Schwieriges Arbeitsklima Klinik

Begonnen von Paulchen79, 05.02.2026 19:26

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Paulchen79

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich arbeite in einer großen Klinik in NRW und bin dort seit 2018 in der IT tätig. In dieser Zeit hat die Leitung der IT zweimal gewechselt. Die aktuelle Leitung besteht seit Anfang 2024 und seitdem geht es sprichwörtlich den Bach runter. Nahezu keiner aus der IT hat noch ein ernsthaftes Interesse daran etwas zu bewegen und mehr als den typischen Dienst nach Vorschrift zu machen. Die neue IT Leitung ist aus der Sicht des Kollegiums respektlos und im Umgang einfach unfair. Wenn etwas klappt dann nur innerhalb der Teams selbst und dem persönlichen Engagement wegen. Gleichzeitig wurden jüngst nahezu alle Zulagen gestrichen die wir uns in den letzten Jahren wirklich hart erarbeitet hatten. Ohne Vorankündigung. Es geht hier also nicht nur um mich selbst sondern auch um das Kollegium.

Zudem werden permanent neue Anforderungen gestellt und einige wenig Leitungen massiv bevorzugt die ohne weitere Kommunikation mit uns alles bei uns in der IT übernehmen. Vor meiner Tätigkeit war ich längere Zeit bei einem mittelgroßen IT Dienstleister wo die Geschäftsführung irgendwann in USA Manier angefangen hat umzustrukturieren ohne Rücksicht auf Verluste. Ich fühle mich sehr daran erinnert vor allem weil einige wenige vollen Zugriff auf all unsere IT Systeme erhalten und dort schalten und walten wie sie wollen. Das bestehende Kollegium hat von all den neuen Dingen Software und Systeme die einführt und umgebaut werden keine Ahnung und wird auch nicht integriert. Unangenehme Personen und Meinungen werden gezielt angegangen und melden sich dann irgendwann krank weil sie dem Druck nicht mehr aushalten. Der Ton ist einfach rau. Klar könnte man jetzt sagen: Such dir doch was anderes! Aber die wirtschaftliche Lage ist jetzt auch nicht so rosig und eigentlich macht so ein Klinikbetrieb auch in der IT Freude und meine ursprünglicher Anreiz war halt auch Menschen und Patienten zu helfen. Deshalb kommen auch alle noch immer einigermaßen zum Dienst weil halt auch fast jeder eine Verantwortung spürt.

Leider ist es aktuell für viele von uns sehr schwer und kaum einer traut sich was zu sagen oder sagt besser nix um nicht in die Schussbahn zu kommen. Unser Personalrat ist leider auch nicht wirklich hilfreich weil dort zu den IT internen Punkten kaum einer Ahnung hat und auch niemand Stress haben will. Jetzt hab ich mir hier einiges von der Seele geschrieben und überlege was man noch machen kann um die Situation zu verbessern. Gespräche wurden am Anfang geführt aber alle Versprechungen wurden schlicht nicht eingehalten oder sogar ins Gegenseitige gedreht. Zum Mäusemelken.

clarion

Hallo,

Ich habe den Eindruck,  es gibt zwei "Lager", diejenigen, die von der IT-Leitung gefördert werden und diejenigen, die schon ein paar Jahre da sind.

Nun ist schwer zu beurteilen und deshalb will ich es mit Fragen beenden lassen.

Es wurde neue Systeme eingeführt, warum?
Haben die alten Hasen Veränderungsbereitschaft gezeigt oder gebremst?
Wurde kommuniziert, warum Zulagen gestrichen wurden?
Warum muss der Personalrat die IT kennen, um Euch helfen zu können?
Wurde der PR nur von ein oder zwei Personen kontaktiert oder allen Betroffenen?
Wurde versucht mit dem Vorgesetzten der IT Leitung gesprochen?

Und noch mal für Dich: Love it, Change it, Leave it

Faunus

Zitat von: Paulchen79 in 05.02.2026 19:26Zudem werden permanent neue Anforderungen gestellt und einige wenig Leitungen massiv bevorzugt die ohne weitere Kommunikation mit uns alles bei uns in der IT übernehmen.

Welche Leitungen? Die Neurologie oder die Palliativ-Station?
Halten jetzt Anästhesisten & Krankenschwestern in der Klinik die Hardware am Laufen und kümmern sich um Datenschutz, Schadsoftware & e-Patientenakte?
Wer stellt die Anforderungen und was sind das überhaupt für Anforderungen?


Zitat von: Paulchen79 in 05.02.2026 19:26...vor allem weil einige wenige vollen Zugriff auf all unsere IT Systeme erhalten und dort schalten und walten wie sie wollen. Das bestehende Kollegium hat von all den neuen Dingen Software und Systeme die einführt und umgebaut werden keine Ahnung und wird auch nicht integriert.

Wer gibt Nicht-It'lern vollen Zugriff auf die Systeme mit den sensiblen Daten (Patientenakten!)?
Wer hat den die neuen Softwareprodukte und Systeme eingeführt & umgebaut, wenn nicht IT'ler? Krankenpfleger und Urologen?

Ich verstehe, dass hier ein hoher Frust bestehen wegen der Zulagenstreichung, aber ansonsten k.A. was sich da an Deinem Arbeitspaltz und dem der IT-Kollegen abspielt.

Organisator

Zitat von: clarion in 05.02.2026 21:31Und noch mal für Dich: Love it, Change it, Leave it

Nie so wahr, wie in diesem Beispiel. Und wenn das berufliche Dasein nur von lähmender Angst geprägt ist, dann ists wohl "leave it"!

Faunus

Zitat von: clarion in 05.02.2026 21:31Und noch mal für Dich: Love it, Change it, Leave it


Also ich habe diesen Ami-Spruch so verstanden,
das, was man an seiner Arbeit liebte, weitermachte/beibehalt/ausbauten (Love it),
das was nicht passte, passend machen (Change it) &
was sich nicht ändern lässt, fallen lassen, wie ne' heiße Kartoffel (Leave it);)

clarion

Der Sinn ist etwas anders. Arrangiere Dich mit der Situation (Love). Wenn Du Dich nicht arrangieren kannst, ändere die Situation (Change). Wenn Du die Situation nicht ändern kannst, dann verlasse die Situation (Leave).

Sicherlich ziemlich plakativ und zumindest im privaten Umfeld ist das mit dem Leave auch nicht immer  machbar. Im beruflichen Kontext ist das m.E. aber ein ganz brauchbarer Ratschlag.