Immer wieder die Kämmerer, die die Karriereleiter hochfallen trotz Entlassungen

Begonnen von knallkopp, Gestern um 19:50

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knallkopp

Hallo in die Runde!

Zuletzt wiederholt erst offline und dann online Fortbildungen im Bereich Finanzen gehabt.

In den lustigen Runden bei den offline-Veranstaltungen beim Mittag, Abendessen und anschließend in einer Kneipe kommen dann immer wieder solche Themen auf, in denen es darum geht, dass schon wieder ein Kämmerer über viele Jahre, sehr viele Jahre, Mist gebaut hat, Buchungen falsch waren, Jahresabschlüsse entsprechend falsch waren, es Probleme bei der Haushaltsgenehmigung gab usw.

Nicht ein Jahr vergeht, wo es nicht doch mal nicht ein solches Geschacher um irgendwelche Positionen gibt.

Entlassene erhalten ein superbes Arbeitszeugnis, werden weggelobt und erhalten in einer Nachbarkommune sogar noch eine bessere Stelle oder mind. dieselbe Position. Entweder vorher Kämmerer und dann wieder oder vorher Kämmerer und dann Büroleiter oder Kämmerer und dann Amtsleiter oder oder oder.

Solche aktuellen Fälle, sprich aus 2025, lassen sich ja leicht googeln.

Wie kann und darf das eigentlich sein?

Wenn man o. g. Fehler doch einer Person eindeutig zurechnen kann, die dann zwar entlassen wird, aber ein Arbeitsheugnis mit 1+ und * bekommt, dass die Gemeinde nebenan die mit Kusshand nimmt, obwohl mind. landkreisweit bekannt ist, was die Person verbockt hat, warum keine "Strafe" zusätzlich zur Entlassung? Warum kein einjähriges Berufsverbot? Warum kein zur Kasse bitten, weil mind. grob fahrlässige Fehler bei der Arbeit gemacht worden sind?

Manchmal hat man das Gefühl bei den ganzen Insider-Storys, dass da verdammt viel falsch läuft im ÖD.

Hier waren zuletzt zwei Gemeinden Thema. Eine in Nordhessen, die noch immer mit der Haushaltsgenehmigung zu kämpfen hat und eine aus Südhessen, wo der schicke Tänzer, gestern aus dem alten Rathaus gestrauchelt ist und heute ins neue Rathaus getanzt kam.

Wenn wir "Kleinen" bis max. EG 10 solche Fehler machen würden, hätten wir nicht so ein Glück und hätten gaaanz große Probleme mit dem Finden einer neuen Arbeitsstelle in der Nähe.

Kennt ihr auch solche wahren Begegebenheiten?

Wer hat da was wie verbockt, wurde rausgeschmissen und hat ruckzuck vllt eine noch viel bessere Stelle bekommen?

Bin doch sehr auf eure Rückmeldungen, Meinungen, Erfahrungen gespannt.

LG


Rheini

Ne von sowas habe ich noch nie gehört und halte ich auch für nicht realistisch.

kittyka

Zitat von: Rheini in Gestern um 19:55Ne von sowas habe ich noch nie gehört und halte ich auch für nicht realistisch.

Also ich habe sowas schon mitbekommen. Es werden sogar extra Stellen geschaffen.
Das passiert, wenn man Leute nur sehr schwer los wird. (bestes Beispiel Beamte auf Lebenszeit)
Jemand ist ungeeignet, konfliktreich oder leistungsschwach
aber formal kaum kündbar (Beamtenrecht / Kündigungsschutz)

Disziplinarverfahren wären langwierig, riskant oder politisch unerwünscht
also wird eine andere Stelle mit höherer Besoldung, aber:
weniger Verantwortung
weniger Schadenpotenzial
mehr Abschottung
gesucht
Ziel: Schaden minimieren, nicht Leistung belohnen.

In unserem Finanzamt hatten wir z.b. einen SL der immer nur Stellvertreter/Krankheits und Urlaubsvertretung von irgendwas war.
Und noch Beauftragter von was.



clarion

Das halte ich auch für ein Gerücht, dass man bei erwiesener Unfähigkeit in der Nachbarkommune die Karriereleiter hoch fällt.

Unfähigkeit ist kein Verbrechen und zieht per Se keine Kündigung oder ein Displi nach sich. Bei letzteren müssen auch bestimmte Voraussetzungen gegeben sein.

Ich kenne es eher so, dass Leute die öfters durch grobe Fehler auffallen oder nicht belastbar sind, auf Abstellgleis kommen und mit Aufgaben betreut werden, die sonst keiner machen will. Wir hatten mal eine Vollzeitkraft mit E9a für Fahrzeugpflege bei anfangs sechs später sogar nur vier Dienstwagen. Die waren immer Tipptopp gepflegt, die hätte man jederzeit verkaufen können. Der Tank und Scheibenwaschanlage waren immer voll, TÜV und Reifenwechsel wurden immer pünktlich erledigt. Auch sonst war der Kollege  nett und hilfsbereit, jederzeit bereit etwas zu räumen, zu tragen, einzukaufen. Nur den eigentlichen Job konnte er nicht machen.

FGL

Zitat von: knallkopp in Gestern um 19:50Warum kein einjähriges Berufsverbot?
Weil es dafür keine Rechtsgrundlage gibt.

Zitat von: knallkopp in Gestern um 19:50Warum kein zur Kasse bitten, weil mind. grob fahrlässige Fehler bei der Arbeit gemacht worden sind?
Die Möglichkeit gibt es doch. Ebenso die Verpflichtung, solche Forderungen geltend zu machen. In der Regel scheitert es daran, dass Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit eben nicht vorliegt bzw. bewiesen werden kann.

Zitat von: knallkopp in Gestern um 19:50Kennt ihr auch solche wahren Begegebenheiten?
Nein. Ich kenne keine Fälle von Kämmerern, die die Karriereleiter rauffallen.

Organisator

Zitat von: knallkopp in Gestern um 19:50Kennt ihr auch solche wahren Begegebenheiten?

Unfähige Menschen im öD landen nach meiner Erfahrung in einer (gerne überbezahlten) Sackgasse oder manchmal auch in einer angenehmen Nische - wie von Clarion beschrieben. --> Peter-Prinzip mit (gefühlter) Unkündbarkeit.

Ich kenne tatsächlich viele Begebenheiten von solchen Erzählungen, das sind dann aber eher unzufriedene Mitarbeiter, die sich dann etwas über "die da oben" zurechtlegen, warum auch immer.

carriegross