Tarifrunde TV-L 2025 - Diskussion I

Begonnen von Admin, 15.11.2025 17:26

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ignaz

https://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/Artikelvorlage-HH,tarifverhandlungen-146.html

7% sind ihm natürlich viel zu viel. Wie könnte man auch das fordern, was der Bund schon längst hat (und noch vieles mehr). War auch nicht absehbar, als man das Ergebnis des TVÖD auf dem Tisch hatte, dass die Länder und die dortigen Mitarbeiter das nun auch fordern. Völlige Bestürzung darüber, man könnte sich als TB eines Landes doch mal solidarischer zeigen und einfach zufrieden sein.

Folgende Werte, wenn man einfach nur auf die Entgelttabelle klickt. Da wir als TBs kaum Zulagen, Familenvorteile usw. genießen, ist das wohl am realistischsten zu vergleichen.

Aktueller Tarifvertrag TVL zu TVÖD EG 13 Stufe 6: 6835€ bis 7176€ ist 4.87%  (durchschnittliches Monatsgehalt)
TVL - Gütligkeit: 01.02.2025 - 31.10.2025 (huch, wir sind schon 1 Monat im Verzug...)
TVÖD - Gültigkeit: 01.04.2025 - 30.04.2026

Die aktuellen knapp 5% Unterschied, die wir schon Monate (seit April) mittragen müssen, die vergessen wir einfach. Passt schoa. Vor April 2026 werden wir auch kein Erhöhung erhalten. Somit mind. 1 Jahr hintertreffen TVL zu TVÖD

Ab Mai 2026 sieht es beim TVÖD (01.05.2026 - 31.03.2027) dann schon so aus: EG 13 Stufe 6 =  7464€ = 8,8% mehr in dieser Stufe zum TVL (aktueller Stand).

Ich nehme hier bewusst die JSZ mit rein, da diese zum Jahresgehalt gehört und für mich ist das durchschnittliche Monatsgehalt auch das was ich übers Jahr zur Verfügung habe.

PS: Warum verhandeln eigentlich Beamte für uns?
"Verhandlungsführer Dressel -> Verhandelt wird wie immer für die Angestellten der Länder. Für die Beamtinnen und Beamten wird die Tarifeinigung im Anschluss übernommen."

Wir fordern 7% - der TVÖD hat in diesem Beispeil 8.8% ab Mai 2026 und darüber entrüstet man sich noch?


NelsonMuntz

Zitat von: MoinMoin in 03.12.2025 10:06
Zitat von: alray in 03.12.2025 09:43
1. Verhandlungen sollten vor Ablauf stattfinden
Dir ist bewusst, dass man vor Ablauf nicht streiken darf?

Das ist natürlich richtig. Dieses punktuelle Warnstreiken im frühen Verhandlungsverlauf gehört für mich allerdings auch in die Kategorie Arbeitskampf-Folklore. Die erste Verhandlungsrunde könnte durchaus 2 oder 3 Wochen vor dem Ende der Tariflaufzeit erfolgen ... ob das irgendetwas am Ergebnis verändert, darf aber bezweifelt werden.

alray

Ich stelle es nochmal heraus, um was im Zitat von alray geht: ,,...ich bin Übergrenzer und Angestellter..."
Zitat von heute Morgen: ,,...ich als Beamter mit Personalverantwortung..."
@Schnarchnase

das klarstellen mache ich gerne, vielleicht wird ihnen dann klar warum ich einblicke in beide Bereiche habe:

ich war Angestellter und Übergrenzer und vielleicht erinnern sie sich das es vor geraumer Zeit in bestimmten Bereichen einer Verbeamtung stattgefunden hat. Deshalb habe ich in vielen ersteinmal Rechnen müssen ob sich das für mich lohnt. da ich vorher in die Rentenkasse einbezahlt hatte............und was soll ich sagen hat es
und ihre Rückschlüsse sind unterstellent und falsch.
@alray: na was denn nun? Beamter oder Angestellter? Mal schnell ernannt worden im Zeitraum seit dem 27.11.25?Oder haben wir hier den klassischen Fall einer Neuanmeldung um eine Agenda unter falschen Vorraussetzungen zu verfolgen?

@Admin: auch wenn es off topic ist, bitte nicht löschen. Ich denke, dass die hier festgestellte, sagen wir mal, Diskrepanz, doch der Aufklärung bedarf. Vor einer Woche noch Angestellter und heute Beamter, mit Verständnis, dass die eigenen Privilegien als unsozial empfunden werden.
Und auch wenn es ein ganz anderes Thema wäre, sollte doch Interesse da sein, diese sich widersprechenden Aussagen aufzuklären! Werden wir hier irgendwie belogen? Sollte der Wahrheitsgehalt anderer Aussagen von diesem User auch kritisch hinterfragt werden?

Schnarchnase81

Zitat von: Albeles in 03.12.2025 10:30
Könnt ihr endlich mit dem Shit Beamten / TA Gedöns hier aufhören. Geht doch zusammen in den Sandkasten und haut euch die Förmchen auf den Kopf.

ES NERVT!!!

Wenn es nichts neues gibt, kann man auch mal schweigen  ;)
Dann müssen interessierte Leser sich nicht durch Seitenweise SPAM von Hatern der einen oder anderen Seite durchwühlen. Lesen, denken, verstehen...in der Reihenfolge bitte!

LG Albeles

Falls du meinen Beitrag zu alray meinst: es geht eigentlich nicht um Beamte vs. Angestellte, sondern um die Frage, ob uns ALLE hier jemand versucht auf das Glatteis zu führen. Einmal gibt er sich als das und ein anderes Mal als was anderes aus! So etwas geht hier gar nicht. Es ist dabei völlig egal als was er sich ausgibt, es geht nur darum, dass da was nicht stimmen kann! So etwas gehört aufgeklärt und sollte sich das bestätigen, muss das von Admin sanktioniert werden. Ich finde ehrlich sollten wir sein!


Zinc


Rowhin

Nochmals zusammengefasst, frei zur absehbaren Diskussion:

Zitat von: Rowhin in 03.12.2025 16:50
Wenig überraschend ging die erste Verhandlungsrunde ohne Ergebnis zu Ende. Die AG Seite hat kein Angebot vorgelegt.

Statement ver.di:

ZitatWeit liegen die Auffassungen zum Start der Tarifverhandlungen für die rund 2,2 Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder auseinander: Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) als Vertretung der Arbeitgeber in den Landesfinanzministerien außer Hessen tritt mit erwartungsgemäß zugeknöpften Taschen zum Verhandlungsauftakt an.

Dem entsprechend wurde auch kein Angebot vorgelegt, sondern hat die TdL vielmehr schrumpfende finanzielle Spielräume beklagt, diese resultierten zum Beispiel aus dem Handlungsbedarf bei der Beamtenbesoldung, der sich aus der aktuellen Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts ergäbe. Auch steigende Steuereinnahmen seien bereits für bundespolitische Konjunkturpakete verplant.

Statement dbb:

ZitatDie Gewerkschaften fordern für die Beschäftigten der Länder 7 Prozent höhere Einkommen, mindestens 300 Euro sowie weitere Verbesserungen. Doch beim Verhandlungsauftakt am 3. Dezember 2025 war die TdL (Tarifgemeinschaft deutscher Länder) kaum sprechfähig. ,,So absehbar es war, so ärgerlich ist es trotzdem, dass sich die TdL als Tarifpartner präsentiert hat, der keinen Plan hat, kein Angebot macht und kein konstruktives Ziel verfolgt", kritisierte dbb-Chef Volker Geyer im Anschluss. ,,Die Arbeitgebenden verstecken sich hinter der Aussage, unsere Forderungen seien nicht zu verantworten. Das haben sie auch schon nach unserem Forderungsbeschluss vor zwei Wochen geschrieben. Inwieweit es verantwortungsvoll ist, ohne Plan und ohne Angebot in Verhandlungen einzusteigen, erschließt sich mir jedoch nicht."

Vollender

"....hat die TdL vielmehr schrumpfende finanzielle Spielräume beklagt, diese resultierten zum Beispiel aus dem Handlungsbedarf bei der Beamtenbesoldung, der sich aus der aktuellen Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts ergäbe...."

Also doch. Die Angestellten im TV-L dürfen das Thema Beamtenbesoldung als kräftigen Bremsklotz in den eigenen Tarifverhandlungen betrachten....

Zinc

Hat jemand den Beitrag bei der Welt heute gesehen? Da wurden die Forderungen des TVL als total überzogen empfunden und der Vergleich zum "Nicht-Öffentlichen-Dienstler" gezogen, der ja keine Betriebsrente hat und froh sein könne, nach 10 Jahren überhaupt eine Erhöhung zu erhalten. Zudem wurde dort auch vorwiegend von Beamten gesprochen und alles ganz schön durcheinander gebracht. Na gute Nacht...

Vollender

Warum konzentriert man sich seitens der Gewerkschaften bzgl. höherer EG nicht auf eine Weiterentwicklung der Endstufe? So könnte man diesem Klientel strategisch einen Knochen zuwerfen ohne gleich das eigene Stammklientel zu verprellen. Der AG würde den Weg wohl mitgehen weil er Kohle spart wenn nicht alle Stufen linear gleich steigen. Und der Abstand zum TVöD schrumpft. Bewerber schauen eh meist auf die Endstufe was erreichbar ist. Bekanntlich wurde die Stufe 6 erst vor einigen Jahren in höheren EG eingeführt. Dann aber nicht mehr groß weiterentwickelt.

Warnstreik

Zitat von: Vollender in 05.12.2025 06:50
Warum konzentriert man sich seitens der Gewerkschaften bzgl. höherer EG nicht auf eine Weiterentwicklung der Endstufe? So könnte man diesem Klientel strategisch einen Knochen zuwerfen ohne gleich das eigene Stammklientel zu verprellen. Der AG würde den Weg wohl mitgehen weil er Kohle spart wenn nicht alle Stufen linear gleich steigen. Und der Abstand zum TVöD schrumpft. Bewerber schauen eh meist auf die Endstufe was erreichbar ist. Bekanntlich wurde die Stufe 6 erst vor einigen Jahren in höheren EG eingeführt. Dann aber nicht mehr groß weiterentwickelt.

Bewerber schauen sich also an, was man nach 15 (!!!) Jahren verdienen kann? Sorry, aber das galt schon für die meisten "Älteren" nicht und für die neuen, die deutlich mobiler sind in Punkto Arbeit schonmal garnicht. Das übermäßige Zahlen von Seniorität auf Kosten der ersten Jahre ist eh schon absolut aus der Zeit gefallen. Die modernen Tarifverträge nutzen solche Methoden kaum noch und haben maximal 2, vielleicht 3 Stufen, die aber eher der untergliederung statt der Senioriät dienen.

Dazu kommt ja im TV-L noch der Bullshit mit der nicht-stufengleichen-Höhergruppierung. Möchte man sich weiterentwickeln und die Karriereleiter hochklettern kann das ziemlich bitter sein.

@Springer Wundert es wirklich jemanden?

MoinMoin

Zitat von: Vollender in 05.12.2025 06:50
Warum konzentriert man sich seitens der Gewerkschaften bzgl. höherer EG nicht auf eine Weiterentwicklung der Endstufe? So könnte man diesem Klientel strategisch einen Knochen zuwerfen ohne gleich das eigene Stammklientel zu verprellen. Der AG würde den Weg wohl mitgehen weil er Kohle spart wenn nicht alle Stufen linear gleich steigen. Und der Abstand zum TVöD schrumpft. Bewerber schauen eh meist auf die Endstufe was erreichbar ist. Bekanntlich wurde die Stufe 6 erst vor einigen Jahren in höheren EG eingeführt. Dann aber nicht mehr groß weiterentwickelt.
Du meinst mit weiterentwickeln, eine höher Lohnerhöhung nur für die Stufe 6 ?

Johann

Zitat von: MoinMoin in 05.12.2025 10:09
Zitat von: Vollender in 05.12.2025 06:50
Warum konzentriert man sich seitens der Gewerkschaften bzgl. höherer EG nicht auf eine Weiterentwicklung der Endstufe? So könnte man diesem Klientel strategisch einen Knochen zuwerfen ohne gleich das eigene Stammklientel zu verprellen. Der AG würde den Weg wohl mitgehen weil er Kohle spart wenn nicht alle Stufen linear gleich steigen. Und der Abstand zum TVöD schrumpft. Bewerber schauen eh meist auf die Endstufe was erreichbar ist. Bekanntlich wurde die Stufe 6 erst vor einigen Jahren in höheren EG eingeführt. Dann aber nicht mehr groß weiterentwickelt.
Du meinst mit weiterentwickeln, eine höher Lohnerhöhung nur für die Stufe 6 ?
Aus Arbeitgebersicht wäre das sicher günstig. Im TV-L gibt es nicht ganz so viele Kollegen mit Stufe 6, vor allem niemanden, der alle 5 Jahre mal eine Höhergruppierung in Anspruch nimmt. Da landet man immer wieder in Stufe 5.
Insofern könnte man durchaus die Stufe 6 um 10% erhöhen und es würde geschätzt Mehrkosten von 1% erzeugen.

Meine Beobachtung ist allerdings nicht, dass Bewerber sich angucken, was sie in 15 Jahren mal verdienen können. Die gucken sich eher an, was sie heute in Stufe 1-3 verdienen können und findens dann eher Mau. Realistisch ist die Einstellung in der Regel in 1-3, 4 mit etwas Glück und drüber eigentlich nur, wenn du wirklich herausstichst. Also ist es für die meisten Bewerber nicht greifbar, was sie irgendwann mal in Stufe 6 haben könnten, wenn sie sich nur brav die nächsten 12 Jahre auf ihrer Stelle den Allerwertesten absitzen.
Die Endstufe wäre da relevant für die Entscheidung, wo sie auch in absehbarer Zeit erreichbar ist. Alles, was mehr als 5 Jahre in der Zukunft liegt, wird nicht ernsthaft betrachtet.

Vollender

Ich bin zum Beispiel gleich mit Stufe 5 eingestiegen im TV-L, darunter wäre ich nicht gekommen. Auch kann eine Weiterentwicklung der Stufe 6 die Kosten im Rahmen halten und den Abstand zum TVöD minimieren. Seit der Einführung wurde die Stufe 6 nicht mehr großartig weiterentwickelt. Gerade erfahrene Bewerber oder Überflieger mit Verhandlungsgeschick hinsichtlich Stufeneinordnung können so eher für den TV-L begeistert werden.

Meinungen der Erfahrenen und Gewerkschafter hier?

ignaz

Die ewige Karotte vor der Nase mit den "Erfahrungsstufen" oder besser Sitzfleischstufen. Man könnte meinen, der ÖD belohnt die, die es jahrelang aushalten dabei zu bleiben.
Der der am längsten im Sessel sitzt, der kann gem. TV-L auch am meisten und ist am leistungsfähigsten.

Wenn ich sehe, wie erste Verhandlungsrunde abgelaufen ist und mit welcher Energie man da für die Mitarbeiter ans Werk geht.... Passt zur "Standard" Arbeitsmoral im ÖD.

3 Stufen völlig aus. -> Stufe 1 (unter 1-2 Jahr Berufserfahrung), Stufe 2, Stufe 3 (nach 5 Jahren Berufserfahrung)
Einstellung sollte dann auch in der letzten Stufe "normal" sein, sofern die Berufserfahrung passt.

Insgesamt müsste man vielleicht mal wirklich versuchen Leistungsgerechte Zulagen einzuführen, die gezahlt werden MÜSSEN. Z.B für: Projektleitungsaufgaben, Übernahme von besonderer Verantwortung (Budget, Sicherheit), Personalverantwortung....

Dann hätte man zumindest einen Anreiz für die, die wollen und (noch) nicht woanders hingegangen sind. Die Übernahme von Verantwortung wird einem gerne als Bestandteil des Jobs genannt.
Dann gibt es da aber den e11er, der vollumfänglich Projekte leitet, in Präsenz anwesend sein muss (weil wird erwartet), Angebote einholt, Verträge unterschriftsfertig vorlegt, Preise aushandelt und insgesamt voll Selbstständig ist und daneben der andere e11 mit einen Bruchteil dieser Verantwortung unter voller Ausnutzung der Homeofficeoption..

Ersteren könnte man durchaus versuchen zu fördern. Dann scheitert man aber an dem unsinnigen Zulagensystem und zumeist an der Personalabteilung, die das alles ganz anders sieht.

Das Problem im ÖD ist leider immer noch:
Leistung lohnt nicht (oder nur selten) und Nichtleistung wird so gut wie nie sanktioniert oder hat irgendwelche Auswirkungen (monetär, Freiheiten, Möglichkeiten...).

Solange das so bleibt, werden die Leistungsträger, sofern Sie nicht zeitnah sich einen Arbeitsplatz suchen, der ihre Leistung wertschätzt, langfristig auch zu einem "Dienst - nach - Vorschrift" Mitarbeiter. Was auch nachvollziehbar ist, denn ein frisch geöltes kleines Zahnrad in einem eingerosteten Getriebe kann sich so schnell drehen wie es will. Man rubbelt die Zähne ab und wenn man zu lange im Getriebe verweilt, setzt auch der Rost an.