Tarifrunde TV-L 2025 - Diskussion II

Begonnen von Rowhin, 16.01.2026 17:02

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SinnedYam

Zitat von: Maggus in Heute um 14:17Und was ist nun die Schlussfolgerung aus Deinem Beitrag?
Wir Arbeitnehmer akzeptieren, was uns die Arbeitgeber in der 1. Verhandlungsrunde anbieten?
Dann wäre das Ergebnis schnell festgestellt, es gibt keine Streiks und keine langgezogenen Verhandlungen.
Und wenn NULL angeboten wird auf 36 Monate hat man für die nächsten 3 Jahre Planungssicherheit.

Hab ich so missverständlich geschrieben?

Meine Kernfrage sollte eigentlich sein: Warum beschließt man von vorneherein 3 Verhandlungsrunden? Da ist doch klar, dass beim ersten Mal überhaupt nichts angeboten werden muss, man hat ja noch zwei weitere Runden.
Macht halt ein Treffen, verhandelt hart und wenn es nicht passt, gibt es Streiks. Kein Rumgeeier mehr, kein Zeitlassen und Monate verstreichen lassen. Gab ja diesmal auch in der zweiten Runde kein echtes Angebot.
Und jetzt bei Runde 3 muss man "bis in die Nacht verhandeln". Welch Überraschung! Macht das halt direkt beim ersten Mal und wenn es nicht passt, kann man vielleicht mal ein bisschen Druck aufbauen. Aber jetzt gab es schon Streiks die nichts bewirkt haben außer die Streikkassen zu leeren.

Ein bisschen mehr Effizienz beim Verhandeln, als ne Woche (über die drei Runden hinweg) in nem schicken Hotel bei Lachs zu dinieren und lockere Pläuschchen zu halten.

MasterNoname89

Zitat von: Sockelbetragsliebhaber in Heute um 11:59Ich lese hier meistens nur mit, aber jetzt bin ich wieder an einem Punkt angekommen, an dem ich meine Verärgerung kaum noch zurückhalten kann. Ehrlich gesagt glaube ich schon lange nicht mehr, dass die Gewerkschaft wirklich die Interessen aller Mitglieder vertritt – und die der zweistelligen EGs schon gar nicht. Wer da noch Mitglied ist, dem kann man kaum noch helfen. Ich würde es mir anders wünschen, aber man muss die Realität sehen.

Auch den Verantwortlichen bei Verdi vertraue ich schon lange nicht mehr. Viele wechseln nach ihrer Zeit in der Gewerkschaft direkt in die Politik – da gibt es Zusammenhänge, die zumindest merkwürdig wirken.

Und jetzt, in der dritten Verhandlungsrunde, fängt man am ersten zusätzlichen Tag plötzlich an, ,,ernsthaft" zu verhandeln. Ganz ehrlich: Ich fühle mich da einfach nur verarscht.

Dann noch die ganzen ,,Vielschreiber" hier. Manche von euch können mir nicht erzählen, dass sie nicht bei Verdi beschäftigt sind oder gerade in Potsdam herumhängen. Jeder, der aufmerksam mitliest, weiß genau, wen ich meine. Macht endlich euren Job und hört auf, weiter zu spalten.

Tut mir leid für die deutlichen Worte, aber das alles ist wirklich schwer zu ertragen.

Es ist auch immer die Betrachtungsweise des Ganzen. Natürlich profitieren die niedrigeren EG von den Sockelbeiträgen prozentual mehr. Wenn man das jedoch in absoluten Zahlen ins Verhältnis setzt, geht die Schere zwischen hohen und niedrigen EG dennoch immer weiter auseinander. Ich habe mir mal die Mühe gemacht, die EG 2,5, 12 und 15 in der jeweils niedrigsten und höchsten Erfahrungsstufe in den Jahren 2015, 2020 und 2025 gegenüberzustellen.

Interessant ist, dass das Netto in der Enderfahrungsstufe bei allen EGen zwischen und 2015 und 2025 in etwa gleich um ca. 40 - 41,5% gestiegen ist. Hier kommen vermutlich auch Steuerentlastungen zum tragen und eventuell war für die Berechnung der Zusatzbeitrag der GKV nicht in allen Jahren korrekt.

Absolut gesehen haben aber die niedrigen EG einen Zuwachs beim Gehalt um ca. 650 €, während EG 12 schon bei knapp 1050 € und EG 15 bei 1275 € Zuwachs liegt. Natürlich ist das prozentual gesehen auf das Gehalt ähnlich, allerdings Zahlen alle EG ihren Wochenendeinkauf mit absoluten Zahlen, oder sollte künftig die Butter prozentual am Nettoeinkommen bemessen werden? So verhält es sich auch mit allen anderen Gütern, die auch in den niedrigen EG essentiell sind - Fahrzeug um zur Arbeitsstätte zu gelangen einschließlich der Reparaturen ....

Hier schimpfen vor allem die höheren EG, dass ihnen vom Kuchen zu wenig übrig bleibt. In Not lebt aber insbesondere dort niemand.

Das sollte zumindest von dieser Seite auch mal betrachtet werden. Natürlich muss eine entsprechende Ausbildung gewürdigt werden und auch der Fachkräftebedarf in Bezug auf Personalgewinnung in Konkurrenz mit der freien Wirtschaft im Auge behalten werden. Wer allerdings nur aufgrund seiner höheren Qualifikation sich selbst als etwas besseres sieht und die Arbeit der unteren Gruppen nicht wertschätzt, dem ist aus menschlicher Sicht leider nicht zu helfen.


Hens

Zitat von: MasterNoname89 in Heute um 14:48Es ist auch immer die Betrachtungsweise des Ganzen. Natürlich profitieren die niedrigeren EG von den Sockelbeiträgen prozentual mehr. Wenn man das jedoch in absoluten Zahlen ins Verhältnis setzt, geht die Schere zwischen hohen und niedrigen EG dennoch immer weiter auseinander. Ich habe mir mal die Mühe gemacht, die EG 2,5, 12 und 15 in der jeweils niedrigsten und höchsten Erfahrungsstufe in den Jahren 2015, 2020 und 2025 gegenüberzustellen.

Interessant ist, dass das Netto in der Enderfahrungsstufe bei allen EGen zwischen und 2015 und 2025 in etwa gleich um ca. 40 - 41,5% gestiegen ist. Hier kommen vermutlich auch Steuerentlastungen zum tragen und eventuell war für die Berechnung der Zusatzbeitrag der GKV nicht in allen Jahren korrekt.


Die absoluten Zahlen sind aber auch die falsche Betrachtungsweise. Absolut gesehen ist das Geld Unterschied zwar in Zahlen mehr, im Gegenwert durch die Inflation aber weniger wert.

Der Unterschied ist defacto geringer geworden. Ich fand das persönlich auch in der Vergangenheit in Ordnung. Nun haben wir aber ein immer größer werdendes Problem bei Fachkräften und in Form der JSZ gab es im TVöD jetzt ein anderes Signal. Die Unterschiede bei höheren Gruppen zum TVöD dürfen mMn auch nicht zu groß werden, sonst verschärft sich hier weiter die Problematik.

oeffiHansel

Hier hatte jemand mal eine excellente Schnitzel-Analogie, die diese Betrachtungsweise sehr gut beschreibt.

Letzlich ist es meiner Meinung nach so, dass die Stauchung Tätigkeiten höherer EG entwertet. Und ebenfalls nur meiner Meinung nach werden gerade die höheren EG damit auf allen Fronten geschröpft, sowohl im TV-L, als bei den Sozialabgaben und final dann auch be der Rente. Auf Dauer wird das vermutlich nicht gut gehen. Aber wenn ich eins in meiner gefühlt viel zu langen Zeit im öffentlichen Dienst gelernt habe, dann:

Proaktiv passiert gar nichts, auf Sicht dem Eisberg entgegen...

Verfassungsmäßige

Ich sag 100 brutto mehr ab 04.2026 und Laufzeit bis 07.2030

Admin


Nerostar

Zitat von: Verfassungsmäßige in Heute um 15:25Ich sag 100 brutto mehr ab 04.2026 und Laufzeit bis 07.2030

Keine schlechte Strategie, ein niedriges Ergebnis zu erwarten um im Endeffekt nicht enttäuscht zu werden. :D

@Admin ist der Traffic aktuell schon hoch? Die Seite lädt wieder nur langsam. Bei Ergebnisverkündung ist dann wahrscheinlich wieder alles down.

Admin

#802
Zitat von: Nerostar in Heute um 15:44@Admin ist der Traffic aktuell schon hoch? Die Seite lädt wieder nur langsam. Bei Ergebnisverkündung ist dann wahrscheinlich wieder alles down.

sowohl forum.oeffentlicher-dienst.info als auch oeffentlicher-dienst.info laufen auf neuen (verschiedenen) Servern. Und beide sind gerade noch bei weitem nicht unter Vollast. Die Antwortzeiten sind < 1 Sekunde.
Wenn es bei dir gerade langsam ist, ist das also entweder ein lokales Problem, oder es hängt mit den schlechten Peering-Anbindungen der Telekom zusammen.

Wobei die Stunden nach Ergebnisverkündung wird zumindest letzterer wieder überlastet sein. Wir werfen dann etwas Last mit dynamischen Content ab (zB keine Stellenanzeigen), aber an Überlast werden wir auch dieses Jahr nicht vorbeikommen. Es lohnt sich einfach nicht, den Server auf 4 Stunden Peak im Jahr zu dimensionieren.

Mario Nette

Mal ne kurze doofe Zwischenfrage: Die Laufzeit wird rückwirkend gerechnet. Richtig?

cyrix42

Die Laufzeit des neuen Abschluss beginnt mit dem ersten Tag nach Auslaufen des alten, also am 01.11.2025.

Anadur

Zitat von: Warnstreik in Heute um 12:59Die Sockelbeträge in Zeiten von hoher Inflation sind tatsächlich ja auch aus einem demokratischen Prozess entstanden - die Forderungen werden auch nicht ausgewürfelt. Ich bin selbst kein Verdi-Mitglied und finde es derzeit auch nicht gut Sockelbeträge zu fordern. 2023 hingegen war es angebracht - eben weil es ein Unterschied ob jemand die Infaltion mit gutem Gehalt über kleinere Konsumanpassungen aussitzen kann oder ob man seinen Wochenendeinkauf kaum noch bezahlen kann. Aber nochmal: Derzeit bin ich der Meinung ist es an der Zeit von Sockelbeiträgen abzusehen und tatsächlich auch etwas für die höher qualifizierten zu tun - schlicht um Wettbewerbsfähig zu sein. Wenn diese Meinung aber innerhalb der Gewerkschaft garnicht artikuliert oder vertreten wird? Da sind wir wieder am Anfang...

Ich kann dir jetzt nur vom dbb erzählen. Da ist nichts demokratisch an der Findung der Forderungen. Die wurden von oben (Geyer) vorgegeben. Wünsche / Forderungen wie: "Kein Sockel, höhere/besseres Ergebnis bzw. Angleichung an TVöD, JSZ, Förderungen höhere EGs, usw", also alles was auch hier im Forum immer wieder hochkocht, wurden komplett ignoriert.

Ich gehe davon aus, dass sich Werneke und Geyer im Vorfeld treffen und die Forderungen gemeinsam abstimmen / festlegen. Erst dann wird intern für den Pöbel demokratische Mitbestimmung inszeniert. Die GEW ist eh nur der DGB-Wurmfortsatz Verdis und darf dann noch ein paar Forderungen ins Fleißheftchen schreiben, die aber immer als erstes weggeworfen werden. 




RoSdt

Zitat von: Nerostar in Heute um 15:44Keine schlechte Strategie, ein niedriges Ergebnis zu erwarten um im Endeffekt nicht enttäuscht zu werden. :D

@Admin ist der Traffic aktuell schon hoch? Die Seite lädt wieder nur langsam. Bei Ergebnisverkündung ist dann wahrscheinlich wieder alles down.

Wenn die Seite down ist, kannst du dich bei öff...-dienst. org auch informieren. Oder einfach einer der anderen Seiten die News und Rechner haben. Bei mir ist es auch sehr langsam, besonders das Forum. Aber Forum ist hier grad relativ aktiv. Mich interessiert das Ergebnis aber mehr als die Diskussionen der letzten Seiten- wiederholt sich alles. Man muss einfach abwarten.

Rheini

Zitat von: Admin in Heute um 16:00sowohl forum.oeffentlicher-dienst.info als auch oeffentlicher-dienst.info laufen auf neuen (verschiedenen) Servern. Und beide sind gerade noch bei weitem nicht unter Vollast. Die Antwortzeiten sind < 1 Sekunde.
Wenn es bei dir gerade langsam ist, ist das also entweder ein lokales Problem, oder es hängt mit den schlechten Peering-Anbindungen der Telekom zusammen.

Wobei die Stunden nach Ergebnisverkündung wird zumindest letzterer wieder überlastet sein. Wir werfen dann etwas Last mit dynamischen Content ab (zB keine Stellenanzeigen), aber an Überlast werden wir auch dieses Jahr nicht vorbeikommen. Es lohnt sich einfach nicht, den Server auf 4 Stunden Peak im Jahr zu dimensionieren.

Bei mir waren die Antwortzeiten tatsächlich heute auch was höher, bin allerdings bei der Telekom.

RoDaBra

Angenommen es würde eine Anpassung der JSZ vereinbart. Wie würde das auf die Beamten übertragen? Die erhalten ja seit 2017 keine mehr.

cyrix42

Zitat von: RoDaBra in Heute um 17:31Angenommen es würde eine Anpassung der JSZ vereinbart. Wie würde das auf die Beamten übertragen? Die erhalten ja seit 2017 keine mehr.

Darüber dürfen sich dann die Dienstherren Gedanken machen, ob und wenn ja wie sie dies umsetzen wollen. Dies ist kein Regelungsgegenstand, der irgendwie in den Tarif-Verhandlungen vorkommen würde. (Weder die AG- noch die AN-Seite ist Dienstherr irgendwelcher Beamten.)