Tarifrunde TV-L 2025 - Diskussion III

Begonnen von username, 14.02.2026 09:31

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Jockel

Zitat von: ignaz in Gestern um 10:03Völlig Banane, ob nun 50% abgaben oder 40%...

Ich nehme gerne 50% von 30k€ - oder auch nur 20%... man stelle sich vor, wir im TVL würden mal fix eben alle (die 2008 schon im Dienst waren und noch sind) 20-40k€ Brutto (fünftel, drittel, als Ganzes) erhalten.

Mit diesem Geld könnte man als Angesteller ohne Pension wirklich mal eine kleine Basis für eine private Altersvorsorge anlegen (wer noch nicht hat oder diese etwas aufpolstern).
Bei den Beamten ist die volle Altersversorgung verfassungsrechtlich (Art. 33 Abs. 5 GG) garantiert und einklagbar – während man den Angestellten ein abgesenktes Renten-plus-Betriebsrenten-System gegeben und ihnen die Restlücke als ,,private Eigenverantwortung" überlassen hat.

Interessant auch, was mit dem Zeitfenster 2021 - Heute noch kommen "könnte"

Der Beschluss vom 17. September 2025 deckt ausdrücklich nur den Zeitraum 1. Januar 2008 bis 31. Dezember 2020 ab. Die Prüfung wurde auf alle Besoldungsordnungen A und auf den gesamten Zeitraum vom 1. Januar 2008 bis zum 31. Dezember 2020 erweitert. Alles ab 2021 ist damit rechtlich nicht entschieden – es ist eine separate Baustelle.

Ich würde vorschlagen alle Angestellten im TV-L ab e9b geben 30% unseres Bruttos ab, damit wir die Beamten angemessen allimentieren können für 2021 bis heute.

Hallo ? Die Vbl steigt ca. doppelt so schnell wie die Rente. Wenn man 35 Jahre lang Vbl zahlt und 1 Rentenpunkt (gestezliche Rente) bekommt, sind das 1100 € alleine VbL. plus die gestezliche Rente. 1 Rentenpunkt gibt es ab EG 6 Stufe 5

Tante Hilde

Zitat von: Jockel in Gestern um 13:50Hallo ? Die Vbl steigt ca. doppelt so schnell wie die Rente. Wenn man 35 Jahre lang Vbl zahlt und 1 Rentenpunkt (gestezliche Rente) bekommt, sind das 1100 € alleine VbL. plus die gestezliche Rente. 1 Rentenpunkt gibt es ab EG 6 Stufe 5
Kannst Du mir erklären, wie das gemeint ist? Ich werde bei meiner Rente 38 Jahre in die VBL eigezahlt haben,  1100  € VBL erreiche ich aber nicht. Ach, wahrscheinlich WEST. Tja, mehr als doppelt so viel zahlen, weniger netto UND weniger VBL rauskriegen. Auch so eine Ungerechtigkeit, neben den unterschiedlichen Wochenstunden.... Und ich war immer E 9 bis E 11.
Freue mich über "Aufklärung".

Jockel

Zitat von: Faunus in 19.08.2026 12:54Und wie machen das Privatschulen?

Wie machen das AG der PW mit Arbeitszeugnissen und "Strafen" wie Abmahnungen oder Kündigungen? Welche Beamte sollen das bitte sein in der PW?
Für Ortdnungswidrigkeiten und Bußgeldbescheid, die in der Regel sowieso maschinell erstellt und ohne Unterschrift sind, braucht es einen Beamten?

Die "künstliche Erhöhen" von Berufsgruppen ist ein Grundproblem unserer Gesellschaft.



Für die Entscheidung, ja, für die "Ausfertigung" nein. Ich habe keine Ahnung, wie die Situation bei Privatschulen geregelt wird, vermutlich wie bei öffentlich bestellten Vermessungsingeniueren. Die sind "Staatlich anerkannt". Allerdings können die wohl kaum Bußgelder oder Ordnungsverfahren einleiten. Das macht auch bei den Schornsteinfegern z.B. eine Behörde.

Aleksandra

Wenn man lange genug dabei war, ist die VBL Rente sicher ne gute Sache.
Aber sie hat zwei wesentliche Nachteile:

1. Quasi voll inflationsanfällig. Sie steigt ab Renteneintrittsalter jährlich um nur 1%, also deutlich unter Inflation. Aber noch viel wichtiger: Alle Werte die ihr vorliegen habt sind Nominalwerte, die vollständig inflationsanfällig sind. Beispiel: Ihr wisst ihr bekommt in 35 Jahren 1.000 EUR Betriebsrente. Hört sich gut an, aber nach 35 Jahren (a 2,5% Inflation) sind diese 1.000 EUR effektiv nur noch 420 EUR in heutiger Kaufkraft wert.

2. Auf Betriebsrenten zahlt ihr doppelte GKV Beiträge. Ja, richtig gelesen. Ihr zahlt den AN-Teil wie immer, und dann noch mal zusätzlich den AG Anteil. Dazu dann noch die Pflegeversicherung und je nach Grenzsteuersatz habt ihr dann auf einmal deutlich mehr als 50% Abzüge.

Aus der beruhigenden Zahl 1.000 EUR Betriebsrente bleiben dann nach Inflation und Abzügen effektiv nur weniger als 200 EUR übrig.
Reallohnverlust seit Dienstantritt: 1,96%
2022: Inflation 6,9% - Verdi 1,8%
2023: Inflation 5,9% - Verdi 0%
2024: Inflation 2,2% - Verdi 9,03%
2025: Inflation 2,2% - Verdi 3,00%
2026: Inflation 2,2% - Verdi 3,99%

Dominic231

Zitat von: TVLfan in 17.08.2026 19:10Aber es gibt gewisse Tätigkeiten, die sich Arbeitsvorgänge nennen. Diese bestimmen die Wertigkeit und Eingruppierung.
 
Zitat von: TVLfan in 17.08.2026 19:10Also im Schuldienst NRW wird nicht nach Wertigkeit der Tätigkeit bezahlt. Es geht nach den Abschlüssen. Diese Abschlüsse entscheiden nach Eingruppierung zwischen E9 und E13 für die gleiche Tätigkeit.

ohjeee

Zitat von: Aleksandra in Gestern um 16:28Wenn man lange genug dabei war, ist die VBL Rente sicher ne gute Sache.
Aber sie hat zwei wesentliche Nachteile:

1. Quasi voll inflationsanfällig. Sie steigt ab Renteneintrittsalter jährlich um nur 1%, also deutlich unter Inflation. Aber noch viel wichtiger: Alle Werte die ihr vorliegen habt sind Nominalwerte, die vollständig inflationsanfällig sind. Beispiel: Ihr wisst ihr bekommt in 35 Jahren 1.000 EUR Betriebsrente. Hört sich gut an, aber nach 35 Jahren (a 2,5% Inflation) sind diese 1.000 EUR effektiv nur noch 420 EUR in heutiger Kaufkraft wert.

2. Auf Betriebsrenten zahlt ihr doppelte GKV Beiträge. Ja, richtig gelesen. Ihr zahlt den AN-Teil wie immer, und dann noch mal zusätzlich den AG Anteil. Dazu dann noch die Pflegeversicherung und je nach Grenzsteuersatz habt ihr dann auf einmal deutlich mehr als 50% Abzüge.

Aus der beruhigenden Zahl 1.000 EUR Betriebsrente bleiben dann nach Inflation und Abzügen effektiv nur weniger als 200 EUR übrig.
das wäre ja assi... hast du dazu Quellen? Habe auf die Schnelle nichts gefunden.

Rowhin

Zu 1. gibt es zahlreiche Quellen, hier die VBL selbst dazu:

ZitatDie VBL ist sich bewusst, dass die Inflation deutlich gestiegen ist. Davon können Rentnerinnen und Rentner besonders betroffen sein. Allerdings gibt es von uns keinen Inflationsausgleich für ihre Betriebsrente oder Rentenanwartschaft. Warum nicht? Wir erhöhen Betriebsrenten jedes Jahr zum ersten Juli um ein Prozent des Betrags. Das geschieht unabhängig von der Inflation und der Lohnentwicklung.

Grundlage hierfür ist der Tarifvertrag zur betrieblichen Altersversorgung der Beschäftigten im öffentlichen Dienst. In den Verhandlungen hatten sich die Tarifpartner intensiv mit der Frage nach der Anpassung von Betriebsrenten und deren Finanzierung beschäftigt. Schließlich orientierten sie sich an den Regelungen im Betriebsrentengesetz und einigten sich auf die jährlich garantierte Erhöhung von einem Prozent. Diese hängt nicht von der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung ab.

Auch in der netten jährlichen Übersicht, die man bekommt, steht klar drin:

ZitatZudem ist bei Ihrer zu erwartenden Rente der Kaufkraftverlust zu beachten. Die ermittelten Beträge sind inflationsbedingt nicht mit einem heutigen Einkommen in dieser Höhe vergleichbar

Zu 2. müsste ich ehrlich gesagt auch erst recherchieren.


ohjeee

Zitat von: Rowhin in Heute um 08:32Zu 1. gibt es zahlreiche Quellen, hier die VBL selbst dazu:

Auch in der netten jährlichen Übersicht, die man bekommt, steht klar drin:

Zu 2. müsste ich ehrlich gesagt auch erst recherchieren.


puh, also mir ist klar, dass im Gegensatz zur gesetzlichen Rente die "Betriebsrente" kapitalgedeckt und nicht umlagegedeckt ist. Aber 1% ist ja die letzten Jahre nicht einmal Tagesgeld-Niveau.
Selbst 10-jährige Staatsanleihen Deutschland liegen derzeit bei 3,22% und die gelten ja als relativ ausfallsicher. Man muss es ja nicht in irgendwelche Immobilienfonds investieren wie die Zahnärzte, die dann die Biege machen. selbst €STR hätte eine deutlich höhere Rendite als die 1% gehabt und ist ja absolut sicher.
Also das wäre ja schon auch ggf ein Thema für Tarifverhandlungen, die VBL in Richtung Inflationsausgleich zu bekommen.

Warnstreik

Zitat von: ohjeee in Heute um 09:02puh, also mir ist klar, dass im Gegensatz zur gesetzlichen Rente die "Betriebsrente" kapitalgedeckt und nicht umlagegedeckt ist. Aber 1% ist ja die letzten Jahre nicht einmal Tagesgeld-Niveau.
Selbst 10-jährige Staatsanleihen Deutschland liegen derzeit bei 3,22% und die gelten ja als relativ ausfallsicher. Man muss es ja nicht in irgendwelche Immobilienfonds investieren wie die Zahnärzte, die dann die Biege machen. selbst €STR hätte eine deutlich höhere Rendite als die 1% gehabt und ist ja absolut sicher.
Also das wäre ja schon auch ggf ein Thema für Tarifverhandlungen, die VBL in Richtung Inflationsausgleich zu bekommen.


Soweit ich weiß, gibt es auch VBL-Verträge, die zum Teil umlagegedeckt sind. In Hamburg ist die Zusatzversorung auch nicht am Kapitalmarkt aktiv sondern wird von der Stadt gezahlt. (Prozente aufs letzte ruhegeldfähige Gehalt) Aber auch hier: Ab Renteneintritt 1% pro Jahr. Das ist tatsächlich auch in vielen Betriebsrenten genauso starr geregelt.

Wer Kapitalmarktrenditen will, der muss eben (nebenbei) an den Kapitalmarkt. Ist garnicht schwer ;-)  Ansonsten wäre die Altersversorgung natürlich ein Thema für die Tarifverhandlungen, aber ich weiß nicht ob die (gewollte) Fluktuation so ein recht starres Modell noch attraktiv macht.

ohjeee

Zitat von: Warnstreik in Heute um 10:58Soweit ich weiß, gibt es auch VBL-Verträge, die zum Teil umlagegedeckt sind. In Hamburg ist die Zusatzversorung auch nicht am Kapitalmarkt aktiv sondern wird von der Stadt gezahlt. (Prozente aufs letzte ruhegeldfähige Gehalt) Aber auch hier: Ab Renteneintritt 1% pro Jahr. Das ist tatsächlich auch in vielen Betriebsrenten genauso starr geregelt.

Wer Kapitalmarktrenditen will, der muss eben (nebenbei) an den Kapitalmarkt. Ist garnicht schwer ;-)  Ansonsten wäre die Altersversorgung natürlich ein Thema für die Tarifverhandlungen, aber ich weiß nicht ob die (gewollte) Fluktuation so ein recht starres Modell noch attraktiv macht.
ich meinte damit ja nicht, dass man Kapitalmarktrenditen erzielen muss, das macht man dann besser privat. Aber wenigstens Tagesgeld/€STR/AAA_Staatsanleihen sollten ja wohl drin sein, dann ist auch mehr als 1% Anpassung drin, und zwar (außer Staatsanleihen) risikolos.

Warnstreik

Zitat von: ohjeee in Heute um 12:27ich meinte damit ja nicht, dass man Kapitalmarktrenditen erzielen muss, das macht man dann besser privat. Aber wenigstens Tagesgeld/€STR/AAA_Staatsanleihen sollten ja wohl drin sein, dann ist auch mehr als 1% Anpassung drin, und zwar (außer Staatsanleihen) risikolos.

Da bin ich völlig bei dir. Ich weiß aber nicht, wie die Gesamtkalkulation aussieht - meist gibt es ja je nach Alter Anrechnungsfaktoren. In einem meiner privatwirtschaftlichen Betriebsrenten ist das genauso auch mit 1% geregelt.