Tarifrunde TV-L 2025 - Diskussion I

Begonnen von Admin, 15.11.2025 17:26

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Warnstreik

Zitat von: Aleksandra in Gestern um 14:41Bin ja selbst im TVÖD. Aber ich echauffiere mich gerne mit :D

Da mach ich mit, obwohl weder im TVÖD noch im TVL :-)

koalitionsabsicht

Zitat von: Zinc in Gestern um 14:42Die zweite Verhandlungsrunde endet ergebnislos. Weiß nicht, ob das jetzt so viel Gesprächsstoff bietet  :D

Vielleicht kann man sich ganz herrlich über die Unverschämtheiten der AG-Seite auslassen.  ::)

Muschebubu

Zitat von: Rentenonkel in Gestern um 11:02...

Das Problem ist eher strukturell: Während für die TB ein großer Teil der Altersvorsorge in Form von Rentenbeiträgen während der aktiven Zeit angespart wird, ist im Rentenalter die Belastung für die AG in Form der betrieblichen Altersvorsorge deutlich kleiner. Bei Beamten hätten auch in der aktiven Zeit Rücklagen gebildet werden müssen, für die sogar Besoldungserhöhungen geringer ausgefallen sind; diese finden sich aber nur in wenigen Rechtskreisen, so dass die Pensionslast aus dem laufenden Haushalt zu stemmen ist und aufgrund des demografischen Wandels einen immer größeren Posten im Haushalt einnimmt.

Am Ende braucht man in meinen Augen beide: Gut ausgebildete TB und Beamte, um den Laden am Laufen zu halten.

Mmmh... auch das hilft nicht, aber wir wollen ja alles noch was lernen...  ;) Vielleicht bin ich falsch informiert, aber würden die Beträge in der RV tatsächlich angespart und womöglich noch entsprechend angelegt, dann würde unser Rentensystem deutlich besser aussehen. Aktuell reichen die monatlichen Einzahlungen nicht einmal für die monatlichen Auszahlungen, deshalb ja auch der Steuerzuschuss. Der Unterschied besteht nur darin, wissen wir ja alle, die einen zahlen Beiträge und Steuern, die anderen eben nur Steuern. Aber das wollen wir ja nicht vertiefen  :P Und weil eben nicht gespart wird, wissen wir nur mit Gewissheit, wie viel Rentenpunkte wir am Ende haben. Ob es dafür was gescheites zu kaufen gibt, dass sehen wir dann und wie viel.

IchLiebeBeamtentum

Zitat von: Muschebubu in Gestern um 20:35Mmmh... auch das hilft nicht, aber wir wollen ja alles noch was lernen...  ;) Vielleicht bin ich falsch informiert, aber würden die Beträge in der RV tatsächlich angespart und womöglich noch entsprechend angelegt, dann würde unser Rentensystem deutlich besser aussehen. Aktuell reichen die monatlichen Einzahlungen nicht einmal für die monatlichen Auszahlungen, deshalb ja auch der Steuerzuschuss. Der Unterschied besteht nur darin, wissen wir ja alle, die einen zahlen Beiträge und Steuern, die anderen eben nur Steuern. Aber das wollen wir ja nicht vertiefen  :P Und weil eben nicht gespart wird, wissen wir nur mit Gewissheit, wie viel Rentenpunkte wir am Ende haben. Ob es dafür was gescheites zu kaufen gibt, dass sehen wir dann und wie viel.

,,Nur Steuern" auf ein niedrigeres Grundgehalt. Dein ,,Vertiefen" wäre nicht ratsam, da Detailrecherche nicht jedermanns Stärke ist. Deine Stärke hier (oder Sünde) ist offensichtlich: Neid! Chapeau, das ist diese Debatte betreffend nicht hilfreich.

MoinMoin

Zitat von: Muschebubu in Gestern um 20:35Mmmh... auch das hilft nicht, aber wir wollen ja alles noch was lernen...  ;) Vielleicht bin ich falsch informiert,
Ja, bist du.
Umlagesystem hat Vor und Nachteil
Kapgedecktes System hat Vor und Nachteile
.
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und so weiter

A oder B

Zitat von: MoinMoin in Gestern um 14:26Ich habe mal eine entsprechende Studie gesehen (leider nicht Digital :( und finde sie auch aktuell nicht mehr), die untersucht hat, was der Beamte (in den unterschiedlichen Laufbahnen) und korrespondierende Angestellte bis zu ihrem versterben dem Staat direkt kostet.
Dabei kam unter anderem sehr deutlich heraus, das es vom Kapitalmarktzins abhängt, ob der Beamte teurer oder günstiger ist. Sprich wie wieviel bekommt man am Kapitalmarkt für die Rücklagen die man bildet, bzw. wie wieviel muss man an Zinsen zahlen, wenn man sich das Geld für die Pensionäre leiht.

Ein anderer Aspekt war, dass in einigen Berufsgruppen allerdings die Beamte wohl eher immer teurer sind: Dort wo eine hohe Gefahr der vorzeitigen Pensionierung aufgrund von DU besteht (genannt wurde da Polizei, Feuerwehr und Lehrer).

Insofern: Wer behauptet das die Beamten teurer oder billiger sind, der behauptet etwas, was so pauschal nicht stimmt oder nachweisbar ist.

Wie geht man in der Studie denn mit der Arbeitslosenversicherung um.
Das ist beim TB im öffentlichen Dienst ja vom Prinzip her rechte Tasche -> linke Tasche.
Wie geht man mit den Ausbildungskosten von Beamten um (z. B. duale Studium an einer Verwaltungshochschule) , während die TB doch einen Teil ihrer Ausbildung/Studium durch Beihilfe der Eltern (öffentliche Hochschule und Bafög) zu finanzieren haben?
Somit starten TB finanziell meist mit einem so großen negativen Rucksack (weil sie eben vor der Studienwahl noch nicht wissen, was sie später machen wollen), sodass die A9 zum Beginn der Karriere und der möglicherweise langsamere Karriereweg nicht dafür sorgt, dass die TB die Beamten überholen. Ich lasse mich aber gerne vom Gegenteil überzeugen (z. B. durch deine Studie).

Warnstreik

Zitat von: A oder B in Heute um 07:54Wie geht man in der Studie denn mit der Arbeitslosenversicherung um.
Das ist beim TB im öffentlichen Dienst ja vom Prinzip her rechte Tasche -> linke Tasche.

Wieso linke-Tasche-rechte-Tasche? Das ist doch eine Versicherungsleistung, die aus den Mitteln der Versicherten getragen wird...

A oder B

Zitat von: Warnstreik in Heute um 10:47Wieso linke-Tasche-rechte-Tasche? Das ist doch eine Versicherungsleistung, die aus den Mitteln der Versicherten getragen wird...

Wie viel zahlt der öffentliche Dienst in die Arbeitslosenversicherung ein und wie viel entnehmen ehemalige Mitarbeitende. Ich denke mal, dass dort ein erheblicher Mehraufwand auf der Einzahlungsseite besteht.
Folglich, sorgen die öffentlichen Arbeitgeber dafür, dass hier kein Bundeszuschuss für direkte Leistungen gezahlt werden muss.

An jeder Lohnerhöhung verdient der Staat mit - gänzlich ohne Streik!

DiVO

Zitat von: A oder B in Heute um 07:54Wie geht man mit den Ausbildungskosten von Beamten um (z. B. duale Studium an einer Verwaltungshochschule) , während die TB doch einen Teil ihrer Ausbildung/Studium durch Beihilfe der Eltern (öffentliche Hochschule und Bafög) zu finanzieren haben?
Somit starten TB finanziell meist mit einem so großen negativen Rucksack (weil sie eben vor der Studienwahl noch nicht wissen, was sie später machen wollen), sodass die A9 zum Beginn der Karriere und der möglicherweise langsamere Karriereweg nicht dafür sorgt, dass die TB die Beamten überholen. Ich lasse mich aber gerne vom Gegenteil überzeugen (z. B. durch deine Studie).

Das verstehe ich nicht. Wieso sollten TB meist mit einem negativen Rucksack starten? Deutschland hat, im Gegensatz zu vielen anderen Ländern, ein gut funktionierendes Duales Ausbildungssystem. Wer sich für eine Ausbildung entscheidet, erhält während dieser eine Ausbildungsvergütung.

Wer heutzutage direkt nach dem Abitur studieren möchte, hat auch hier mehrere Optionen. Eine davon ist ein klassisches Präsenzstudium mit den bekannten Kosten ohne feste Einnahmen. Diese können im Rahmen der Steuererklärung als Verlustvortrag geltend gemacht werden und so die Steuerbelastung beim Einstieg in das Berufsleben reduzieren.

Eine weitere Option seit gut 20 Jahren ist das Duale Studium mit fester Anstellung in einem Unternehmen und parallel dazu Studium an einer klassischen Hochschule oder Berufsakademie.


Johann

Zitat von: Muschebubu in Gestern um 20:35Mmmh... auch das hilft nicht, aber wir wollen ja alles noch was lernen...  ;) Vielleicht bin ich falsch informiert, aber würden die Beträge in der RV tatsächlich angespart und womöglich noch entsprechend angelegt, dann würde unser Rentensystem deutlich besser aussehen.
Dann würden in der Tagesschau erst Ausschnitte von Politikerreden gezeigt werden, die sich darüber echauffieren, dass man ja mit der Rente zocken würde und keine 5 Minuten später würden Ausschnitte von den selben Politikern gezeigt werden, die sich darüber echauffieren, dass Reiche immer reicher werden mithilfe von leistungslosem Einkommen am Kapitalmarkt.

Persönlich denke ich, dass es ein hybrides System geben muss und man endlich mal damit anfangen sollte, die DRV zusätzlich auf Kapitaldeckung umzubauen. Hätte man damit vor 50 Jahren begonnen und einen Zusatzbeitrag von insgesamt 1% der Bruttogehälter für einen Fonds wie in Norwegen aufgewendet, müssten die RV-Beiträge für Arbeitnehmer nicht bis 2030 auf 20% steigen. Und damit unsere Kinder oder zumindest deren Kinder mal eine geringere Abgabenlast haben können, sollten wir jetzt endlich anfangen, auch wenns nochmal mehr Geld kostet und erstmal schmerzt.

Im globalen Wettbewerb können wir es uns jedenfalls nicht leisten, weiterhin ausschließlich aufs Umlagesystem zu setzen. Selbst wenn die Demographie anders aussehen würde, wäre das mittelfristig schlecht. USA, Norwegen, Schweden und andere setzen heute schon darauf, dass Unternehmen global mit ihren Profiten für die Altersversorgung ihrer Bürger aufkommen. Diese dafür notwendigen Profite werden global erwirtschaftet, also auch in Deutschland. Damit zahlen deutsche Bürger derzeit nicht nur die Renten der eigenen Bürger, sondern auch anteilig die Renten der Bürger der USA, Norwegen, Schweden und anderer. Damit wir hierzulande nicht vollends erdrückt werden, sollten wir uns hier ebenfalls endlich dazu aufraffen, unsere Altersversorgung zu globalisieren.

Zitat von: Muschebubu in Gestern um 20:35Aktuell reichen die monatlichen Einzahlungen nicht einmal für die monatlichen Auszahlungen, deshalb ja auch der Steuerzuschuss.
Den größten Teil des Zuschusses dürften die versicherungsfremden Leistungen ausmachen, die über das System der DRV hinausgehen, wo Menschen mehr gesetzliche Rente kriegen, als ihnen rein nach Einzahlung zustehen würde. Wenn beispielsweise Kindererziehungszeiten angerechnet werden, in denen keine Beiträge bezahlt wurden, aber dennoch ein Anspruch auf Rente entsteht.

Warnstreik

Zitat von: Johann in Heute um 12:21Im globalen Wettbewerb können wir es uns jedenfalls nicht leisten, weiterhin ausschließlich aufs Umlagesystem zu setzen. Selbst wenn die Demographie anders aussehen würde, wäre das mittelfristig schlecht. USA, Norwegen, Schweden und andere setzen heute schon darauf, dass Unternehmen global mit ihren Profiten für die Altersversorgung ihrer Bürger aufkommen. Diese dafür notwendigen Profite werden global erwirtschaftet, also auch in Deutschland. Damit zahlen deutsche Bürger derzeit nicht nur die Renten der eigenen Bürger, sondern auch anteilig die Renten der Bürger der USA, Norwegen, Schweden und anderer. Damit wir hierzulande nicht vollends erdrückt werden, sollten wir uns hier ebenfalls endlich dazu aufraffen, unsere Altersversorgung zu globalisieren.

Ich glaube an den Kapitalmarkt, bin aber nicht sicher, ob der in der GRV richtig aufgehoben ist. Man darf nicht vergessen, dass erstmal massiv Kapital abfließen würde (hauptsächlich ins Ausland), befor überhaupt ein relevanter Teil zurückfließen kann. Das macht meines Erachtens auf privater Ebene total Sinn hier vorzusorgen - eben weil man die Zeit hat und dann seinen eigenen Kapitalertrag auch erhält und nutzen kann. Gliedert man das alles an die gesetzliche Rente an, müsste man viel Kapital vorstrecken bevor man etwas rausbekommt. Das macht meines Erachtens nur auf individueller Ebene Sinn.

Wieso nicht die GRV als Umlagesystem behalten, vernünftig bei Auszahlung/Beiträgen/Rentenalter begrenzen und dann eine geschützte und persönliche Möglichkeit der Altersvorsorge in Kapitalmärkte erlauben?