Besoldungsrunde 2025-2028 Nordrhein-Westfalen

Begonnen von Admin, 14.02.2026 19:57

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cookiedent

Zitat von: Casiopeia1981 in 12.07.2026 20:07Deswegen ist es müßig, die teilweise drastischen Erhöhungen anderer Dienstherrn automatisch gleichzusetzen mit der Einführung einer amtsangemessenen Besoldung und daraus ableiten, dass das Land NRW deswegen ebenfalls im selben Umfang die Besoldung anpassen müsste.
Meine Ableitung ist die persönliche Erfahrung der letzten 40 Jahre.
Darin enthalten sind der Entfall von Urlaubs- und (größtenteils) Weihnachtsgeld, verzögerte Übernahme von Tarifabschlüssen, abgesenkte Übernahme von Tarifabschlüssen und Beteiligung an der Versorgungsrücklage.
Entweder bin ich früher überalimentiert worden, oder ich werde jetzt nicht mehr amtsangemessen alimentiert.
Von den zahlreichen Wiederbesetzungssperren und Beförderungen nach Kassenlage will ich gar nicht erst anfangen.
Die Erhöhungen anderer Dienstherrn finde ich nicht drastisch, sondern über die Jahre gesehen realistisch.

Schneewitchen

@cookiedent:

Da haben wir wohl die gleichen Erfahrungen gemacht👍. Wenn man das so betrachtet, und so muss man das ja auch sehen, dann wird noch einmal deutlich, dass die heute festzustellende fehlende aA sich eben nicht innerhalb der letzten 5 Jahre aufgebaut hat. Vielmehr ist der heutige Zustand das Ergebnis einer Entwicklung, die schon vor Jahrzehnten eingesetzt hat.

Daher machen mich so Aussagen unseres FM ziemlich kirre, wenn er anführt, dass in NRW voraussichtlich kein Anpassungsbedarf bei der Besoldung bestünde, da NRW die Tarifergebnisse der letzten Jahre immer auf die Beamten übertragen hätte. Diese Beteachtungsweise ist in jederlei Beziehung zu kurz gegriffen.

Auch in Bezug auf die Bewertung der Besoldungsanpassung anderer Dienstherren bin ich ganz bei Dir. Wenn man verinnerlicht, dass sich hier über Jahrzehnte diese Unteralimentation aufgebaut- bzw. mit jedem weiteren "Beitrag zur Haushaltskonsolidierung" verschärft hat, dann kann man in diesem Zusammenhang eine Anpassung, wie sie jetzt in Brandenburg erfolgt, nicht als drastisch empfinden. Hier wäre er das Wort "angemessen" passender.

Wir sollten nicht vergessen, dass für die Maßnahmen die jetzt in den Ländern laufen, erst das BVerfG den Anstoß hat geben müssen. Den DHn ist jetzt aufgezeigt worden, dass nicht endlos auf unserem Rücken gespart werden kann. Den DHn sind jetzt relativ klare Grenzen aufgezeigt worden.

Festzustellen ist hierbei aber auch, dass viele DHn auch noch in dieser Situation die gleichen Spielchen spielen, die sie sonst auch auf unserem Rücken austragen.

Statt einsichtig jetzt die Besoldung auf eine angemessene Höhe zu heben, wird schon wieder getrickst oder, wenn das Tricksen nicht reicht, einfach ignoriert.

Der Hit des Jahres ist das fiktive Partnereinkommen, welches nach oben offenbar frei wählbar ist, ganz nach Bedarf. Auch gerade gerne genommen ist die Erhöhung der WAZ zur Kompensation der Besoldungsanpassungen.

Dies ist besonders perfide. Hier wird so getan, als hätte man mit den Besoldungsanpassungen den Betroffenen außer der Reihe etwas Gutes getan, was aber mit der Erhöhung der WAZ teilweise kompensiert werden muss.

Tatsächlich wird aber die nachträgliche Reparatur der Besoldung( sofern man die getroffenen Maßnahmen überhaupt so bezeichnen kann)  schon wieder durch derartige Kompensationen relativiert.

Nein, im hier vorliegenden Kontext kann man keines der bisherigen Ergebnisse als drastisch bezeichnen.Diese Ergebnisse sind im besten Falle angemessen oder aber als erster Schritt hin zu einer aA zu verstehen.

Drastisch ist nur die Haltung mancher Protagonisten auf der Seite der DHn, die hier tatsächliche glauben oder zumindest so tun, als ob es keinen Handlungsbedarf gäbe (Dressel in Hamburg, Söder in Bayern, Optenbrenk in NRW um mal drei Kandidaten zu nennen).


AR76

Zitat von: Schneewitchen in 12.07.2026 18:03Im Grunde wäre eine Politik für die Bürger die einfachste Lösung des AfD Problems. Da gebe ich Dir absolut Recht. Eine derartige Politik steht bei den etablierten Parteien aber nicht auf der Agenda, weshalb auch immer.

Ich bin auch mit der politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Gesamtsituation mehr als unzufrieden. Deshalb wähle ich aber noch lange nicht "Parteien" wie die AfD. Andere wählen aber die AfD, um ihrer Unzufriedenheit Ausdruck zu verleihen, und machen damit ggf. mehr kaputt, als sie mit dieser Art von Protest konstruktiv erreichen können.
Nenne mir eine realistische Alternative - außer selber aktiv zu werden in der Politik. Mit der Gründung der AFD haben die etablierten Parteien gemerkt, huch - wir müssen was tun und können das Wahlvieh nicht länger verarschen und kurz vor den Wahlen mit paar Gimmicks abspeisen.

Ich bin bei dir, die Lösung ist die Partei nicht. Aber es muss sich einiges tun und gerade bei dem Problem, was wir seit 15/16 importiert haben. Und da leben viele Politiker nun mal im Glaspalast und wollen nicht wahrhaben was passiert. Während wir vor Ort es in den Jobcentern, auf der Straße und Behörden jeden Tag live erleben dürfen.

Aber das ist ein Thema, was hier sehr abschweift und nicht im Ansatz zu Ende diskutiert werden kann.

Schneewitchen

Zitat von: AR76 in Gestern um 14:15Nenne mir eine realistische Alternative - außer selber aktiv zu werden in der Politik. Mit der Gründung der AFD haben die etablierten Parteien gemerkt, huch - wir müssen was tun und können das Wahlvieh nicht länger verarschen und kurz vor den Wahlen mit paar Gimmicks abspeisen.

Ich bin bei dir, die Lösung ist die Partei nicht. Aber es muss sich einiges tun und gerade bei dem Problem, was wir seit 15/16 importiert haben. Und da leben viele Politiker nun mal im Glaspalast und wollen nicht wahrhaben was passiert. Während wir vor Ort es in den Jobcentern, auf der Straße und Behörden jeden Tag live erleben dürfen.

Aber das ist ein Thema, was hier sehr abschweift und nicht im Ansatz zu Ende diskutiert werden kann.

Die Problematik der fehlenden Alternative zur Alternative ist mir auch bewußt. Wir schweifen hier aber tatsächlich sehr vom eigentlichen Thema ab.

Dazu könnte noch viel gesagt werden....

AR76

Zitat von: Schneewitchen in Gestern um 07:46mich so Aussagen unseres FM ziemlich kirre


Trenn dich mal von dem Gedanken, dass der FM da selber antwortet. Das macht sein Öffentlichkeitsarbeit-Team. Der selber hat doch von vielen Themen nicht den Einblick. Und den Schreiberm dort wird zugearbeitet werden. Ist wie in der Stadt bei uns, der OB schreibt was, der Text kommt aber aus den Fachämtern über das Dezernat.

SAS

#1310
Zitat von: AR76 in Gestern um 14:15Nenne mir eine realistische Alternative - außer selber aktiv zu werden in der Politik. Mit der Gründung der AFD haben die etablierten Parteien gemerkt, huch - wir müssen was tun und können das Wahlvieh nicht länger verarschen und kurz vor den Wahlen mit paar Gimmicks abspeisen.

Ich bin bei dir, die Lösung ist die Partei nicht. Aber es muss sich einiges tun und gerade bei dem Problem, was wir seit 15/16 importiert haben. Und da leben viele Politiker nun mal im Glaspalast und wollen nicht wahrhaben was passiert. Während wir vor Ort es in den Jobcentern, auf der Straße und Behörden jeden Tag live erleben dürfen.

Aber das ist ein Thema, was hier sehr abschweift und nicht im Ansatz zu Ende diskutiert werden kann.
Es würde vll helfen wenn sich der progressive fortschrittliche Teil der SPD von der Partei trennt und eine neue USPD gründet. Die Sozialdemokratie in ihrem heutigem Stadium ist Hirntot, empathielos und vollständig auf dem falschen Gleis. Die Linke ist unwählbar. Also gehen alle Arbeiter zur AfD.

Robertbob

Habe noch mal den Gedanken von Casiopeia1981 aufgegriffen, wonach z. B. in Brandenburg akuter Fachkräftemangel vorliegt. Hier die Antwort von Dr. Google:
"Dem öffentlichen Dienst fehlen bundesweit rund 600.000 Beschäftigte, wobei sich der Fachkräftemangel je nach Bundesland und Region unterschiedlich stark zuspitzt. Der höchste absolute Bedarf besteht in den bevölkerungsreichsten Bundesländern wie Nordrhein-Westfalen (NRW), Bayern usw."
Das kann dann, wenn ich den Gedanken von Casiopeia1981 weiter verfolgt, nur bedeuten, daß die Anpassung des Grundgehaltes hier in NRW mindestens so hoch ausfallen muss, wie in Brandenburg.
Allein mir fehlt der Glaube.

Schneewitchen

Zitat von: AR76 in Gestern um 14:21Trenn dich mal von dem Gedanken, dass der FM da selber antwortet. Das macht sein Öffentlichkeitsarbeit-Team. Der selber hat doch von vielen Themen nicht den Einblick. Und den Schreiberm dort wird zugearbeitet werden. Ist wie in der Stadt bei uns, der OB schreibt was, der Text kommt aber aus den Fachämtern über das Dezernat.

Das ist mir schon klar. Die Schreiberlinge handeln bzw. schreiben in seinem Namen. Ich gehe davon aus, dass alles was dort verlautbart wird, zuvor intern mit ihm abgestimmt wurde. Insofern muss er sich diese ganzen Verlautbarungen,,ob selber gesagt oder erstellt oder eben nicht, zurechnen lassen.

Insofern liege ich nicht falsch, wenn ich sage, dass mich "seine" Einlassungen zur Sache kirre machen.

Schneewitchen

Zitat von: Robertbob in Gestern um 15:32Habe noch mal den Gedanken von Casiopeia1981 aufgegriffen, wonach z. B. in Brandenburg akuter Fachkräftemangel vorliegt. Hier die Antwort von Dr. Google:
"Dem öffentlichen Dienst fehlen bundesweit rund 600.000 Beschäftigte, wobei sich der Fachkräftemangel je nach Bundesland und Region unterschiedlich stark zuspitzt. Der höchste absolute Bedarf besteht in den bevölkerungsreichsten Bundesländern wie Nordrhein-Westfalen (NRW), Bayern usw."
Das kann dann, wenn ich den Gedanken von Casiopeia1981 weiter verfolgt, nur bedeuten, daß die Anpassung des Grundgehaltes hier in NRW mindestens so hoch ausfallen muss, wie in Brandenburg.
Allein mir fehlt der Glaube.

Deine Schlussfolgerung wäre unter den genannten personellen Problemen logisch, wenn man den personellen Fehlbestand als Problem begreifen würde.

In der Politik kommt das aber solange nicht als Problem an, solange die Verwaltungen dennoch halbwegs funktionieren.

Arbeitsverdichtung wird in der Politik als Chance gesehen. Wenn man die verbleibenden Dienstkräfte auch noch systematisch unteralimentiert, dann ist man irgendwann wirtschaftlicher als die schäbigste Pommes-Bude.

Robertbob

Nach der Logik von Casiopeia1981 sieht das Land Brandenburg den Personalmangel schon als ein Problem an, das es mit erhöhter Besoldung behebt.

Schneewitchen

Zitat von: Robertbob in Gestern um 15:44Nach der Logik von Casiopeia1981 sieht das Land Brandenburg den Personalmangel schon als ein Problem an, das es mit erhöhter Besoldung behebt.

Mag sein. Dann wäre dennoch die Frage, ob das letztlich alle DHn so sehen und danach handeln.

In Hamburg arbeitet der HR. Dressel z.B. mit viel Elan daran, dass möglichst viele Kollegen die Stadt fluchtartig verlassen.