Besoldungsrunde 2025-2028 Nordrhein-Westfalen

Begonnen von Admin, 14.02.2026 19:57

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guzmaro

Wieso äußert sich die Politik weiter so dass sie 2027 und 2027 das Tarifergebnis 1:1 übertragen.
Wissen die nicht dass Sie es individuell nun JEDES Jahr anpassen müssen und wir als Beamte nie wieder nach Tarifabschluss erhöht werden?

Schneewitchen

#542
Zitat von: guzmaro in Heute um 07:29Wieso äußert sich die Politik weiter so dass sie 2027 und 2027 das Tarifergebnis 1:1 übertragen.
Wissen die nicht dass Sie es individuell nun JEDES Jahr anpassen müssen und wir als Beamte nie wieder nach Tarifabschluss erhöht werden?

Nicht, dass ich meinem Dienstherren noch über den Weg trauen würde, in dem Falle glaube ich aber, dass es sich gewissermaßen um Formalismus handelt.

Die 1:1 Übernahme des Tarifergebnisses ist öffentlich zugesagt worden. Das ist Fakt. Die Mitteilung besagt zunächst einmal, dass das Land das so auch materiell umsetzt.

Sollte sich nach der jährlichen Überprüfung der Besoldung ein Erhöhungsbedarf unter dieser zugesagten Erhöhung ergeben, so steht das Land zu seiner Zusage.

Ergibt die jährlich durchzuführende Überprüfung der Besoldung, dass es eine Anpassung oberhalb der Steigerungen geben muss, die jetzt durch die 1:1 Übernahme des Tarifergebnisses vorgesehen sind, dann entsteht in Höhe des Deltas ein Anspruch der Beamten gegenüber dem Land.

Jetzt hat man zunächst die Zusage nach Übernahme des Tarifergebnisses durch den MP umgesetzt. Wie es dann im nächsten Jahr weiter geht, auch in dieser Beziehung, wird sich dann sicherlich im laufenden Jahr noch klären.
 



NoRhWe

Man muss auch wirklich anerkennend hervorheben, dass die Landesregierung über den Tarifabschluss hinausgeht. Das ist angesichts der Teuerung durch den idiotischen Iran-Krieg sehr willkommen, und sicherlich über das Abstandsgebot der Besoldungsgruppen auch gerechtfertigt. Allerdings steht NRW unter den Bundesländern ziemlich alleine da. In Sachsen-Anhalt hat man die andere Option gewählt: keine Erhöhung um mindestens 100 €, sondern nur die gleichmäßige Erhöhung um 2,8%.

Schneewitchen

Zitat von: NoRhWe in Heute um 08:34Man muss auch wirklich anerkennend hervorheben, dass die Landesregierung über den Tarifabschluss hinausgeht. Das ist angesichts der Teuerung durch den idiotischen Iran-Krieg sehr willkommen, und sicherlich über das Abstandsgebot der Besoldungsgruppen auch gerechtfertigt. Allerdings steht NRW unter den Bundesländern ziemlich alleine da. In Sachsen-Anhalt hat man die andere Option gewählt: keine Erhöhung um mindestens 100 €, sondern nur die gleichmäßige Erhöhung um 2,8%.

Bitte nicht zu viel Lob in Richtung Landesregierung. Der kleine Aufschlag wurde nicht aus einem tiefen Gefühl der Wertschätzung gewährt.

Abgerechnet wird auch hier zum Schluss. Wir dürfen jetzt einmal abwarten, was im Hinblick auf die Umsetzung des Urteils des BVerfG passiert. Ich rechne da mit netten Taschenspielertricks.

In Bayern hat man aktuell z.B ein fiktives Partnereinkommen festgelegt, welches wunschgemäß dazu führt, dass es lt. Bayrischer Landesregierung offenbar zu keinem Anpassungsbedarf kommt, da die Besoldung verfassungsmäßig sei.

NRW wird das fiktive Partnereinkommen garantiert auch kräftig erhöhen, ganz freiwillig und ohne Tarifverhandlungen.

Vielleicht ist der kleine Aufschlag von 0,536% ja  insofern schon die Anpassung an das Urteil gewesen😉!?

Das werden wir irgendwann in der zweiten Jahreshälfte dann erfahren....

Poldi2006

Exakt. Es ist völlig egal um welchen Prozentsatz hier jetzt erhöht wird solange die Fragen zur AA ungeklärt bleiben.Durch das Einbringen des fiktiven Partnereinkommens kann die Besoldung stets problemlos nach Kassenlage ausfallen.

Floki

Ich kann auch nicht nachvollziehen, weshalb einigen Kolleginnen und Kollegen immer diese Übernahme vom Tarifergebnis so wichtig ist und Priorität hat.

Mir ist die amtsangemessene Alimentation wichtig, nicht mehr und nicht weniger. Wenn das die Übernahme des Tarifergebnisses + X%, nur die Übernahme des Tarifergebnisses oder X% ohne die Übernahme bedeutet, dann fein. 

Uriex

Zitat von: Floki in Heute um 09:23Ich kann auch nicht nachvollziehen, weshalb einigen Kolleginnen und Kollegen immer diese Übernahme vom Tarifergebnis so wichtig ist und Priorität hat.

Mir ist die amtsangemessene Alimentation wichtig, nicht mehr und nicht weniger. Wenn das die Übernahme des Tarifergebnisses + X%, nur die Übernahme des Tarifergebnisses oder X% ohne die Übernahme bedeutet, dann fein. 

Blöd ist halt, dass die Länder sich die Entscheidung über die Höhe nicht aus der HAnd nehmen lassen wollen um noch ein kleines Stellrad zu haben...

Persönlich hätte ich es auch lieber, wenn man sich wie Schlesweg-Holstein einfach an der Entwicklung des Durchschnittsmedians orientieren würde für eine jährliche Anpassung. Dann wären wir nie die mit den besten Abschlüssen, aber auch nicht die mit den schlechtesten, sondern genau Mittig. Wäre grundsätzlich aus meiner Sicht auch der Bevölkerung zu verkaufen, man gibt halt nur sein Stellrad aus der Hand.

Schneewitchen

Zitat von: Floki in Heute um 09:23Ich kann auch nicht nachvollziehen, weshalb einigen Kolleginnen und Kollegen immer diese Übernahme vom Tarifergebnis so wichtig ist und Priorität hat.

Mir ist die amtsangemessene Alimentation wichtig, nicht mehr und nicht weniger. Wenn das die Übernahme des Tarifergebnisses + X%, nur die Übernahme des Tarifergebnisses oder X% ohne die Übernahme bedeutet, dann fein. 

Nun, die Übernahme des Tarifergebnisses ist halt greifbar und von der Höhe her bekannt. Bis gestern war nur noch unklar, mit welchem Besoldungslauf es erstmalig ausgezahlt wird.

Daher stand und steht diese Erhöhung derzeit etwas mehr im Fokus.

Bei der anstehenden grundlegenden Besoldungsreform tappen doch alle Betroffenen weiter im Dunkel herum. Insofern ist das Thema (noch) eher abstrakt.

Abstrakt deshalb, weil zwar bekannt ist, wie das BVerfG die aA überprüft wissen will und das sich objektiv hieraus absehbar Besoldungserhöhungen ergeben müssten, den DHn jedoch ein hohes Maß an Kreativität bei der Minimierung dieser Besoldungsanpassung unterstellt werden darf.

Diese Besoldungsreform ist insofern von der materiellen Auswirkung und von der zeitlichen Realisation her derzeit nicht greifbar und bleibt daher eher abstrakt. Das kann ich aus Gesprächen mit Kollegen so immer wieder heraushören.

Die Kollegen freuen sich alle über die bald gezahlte Erhöhung aus dem Tarifergebnis plus des kleinen Extras.

Bei dem anderen Thema, der grundsätzlichen Überarbeitung der Besoldung, da stehen meine Kollegen auf dem Standpunkt, dass nicht viel erwartet wird und man sich halt überraschen lässt, was da denn kommt. Ich bin im Kollegenkreis offenbar eine große Ausnahme, da ich mich mit der Entwicklung schon sehr intensiv beschäftige.

Schneewitchen

Zitat von: Poldi2006 in Heute um 09:20Exakt. Es ist völlig egal um welchen Prozentsatz hier jetzt erhöht wird solange die Fragen zur AA ungeklärt bleiben.Durch das Einbringen des fiktiven Partnereinkommens kann die Besoldung stets problemlos nach Kassenlage ausfallen.

Vermutlich muss ich meiner Frau demnächst beichten, dass ich noch eine zweite (fiktive)Frau habe, die deutlich mehr verdient als sie. Ohhh, das gibt Ärger.....😅🤣😂