reduzieren könnte (etwa auf 35h) - da hat man die Hände übern Kopf zusammen geschlagen, man brauche jeden, man hat ja viel zu wenig Personal, nein das geht nicht.

Jetzt als ich angefragt habe ob man die Zeitstunden ausweiten könnte (etwa auf 41-42h, Personal ist ja so knapp) - wieder genau das gleiche Spiel. Hände übern kopf zusammen geschlagen, das ist ja ganz schwierig, ob das überhaupt vorgesehen ist, da müsse man erstmal diskutieren, vermutlich aber eher nicht.

Irgendwie schon ein bisschen Schizophren der Laden, weniger Stunden auf keinen Fall (zu wenig Leute), mehr Stunden auf keinen Fall (weil "ganz schwierig") -> "Halt Stopp! Das bleibt alles so wie es ist!". Glaube es geht am Ende einfach nur darum dass man alles beim "Standard" lassen möchte damit man keine Arbeit damit hat.

Feivel

Zitat von: MeTe in 12.01.2026 11:44Verstehe sowieso nicht so ganz, wieso "Arbeitszeitflexibilität" so ein Problem im öD zu sein scheint. Bei anderen geht es ja auch aber im öD? Alles plötzlich ganz schwierig.

Habe vor wenigen Jahren mal angefragt ob man die Stunden reduzieren könnte (etwa auf 35h) - da hat man die Hände übern Kopf zusammen geschlagen, man brauche jeden, man hat ja viel zu wenig Personal, nein das geht nicht.

Jetzt als ich angefragt habe ob man die Zeitstunden ausweiten könnte (etwa auf 41-42h, Personal ist ja so knapp) - wieder genau das gleiche Spiel. Hände übern kopf zusammen geschlagen, das ist ja ganz schwierig, ob das überhaupt vorgesehen ist, da müsse man erstmal diskutieren, vermutlich aber eher nicht.

Irgendwie schon ein bisschen Schizophren der Laden, weniger Stunden auf keinen Fall (zu wenig Leute), mehr Stunden auf keinen Fall (weil "ganz schwierig") -> "Halt Stopp! Das bleibt alles so wie es ist!". Glaube es geht am Ende einfach nur darum dass man alles beim "Standard" lassen möchte damit man keine Arbeit damit hat.

Der AG im öD tut sich wohl allgemein damit schwer, von der "Norm" abzuweichen.

Wie oft ich in all den Jahren (heute schon wieder) gehört habe: "Ne, das war aber schon immer so", "Warum? Das hat die letzten Jahrzehnte doch auch funktioniert"... dazu kennt ihr ja sicherlich unzählig viele weitere Beispiele.

aronzo

Zitat von: BAT in 09.01.2026 15:35Ab E14 sind Verstöße gegen das Arbeitszeitgesetz normal?
Das mag für (politische) Wahlbeamte gelten, aber niemals für Tarifangestellte.

MoinMoin

Ich verstehe nur nicht worin ein Verstöße gegen das Arbeitszeitgesetz zu sehen ist, wenn man 50 oder 60h in einer Woche arbeitet.
Das ist doch voll legal
6 Tage a 10h ist erlaubt.
Sofern Ausgleich geschaffen wird.

BAT

Wir haben 1.500 Beschäftigte und bin seit 35 Jahre im Betrieb.

Es ist mir nie vorgekommen, dass Beschäftigte eine Sechstage - Woche machen. Alles nur im B-Bereich.

MeTe

ZitatEs ist mir nie vorgekommen, dass Beschäftigte eine Sechstage - Woche machen

Damit verlassen wir natürlich jetzt das Thema etwas - aber gerade im Länderbereich (Uni, also TV-L) ist es ziemlich üblich gegen das Arbeitszeitgesetz zu verstoßen. 60-80h (oder auch mal 100h) arbeiten (gerne auch mal mehrere Wochen durch ohne einen freien Tag, an Wochenenden und Feiertagen sowieso), davon dann eben 20h Mo-Fr offiziell auf dem Papier und bezahlt, der Rest inoffiziell unter der Hand. Und wer da nicht mitspielt - dessen Zeitvertrag wird eben nicht verlängert (natürlich immer nur 6-12Monats-Verträge).

Insofern, sehe da keinen Widerspruch. Einfach hinnehmen dass öD halt nicht gleich öD ist. Da gibt es alles, von absolut mieser Ausbeuterei (und jeder schaut weg) bis zu entspannten Dienst nach Vorschrift. Je nachdem wo man gerade ist, wer gerade das "kommando" hat.

MoinMoin

Zitat von: BAT in 12.01.2026 16:06Wir haben 1.500 Beschäftigte und bin seit 35 Jahre im Betrieb.

Es ist mir nie vorgekommen, dass Beschäftigte eine Sechstage - Woche machen. Alles nur im B-Bereich.
Fein. Ich war schon in mehr als einem Betrieb, die sowohl größer als auch kleiner als der deinige waren und habe sowas durchaus erlebt.
Aber ob man was erlebt hat oder nicht macht aber noch kein Arbeitszeitgesetz verstoß.

BAT

Zitat von: MeTe in 12.01.2026 16:34Einfach hinnehmen dass öD halt nicht gleich öD ist. Da gibt es alles, von absolut mieser Ausbeuterei (und jeder schaut weg) bis zu entspannten Dienst nach Vorschrift. Je nachdem wo man gerade ist, wer gerade das "kommando" hat.


Nein, das ist Unsinn und widersprüchlich. Also einerseits Ausbeuterei hinnehmen und andererseits noch wie bei MoinMoin ineffiziente Leistungen durch überarbeitete Mitarbeiter hinnehmen? Leute.

Und keine Sorge, ich komme aus der Landwirtschaft. Da sind auch Eure Lebensarbeitszeiten ein Witz dagegen, ist allerdings vor allem auch körperliche Arbeit gewesen von 12 bis 75.

ElBarto

Zitat von: MoinMoin in 12.01.2026 16:01Ich verstehe nur nicht worin ein Verstöße gegen das Arbeitszeitgesetz zu sehen ist, wenn man 50 oder 60h in einer Woche arbeitet.
Das ist doch voll legal
6 Tage a 10h ist erlaubt.
Sofern Ausgleich geschaffen wird.

Wenn ich danach gehe was unsere "Führungskräfte" auf dem Zeitkonto haben, dann verstoßen sie gegen die gesetzlichen Regelungen. Denn spätestens beim Ausgleich scheitert es.
Man muss aber auch dazu sagen, ein guter Teil der Überstunden kommt daher, dass man in der Republik herumgurkt und in Besprechungen hängt.
Damit will ich nicht sagen die sind faul. Man könnte die Zeit im ÖD aber insgesamt effizienter nutzen.

Bubi11

Wir sind ein Regiebetrieb eines Bezirkes mit 1600 Mitarbeitern. Da ich die Rückstellungen für Zeitguthaben und Urlaub mache habe ich da natürlich Einblick. Wir haben viele Mitarbeiter mit 500+ und einige mit 1500-2000 Stunden auf dem Zeitkonto. Also das ist möglich.
Beispiel ist bei uns das Recruting mit 4 Mitarbeitern. Die sind regelmäßig auf Messen oder ähnliches und die finden meistens am Wochenende statt. Auch das Marketing mit 6 Mitarbeitern hat die meisten Veranstaltungen am Wochenende bzw. Abends. Bei uns finden zum Beispiel Konzerte oder Theater statt und da sind die dann Freitag, Samstag und Sonntag locker mal 10 Stunden da. Alles was drüber geht wird halt dann an einem anderen Tag gutgeschrieben. Was ich halt blöd finde ist das diese Abteilungen bzw. Mitarbeiter keinen haben der zum Beispiel sagt ob an diesen Tagen wirklich 10 Stunden gearbeitet werden muss bzw. ob alle da sein müssen. Die machen das halt incl. Abteilungsleiter.
Ich habe bei der Personalabteilung mal nachgefragt weil die natürlich sehr hohe Rückstellungen haben aber die sagen nur das sie das nix angeht dafür ist der Abteilungsleiter zuständig. Das wird nicht hinterfragt.
Naja mir kann es auch egal sein und so bekommt das halt keiner mit bzw. es interessiert niemanden.

Sie könnten ja während der Woche dann Stunden abbauen aber das macht man halt auch nicht freiwillig.
Einige Mitarbeiter sagen sogar ganz offen das sie Stunden aufbauen um dann früher in Rente zu gehen. Also baut man halt 2000 Stunden auf und geht dann 1,5 Jahre früher in Rente.
Kontrolle gibt es bei uns zumindest nicht.

Vollstrecker

....wenn man dann noch bis zur Rente kommt.
Ich halte lieber die Balance im Hier und Jetzt. Plötzlich kommt ein Schicksalsschlag und ich habe dann am Ende von der ganzen Knüppelei nichts.

MoinMoin

Zitat von: BAT in 12.01.2026 18:06Nein, das ist Unsinn und widersprüchlich. Also einerseits Ausbeuterei hinnehmen und andererseits noch wie bei MoinMoin ineffiziente Leistungen durch überarbeitete Mitarbeiter hinnehmen?
10h am Tag arbeiten muss nicht automatisch bedeuten, dass man ineffizienter ist, dass wurde doch schon in den Studien mit der 4 Tage Woche gezeigt.
Und bekanntermaßen ist es auch immer eine Frage der Pausen(dauer) ob man effizient ist. Wenn man 6h am Stück arbeitet ist man durchaus ineffizienter, als wenn 4h arbeitet 2h Pause und 4h arbeitet, da in der Regel die Leistungskurve nach 4-5 h abfällt und nach 2h Pause wieder auf Anfangsniveau ist.

Aber das war ja nicht das Thema, sondern das die falsche Behauptung 50-60h in der Woche zu arbeiten wäre ein Vergehen gegen das Gesetz.

Zitat von: ElBarto in 13.01.2026 07:07Wenn ich danach gehe was unsere "Führungskräfte" auf dem Zeitkonto haben, dann verstoßen sie gegen die gesetzlichen Regelungen. Denn spätestens beim Ausgleich scheitert es.
Ja, wahrscheinlich schon, aber nicht unbedingt, denn die Grenze des Verstoße ist dauerhaft über 48h zu arbeiten Wer also jeden Samstag zusätzlich 8h arbeitet, der braucht weder ein Ausgleichzeitraum noch verstößt er gegen irgend ein Gesetz.
Und wenn man 2 Wochen 60h arbeitet und dann in der 3. Woche dafür 3 ZA Tage nimmt, dann ist auch alles gesetzlich korrekt und man hat trotzdem noch 16 Gleitzeitstunden auf dem Konto angehäuft.

BAT

Zitat von: MoinMoin in 13.01.2026 07:59Ja, wahrscheinlich schon, aber nicht unbedingt, denn die Grenze des Verstoße ist dauerhaft über 48h zu arbeiten

Von dieser Basis war ich in der Diskussion und auch im Ursprungsgebiete ausgegangen.

Wenn man - wie hier kolportiert 50 bis 60 Wochenstunden arbeitet und diese ständig ausgleicht, arbeitet man nicht 50 bis 60 Stunden.

BAT

Zitat von: Bubi11 in 13.01.2026 07:46Ich habe bei der Personalabteilung mal nachgefragt weil die natürlich sehr hohe Rückstellungen haben a

Bei der Einführung der Doppik ist das bei uns durch den FB KASSE (in Zusammenarbeit mit den Dezernenten) und nicht den FB Personal rigide gestrichen worden. Stunden sind Forderungen gegenüber dem Arbeitgeber, die den Haushalt verhageln.

Es läuft aber inzwischen gefühlt der alte Trott mit Stundenaufbau wieder.