Chancen auf eine erneute erfolgreiche Bewerbung **nach früherer Selbstabsage** ?

Begonnen von phi_vo, Gestern um 12:31

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phi_vo

Hallo zusammen,

ich habe mich für folgendes persönliches berufliches Thema neu angemeldet, in der Hoffnung, dass ihr/ Sie mir eure Meinungen mitteilen könnt. Es handelt sich um einen relativ bescheidenen Fehler, den ich vor knapp drei Jahren begangen habe und welcher sowohl damals als auch nun wieder "hochkommt" und in mir relativ viel Bedauern/ Reue auslöst..die Suchfunktion hat mir keinen existierenden "thread" zurückgespielt, daher hiermit ein neues Thema erstellt.

Konkret geht es darum, dass ich mich vor knapp drei Jahren auf eine für mich sehr interessante Ausschreibung bei einer für mich ebenfalls sehr interessanten Behörde beworben hatte - es handelte sich um eine bzw. in dem Fall sogar um zwei Stellen, die bundesweit relativ exklusiv bei der dafür zuständigen (Bundes-)Behörde angesiedelt sind; und das timing gab es her, dass ich nach Beendigung meines vorherigen Arbeitsverhältnisses über diese Ausschreibung "stoplerte" und mich dann auch mit überdurchschnittlichem Interesse bewarb.

Ich erhielt dann auch eine Zusage (ich will nicht überheblich klingen, aber das Stellen -bzw. Anforderungsprofil deckte sich wirklich sehr mit meinen Fähigkeiten, Kenntnissen und meiner Motivation, sodass es letztlich auch nicht ganz überraschend kam, dass ich eine der Stellen angeboten bekam) zzgl. Bedenkzeit..letztere benötigte ich (leider) auch, da ich mir damals trotz meiner generellen Identifikation mit den Aufgaben und auch der Behörde als solche nicht sicher war, ob ich die Stelle wirklich antreten wollte. Warum zweifelte ich noch, obwohl mir die Aufgaben und auch die Behörde doch angeblich relativ stark zusagten? Tja, und hier kommt der Knackpunkt: Ich war mir (zum damligen Zeitpunkt) nicht sicher, ob ich mit der Stadt, in der der Dienstsitz der BUNDES-Behörde bzw. der Abteilung angesiedelt ist, "warm würde".. Nach enstprechenden Überlegungen kam ich dann auch (leider) zu dem Schluss, dass der Job aufgrund der Stadt für mich nicht in Frage käme.

..und habe dann relativ schnell (ein paar Tage, Wochen, so genau weiß ich es nicht mehr) gemerkt, dass es eine falsche bzw. dumme Entscheidung war - die Aufgaben sowie der Arbeitgeber / die Arbeitgeberin hätten sicherlich wie keine andere zu mir gepasst...und fiel in ein "kleines" Loch, da ich (natürlich) keine Ausschreibung fand, die mich in vergleichbarer Weise ansprach und dann auch noch in einer für mich "besseren Stadt" (vollkommen bescheuert diese Denk- bzw. Herangehensweise, I know - damals war ich aber so "drauf" bzw. wusste selber nicht, was mir wichtig ist und wie ich Entscheidungen treffe..).

Nach einigen Monaten "im Loch" habe ich mangels Alternativen bzw. mangels Motivation für andere Stellen auch eine  Tätigkeit in der Gastronomie gefunden und diese dann bis zu einem neuen Jobangebot im öD (bei einer Landesbehörde, nach § 14 II auf zwei Jahre befristet) ausgeübt. Letztere habe ich aufgrund meiner Situation dann auch sehr gerne/ dankend angenommen - so kam ich aus der Gastro-Tätigkeit sowie aus einem nicht gerade tollen Wohn-Mietverhältnis "heraus" (die Stelle war mit einem Umzug verbunden).

Lange Rede kurzer Sinn: Die Stelle ist vor ein paar Monaten ausgelaufen (Oktober). Eine Anschluss- bzw. Weiterbeschäftigung kam für mich nicht in Frage, ich wollte mein Glück noch woanders suchen - natürlich kam/ komme ich gedanklich wieder auf die Bundesbehörde zurück - ich merke, dass mich keine Stellen wirklich so sehr reizen wie eben jene vor drei Jahren bei jener Bundesbehörde und ich hadere mit mir und meinem weiteren beruflichen Weg.

Meine Frage an euch/ Sie: Wie hoch schätzt ihr die Chancen ein, dass ich bei der Behörde nochmal eine Möglichkeit auf einen Job bekomme? Generell bin ich überzeugt, dass ich fachlich sowie persönlich sehr gute Voraussetzungen für typsiche Verwaltungsarbeiten besitze bzw. "wenn ich will, dann kann ich auch";
darüber hinaus hatte ich mich damals bei den entsprechenden Gesprächsteilnehmern nach meiner Absage auch nochmal per Mail bzw. Telefon gemeldet, um mitzuteilen, dass ich mich falsch entschieden hatte und ich es "bereue" (sinngemäß, nicht wortwörtlich so formuliert sicherlich).

Aber letztlich glaube ich aktuell fast, dass "der Zug für mich bereits abgefahren" ist..

Dafür - also dass ich die Chance bei der Behörde nicht nochmal bekomme - könnte auch sprechen, dass ich mich bereits vor der besagten Bewerbung vor knapp drei Jahren auch mehrmals auf andere Stellen bei der Behörde beworben hatte aber damals auch schon nicht wirklich wusste, ob ich mich dort sehe (ich wusste einfach noch nicht, was ich will; leider brauchte es scheinbar erst die einschneidende Erfahrung der Selbstabsage nach einem Jobangebot dort, um das herauszufinden), ich insofern mehrere Einladungen zu Vorstellungsgesprächen dort bereits zuvor abgesagt hatte (ich war -relativ- jung wie gesagt); darüber hinaus hatte die Behörde im vergangenen Sommer eine erneute Stelle ausgeschrieben auf die ich mich natürlich beworben hatte, es aber zu einer Absage kam (nicht wirklich überraschend natürlich).


Vor diesem Hintergrund...: Ich hoffe, dass ihr durchblickt bzw. euch die Zeit nehmen könnt, den Durchblick zu erhalten und freue mich, wenn ihr/ Sie mir eure Meinung dazu geben könntet - wie würdet Ihr/ wie würden Sie in einem solchen Fall vorgehen?

Danke schonmal vorab für eure Zeit und euren "input"..

MfG





MoinMoin

Bewerben und gut ist.
Falls man sich an dich erinnert, dann dürfte es nicht zu deinem Nachteil sein.
Denn wenn du ein solch Perfekter AN für die Stelle bist, dann wird man dir verzeihen.

Rowhin

Bewerben.
Was soll schlimmstenfalls passieren? Du bekommst die Stelle nicht. Das ist auch der Fall, wenn du dich gar nicht erst bewirbst.

phi_vo

Zitat von: MoinMoin in Gestern um 13:45Bewerben und gut ist.
Falls man sich an dich erinnert,

Gehe ich stark von aus

Zitat von: MoinMoin in Gestern um 13:45dann dürfte es nicht zu deinem Nachteil sein.
Denn wenn du ein solch Perfekter AN für die Stelle bist,
dann wird man dir verzeihen.


Wenn man mir nochmal eine Chance gibt, wäre das schön. Aber wie gesagt..: Hatte mich vor meiner letzten Bewerbung (bei der es dann zu einem Vorstellungsgespräch + der darauffolgenden Zusage kam) bereits mehrfach dort beworben und aufgrund mangelnder Klarheit über meine Motivation bzw. auch mal aufgrund sich überschneidener Jobzusage bei einem anderen Arbeitgeber kam es trotz Einladungen zu Vorstellungsgesprächen nie zu solchen...also..die kennen meinen Namen dadurch sicherlich schon bzw. erinnern sich an mich aufgrund dieses Verlaufes...aber klar, ich werde es immer wieder probieren (müssen), die Hoffnung stirbt zuletzt (ist echt hart für mich, da deren Hauptsitz auch in der Nähe meiner Heimar ist und ich mir damit echt ins Knie geschossen hatte mit der Absage - da ich perspektivisch gerne auch in der Nähe meiner Mutter - diese wird natürlich nicht jünger - sein möchte ...und die Behörde wäre dafür perfekt ...Ach sh*t!)

Danke für die Rückmeldung...!

phi_vo

Zitat von: Rowhin in Gestern um 14:32Bewerben.
Was soll schlimmstenfalls passieren? Du bekommst die Stelle nicht. Das ist auch der Fall, wenn du dich gar nicht erst bewirbst.

Isso. Danke für die Rückmeldung.

Ist halt super nervig bzw. bescheiden, da ich jetzt auch schon ein wenig älter bin, meine Mutter auch nicht jünger wird (ich wäre gerne in Ihrer Nähe in Zukunft um auszuhelfen/ Sie zu besuchen und die besagte Behörde bietet dafür sehr gute Voraussetzungen, da der Hauptsitz nicht allzu weit weg wäre - leider habe ich das damals auch nicht so erkannt, ziemlich dumm bzw. unreflektiert...) und ich generell auch nach diversen beruflichen Stationen gerne mal "ankommen", richtig ins Leben starten würde wollen...puh...wohl dem, der zeitnah wusste, was die beruflichen/ privaten Ziele sind...

NWB

Ich würde das im Bewerbungsschreiben thematisieren. Klingt für mich nachvollziehbar und authentisch. Warum sollte das in der Behörde nicht so ankommen. Hast doch nix zu verlieren.

phi_vo

Zitat von: NWB in Gestern um 17:27Ich würde das im Bewerbungsschreiben thematisieren. Klingt für mich nachvollziehbar und authentisch. Warum sollte das in der Behörde nicht so ankommen. Hast doch nix zu verlieren.

Danke auch dir für deine Meinung dazu. Weiß das sehr zu schätzen, da mich das Thema echt beschäftigt (nachvollziehbarer Weise sicherlich, da es um die Arbeit bzw um den persönlichen beruflichen Lebensweg geht und damit um eines der zentralen Themen, wenn nicht gar um das zentrale Thema im Leben geht) und nicht wirklich loslässt..

Ich meine, dass ich das in meiner Bewerbung im Sommer 25 (da gab es eine vergleichbare Ausschreibung - natürlich beworben!) auch so gehandelt hatte: Den Sachverhalt, d.h. meine (starke) Reue über meine Entscheidung in 2023, müsste ich im Anschreiben ausdrücklich und unmissverständlich thematisiert haben, und v.a. auch die hohe Identifikation mit der Behörde als solche versucht, so gut es geht zum Ausdruck zu bringen..um mich und meine Ernsthaftigkeit der erneuten Bewerbung entsprechend deutlich zu machen bzw bestmöglichst zu vermitteln. Entspricht letztlich der Wahrheit, ich besaß damals einfach nicht die Reflexion bzw die Klarheit über meine Ziele/ Wünsche; war sicherlich auch ein wenig zu kurzsichtig, evtl. sogar "unreif". Das muss ich mir dann auch selber vorhalten.

Jedenfalls erhielt ich im Sommer leider eine Absage (siehe Beiträge vorher, da hatte ich es auch schon kurz erwähnt, hier nur der Vollständigkeit halber, nicht als Vorwurf o.ä. gemeint). Aber ich werde es auf jeden Fall wieder tun, d.h. mich erneut mit entsprechender Offenheit und Ehrlichkeit bewerben, wenn es eine entsprechende Ausschreibung geben sollte.

Schaue morgen nochmal nach, wie ich das Anschreiben zuletzt tatsächlich formuliert hatte, aber müsste so gewesen sein.

Danke jedenfalls nochmal, an alle auch. Hilft mir, nach vorne zu schauen und v.a. mit etwas mehr Hoffnung.

FearOfTheDuck

Bewerben schadet sicherlich nicht. Ich würde aber jeglichen "Reue-Gedanken" aus dem Bewerbungsprozess rauslassen. Wenn man dich irgendwann nach früheren Beweggründen fragst, kannst du natürlich wahrheitsgemäß antworten, das "Vergangene" aber selbst so deutlich zu thematisieren, kommt mir sehr aufgesetzt vor. Könnte auch einfach too much gewesen sein.

phi_vo

Danke für den input.

Habe eben nochmal nachgeschaut: Es gab 2025 zwei Ausschreibungen, auf die ich mich aufgrund einer - zumindest gewissen - Deckung von Stellen- und meinem persönlichen Profil beworben hatte.
Bei der zeitlich ersten war die Deckung m.E.n. am höchsten von beiden; im diesbzgl. Anschreiben habe ich dann doch (gar) keinen Bezug auf die vorherige Selbstabsage bzw. auf die in den früheren Jahren mehrmaligen anderen Bewerbungen genommen - vermutlich auch nicht ganz nachvollziehbar, denn das Anschreiben liest sich fast so, als würde ich die vorherigen Ereignisse komplett ausblenden..(wobei ich damals wie gesagt nach dem "Erkennen" meines Fehlers bereits eine Mail an die Personalabteilung geschickt hatte - diese habe ich jedoch nicht mehr vorliegen, d.h. kann mich nur vage daran erinnern).

Nachdem ich bzgl. der ersten Bewerbung in 2025 hin eine Absage erhielt, hatte ich bei der darauffolgenden, bisher auch letzten Bewerbung auch einen kleineren Passus bzgl. der Situation und meiner falschen Sichtweise auf die Dinge mit aufgenommen - in einem wie ich finde angemessenen, d.h. nicht all zu übertriebenenen (Reue-)Rahmen. Würde ihn letztlich auch wieder so verwenden.

Aber vermutlich wird es so sein, wie bereits vermutet: Dadurch, dass ich mich zwischen ca. 2020 und 2023 mehrmals beworben, dann aber immer wieder einen Rückzieher gemacht hatte (Grund: ich war mir leider damals noch nicht wirklich klar darüber, was und wo ich hinwill, hatte einfach noch nicht den Fokus; im Nachhinhein ziemlich bescheiden gelaufen, aber klar - im Nachhinein...), ist die Motivation der Gegenseite, mir jetzt nochmal eine Chance zu geben, vermutlich nicht allzu hoch...ist ja auch nachvollziehbar. v.a. weil ich mich bereits mehrmals beworben hatte (und sie mir öfters eine Chance gegeben hatten).

Puh. Ist halt (sehr) "schade", da das Studium bzw. die Studien (Master) viel Aufwand gekostet haben und alles andere als einfach war/en - und ich nicht zuletzt deshalb auch relativ selbstbewusst hinsichtlich meiner Fähigkeiten bin und daraus auch einen gewissen Anspruch an meine Arbeitgeberin bzw. meinen Arbeitgeber ableite ... dann aber solche Fehler zu begehen indem man die Chancen verkennt...Puh, hart (vor allem auch weil die Mutter älter wird und die Zeit insofern auch "tickt"). Aber klar - im Nachhinein ist man immer schlauer; letztlich war/ist es meine eigene "Schuld", ich muss es mir selber ankreiden (was ich auch mache).

Danke jedenfalls an alle für die Unterstützung; ich berichte dann zu gegebener Zeit mal, ob ich nochmal eine Chance bekommen haben sollte bzw. wo ich letztlich gelandet bin.

clarion

Mehrmals Einladungen abgesagt zu haben, gibt natürlich ein gewisses Bild ab. Wer weiß, ob die kommt und vor allem bleibt. Ich würde frühere Absagen nicht in neuen Bewerbungen thematisieren.

Bei Ausschreibungen sucht man recht passgenau. Man sollte als Bewerber*in schon die Mehrzahl der gewünschten Fähigkeiten besitzen und wichtig ist auch, dass man die gesuchte Ausbildung vorweisen kann. Sonst ist eine Bewerbung eh zum Scheitern verurteilt.

KaiBro

Zitat von: clarion in Heute um 09:21Mehrmals Einladungen abgesagt zu haben, gibt natürlich ein gewisses Bild ab. Wer weiß, ob die kommt und vor allem bleibt. Ich würde frühere Absagen nicht in neuen Bewerbungen thematisieren.

Bei einer größeren Behörde wird sich niemand an den TE erinnern, bei einer kleineren ggf. schon. Würde mich allerdings auch über eine Blacklist nicht wundern.

Absagen in neuen Bewerbungen zu thematisieren ist ein NoGo. Was haben die Absagen mit der neuen Bewerbung zu tun? 

Zitat von: clarion in Heute um 09:21Bei Ausschreibungen sucht man recht passgenau. Man sollte als Bewerber*in schon die Mehrzahl der gewünschten Fähigkeiten besitzen und wichtig ist auch, dass man die gesuchte Ausbildung vorweisen kann. Sonst ist eine Bewerbung eh zum Scheitern verurteilt.

Man sucht allerdings auch nach Bewerbern, die nicht jede paar Monate ihren Arbeitgeber und Job wechseln. Ich würde lieber jemanden nehmen, der vorher 15 Jahre bei Behörde X war, als jemanden der in den letzten 5 Jahren mehrere Arbeitgeber hatte.