Tarifrunde TV-L 2025 - Diskussion II

Begonnen von Rowhin, 16.01.2026 17:02

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RoDaBra

Zitat von: cyrix42 in Gestern um 17:34Darüber dürfen sich dann die Dienstherren Gedanken machen, ob und wenn ja wie sie dies umsetzen wollen. Dies ist kein Regelungsgegenstand, der irgendwie in den Tarif-Verhandlungen vorkommen würde. (Weder die AG- noch die AN-Seite ist Dienstherr irgendwelcher Beamten.)

Danke. Das ist mir bekannt. Ich wollte Spekulationen darüber anstoßen, wie es denn (wahrscheinlich) gemacht oder nicht gemacht werden könnte.

JUSTIFY

Zitat von: RoDaBra in Gestern um 17:31Angenommen es würde eine Anpassung der JSZ vereinbart. Wie würde das auf die Beamten übertragen? Die erhalten ja seit 2017 keine mehr.

Nicht unser Problem...

cyrix42

Zitat von: RoDaBra in Gestern um 17:36Danke. Das ist mir bekannt. Ich wollte Spekulationen darüber anstoßen, wie es denn (wahrscheinlich) gemacht oder nicht gemacht werden könnte.

Das kannst du dann am besten im entsprechenden Beamten-Unterforum. Dort kennt man sich auch besser aus, wie das jeweilige Landesparlament so tickt...

RoDaBra

Zitat von: cyrix42 in Gestern um 17:37Das kannst du dann am besten im entsprechenden Beamten-Unterforum. Dort kennt man sich auch besser aus, wie das jeweilige Landesparlament so tickt...

Alles klar. Werde ich gerne, wenn es denn so kommen sollte, dort machen. :)

seberus

irgendwie sind diese Tarifverhandlungen immer nach den selben Drehbuch.
zuerst kein Angebot von den Arbeitgebern und in der dritten Runde zähes Ringen, Verlängerungstag und dann fällt irgend ein Ergebnis irgendwie vom Himmel.

Maggus

Zitat von: Anadur in Gestern um 16:37Ich kann dir jetzt nur vom dbb erzählen. Da ist nichts demokratisch an der Findung der Forderungen. Die wurden von oben (Geyer) vorgegeben. Wünsche / Forderungen wie: "Kein Sockel, höhere/besseres Ergebnis bzw. Angleichung an TVöD, JSZ, Förderungen höhere EGs, usw", also alles was auch hier im Forum immer wieder hochkocht, wurden komplett ignoriert.

Ich gehe davon aus, dass sich Werneke und Geyer im Vorfeld treffen und die Forderungen gemeinsam abstimmen / festlegen. Erst dann wird intern für den Pöbel demokratische Mitbestimmung inszeniert. Die GEW ist eh nur der DGB-Wurmfortsatz Verdis und darf dann noch ein paar Forderungen ins Fleißheftchen schreiben, die aber immer als erstes weggeworfen werden. 


Bei ver.di ist dies definitiv nicht so.
Wir machen in unserem Betrieb (TVöD) seit Jahren bei der Forderungsfindung mit. Im Gesamtergebnis lag die Forderung unserer Kolleginnen und Kollegen in den Umfragen meist etwas unterhalb der jeweils beschlossenen Forderung zur Tarifrunde. Was Sockelbetrag ja/nein, Prozente oder Festbetrag angeht, fallen die Forderungen bei uns auch sehr unterschiedlich aus. Wir stellen mit etwas über 200 an der Befragung teilnehmenden bei weiten nicht die Mehrheit - noch nicht einmal in unserem Bundesland.

Über die Forderung entscheidet die Bundestarifkommission (BTK) auf Basis der Ergebnisse aus den Bundesländern.

Nach den Verhandlungsrunden:
Spricht die BTK eine Empfehlung zur Annahme des Verhandlungsergebnisses bzw. Nichtempfehlung des Ergebnisses aus.
Die BTK setzt sich aus rund 100 ehrenamtlichen Mitgliedern zusammen.

Schlussendlich entscheiden dann die Mitglieder über die Annahme des Verhandlungsergebnisses.

Heike32

Neues Update: Die Arbeitgeber haben heute Nachmittag ein verbessertes Angebot vorgelegt, aber nach intensiver Beratung müssen noch Verbesserungen erzielt werden. Die Verhandlungsspitze verhandelt gerade erneut mit den Arbeitgebern. Bis zur Einigung sei es noch ein langer Weg.

MasterNoname89

Zitat von: Hens in Gestern um 14:59Die absoluten Zahlen sind aber auch die falsche Betrachtungsweise. Absolut gesehen ist das Geld Unterschied zwar in Zahlen mehr, im Gegenwert durch die Inflation aber weniger wert.

Der Unterschied ist defacto geringer geworden. Ich fand das persönlich auch in der Vergangenheit in Ordnung. Nun haben wir aber ein immer größer werdendes Problem bei Fachkräften und in Form der JSZ gab es im TVöD jetzt ein anderes Signal. Die Unterschiede bei höheren Gruppen zum TVöD dürfen mMn auch nicht zu groß werden, sonst verschärft sich hier weiter die Problematik.

ja und nein. Die Inflation, vor allem in den letzten Jahren, trifft insbesondere kleinere und mittlere Einkommen viel stärker als höhere Einkommen, da diese durch die erheblichen Steigerung beim Grundbedarf viel stärker belastet werden. Rechenbeispiel: Anton (E5) verdient 2000 € Netto. Berta (E12) verdient 4000 € netto.

Beide haben eine 4 köpfige Familie und beide müssen im Monat durchschnittlich 5 mal einkaufen. Der Warenkorb war je Einkauf vor der Inflation 120 € teuer. Durch die Inflation hat sich das Ganze auf 150 € gesteigert -> macht 150 € Mehrkosten für die selben Waren im Monat. Durch eine Tariferhöhung von 5 % erhält Anton 100 € mehr und hat damit noch nicht einmal die Preissteigerung für die Lebensmittel rein. Dazu kommt, dass der Strom und die Heizkosten auch gestiegen sind und das Auto auch dringend neue Reifen benötigt bzw. in die Werkstatt muss. Für Berta ist der Lohn um 200 € gestiegen. Auch sie hat höhere Kosten, aber sie kann diese leichter abfedern und hat nach den Lebensmittelkäufen zumindest noch 50 € ihrer Lohnerhöhung übrig. Zudem gibt Anton nun fürs Einkaufen rund 35 % seines Einkommens nur für die Grundversorgung seiner Familie aus. Berta hat mit 17,5 % noch deutlich mehr Luft zum Atmen. Arbeiten gehen beide in Vollzeit und die Arbeit ist bei beiden recht fordernd, da kein Personal da ist und immer mehr Aufgaben wegen der vielen Teilzeitler und Dauerkranken übernommen werden müssen.

Alles nur ein Beispiel und mit vereinfachten Zahlen, aber so sieht die Realität nunmal aus.

Es ist immer die eigene Position, von der die entsprechend Sichtweise abhängig ist. Trotzdem sitzen alle letzlich im selben Boot und jeder der was macht, dem ist auch ein "Mehr" zu gönnen.

TVLNeuling

Danke für die Updates!

Wann wird wohl die 4. Runde angesetzt? Ende März....?

Tota


webs96

Wieso kommen die neuen Angebote immer erst in der dritten Runde? Was soll das? Im Grunde sind doch dann die erste und zweite Verhandlungsrunde überflüssig?

Nerostar

Laut dem neuesten Stern Bericht soll wohl auch die Angleichung der Arbeitszeit zwischen Ost und West Gegenstand der Verhandlung sein. Ist dazu im Vorfeld mal drüber debattiert worden? Das klingt für mich jetzt erstmal völlig neu.

HamburgerJung

Wären doch schon 2,5% für den Osten, also 1,25% dann für alle. So wird Dressel das doch darstellen. das zieht er dann vom Angebot ab.

Zitat von: Nerostar in Gestern um 19:40Laut dem neuesten Stern Bericht soll wohl auch die Angleichung der Arbeitszeit zwischen Ost und West Gegenstand der Verhandlung sein. Ist dazu im Vorfeld mal drüber debattiert worden? Das klingt für mich jetzt erstmal völlig neu.

tv-landschaft

Zitat von: Nerostar in Gestern um 19:40Laut dem neuesten Stern Bericht soll wohl auch die Angleichung der Arbeitszeit zwischen Ost und West Gegenstand der Verhandlung sein. Ist dazu im Vorfeld mal drüber debattiert worden? Das klingt für mich jetzt erstmal völlig neu.

Ich frage mich was das bedeuten soll. Wenn man auf 39h geht, würde Schleswig-Holstein 18 min länger arbeiten. Also alle auf 38h:42min oder weniger runter?

TVLfan

Zitat von: tv-landschaft in Gestern um 19:54Ich frage mich was das bedeuten soll. Wenn man auf 39h geht, würde Schleswig-Holstein 18 min länger arbeiten. Also alle auf 38h:42min oder weniger runter?

Und was wäre daran schlimm? Einen Kaffee mehr mit den Kollegen. Für mich würden das 50 Minuten weniger bedeuten. ;D