Tarifrunde TV-L 2025 - Diskussion III

Begonnen von username, 14.02.2026 09:31

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MoinMoin

Zitat von: Ingenieur007 in Heute um 08:17Auch auf einem ver.di Beitrag bei Youtube zum Abschluss sind die Gewerkschaftler in den Kommentaren kräftig angepisst. Scheint also vielen Mitgliedern nicht zu schmecken.
Das Problem ist doch, dass die die damit einigermaßen leben können, dort nichts reinschreiben werden.
Insofern tue ich mir schwer damit, aus 100 Kommentaren abzuleiten, dass es viele sind, die gegen den Abschluss stimmen würden.

Rowhin

Ist ja dasselbe hier - wir tauschen uns hier unten den eher Informierten, eher Diskussionsfreudigen und eher Unzufriedenen aus. Daher ist auch das Ergebnis der Umfrage hier sehr deutlich, aber an vielen gehts einfach vorbei.

Zinc

Zitat von: Rowhin in Heute um 08:54Ist ja dasselbe hier - wir tauschen uns hier unten den eher Informierten, eher Diskussionsfreudigen und eher Unzufriedenen aus. Daher ist auch das Ergebnis der Umfrage hier sehr deutlich, aber an vielen gehts einfach vorbei.

Bei uns im Haus geht es auch an den meisten Kollegen vorbei, manche wussten nichtmal, dass es überhaupt einen Abschluss gab. Aber in der Gewerkschaft als zahlendes Mitglied kann ich mir eine "Zufriedenheit" und eine Zustimmung nicht herleiten.

NWB

Ist doch alle Jahre wieder die gleiche Folklore.
Ergebnis gibt es erst nach der dritten Verhandlungsrunde.
Das Ergebnis führt die AG IMMER an die Grenze des finanziell leistbaren, doch sie sind froh über die lange Planungssicherheit.
Die AN-Vertreter haben IMMER bis zum äußersten gekämpft und die aktuellen Verhandlungen waren IMMER nochmal deutlich schwieriger als die letzten, aber mehr war halt nicht drin.
An dem Ergebnis wird im Forum kaum ein gutes Haar gelassen.
In ein paar Monaten legt sich die Aufregung und irgendwann geht der ganze Zirkus von vorne los.
Same procedure as every Tarifrunde, oder geht nur mir das so?

Landesdiener

Zitat von: NWB in Heute um 09:14Ist doch alle Jahre wieder die gleiche Folklore.
Ergebnis gibt es erst nach der dritten Verhandlungsrunde.
Das Ergebnis führt die AG IMMER an die Grenze des finanziell leistbaren, doch sie sind froh über die lange Planungssicherheit.
Die AN-Vertreter haben IMMER bis zum äußersten gekämpft und die aktuellen Verhandlungen waren IMMER nochmal deutlich schwieriger als die letzten, aber mehr war halt nicht drin.
An dem Ergebnis wird im Forum kaum ein gutes Haar gelassen.
In ein paar Monaten legt sich die Aufregung und irgendwann geht der ganze Zirkus von vorne los.
Same procedure as every Tarifrunde, oder geht nur mir das so?
Ja, da hast du meine volle Zustimmung – was es aber nicht besser (oder schlechter) macht.

oscar0307

Zitat von: NWB in Heute um 09:14Ist doch alle Jahre wieder die gleiche Folklore.
Ergebnis gibt es erst nach der dritten Verhandlungsrunde.
Das Ergebnis führt die AG IMMER an die Grenze des finanziell leistbaren, doch sie sind froh über die lange Planungssicherheit.
Die AN-Vertreter haben IMMER bis zum äußersten gekämpft und die aktuellen Verhandlungen waren IMMER nochmal deutlich schwieriger als die letzten, aber mehr war halt nicht drin.
An dem Ergebnis wird im Forum kaum ein gutes Haar gelassen.
In ein paar Monaten legt sich die Aufregung und irgendwann geht der ganze Zirkus von vorne los.
Same procedure as every Tarifrunde, oder geht nur mir das so?

100% Zustimmung! Ehrlich gesagt sollte man das Theater abschaffen und eine automatische Anpassung an Inflation/Löhne vereinbaren. Das würde auch noch Hotelkosten und Lachshäppchen einsparen.

Paterlexx

Zitat von: oscar0307 in Heute um 09:22100% Zustimmung! Ehrlich gesagt sollte man das Theater abschaffen und eine automatische Anpassung an Inflation/Löhne vereinbaren. Das würde auch noch Hotelkosten und Lachshäppchen einsparen.

Mal ehrlich, das wäre für den Staat viel zu teuer. Jede echte Anpassung an die reale Inflation würde halt locker 10–15 % mehr Gehalt bedeuten.

Stattdessen steigen Abgaben und Steuern jedes Jahr ein paar Prozent, real eher 3–4 %, und beim Warenkorb wird so lange angepasst, bis es auf dem Papier moderat aussieht.

Am Ende sinkt die Kaufkraft trotzdem.

Und bei der aktuellen Schuldenlage glaubt doch keiner ernsthaft, dass das langfristig sauber refinanzierbar ist. Also läuft es halt weiter so. Die Politik hat halt nur das Problem, dass immer mehr Menschen das verstehen. Am Ende wird halt nur noch das nötigste gemacht...man blicke in die letzen Jahre der DDR.

MoinMoin

Zitat von: Paterlexx in Heute um 10:07Mal ehrlich, das wäre für den Staat viel zu teuer. Jede echte Anpassung an die reale Inflation würde halt locker 10–15 % mehr Gehalt bedeuten.

Stattdessen steigen Abgaben und Steuern jedes Jahr ein paar Prozent, real eher 3–4 %, und beim Warenkorb wird so lange angepasst, bis es auf dem Papier moderat aussieht.
Du bist also der Meinung, dass die offizielle Inflationsrate nicht deiner individuellen gefühlten "realen" Inflation entspricht und die Politik die offizielle Inflationsrate manipuliert?

Arch

Guten Morgen zusammen,

ich weiß nicht warum man hier nicht mit den Tarifverhandlungen unzufrieden sein darf.
Man hört hier Meinungsmache nach, seit zufrieden mit dem was es gibt, euch geht es gut.

Man kann angeblich TVöD nicht mit TV-L vergleichen usw..

Diese Meinung kann nur von AN kommen denen es wirklich gut geht, die seit 10 Jahren in 13/6 sind oder schlimmer.
Die dualen Studenten und Azubis werden hier verpimpert, Laptop, Geld und anschliessend Festanstellung, alles im Tiefschlaf.

Es gibt immer individuelle Aspekte und das sind keine Einzelfälle.

Als ich im öffentl. Dienst mit 10/2 angefangen habe konnte ich davon nicht die Familie mit zwei Kindern versorgen, Studienkredit bedienen, notwendige Autos zahlen. Auch mit 11/3 war nichts besonderes drin, alles am Limit. Und wir haben in kleiner günstiger Mietwohnung(lächerlich zu heutigen Kosten) gelebt. Das ist alles individuell wenn Du die Elternzeit(Schwangerschaft) bei zwei berufstätigen nicht zur richtigen Zeit nimmst gehst du leer aus und musst trotzdem alles zu 100% zahlen.

Warum gibt es Gewerkschaften, wenn diese die Arbeit(für meine persönlichen Ziele) einstellen und nur die breite Maße mit der Gießkanne bedienen die oberhalb von 9b leer ist und was kommt als nächster Schritt Abschaffung des Parteiensystems, weil wir keine zwei Meinungen brauchen.

Ich mußte Zeit, Nerven und viel Geld investieren um elternunabhängig zu studieren, dass möchte ich auch zurück bekommen. Die Arbeit hier ist an vielen Stellen notwendig und keine karitative Beschäftigungsmaßnahme des Landes(nicht jede Stelle ;) ). Das Land brauchte uns dringend und ich bin dem Ruf gefolgt.

Jetzt möchte ich auch nicht als 2. Klasse behandelt werden. Warum soll ich jetzt wechseln müssen.
Die Arbeit wird weiterhin gebraucht der Bedarf an Personal kann nicht gedeckt werden, zukünftig erst recht nicht. Und was wird in den Verhandlungen gemacht, die Bezahlung in den zukünftig benötigten Positionen wird unattraktiv gemacht. Man möchte doch Quereinsteiger die etwas gelernt haben was im öffentl. Dienst fehlt. Und nicht nur die AN die mit 16 o. 21 Jahren ins System des öffentlichen Arbeitens gefallen sind(böse Unterstellung).

Ich glaube das TV-L System wird falsch bedient und falsch Verhandelt.

Gute Besserung, ich möchte neu Verhandeln :D


Warnstreik

Zitat von: Arch in Heute um 10:23Als ich im öffentl. Dienst mit 10/2 angefangen habe konnte ich davon nicht die Familie mit zwei Kindern versorgen, Studienkredit bedienen, notwendige Autos zahlen. Auch mit 11/3 war nichts besonderes drin, alles am Limit. Und wir haben in kleiner günstiger Mietwohnung(lächerlich zu heutigen Kosten) gelebt. Das ist alles individuell wenn Du die Elternzeit(Schwangerschaft) bei zwei berufstätigen nicht zur richtigen Zeit nimmst gehst du leer aus und musst trotzdem alles zu 100% zahlen.

Kann das an deinem Lebenswandel liegen? Spätestens mit einer 11/3 inklusive 2x Kindergeld und selbst dem Grund-Elterngeld liegt ihr bei 4k netto. Damit lebt man nicht in Saus und Braus - aber mit ein paar Rücklagen sollten 1 oder 2 Elternzeiten kein Problem sein, gerade mit einer günstigen Mietwohnung.

Zitat von: Arch in Heute um 10:23Warum gibt es Gewerkschaften, wenn diese die Arbeit(für meine persönlichen Ziele) einstellen und nur die breite Maße mit der Gießkanne bedienen

Welche "persönlichen Ziele"? Bekommst du nicht, genau wie alle anderen, 3 Erhöhungen in den nächsten knapp über 2 Jahren? Welche "breite Masse" meinst du denn, die insgesamt weniger verdient hätte als du?

Arch

Hallo,

das war ein Beispiel anhand meines Lebensabschnitts vor Jahren...

Und nein, selbe Situation und 4000,- Netto würden heute reichen, aber mehr auch nicht. Ingesamt hast Du hast leider den Aspekt der Kosten für das ehem. Studium, der zwei notwendigen Fahrzeuge, des schlecht getimten Kinder kriegens, etwaigen Fortbildungen, Berufsverbänden, Gewerkschaften uvw. überlesen oder nicht bedenken wollen.

Wie geschrieben alles Individuell. Und ich habe ja nicht studiert und gD um Wohngeld zu kassieren.

Weiterhin die "breite Masse"(alles unter 9b) wurde die letzten Tarifverhandlungen bedient, jedoch nicht gleichermassen im gD. Meine Ziele z.B. JSZ, Urlaub für Gewerkschafter und Arbeitszeit wurden nicht bewertet.

Wie kann man ehrlicherweise 7% für 12 Monate vordern und mit diesem Ergebnis herausgehen???

Das ist Verhandeln wie auf dem Basar, ich vordere 100, verkaufe unter 50.

Sehr unseriös. Friss oder Stirb.

Aber ich möchte hier nicht überall eine Diskussion über "das was reicht zum Leben" entfachen, oder was benötige ich.
Man sollte in einem begehrten Beruf nicht die Frage stellen dürfen, wofür mache ich das.

Meine Arbeit ist schon anders als in der Poststelle, wenn ich den Vergleich bringen darf.

Beste Grüße

sigma5345

Zitat von: Arch in Heute um 10:23Guten Morgen zusammen,

ich weiß nicht warum man hier nicht mit den Tarifverhandlungen unzufrieden sein darf.
Man hört hier Meinungsmache nach, seit zufrieden mit dem was es gibt, euch geht es gut.


Klar kannst du meckern - aber auch das wird halt nix ändern - außer du veränderst dich und arbeitest irgendwo, wo mehr Geld zu verdienen ist. Denn selbst wenn wir alle in der Gewerkschaft wären, würde über den dann besseren Abschluss jeder denken "da wäre mehr drin gewesen". Das ist nun mal die Natur des Menschen.

Ich meine mal im Ernst - jeder kannte vor der Unterschrift die Entgelttabelle und Dank solcher Seiten wie dieser hier kann man sich alle Tarifergebnisse seit 2006 anschauen. Wenn man dann mal Eins und eins zusammenzählt, weiß man wo die Reise finanziell hingehen wird (oder anders gesagt: es gab noch nie einen wirklich guten Tarifabschluss). Man bekommt regelmäßig mehr Geld, aber niemand wird reich.
Also entweder die Aufgabe ist geil oder/und man weiß einfach auch anderen Seiten des öD zu schätzen. Ich denke da hat jeder seine individuelle Motivation :-).

cyrix42

Zitat von: Arch in Heute um 11:20Und ich habe ja nicht studiert und gD um Wohngeld zu kassieren.

Nein, ich hoffe, du hast studiert, weil dich dein Studienfach interesiert hat. Ansonsten folgt nämlich, solltest du angestellt sein, aus dem reinen Fakt eines absolvierten Studiums überhaupt nichts über die folgende Arbeitstätigkeit oder deren Entlohnung. Tarif-Beschäftigte werden nach den ihnen dauerhaft übertragenen Tätigkeiten entlohnt, nicht nach ihrer Ausbildung.

Mal davon abgesehen: Wenn sich jemand im "gehobenen Dienst", also einer Beamtenlaufbahn, bewegt, dann sind die Tarifverhandlungen für die Angestellten bestenfalls interessant, aber eigentlich weitgehend unbedeutend. Die Besoldung legt der Dienstherr fest -- und die Diskussion um die Höhe einer amtsangemessenen Alimentation spielt sich an anderer Stelle ab.

Arch

Zitat von: sigma5345 in Heute um 11:23Klar kannst du meckern - aber auch das wird halt nix ändern - außer du veränderst dich und arbeitest irgendwo, wo mehr Geld zu verdienen ist. Denn selbst wenn wir alle in der Gewerkschaft wären, würde über den dann besseren Abschluss jeder denken "da wäre mehr drin gewesen". Das ist nun mal die Natur des Menschen.

Ich meine mal im Ernst - jeder kannte vor der Unterschrift die Entgelttabelle und Dank solcher Seiten wie dieser hier kann man sich alle Tarifergebnisse seit 2006 anschauen. Wenn man dann mal Eins und eins zusammenzählt, weiß man wo die Reise finanziell hingehen wird (oder anders gesagt: es gab noch nie einen wirklich guten Tarifabschluss). Man bekommt regelmäßig mehr Geld, aber niemand wird reich.
Also entweder die Aufgabe ist geil oder/und man weiß einfach auch anderen Seiten des öD zu schätzen. Ich denke da hat jeder seine individuelle Motivation :-).

Es gibt einen Unterschied zwischen Meckern und Fordern, es ist nicht das Ergebnis welches ich persönlich für wichtig halte, dies seit Jahren.

Ich könnte ja auch die Argumentation umdrehen, die im Pflegeberuf und Ärzte in Krankenhäusern und AN im Schichtdienst wußten doch auch vor Dienstantritt das es kein Ponyhof ist, warum bekommen die jetzt mehr als ich? Und warum machen die keinen andern Job?

So sollte doch keine Ergebnisdiskussion betrachtet werden!?


Arch

Zitat von: cyrix42 in Heute um 11:36Nein, ich hoffe, du hast studiert, weil dich dein Studienfach interesiert hat. Ansonsten folgt nämlich, solltest du angestellt sein, aus dem reinen Fakt eines absolvierten Studiums überhaupt nichts über die folgende Arbeitstätigkeit oder deren Entlohnung. Tarif-Beschäftigte werden nach den ihnen dauerhaft übertragenen Tätigkeiten entlohnt, nicht nach ihrer Ausbildung.

Mal davon abgesehen: Wenn sich jemand im "gehobenen Dienst", also einer Beamtenlaufbahn, bewegt, dann sind die Tarifverhandlungen für die Angestellten bestenfalls interessant, aber eigentlich weitgehend unbedeutend. Die Besoldung legt der Dienstherr fest -- und die Diskussion um die Höhe einer amtsangemessenen Alimentation spielt sich an anderer Stelle ab.

Sorry, Laufbahngruppe 2.1.