[TH] Besoldungsrunde 2025-2028 Thüringen

Begonnen von unnamed, 17.02.2026 06:24

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Weihnachtsmann

Würde man nur das Amt besolden, müsste man die Besoldung unabhängig vom Familienstand und der Kinder hoch genug ansetzen. Für Kinder gäbe es dann nur Kindergeld extra.

Das sollte die Richtung sein, ansonsten müssen die Beamtenpflichten weiterentwickelt werden. Zum Beispiel beim Thema Sonderurlaub bei Kindkrank: Zwar macht es kaum jemand, aber eigentlich müsste jemand aus der Beamtenfamilie das Kind betreuen, damit der Beamte arbeiten gehen kann. Erst als Ultima Ratio greift der Sonderurlaub.

Wie will man so tiefgreifende Pflichten einfordern und durchsetzen, wenn die Besoldung nicht auf die Familie sondern alleine auf den Beamten abstellt?

Aber da Thüringen in den letzten Jahren besonders knauserig zu Lasten der Beamten gerechnet hat, erwarte ich auch genau das für die Zukunft. Entsprechender Vertrauensverlust und Notwendigkeit den eigenen Dienstherrn zu verklagen inklusive.

Schneewitchen

Zitat von: Weihnachtsmann in Heute um 03:56Würde man nur das Amt besolden, müsste man die Besoldung unabhängig vom Familienstand und der Kinder hoch genug ansetzen. Für Kinder gäbe es dann nur Kindergeld extra.

Das sollte die Richtung sein, ansonsten müssen die Beamtenpflichten weiterentwickelt werden. Zum Beispiel beim Thema Sonderurlaub bei Kindkrank: Zwar macht es kaum jemand, aber eigentlich müsste jemand aus der Beamtenfamilie das Kind betreuen, damit der Beamte arbeiten gehen kann. Erst als Ultima Ratio greift der Sonderurlaub.

Wie will man so tiefgreifende Pflichten einfordern und durchsetzen, wenn die Besoldung nicht auf die Familie sondern alleine auf den Beamten abstellt?

Aber da Thüringen in den letzten Jahren besonders knauserig zu Lasten der Beamten gerechnet hat, erwarte ich auch genau das für die Zukunft. Entsprechender Vertrauensverlust und Notwendigkeit den eigenen Dienstherrn zu verklagen inklusive.

Das ist mit der Kinderversorgung durch Familienangehörige heutzutage so eine Sache.

Früher waren Oma und Opa diesbezüglich erste Anlaufstelle. Heute wird ja alles dafür getan, dass bloß niemand sinnlos zu Hause abhängt. Selbst Ehepaare mit kleinen Kindern sollen die Kinder möglichst früh in andere Hände geben und beide möglichst schnell wieder vollschichtig arbeiten gehen. Oma und Opa arbeiten auch immer länger, da es sonst knapp wird mit der kümmerlichen Rente.

Das wird zukünftig alles nicht besser, eher noch schlechter....

Im Übrigen finde ich es unglaublich "kalt", wenn man in Bezug auf Kinder nur noch im Fokus hat, dass dabei der Dienst nur ja keine Beeinträchtigung erfährt. Wenn mein Kind Krankmist, dann soll ich es also immer schön irgendwohin abschieben, da wo es gerade passt? Hauptsache ich arbeite schön weiter? - Na, wenn es dann gut untergebracht ist, dann kann man ja auch gleich noch etwas länger arbeiten (Sarkasmus!).

Und die sog. Experten wundern sich, dass die Geburtenraten sinken, obgleich das Kindergeld im Zeitablauf immer schön gestiegen ist.

Das angedachte Erfolgsmodell der idealen Familie mit Kindern: Beide Elternteile gehen vollschichtig weiter arbeiten, wobei die Mutter unverzüglich nach dem Mutterschutz ihre Arbeit wieder aufnimmt.

Die Kinder werden während der Woche in Krippen und Kitas aufbewahrt. Bei Krankheit der Kinder findet die Familie eine Lösung, die gewährleistet, dass die Kinder von Dritten betreut werden, so dass es zu keinen Arbeitsunterbrechungen kommt. Hält es der DH für notwendig, dass Überstunden zu leisten sind, so hat die Familie hierzu auch eine Lösung, um die Kinder unterzubringen.

In diese Richtung geht es. Ist es nicht verständlich, dass unter solchen Bedingungen viele Leute keine Lust mehr haben, sich Kinder anzuschaffen?

Da besteht der Sinn doch nur noch darin, dass man neue potenzielle Beitragszahler erzeugt, damit der Generationenvertrag dauerhaft funktioniert.
Deus hic finitur

Dogmatikus

Zitat von: Schneewitchen in Heute um 06:57Das ist mit der Kinderversorgung durch Familienangehörige heutzutage so eine Sache.

Früher waren Oma und Opa diesbezüglich erste Anlaufstelle. Heute wird ja alles dafür getan, dass bloß niemand sinnlos zu Hause abhängt. Selbst Ehepaare mit kleinen Kindern sollen die Kinder möglichst früh in andere Hände geben und beide möglichst schnell wieder vollschichtig arbeiten gehen. Oma und Opa arbeiten auch immer länger, da es sonst knapp wird mit der kümmerlichen Rente.

Das wird zukünftig alles nicht besser, eher noch schlechter....

Im Übrigen finde ich es unglaublich "kalt", wenn man in Bezug auf Kinder nur noch im Fokus hat, dass dabei der Dienst nur ja keine Beeinträchtigung erfährt. Wenn mein Kind Krankmist, dann soll ich es also immer schön irgendwohin abschieben, da wo es gerade passt? Hauptsache ich arbeite schön weiter? - Na, wenn es dann gut untergebracht ist, dann kann man ja auch gleich noch etwas länger arbeiten (Sarkasmus!).

Und die sog. Experten wundern sich, dass die Geburtenraten sinken, obgleich das Kindergeld im Zeitablauf immer schön gestiegen ist.

Das angedachte Erfolgsmodell der idealen Familie mit Kindern: Beide Elternteile gehen vollschichtig weiter arbeiten, wobei die Mutter unverzüglich nach dem Mutterschutz ihre Arbeit wieder aufnimmt.

Die Kinder werden während der Woche in Krippen und Kitas aufbewahrt. Bei Krankheit der Kinder findet die Familie eine Lösung, die gewährleistet, dass die Kinder von Dritten betreut werden, so dass es zu keinen Arbeitsunterbrechungen kommt. Hält es der DH für notwendig, dass Überstunden zu leisten sind, so hat die Familie hierzu auch eine Lösung, um die Kinder unterzubringen.

In diese Richtung geht es. Ist es nicht verständlich, dass unter solchen Bedingungen viele Leute keine Lust mehr haben, sich Kinder anzuschaffen?

Da besteht der Sinn doch nur noch darin, dass man neue potenzielle Beitragszahler erzeugt, damit der Generationenvertrag dauerhaft funktioniert.


Da stimme ich als jemand mit einem erst dieses Jahr geborenen Kind zu. Unsere Eltern sind zwar in Rente, wohnen aber auch nicht um die Ecke, Betreuung durch Familie damit gleich Null, erst recht flexibel und spontan.

Durch die Kita-Gebühren ist es bei meiner Frau auch fast egal, ob sie direkt nach der Elternzeit erstmal ALG-I bezieht oder irgendwo eine halbe Stelle findet. Null Anreiz vorhanden.

Da sie keine Beamtin ist, muss ich das Kindergeld auf mich melden, um den FZ zu bekommen. Folge: Ich bekomme auch die Kindkrank-Tage. Wird der DH sicher super finden, wenn ich dann alle diese Tage nehmen muss, obwohl es meiner Frau und mir beiden lieber wäre, sie hätte diese Tage zur Verfügung.

Darüber hinaus quasi Null Anreiz in Deutschland, Kinder zu bekommen. Es wird über Fachkräftemangel geklagt, die AfD zieht Wählerstimmen mit der Angst, dass sich Deutschland selbst abschafft.

Die Realität sieht indessen so aus, wie du sie schilderst:
- Meine Frau wurde bei der Arbeit versucht, herauszumobben, als sie ihre Schwangerschaft mitgeteilt hat
- Ihr wurde jetzt schon gesagt, sie wird nach der Elternzeit gekündigt
- Arbeitssuche mit Kind und Teilzeitstelle? Junge Mama? Och nö...
- Elterngeld ist ein Witz - wie soll ich als Vater ernsthaft Elternzeit nehmen, wenn uns dann pro Monat knapp 3.500 € fehlen? Ich mache wahrscheinlich 1-2 Monate, mehr ist einfach nicht drin.
- Kindergeld ist mMn sogar in Ordnung, danach kann man die Entscheidung nicht festmachen.
- Kita-Plätze in der Stadt immer noch nicht so einfach zu bekommen
- Krippenplätze unfassbar teuer
- Vernünftiges Essen in der Betreuung Fehlanzeige oder kostet extra
- Schulen marodieren vor sich hin
- Lehrermangel und Stundenausfall jeden Tag
- Bildungsniveau steigt nicht mehr
- Selbst Hochschulen klagen über abfallendes Bildungsniveau bei den Studienanfängern
- Zweites Kind, größere Wohnung notwendig? Viel Spaß auf dem Wohnungsmarkt
- ...

Kinder zu bekommen war noch nie eine finanzielle Entscheidung und immer mit immensen Einschränkungen verbunden. Die Rahmenbedingungen haben sich allerdings so stark verschlechtert und gleichzeitig hat sich die Mentalität der nachfolgenden Generationen so verändert (das ist absichtlich völlig neutral gehalten), dass es mich 0,0 wundert, dass die Geburtenrate so niedrig ist, wie sie eben ist.

Finanzer

Zitat von: Dogmatikus in Heute um 09:36Da stimme ich als jemand mit einem erst dieses Jahr geborenen Kind zu. Unsere Eltern sind zwar in Rente, wohnen aber auch nicht um die Ecke, Betreuung durch Familie damit gleich Null, erst recht flexibel und spontan.

Durch die Kita-Gebühren ist es bei meiner Frau auch fast egal, ob sie direkt nach der Elternzeit erstmal ALG-I bezieht oder irgendwo eine halbe Stelle findet. Null Anreiz vorhanden.

Da sie keine Beamtin ist, muss ich das Kindergeld auf mich melden, um den FZ zu bekommen. Folge: Ich bekomme auch die Kindkrank-Tage. Wird der DH sicher super finden, wenn ich dann alle diese Tage nehmen muss, obwohl es meiner Frau und mir beiden lieber wäre, sie hätte diese Tage zur Verfügung.

Darüber hinaus quasi Null Anreiz in Deutschland, Kinder zu bekommen. Es wird über Fachkräftemangel geklagt, die AfD zieht Wählerstimmen mit der Angst, dass sich Deutschland selbst abschafft.

Die Realität sieht indessen so aus, wie du sie schilderst:
- Meine Frau wurde bei der Arbeit versucht, herauszumobben, als sie ihre Schwangerschaft mitgeteilt hat
- Ihr wurde jetzt schon gesagt, sie wird nach der Elternzeit gekündigt
- Arbeitssuche mit Kind und Teilzeitstelle? Junge Mama? Och nö...
- Elterngeld ist ein Witz - wie soll ich als Vater ernsthaft Elternzeit nehmen, wenn uns dann pro Monat knapp 3.500 € fehlen? Ich mache wahrscheinlich 1-2 Monate, mehr ist einfach nicht drin.
- Kindergeld ist mMn sogar in Ordnung, danach kann man die Entscheidung nicht festmachen.
- Kita-Plätze in der Stadt immer noch nicht so einfach zu bekommen
- Krippenplätze unfassbar teuer
- Vernünftiges Essen in der Betreuung Fehlanzeige oder kostet extra
- Schulen marodieren vor sich hin
- Lehrermangel und Stundenausfall jeden Tag
- Bildungsniveau steigt nicht mehr
- Selbst Hochschulen klagen über abfallendes Bildungsniveau bei den Studienanfängern
- Zweites Kind, größere Wohnung notwendig? Viel Spaß auf dem Wohnungsmarkt
- ...

Kinder zu bekommen war noch nie eine finanzielle Entscheidung und immer mit immensen Einschränkungen verbunden. Die Rahmenbedingungen haben sich allerdings so stark verschlechtert und gleichzeitig hat sich die Mentalität der nachfolgenden Generationen so verändert (das ist absichtlich völlig neutral gehalten), dass es mich 0,0 wundert, dass die Geburtenrate so niedrig ist, wie sie eben ist.

Kann man alles so unterschreiben. Elterngeld wurde ja auch nie an die Inflation angepasst. Die Kinderkranktage werden sehr zunehmen wenn das Kind in die Kita kommt. Kleine Biowaffenlabore sind das.

Warnstreik

Zitat von: Dogmatikus in Heute um 09:36Da stimme ich als jemand mit einem erst dieses Jahr geborenen Kind zu. Unsere Eltern sind zwar in Rente, wohnen aber auch nicht um die Ecke, Betreuung durch Familie damit gleich Null, erst recht flexibel und spontan.

Durch die Kita-Gebühren ist es bei meiner Frau auch fast egal, ob sie direkt nach der Elternzeit erstmal ALG-I bezieht oder irgendwo eine halbe Stelle findet. Null Anreiz vorhanden.

Da sie keine Beamtin ist, muss ich das Kindergeld auf mich melden, um den FZ zu bekommen. Folge: Ich bekomme auch die Kindkrank-Tage. Wird der DH sicher super finden, wenn ich dann alle diese Tage nehmen muss, obwohl es meiner Frau und mir beiden lieber wäre, sie hätte diese Tage zur Verfügung.

Darüber hinaus quasi Null Anreiz in Deutschland, Kinder zu bekommen. Es wird über Fachkräftemangel geklagt, die AfD zieht Wählerstimmen mit der Angst, dass sich Deutschland selbst abschafft.

Die Realität sieht indessen so aus, wie du sie schilderst:
- Meine Frau wurde bei der Arbeit versucht, herauszumobben, als sie ihre Schwangerschaft mitgeteilt hat
- Ihr wurde jetzt schon gesagt, sie wird nach der Elternzeit gekündigt
- Arbeitssuche mit Kind und Teilzeitstelle? Junge Mama? Och nö...
- Elterngeld ist ein Witz - wie soll ich als Vater ernsthaft Elternzeit nehmen, wenn uns dann pro Monat knapp 3.500 € fehlen? Ich mache wahrscheinlich 1-2 Monate, mehr ist einfach nicht drin.
- Kindergeld ist mMn sogar in Ordnung, danach kann man die Entscheidung nicht festmachen.
- Kita-Plätze in der Stadt immer noch nicht so einfach zu bekommen
- Krippenplätze unfassbar teuer
- Vernünftiges Essen in der Betreuung Fehlanzeige oder kostet extra
- Schulen marodieren vor sich hin
- Lehrermangel und Stundenausfall jeden Tag
- Bildungsniveau steigt nicht mehr
- Selbst Hochschulen klagen über abfallendes Bildungsniveau bei den Studienanfängern
- Zweites Kind, größere Wohnung notwendig? Viel Spaß auf dem Wohnungsmarkt
- ...

Kinder zu bekommen war noch nie eine finanzielle Entscheidung und immer mit immensen Einschränkungen verbunden. Die Rahmenbedingungen haben sich allerdings so stark verschlechtert und gleichzeitig hat sich die Mentalität der nachfolgenden Generationen so verändert (das ist absichtlich völlig neutral gehalten), dass es mich 0,0 wundert, dass die Geburtenrate so niedrig ist, wie sie eben ist.

Nur mal um eine andere Sicht zu bringen: Wir haben zwei Kinder, sind beide voll berufstätig und alles läuft hervorragend. Elterngeld hat gut geholfen, in Hamburg gibt es ausreichend gute Betreuungsangebote zu einem angemessenen Preis, in den letzten Jahren konnte sich kaum ein Arbeitgeber leisten, frische Eltern schlecht zu behandeln - viel zu groß war der Mangel an gut qualifizierten Angestellten. Die Schulen, die ich bisher gesehen habe waren bei weitem nicht marode und dort wo Bedarf ist wird neu gebaut oder modernisiert. Auch Lehrer gab es bisher immer genug.

Wie gesagt: Das kann in Thüringen oder generell auf dem Land oder in einigen Städten anders sein, in Hamburg und McPomm gibt es diese Probleme eher nicht.

Dazu kommt, dass es durchaus sehr unterschiedliche Lebensentwürfe gibt - für uns (ostdeutsch sozialisiert) kam es nicht in Frage, dass jemand jahrelang zuhause bleibt. Ich bin mir aber auch sicher, dass das Zusammenkommen in Kitas für die Kinder in der Regel sehr gut ist. Genug Familienzeit gibt es trotzdem immer.

Tommiw123

Ich kann da "Finanzer" nur zustimmen!

Wir wohnen auch Ländlich, haben jetzt (gezwungenermaßen) ein Haus gekauft, da große Wohnungen einfach nicht bezahlbar sind auf Dauer.

Der kleine geht noch in den Kindergarten, der ab Herbst dann zum Glück beitragsfrei wird die letzten 2 Jahre und der große hat mittlerweile mehr Ausfälle in der Schule wie Unterrichtsstunden. (leicht übertrieben, aber das Gefühl hat man schon sehr oft)
Ein Fach haben sie das letzte Jahr gar nicht angeboten, da keine Leher verfügbar sind.
Da brauchen wir uns über das "neue "Bildungsniveau" nicht mehr wundern.

Kindergarten im Ort Fehlanzeige, da einige Umliegende schon geschlossen wurden und nun kein Platz mehr frei ist, also wieder jeden Tag mit dem Auto fahren um das Kind in 10km Entfernung abzugeben.

Fazit, die Rahmenbedingungen werden für Familien immer schlechter und für unsere zukünftigen Generationen leider auch.

Nun warten wir halt weiter auf eine vernünftige Besoldung nach 20 Jahren.  ::)  ;)