Tarifrunde TV-L 2025 - Diskussion II

Begonnen von Rowhin, 16.01.2026 17:02

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cyrix42

Zitat von: oeffiHansel in Gestern um 21:58"Aber weder die Ausbildung noch die Verantwortung an sich rechtfertigen per se eine höhere Bezahlung..."

Es hat insofern etwas mit dem Gehalt zu tun, als dass Du die dafür geeignete Person dafür finden musst, die dann für ein E8 Gehalt ihre Dienste anbietet.

Richtig. Und wenn in der Pflege Arbeitskräfte fehlen, dann muss da das Gehalt steigen. Weshalb sollte die Ausbildung, die es dafür bedarf, weniger wert sein als ein x-beliebiges Studium (nennen wir es "irgendwas mit Medien" oder den sonstwievielten BWL-Kram), wo es gar keinen Bedarf für gibt?

oeffiHansel

Zitat von: Faunus in Gestern um 21:55Wenn ich schon "Forschungsprojekt" lese...
Du kannst Dir schon vorstellen, dass die talentierten E8/E9 nicht lange beim Staat bleiben, weil die Standesdünkel diese vertreiben. Vor einiger Zeit ist ein EX-Doktorand zu Besuch gewesen, der sich bitterlich beschwert hat, dass sein Vorgesetzter in der Pharmaindustrie "nur" ein TA wäre. Ist das Pharmaunternehmen dämlich? Wohl kaum!
So etwas wirst Du beim Staat nicht finden. Es sind eine Hand voll E12-Nicht-Akademiker beim Staat - absolute Spezialisten. Wobei, der IT-Sektor dürfte inzw. etliche Nicht-Akademiker in der E12 haben.


Und in dem Punkt stimme ich Dir zu, die fehlende Leistungskomponente im ÖD sorgt dafür, dass wir die guten Leute regelmä§ig verlieren. Egal ob TA, Verwaltung, oder Akademiker.

Iunius

Zitat von: cyrix42 in Gestern um 22:05Richtig. Und wenn in der Pflege Arbeitskräfte fehlen, dann muss da das Gehalt steigen. Weshalb sollte die Ausbildung, die es dafür bedarf, weniger wert sein als ein x-beliebiges Studium (nennen wir es "irgendwas mit Medien" oder den sonstwievielten BWL-Kram), wo es gar keinen Bedarf für gibt?

Ich hatte ja nicht erwartet von dir noch sinnvolle Beiträge zu lesen, aber hierfür: stehender Aplaus!

oeffiHansel

Zitat von: cyrix42 in Gestern um 22:05Richtig. Und wenn in der Pflege Arbeitskräfte fehlen, dann muss da das Gehalt steigen. Weshalb sollte die Ausbildung, die es dafür bedarf, weniger wert sein als ein x-beliebiges Studium (nennen wir es "irgendwas mit Medien" oder den sonstwievielten BWL-Kram), wo es gar keinen Bedarf für gibt?

Auch ich bin im übrigen der Meinung, das wir das System "Studium" übertrieben aufgeblasen, zu weit simplifiziert und über Noteninflation derart abgewertet haben, dass ich ein Studium heute nur noch dem empfehle, der bereits zum Studiumbeginn weiß, dass er dafür "geboren" wurde.

Faunus

Forschungsprojekte beantragen und selbständig durchführen ist so wenig Bestandteil des Studiums wie bei einer Ausbildung. Außerdem arbeiten Bacheloranden und Master-Arbeiter immer einem Doktoranden/älteren Wissenschaftler zu - sind also letztlich nur sehr begrenzt eigenständig und müssen ständig dazu angeschoben werden.

Und ganz ehrlich: ich halte es für weit schwieriger und für mich wahrscheinlich auch nach Jahren intensivsten Übens nicht machbar einen Trommelschrank aus Eichenholz zu bauen. Forschungsanträge schreiben und umsetzten, das ist kein Hexenwerk für mich ;-)

NelsonMuntz

Cyrix: Ich habe initial argumentiert, dass eine im Rahmen eines Inflationsausgleiches prozentual einheitliche Erhöhung das Gehaltgefüge aufrecht erhält - was ich als einen Idealzustand betrachte. Man kann hier natürlich gerne argumentieren, dass eine höhere Inflation bei den Grundnahrungsmitteln kleinere Entgeltgruppen härter trifft, gleichzeitig stellt sich aber dann die Frage, was geschieht, wenn im für eine Erhöhung betrachteten Zeitraum eben jene Grundnahrungsmittel preistabil bleiben. Der einfache Geist argumentiert eben gerne, dass nominal gleichhohe Erhöhungen (also Festbeträge) die fairsten seien, das führt aber perspekitisch zu immer weiter nivellierten Gehältern. Diese Position kann man vertreten, sie ist eine legitime Meinung - aber sie ist eben nicht meine.

Natürlich erfahre auch ich Sinnstiftung in meiner Arbeit. Aber die könnte ich auch in meiner Freizeit erfahren. Arbeit ist der Tausch von Zeit und Leistung gegen Geld. Wäre das anders, dann könnten wir den öD ja komplett als unbezahltes Ehrenamt aufziehen.

Zitat von: Faunus in Gestern um 21:45Es geht nicht um unsozial, sondern um Wertigkeit von Arbeit. Leistung wird vom ÖD-AG nur in Ausnahmefällen unter Zwang bezahlt und ist an sich kein Kriterium für eine EG, aber die "höherwertigen Tätigkeiten" können Menschen sich aneignen. Was schätzt Du wieviele Nicht-Akademiker in E12 über Sonstige Beschäftigte in den Ländern eingruppiert sind?

Absolut, gerade hier bei mir im IT-Umfeld gibt es eine Menge Nicht-Akademiker in der E12. Aber wie sind die dort hingekommen? Durch den Wert ihrer Arbeit (ich weiß, im öD immer eine besondere Sache).

Wenn man den Wert spezifischer Tätigkeiten haben möchte, dann ist das ein Fall für die EGO. Aber man kann natürlich auch den Standpunkt vertreten, dass 8h Arbeit eben 8h Arbeit sind und damit auch den gleichen Wert haben. Das ist eben nicht meiner.

oeffiHansel

Zitat von: Faunus in Gestern um 22:20Forschungsanträge schreiben und umsetzten, das ist kein Hexenwerk ;-)


Insbesondere in Zeiten von Chatgpt. Den Output zu bewerten, das Projekt zu entwerfen, durchzuführen, die Daten zu analysieren,...

Hast Du Master-Studenten bei Ihrer Abschlussarbeit betreut? Ja, die fertigen ihre Arbeit meist in Betreuung und Zusammenarbeit an, aber im wesentlichen werden sie zur eigenständigen Arbeiten unterstützt.

Heike32

Seit 22:30 Uhr laufen wieder die Verhandlungen mit den Arbeitgebern.

Nerostar

Zitat von: Heike32 in Gestern um 22:35Seit 22:30 Uhr laufen wieder die Verhandlungen mit den Arbeitgebern.

Was passierte in der Zwischenzeit? Ausgiebiges Dinner?

mpai

E
Zitat von: Nerostar in Gestern um 22:36Was passierte in der Zwischenzeit? Ausgiebiges Dinner?
Es gab Pommes.

cyrix42

Zitat von: Nerostar in Gestern um 22:36Was passierte in der Zwischenzeit? Ausgiebiges Dinner?

Typischerweise müssen die Verhandlungsspitzen mit ihren jeweiligen Gremien Rücksprache halten, alternative Modelle durchrechnen lassen usw. Da ist schon so einiges zu tun...

Faunus

Zitat von: oeffiHansel in Gestern um 22:28Insbesondere in Zeiten von Chatgpt.

Gab es vor 30 Jahren noch nicht.


Zitat von: oeffiHansel in Gestern um 22:28Hast Du Master-Studenten bei Ihrer Abschlussarbeit betreut? Ja, die fertigen ihre Arbeit meist in Betreuung und Zusammenarbeit an, aber im wesentlichen werden sie zur eigenständigen Arbeiten unterstützt.

Vor allem Diplomarbeiten und irgendwann Bachelor-Arbeiten. Master gabe es nach meinem Wechsel erst mal nicht und inzw. betreue ich nur noch in absoluten Ausnahmefällen, da es für mich inzw. unerfreulich und ineffizient ist.

oeffiHansel

Unerfreulich und ineffizient? Kommt darauf an, ob man die Betreuung nicht als Teil der Arbeit sieht. Persönlich empfinde ich sowohl die Lehre, als auch die Begleitung von StudentInnen während ihrer Abschlussarbeiten durchaus erfüllend, zumindest dann, wenn diese selbst an ihrer Arbeit interessiert sind. Aber das hängt vermutlich auch von den eigenen Vorlieben ab.

AngemessenA13limentiert

Wann kommen Infos über % und Monate?  8)

blub1984w

Zitat von: AngemessenA13limentiert in Gestern um 23:06Wann kommen Infos über % und Monate?  8)

Wenns heute Nacht zu einer Einigung kommen sollte, dann heute Nacht bzw.morgen im Laufe des Tages.