Einstellung nach Aktenlage

Begonnen von InaRi, 05.02.2026 16:31

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InaRi

Hallo zusammen,
ich habe mich gerade auf eine höherwertige Stelle bei einem anderen Ressort beworben. Ich bin aktuell in der E11, die Stelle ist eine E12.

Nun hatte ich heute Mittag einen Anruf von Personaler, ob mein Interesse an der Stelle noch besteht (klar, ich hab mich vor einer Woche erst beworben). Er meinte dann, dass er vermutlich nach Aktenlage entscheiden kann. Es sind zwar einige Bewerbungen eingegangen, aber mit meiner Beurteilung (B) und meinen GdB und eben bereits vielen Jahren Landesdienst wäre die Sache eigentlich recht klar.

Nun sitze ich hier doch mit einem kleinen Fragezeichen. Ist das bei euren Dienststellen auch so? Ich mag mich jetzt auch nicht zu früh freuen.

clarion

Ja, ist bei uns auch so. Gerade wenn Du diejenige mit der höchsten EG in Kombination mit der besten Beurteilung bist, wird nach Aktenlage entschieden.

Marie Kreutz

Hallo,
ich finde das spannend! Bei uns (Arbeitgeber im Land Brandenburg) würde der PR auf die Barrikaden gehen, wenn nach ,,Aktenlage" umgesetzt würde und dann mit Übertragung hwT. Das wäre maximal möglich, wenn es nur einen Bewerber für die Stelle gibt und der dann auch zu hundert Prozent die Anforderungen erfüllt.  :)

MeTe

Bei mir würde es schon daran scheitern dass ich zwar schon viele Jahre im öD war und bin (von TV-L bis TVöD) aber sowas wie eine "Beurteilung" noch nie erlebt habe. Gabs bisher noch bei keinem AG bzw. nur für Beamte.

Da das Konzept "Beurteilungen" für Angestellte bei allen meinen bisherigen AG nicht etabliert war, wäre dort wohl auch kaum nach Papierlage entschieden worden (denn - welche Lage wäre das denn, ohen Beurteilungen).

Ich denke das zeigt schon: Nein, im öD ist eigentlich nichts wirklich einheitlich. Jeder AG, jeder Behörde, jedes Land, jede Dienststelle macht ihr eigenes Ding...

(Übrigens halte ich Beurteilungen für AN auch für relativ sinnlos. Wozu denn? Bei Beamten klar, Beförderungen, Laufbahn usw. - AN werden aber nicht befördert. Die bleiben auf genau der Stelle, in  genau der Entgeltgrupp, in der sie eben eingestellt wurden. Für immer. Bis zur Rente. Völlig egal wie gut oder schlecht sie sind. Ausser sie bewerben sich halt weg oder werden gekündigt...)

Pit

Zitat von: MeTe in 07.02.2026 23:53(Übrigens halte ich Beurteilungen für AN auch für relativ sinnlos. Wozu denn? Bei Beamten klar, Beförderungen, Laufbahn usw. - AN werden aber nicht befördert. Die bleiben auf genau der Stelle, in  genau der Entgeltgrupp, in der sie eben eingestellt wurden. Für immer. Bis zur Rente. Völlig egal wie gut oder schlecht sie sind. Ausser sie bewerben sich halt weg oder werden gekündigt...)
Naja, wegbewerben muss man sich deswegen nicht  :-X

Unlucky

Zitat von: MeTe in 07.02.2026 23:53(Übrigens halte ich Beurteilungen für AN auch für relativ sinnlos. Wozu denn? Bei Beamten klar, Beförderungen, Laufbahn usw. - AN werden aber nicht befördert. Die bleiben auf genau der Stelle, in  genau der Entgeltgrupp, in der sie eben eingestellt wurden. Für immer. Bis zur Rente. Völlig egal wie gut oder schlecht sie sind. Ausser sie bewerben sich halt weg oder werden gekündigt...)

Bei uns hängt, bei den Angestellten, die Höhe der leistungsorientierten Bezahlung von der Beurteilung ab soviel ich weiß.

dregonfleischer

Zitat von: Unlucky in 09.02.2026 15:35Bei uns hängt, bei den Angestellten, die Höhe der leistungsorientierten Bezahlung von der Beurteilung ab soviel ich weiß.
wenn man pech hat übernimmt das Personalamt amt und mann bekommt dann einen unterbringungsfall in die abteilung koennte k.....

Muschebubu

Zitat von: MeTe in 07.02.2026 23:53(Übrigens halte ich Beurteilungen für AN auch für relativ sinnlos. Wozu denn? Bei Beamten klar, Beförderungen, Laufbahn usw. - AN werden aber nicht befördert. Die bleiben auf genau der Stelle, in  genau der Entgeltgrupp, in der sie eben eingestellt wurden. Für immer. Bis zur Rente. Völlig egal wie gut oder schlecht sie sind. Ausser sie bewerben sich halt weg oder werden gekündigt...)

Nun, mit deinem Klammerzusatz gebe ich dir vollkommen recht. Mit dem Wissen und der Haltung ist eine Beurteilung völlig sinnfrei. Wer glaubt, mit der Unterschrift habe man sich bis ans Lebensende dem AG verschrieben, der braucht keine Beurteilung. Und dann braucht auch der AG kein Beurteilungssystem einführen - für Tarifbeschäftigte - weil die nie wechseln wollen.

MeTe

Zitat von: Muschebubu in 09.02.2026 19:47Nun, mit deinem Klammerzusatz gebe ich dir vollkommen recht. Mit dem Wissen und der Haltung ist eine Beurteilung völlig sinnfrei. Wer glaubt, mit der Unterschrift habe man sich bis ans Lebensende dem AG verschrieben, der braucht keine Beurteilung. Und dann braucht auch der AG kein Beurteilungssystem einführen - für Tarifbeschäftigte - weil die nie wechseln wollen.

Leider kann ich nicht wirklich nachvollziehen was du damit sagen willst. Es ist nunmal so (bei allen AG im öD bei denen ich bisher war), dass man eben als Angestellter auf einen bestimmten Dienstposten mit einer bestimmten Entgeltgruppe eingestellt wird. Es gibt keine Beförderungen oder Koppelstellen wie bei Beamten. Auch kein Personalentwicklungs-Konzept oder Laufbahnen oder Ähnliches wie man es von Beamten kennt. Man sitzt eben auf dem Job auf dem man eingestellt wird. Und da bleibt man auch. Fertig. Ende. Ausser man kündigt halt oder bewirbt sich weg. Das ist (bei uns) leider nunmal so.

Was das mit "bis ans Lebensende dem AG verschreiben" und "nie wechseln wollen" zu tun hat erschließt sich mir nicht. Es kommt ja durchaus regelmäßig vor dass Leute kündigen weil - siehe oben - es halt die einzige Weiterentwicklungsperspektive ist. Auch ich selbst habe schon das ein oder andere mal gekündigt und den Arbeitgeber gewechselt (weil -> einzige Option zur Weiterentwicklung).

Wo genau da eine Beurteilung ins Spiel kommen würde erschließt sich mir nicht.

MoinMoin

Zitat von: MeTe in 09.02.2026 23:03Leider kann ich nicht wirklich nachvollziehen was du damit sagen willst. Es ist nunmal so (bei allen AG im öD bei denen ich bisher war), dass man eben als Angestellter auf einen bestimmten Dienstposten mit einer bestimmten Entgeltgruppe eingestellt wird. Es gibt keine Beförderungen oder Koppelstellen wie bei Beamten. Auch kein Personalentwicklungs-Konzept oder Laufbahnen oder Ähnliches wie man es von Beamten kennt. Man sitzt eben auf dem Job auf dem man eingestellt wird. Und da bleibt man auch. Fertig. Ende. Ausser man kündigt halt oder bewirbt sich weg. Das ist (bei uns) leider nunmal so.

Was das mit "bis ans Lebensende dem AG verschreiben" und "nie wechseln wollen" zu tun hat erschließt sich mir nicht. Es kommt ja durchaus regelmäßig vor dass Leute kündigen weil - siehe oben - es halt die einzige Weiterentwicklungsperspektive ist. Auch ich selbst habe schon das ein oder andere mal gekündigt und den Arbeitgeber gewechselt (weil -> einzige Option zur Weiterentwicklung).

Wo genau da eine Beurteilung ins Spiel kommen würde erschließt sich mir nicht.
Auch Beamte müssen sich weg bewerben, wenn sie befördert werden wollen, und oh wunder, sie müssen diese höherwertigen Aufgaben erledigen, ohne das sie höherwertiges Geld bekommen. Und das Jahrelang! AN werden sofort entsprechend bezahlt.
Und wenn ein AG bei Angestellten ein Weiterentwicklungsperspektive hat, ja solche AGs gibt es, dann wird er auch nicht wegen deiner schönen blauen Augen dich für die Weiterentwicklung vorsehen, sondern aufgrund einer Beurteilung.

Also deine Aussage und Gedankenwelt strotz so vor Halbwissen und du tätest gut daran dich mit solchen Dingen zu beschäftigen, bevor du dich einfach nur aufregst und unnötig ärgerst, dann bekommt nämlich deine Welt etwas Rosa in dem Grau, welches du dir ausmalst.

Aber gerne kannst du weiter träumen, dass der AG doch gefälligst dich höher eingruppieren soll, nur weil du da bist und nicht herausstichst.



clarion

Also bei uns nehmen auch die Tarifbeschäftigten an den Regelbeurteilungen teil. Bei uns werden Beförderungsstellen häufig sowohl für TB wie  auch Beamte  ausgeschrieben und die Grundlage der Auswahlentscheidung ist die Beurteilung.  Bei klaren Verhältnissen fällt die Entscheidung nach Aktenlage.

Thomber

Zitat von: clarion in Gestern um 06:42Also bei uns nehmen auch die Tarifbeschäftigten an den Regelbeurteilungen teil. Bei uns werden Beförderungsstellen häufig sowohl für TB wie  auch Beamte  ausgeschrieben und die Grundlage der Auswahlentscheidung ist die Beurteilung.  Bei klaren Verhältnissen fällt die Entscheidung nach Aktenlage.

Klingt grundsätzlich gut, aber....  Man kann ein (Zwischen-)Zeugnis und eine Beurteilung nicht direkt 1 zu 1 vergleichen!
Ein Arbeitszeugnis MUSS wohlwollend ausfallen und i.d.R. darf es nicht schlechter als vergleichsweise Note 3 sein.
Eine Beamtenbeurteilung MUSS die Wahrheit enthalten, ABER LEIDER werden im Rahmen von Quotenbeurteilungen, zwar nette Texte verfasst aber Noten bis 4 verteilt, ohne, dass man da was tun kann.   Daher gibt es zahlreiche Beamte, die Note 3 und 4 kassieren, aber eigentlich besser sind. Und, wenn so ein glücklicher Beamter, der gerade eine Quoten-4 bekommen hat, sich wegbewerben möchte.....   *lol*    Ihr seht...

MeTe

Zitat von: MoinMoin in Gestern um 06:18Also deine Aussage und Gedankenwelt strotz so vor Halbwissen und du tätest gut daran dich mit solchen Dingen zu beschäftigen, bevor du dich einfach nur aufregst und unnötig ärgerst, dann bekommt nämlich deine Welt etwas Rosa in dem Grau, welches du dir ausmalst.

Aber gerne kannst du weiter träumen, dass der AG doch gefälligst dich höher eingruppieren soll, nur weil du da bist und nicht herausstichst.

Keine Ahnung wieso du so aggressiv wirst, mir scheint da wohl ein charakterliches Problem vorzuliegen.

Ich glaub du hast das Problem nicht erfassen können: Es gibt keine höhergruppierte Stellen bei meinem AG. Gibt es nicht. Das hat nichts mit mir oder meinem "herausstechen" oder meiner Augenfarbe zu tun. Alle höheren Stellen sind ausschließlich Beamten-Stellen. Damit gibt es keine Weiterentwicklugnsperspektive für Arbeitnehmer hier. Für Beamte aber absolut. Das ist kein Halbwissen, kein Aufregen, das sind harte Fakten. Übrigens auch genau so von der Personalabteilung kommuniziert: Weiterentwicklugnsperspektiven gibt es nur über Verbeamtung, leider nicht für Tarifpersonal. Höherdotierte Arbeintehmer-Stellen existieren hier einfach nciht, alle Stellen über meiner sind Beamten-Stellen. Egal wie sehr ich herausstechen oder nicht heraussteche. Und bei meinem letzten AG war es genauso.

Wenn einem die zuständige Leitung der Personalabteilugn sagt: Für Tarifangestellte gibt es keine Weiterentwicklungsoptionen, die ist Beamten vorbehalten - dann ist das kein Halbwissen, kein unnötiges Ärgern, das ist die offizielle Aussage des AG, die Realität, die Sachlage.

Bevor du hier unverschämt oder persönlich angreifend wirst solltest du damit klar kommen, dass nicht jeder "dumm" bzw. ahnungslos ist dessen Realität nicht deiner entspricht. Ich kanns nicht ändern, bei meinem letzten AG war es genau so und bei meinem jetzigen ist es wieder genauso.

MoinMoin

Zitat von: MeTe in Gestern um 15:43Keine Ahnung wieso du so aggressiv wirst, mir scheint da wohl ein charakterliches Problem vorzuliegen.
Sorry, wenn das schon für dich aggressiv ist, dann tut es mir Leid, dass du dort einen aggressiven Unterton reininterpretierst und möchte mich dafür entschuldigen.

Aber wenn du schreibst der Beamte wird einfach so befördert und der angestellte nicht, dann ist das halt unter Umständen bei dir und deiner beruflichen Situation so.

Der Satz: "Es gibt keine Beförderungen " ist absolut Falsch. Er muss lauten: "Es gibt bei mir und meinem AG keine Beförderungen"!

"Auch kein Personalentwicklungs-Konzept oder Laufbahnen oder Ähnliches wie man es von Beamten kennt."
Auch das ist es sachlich nicht korrekt, dass es bei Beamten ein Personalentwicklungs-Konzept gäbe.
Und Laufbahnen sind kein Konzept, bzw. das gibt es auch im TV System nennt sich Entgeltgruppen.

Bei euch gibt es für dich kein PEK, das bedeutet aber nicht, dass es für Beamten immer eins gibt und für TB nie.

Also auch hier eine sehr grobe Verallgemeinerung deinerseits, die sich nur aus deiner Welt begründet, aber eben nicht auf Wissen beruht.

Fazit:
bei dir in deiner kleine Welt gibt es keine PEK für TB, aber für Beamte und du stellst das so dar, als ob dies immer und überall so wäre.

Das nenne ich Halbwissen.

Ich bin als Angestellte auf einer höherdotierten Stelle, die parallel auch von Beamten besetzt werden könnte, als darf es mich nicht geben laut deines Wissens.
und wir haben in unserem Amt diverse Personen die sich von EG5 auf EG11 hochbefördert haben lassen, auhc das dürfte es in deiner Welt nicht geben.


Also verallgemeinere bitte nicht, dass was in deinem Amt passiert, es gibt mehr und andere da draußen.

ZitatPardon, aber bevor du hier unverschämt oder persönlich angreifend wirst solltest du damit klar kommen, dass nicht jeder "dumm" ist dessen Realität nicht deiner entspricht.
Ich habe nicht behauptet, dass du dumm bist, du hast aber halt offenkundig nur Halbwissen über die Systeme und stellst deine kleine Erlebniswelt als die Wahrheit hin, und abstrahierst nicht und liest nicht verständig, was dir mitgeteilt wird, dass ist leider dumm.

MeTe

Zitat von: MoinMoin in Gestern um 16:01Ich habe nicht behauptet, dass du dumm bist, du hast aber halt offenkundig nur Halbwissen über die Systeme und stellst deine kleine Erlebniswelt als die Wahrheit hin, und abstrahierst nicht und liest nicht verständig, was dir mitgeteilt wird, dass ist leider dumm.
Mein erster Beitrag:
ZitatBei mir
ZitatNein, im öD ist eigentlich nichts wirklich einheitlich. Jeder AG, jeder Behörde, jedes Land, jede Dienststelle macht ihr eigenes Ding...
Zitatbei allen meinen bisherigen AG
Zweiter Beitrag:
Zitat(bei allen AG im öD bei denen ich bisher war)
Dritter Beitrag:
Zitatbei meinem AG

So viel zu "abstrahierst nicht und liest nicht verständig, was dir mitgeteilt wird". Pack dich an deiner eigenen Nase. Wenn dir all diese Formulierungen noch nicht klar gemacht haben sollten dass ich von meinen Erfahrungen und meinen AG spreche, dann... weiß ich auch nicht. Vielleicht muss ich das extra für dich in jeden Satz einfügen. Und auch bei jeder Klammerbemerkung nochmal und nochmal immer wieder auf das hinweisen was ich vorher im Text schon ausformuliert habe.