Versetzung welche nicht erfolgt

Begonnen von ohti, 16.11.2025 02:58

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ohti

Mir wurde im Mai mitgeteilt, dass der Chef meiner Dienststelle mich nicht mehr möchte, weil keine Arbeit mehr da sei. Es müsse eine Stelle abgebaut werden. Zuvor wurde ein neuer Mitarbeiter mit meiner Tätigkeit eingestellt. Ich hatte diesen als neuen Mitarbeiter eingearbeitet.
Ich sollte auf anderen Stelle Probearbeiten. Es kam allerdings nur zu Kennenlerngesprächen, aber zu keinerlei Probearbeiten. Grund war dass mein Gehalt zu hoch ist im Vergleich zu den anderen Beschäftigten. Oder fadenscheinige Begründungen, wie Mitarbeiter hat nicht betont selbständig zu arbeiten, Kleidung sei beim Gespräch nicht angemessen genug gewesen. Ich muss auch Bewerbungsschreiben vorlegen. Wo dann später von der Personalstelle bemängelt wird, dass der Lebenslauf nicht modern war. Ich habe mich auch auf freie Stellen beworben, aber auch dort absagen erhalten.
Ich bin seit über 30 Jahren auf einer Planstelle beschäftigt. Ich erhalte keinerlei Arbeit mehr, auch wenn welche da ist. Der Personalrat duckt sich weg. Der Arbeitgeber führt keine Versetzung durch. Laut Personaldienststelle muss die neue Stelle eine Zustimmung der neuen Abteilung erhalten.
Einen Vorschlag eines Kollegen, dass ich bei seiner Dienstelle zumindest arbeiten kann, hat die Personalstelle abgelehnt. In ein paar Wochen werde ich wohl erneut zum Personalgespräch geladen, wo mir dann erneut vorgehalten wird warum ich immer noch an meiner Dienststelle bin. Ich werde jetzt 58.

clarion

Ohti, dann teile mit, dass Du weiterhin bereit bist, jede Tätigkeit zu übernehmen, die Deiner EG entspricht. Das mit der Bewerbung verstehe ich nicht. Wenn Deine Dienststelle meint, dass Deine Arbeitskraft nicht mehr benötigt, kann sie Dich im Rahmen des Direktionsrecht einfach umsetzen. Umsetzungen passieren in Deutschland täglich, häufig mit Zustimmung oder auf Wunsch der Mitarbeiter.

Mit 58 ist es jede jedenfalls zu früh für die Rente.

ohti

Das habe ich ja gemacht. Ich suche Dienststellen auf. Führe Kennenlerngespräche. Biete meine Arbeit an. Die Arbeitgeberseite hat auch nach dem halben Jahr das Direktionsrecht nicht gezogen. Ich darf mir seit Montag auch nicht selbständig Arbeit besorgen. Das hat die Personalstelle untersagt, denn ein Kollege einer anderen Abteilung wollte mich bei ihm arbeiten lassen.
Ich vermute man hat nicht den Mut das Weisungsrecht zu gebrauchen und hofft um eine erfolgreiche Bewerbung, bzw. meine Kündigung. Man darf nicht vergessen dass meine Tätigkeit durch einen neuen Mitarbeiter ersetzt wurde.
Ich will ja bis 67 arbeiten und bin auch fit genug. Ich denke es gehört nun in die Hände eines Anwalts.
Ich muss wegen der Bezügestelle, wegen Verletzung der DSGVO, sowieso zum Anwalt. Eine vor 8 Jahren beendete Insolvenz ( mit Restschuldbefreiung), besteht nach der Auskunft nach Art. 15 DSGVO immer noch. Ich wollte Jobbike machen, bin aber wegen des alten Eintrages gesperrt. Meine Schufe ist sauber. Hinzu kommt das Sammeln von Krankendaten von 15 Jahren. 180 Seiten hatte meine DSGVO Auskunft. Im Juli 2025 hatte ich den Datenschutzbeauftragten angeschrieben. Beide haben nicht reagiert. Selbst am Freitag war dieser negative Eintrag noch in Authega.

Tagelöhner

Klingt nach dem klassischen unliebsamen Mitarbeiter, den man am liebsten los werden möchte, aber ÖD-typisch nicht die richten Werkzeuge dafür hat, also wird die Strategie Richtung Zermürbung mit dem Ziel der Eigenkündigung oder dauerhaften Arbeitsunfähigkeit ausgerichtet.

In der freien Wirtschaft und Unternehmen, die von der Größe vergleichbar sind, wird sowas über eine Abfindung geregelt, und beide Parteien gehen mehr oder weniger zufrieden getrennte Wege.
Ich habe nichts gegen Beamte, wirklich! Die tun ja nix! :-)

MoinMoin

Kann man eigentlich seinen Arbeitsplatz verlassen und nachhause aufs Sofa gehen, wenn man seine Arbeitskraft angeboten hat, der ag sie aber nicht will?

clarion

Nur wenn man nach Hause geschickt wird.

Organisator

Zitat von: ohti in 16.11.2025 11:10
Das habe ich ja gemacht. Ich suche Dienststellen auf. Führe Kennenlerngespräche. Biete meine Arbeit an. Die Arbeitgeberseite hat auch nach dem halben Jahr das Direktionsrecht nicht gezogen. Ich darf mir seit Montag auch nicht selbständig Arbeit besorgen. Das hat die Personalstelle untersagt, denn ein Kollege einer anderen Abteilung wollte mich bei ihm arbeiten lassen.

Dann würde ich meine Arbeitskraft fortan im Homeoffice anbieten.

Rowhin

Dass das Ganze eine Sauerei ist, sofern die Darstellung hier akkurat und vollständig ist, versteht sich von selbst.

Denk daran, alles was du z.B. anbietest an Arbeitsleistung deinerseits, sauber zu dokumentieren (auch gegenüber wem, etc.), falls es im Verlauf irgendwann zum Rechtsstreit kommt. Und auch die Ansagen der Personalstelle immer schön schriftlich einzufordern.

MoinMoin

Zitat von: Rowhin in 17.11.2025 08:50
Dass das Ganze eine Sauerei ist, sofern die Darstellung hier akkurat und vollständig ist, versteht sich von selbst.

Denk daran, alles was du z.B. anbietest an Arbeitsleistung deinerseits, sauber zu dokumentieren (auch gegenüber wem, etc.), falls es im Verlauf irgendwann zum Rechtsstreit kommt. Und auch die Ansagen der Personalstelle immer schön schriftlich einzufordern.
Und alles was mündlich gesagt wurde umgehend als Gesprächsnotiz zusammenfassen und den am Gespräch beteiligten zusenden.
Auch würde ich die Personalstelle/den Vorgesetzten regelmäßig mit einer Anfrage nerven, ob man nach Hause gehen könnte und HO machen dürfe, um Heizkosten/Strom zu sparen, da keine Arbeit zugewiesen wurde (cc Personalrat).

Und klar weiter gemütlich nach etwas anderem innerhalb des AGs suchen. Aber nicht zu viel am Handy Candy Crush spielen, das ist ungesund. Lieber am DienstPC Weiterbildungsvideos schauen.

Tante Hilde

Ja, das ist der wichtigste Teil: ALLES schriftlich machen! Sollte es mündliche Aussagen gegeben haben, schreibe ein Gedächtnisprotokoll. Und wenn der Chef deiner Dienststelle dich nicht mehr möchte, muss ER das in die Hand nehmen und sich um Versetzung bemühen. Wenn du jemanden auf deine Stelle eingearbeitet hast, frage ich mich doch nach dem Konzept dahinter. Immerhin besetzt du ja diese Stelle?
Wenn der Personalrat nicht tätig wird, wende dich sofern die Strukturen das bei euch hergeben, weiter an den Hauptpersonalrat. Ihr müsst ja irgendwo angebunden sein, oder arbeitest du in einer Uni?

Ich würde ganz eisern JEDEN Morgen eine Mail an direkte Leitungsebene, übergeordnete Etage, Hausspitze und Personalabteilung sowie Personalrat schicken, dass ich heute wie seit xx.xx.2025 meine Arbeitskraft anbiete und man mir doch bitte Tätigkeiten entsprechend meiner EG zuweisen möchte. Ich erwarte Ihre umgehende Antwort. Sollte mir bis X:XX Uhr keine Antwort Ihrerseits vorliegen, gehe ich davon aus, dass ich frei bin, mir eigenständig eine Tätigkeit im Referat auszuwählen. (Oder so ähnlich, was bei dir passt).

Und das täglich und schön die anderen Mails unten drin stehen lassen.
Oder geh ins Personalreferat und setz dich da hin und warte dort quasi öffentlich. Oder geh zum Hauschef und setz dich da ins Vorzimmer, weil du wartest ja auf Anweisung... sowas in der Art würde ich machen, aber da ist auch jeder anders gestrickt.

Anwalt ist ganz klar dringend angeraten.
Was du berichtest ist, unabhängig von eventuellen Vorgeschichten, einfach nur Mobbing/Bossing. Wenn die Dienststelle entscheidet, dass Du versetzt werden sollst, muss sie sich kümmern, nicht du!

Petar Tudzharov

Zitat von: ohti in 16.11.2025 02:58
(...) Ich muss auch Bewerbungsschreiben vorlegen. Wo dann später von der Personalstelle bemängelt wird, dass der Lebenslauf nicht modern war.(...)

Ich habe ja schon viel gehört, aber dass Mitarbeiter vom eigenen Arbeitgeber angewiesen werden, Bewerbungen zu schreiben, ist mir neu. Ich wäre mal auf die Begründung bzw. Rechtfertigung gespannt. 
Was waren denn das für Stellen, auf die du dich bewerben solltest? Beim selben Arbeitgeber, selbe oder andere Dienststelle (z. B. andere Landesbehörde) oder auch externe Bewerbungen, d. h. andere Arbeitgeber?

MoinMoin

Zitat von: Tante Hilde in 17.11.2025 09:39
Anwalt ist ganz klar dringend angeraten.
Was du berichtest ist, unabhängig von eventuellen Vorgeschichten, einfach nur Mobbing/Bossing. Wenn die Dienststelle entscheidet, dass Du versetzt werden sollst, muss sie sich kümmern, nicht du!
Die Dienststelle wird das als freundliches Angebot für den Mitarbeiter verkaufen, dass er sich selbst was suchen darf und er nicht fremdbestimmt irgendwohin versetzt wird.